Netscape Communicator

von Robert Brunnthaler (Ausgabe 99/3, Oktober 1999),

 

Die goldenen Zeiten für die Firma Netscape, als der Netscape Navigator der mit Abstand meistgebrauchte Browser für das WorldWideWeb war, sind vorbei. Vor allem die Integration des Internet Explorer in die neueren Windows-Versionen hat den Marktanteil schrumpfen lassen. Unerreicht ist aber noch immer die Anzahl der Betriebssysteme, die von Netscape unterstützt werden: Netscape Communicator gibt es für MacOS, die verschiedenen Windows-Versionen und diverse Unix-Varianten. Es ist sehr angenehm, daß das "Look & Feel" und die Konfiguration auf allen Plattformen sehr ähnlich sind und alle Komponenten in einem einzigen Dialogfenster auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden können. Mehr Unterschiede finden sich zwischen den einzelnen Versionen: Bis Version 3.* gab es noch den Menüpunkt Options, unter dem sich in verschiedenen Fenstern Einstellungen vornehmen ließen, seit Version 4.* finden Sie alles unter Edit - Preferences (bzw. Bearbeiten - Einstellungen, falls Sie eine deutsche Version verwenden).

Diese Dokumentation wurde mit Version 4.61 (englisch) unter dem Betriebssystem Windows 98 (deutsch) erstellt; die Beschreibung der Konfiguration hilft Ihnen allerdings auch, wenn Sie ein anderes Betriebssystem verwenden: Die Konfigurationsdialoge sehen sehr ähnlich aus. Sie können Netscape von öffentlichen Software-Servern beziehen, z.B. unter http://tucows.univie.ac.at/ oder http://gd.tuwien.ac.at/. Auch Computerzeitschriften, denen Shareware- und Freeware-CD-ROMs beiliegen, sind eine gute Quelle. Das Programm direkt vom Netscape-Server zu holen, ist für uns in Europa keine so gute Idee: Auf diesen Server greifen sehr viele Benutzer gleichzeitig zu, was ihn nicht schneller macht, und es ist nicht sinnvoll, die Software über Transatlantikleitungen zu holen, wenn sie auch im Keller der Universität Wien zu finden ist. Die Datei, die Sie für Windows 98 benötigen, heißt cc32e461.exe und ist über 15 MB groß - die Downloadzeit über Modem/ISDN liegt also im Stundenbereich.

Installation

Nachdem Sie das Installationsprogramm von einem FTP-Server oder einer anderen Quelle geholt haben, müssen Sie nur noch auf das Symbol für diese Datei doppelklicken und die Installation beginnt:

  • Nach der üblichen Aufforderung, alle anderen Programme zu beenden, bevor Sie mit der Installation beginnen (das sollten Sie wirklich tun!) und
  • nach Klick auf Yes zum Akzeptieren der Lizenzbedingungen erscheint das
  • Setup Type-Dialogfenster (siehe Abb. 1): Hier müssen Sie angeben, ob Sie eine Typical- oder Custom-Installation bevorzugen und wohin sich Netscape installieren soll. Typical bedeutet, daß sich Netscape mit allen Zusatzpaketen installiert; bei Custom können Sie schon während des Setups bestimmen, was Sie brauchen werden und was nicht. Diese Anleitung geht davon aus, daß Sie den Typ Custom wählen. Der vorgeschlagene Pfad, wohin Netscape installiert werden soll (C:\Programme\Netscape\Communicator), ist empfehlenswert.
Abb. 1: Dialogfenster Setup Type
  • Nach Klick auf Next erscheint das Options-Dialogfenster (siehe Abb. 2), in dem Sie entscheiden können, welche Zusatzprogramme installiert werden sollen. Falls Ihr Rechner z.B. über keine Soundkarte verfügt, können Sie auch mit dem RealPlayer G2 und dem Multimedia Support nicht viel anfangen und diese Komponenten durch Klick auf das "Hakerl" im linken Kästchen von der Installation ausschließen. Addr. Book Palm Sync benötigen Sie nur, wenn Sie einen Palm Pilot Ihr Eigen nennen.
Abb. 2: Dialogfenster Options
  • Nachdem Sie auf Next geklickt haben, werden Sie im Setup Associations-Dialogfenster gefragt, welche Dateitypen automatisch mit dem Netscape Navigator verbunden werden sollen (siehe Abb. 3). Falls Sie *.gif- und *.jpg-Dateien mit einem Grafikprogramm bearbeiten, sollten Sie diese beiden Dateitypen nicht mit dem Navigator verbinden, da ansonsten bei jedem Doppelklick auf eine solche Datei nicht das gewohnte Grafikprogramm, sondern der Communicator geöffnet wird.
Abb. 3: Dialogfenster Setup Associations
  • Klicken Sie auf Next. Im Dialogfenster Desktop Preference Options (siehe Abb. 4) können Sie nun bestimmen, ob

    • Netscape Ihr Standard-Webbrowser werden soll - Geschmackssache.
    • Netscape Netcenter Ihre Standardhomepage werden soll - keine so gute Idee, da diese Seite vielbesucht ist und auf einem Server in Amerika liegt und daher nicht die schnellste ist. Falls Sie diese Option wählen, schreibt sich diese Seite auch in die Konfiguration eines etwaig installierten Internet Explorer, der beim nächsten Start dann ebenfalls versucht, sich mit dem Netscape-Server zu verbinden.
    • Sie Netscape Netcenter verwenden wollen, um das WWW zu durchsuchen - eher nicht, da auch diese Option von einem parallel installierten Internet Explorer übernommen wird.
Abb. 4: Dialogfenster Desktop Preference Options
  • Next. Im Program Folder-Dialogfenster brauchen Sie nichts zu ändern, daher
  • Next. Das folgende Fenster zeigt eine kurze Zusammenfassung der gewählten Optionen; hier ist die letzte Chance, die Konfiguration durch Klick auf Back zu verändern. Der Next-Knopf wurde von einem Install-Knopf abgelöst, auf den Sie klicken müssen, um die eigentliche Installation (das Kopieren und die Registrierung der nötigen Dateien) zu starten.
  • Nach einiger Zeit ist die Installation beendet, und Sie werden gefragt, ob Sie die README-Datei (allgemeine Information über die soeben installierte Software) lesen wollen - empfehlenswert.
  • Nach Klick auf OK im letzten Informationsfenster, das Ihnen mitteilt, daß die Installation abgeschlossen ist,
  • werden Sie aufgefordert, den Rechner neu zu starten. Ob Sie das jetzt gleich oder später tun, ist egal - voll funktionsfähig ist der Netscape Communicator jedenfalls erst nach diesem Neustart.

Je nach Installationsumfang finden Sie zwei oder drei neue Icons auf Ihrem Desktop:

  • Neben einem für den Netscape Communicator auch
  • eines für den AOL Instant MessengerTM: Dieses Programm ermöglicht es Ihnen, mit anderen Internet-Benutzern schnell Nachrichten auszutauschen; es hat mit eMail nichts zu tun, sondern funktioniert nur, wenn Ihr Kommunikationspartner dieselbe Software verwendet. Es muß registriert werden (beim ersten Start werden Sie dazu aufgefordert). Wenn Sie diese Software nicht benötigen, löschen Sie einfach das Icon vom Desktop.
  • Falls Sie während der Installation angegeben haben, daß der RealPlayer G2 installiert werden soll, finden Sie auch dafür ein Icon auf Ihrem Bildschirm. Beim ersten Aufruf verlangt auch er eine Registrierung; keine Angst, er ist gratis. Der RealPlayer ermöglicht es Ihnen, im Internet "Radio" zu hören und "Videos" in sehr mäßiger Qualität zu sehen. (Eine umfangreiche Liste von Radiostationen, die im Internet senden, finden Sie unter http://wmbr.mit.edu/stations/) Vorsicht: RealAudio und RealVideo sind ziemliche "Bandbreitenfresser" - über Modem ist die Verbindung oft zu langsam und TeleWeb-Benutzer erreichen durch exzessive Nutzung dieser Dienste schnell ihr Download-Limit. Der RealPlayer wird bei jedem Systemstart automatisch gestartet, wie man an einem kleinen Icon rechts in der Taskleiste sehen kann. Dieser AutoStart ist nicht notwendig - klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Icon, wählen Sie Disable SmartStart und im folgenden Dialogfenster Ja.

Auch das Startmenü Ihres Rechners hat sich verändert:

  • Gleich nach Klick auf Start sehen Sie einen Eintrag für Netscape SmartUpdate. Dieses Feature verbindet Sie bei Auswahl automatisch mit einem Netscape-Server, überprüft Ihre derzeitige Systemkonfiguration und ermöglicht es Ihnen, verbesserte Programmkomponenten aus dem Netz zu kopieren und zu installieren. Solche Automatismen sind mit Vorsicht zu genießen; außerdem steht der Eintrag an sehr prominenter Stelle im Startmenü und wird leicht versehentlich aktiviert. Falls Sie ihn entfernen wollen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Start-Knopf und wählen Sie Öffnen. Im folgenden Fenster können Sie die Einträge im Startmenü bearbeiten.
  • In der Programme-Gruppe wird eine Untergruppe namens Netscape Communicator angelegt, die (je nach Installationsumfang) weitere Untergruppen und Programm-Icons enthält. Interessant davon sind zwei Programme, die Sie unter Utilities finden:

    • Netscape Mail Notification: Falls gestartet, überprüft dieses Programm im Hintergrund - also ohne laufenden Communicator - auf dem Mailserver, ob neue Nachrichten für Sie eingelangt sind. Sinnvoll ist das nur, wenn Sie eine permanente Internetverbindung haben, d.h. nicht per Modem einwählen. Voraussetzung ist natürlich die richtige Konfiguration des Netscape Messenger (dazu später mehr).
    • User Profile Manager: Netscape ist multiuser-fähig, d.h. gut für Rechner, von denen aus mehrere Menschen auf ihre eMail zugreifen wollen, oder für Menschen, die mehrere Accounts auf verschiedenen Mailservern haben und diese von einem Rechner aus abfragen wollen. Die Trennung der verschiedenen Profile ist sehr sauber, aber unter Windows 98 nicht wirklich sicher: Jeder, der Zugang zum Rechner hat, kann die eMail-Nachrichten aller anderen Benutzer lesen. Unter Windows NT besteht die Möglichkeit, Sicherheit auf Verzeichnisebene einzuführen und dadurch die verschiedenen Benutzerprofile und -daten nur für den tatsächlichen "Besitzer" lesbar zu machen. Falls Ihr Rechner in einem Netzwerk hängt und Sie auf einen Fileserver zugreifen (und dort Ihre persönlichen Daten ablegen) können, bietet es sich an, auch Ihre Netscape-Profile-Daten auf diesem Server zu speichern.

      Sobald Sie mit dem User Profile Manager zwei oder mehr Profile erstellt haben, werden Sie bei jedem Start des Communicator gefragt, welches Profil Sie verwenden wollen; das gleichzeitige Laufen von mehreren Netscape-Profilen ist nicht möglich. Eleganter können Sie den Umgang mit mehreren Profilen unter Windows bewerkstelligen, indem Sie mehrere Netscape-Icons auf Ihren Desktop legen (einfach das bestehende kopieren), mit der rechten Maustaste draufklicken und an die Programmstartzeile, die Sie unter Verknüpfung - Ziel finden, ein -P"Profilname" anhängen. Als Profilname können Sie natürlich nur bereits bestehende, mit dem User Profile Manager erstellte Profile angeben. Beachten Sie bitte, daß vor dem -P ein Abstand sein muß, zwischen dem -P und dem ersten " jedoch keiner. Die Zeile, die unter Eigenschaften - Verknüpfung - Ziel stehen soll, sieht also z.B. folgendermaßen aus: C:\Programme\Netscape\Communicator\Program\netscape.exe -P"a0815333"

Konfiguration

Beim ersten Start des Communicator werden gleich die wichtigsten Daten abgefragt:

  • Sie sehen das Creating a New Profile-Fenster, in dem erklärt wird, wozu diese Profile überhaupt gut sind. Klicken Sie hier auf Weiter.
  • Im nächsten Fenster werden Sie aufgefordert, Ihren Namen und Ihre eMail-Adresse anzugeben. Bei Full Name: tragen Sie Ihren Namen ein. Beschränken Sie sich dabei bitte auf den englischen Zeichensatz - ersetzen Sie also ö durch oe, ß durch ss, usw. Unter Email Address müssen Sie Ihre eMail-Adresse eintragen. Bei Studierenden hat diese die Form aMATRIKELNUMMER@UNET.UNIVIE.AC.AT (z.B. a0815333@UNET.UNIVIE.AC.AT), bei Mitarbeitern der Universität Wien die Form VORNAME.NACHNAME@UNIVIE.AC.AT (z.B. FRANZ.MUSTERMANN@UNIVIE.AC.AT).
  • Nach Klick auf Weiter müssen Sie einen Namen für das Profil angeben und bestimmen, wohin das Profil gespeichert werden soll. Die bereits eingetragenen Werte sind OK; falls Sie Ihre Benutzerdaten an einem "sicheren" Ort (wie gesagt, unter Windows NT oder im Netzwerk möglich) abspeichern wollen, können Sie diesen jetzt angeben.
  • Weiter. Das Programm verlangt nun die Eingabe des Outgoing Mail (SMTP) Servers; dieser heißt für Studierende mail.unet.univie.ac.at und für Uni-Mitarbeiter mailbox.univie.ac.at.
  • Weiter. Jetzt müssen Sie die Parameter für das Abholen Ihrer eMail-Nachrichten angeben. Der Mail server user name lautet für Studierende aMatrikelnummer (z.B. a0815123); bei Mitarbeitern besteht er aus den ersten (maximal sechs) Buchstaben des Nachnamens, dem Anfangsbuchstaben des Vornamens und einer oder zwei Ziffern (z.B. horvatk2). Der Incoming Mail Server heißt für Studierende pop.unet.univie.ac.at und für Mitarbeiter der Uni Wien mailbox.univie.ac.at. Als Mail Server type geben Sie POP3 an und klicken auf Fertig stellen.

Falls Ihre Internetverbindung richtig konfiguriert ist 1), startet jetzt der Netscape Navigator und verbindet Sie zur Netscape-Homepage. Neben dem Navigator sehen Sie ein kleines Fenster, das Ihnen die Komponenten des Programms anzeigt. Schließen Sie dieses Fenster durch Klick auf das x rechts oben (es wird dann rechts unten in der Statuszeile des Communicator-Fensters verankert). Die prinzipielle Funktionalität des Netscape Communicator ist jetzt gegeben. Um das Programm besser auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen, sollten Sie aber noch die einzelnen Communicator-Komponenten konfigurieren.

Netscape Navigator

- das Herzstück des Communicator. Alle persönlichen Einstellungen werden in einem zweigeteilten Konfigurationsfenster vorgenommen, das Sie im Menü Edit unter Preferences finden. Im linken Teil des Fensters sind die verschiedenen Konfigurationskategorien aufgeführt; je nachdem, welche Einstellung links aktiv (farbig unterlegt) ist, verändert sich die rechte Seite des Fensters und zeigt Ihnen alle Einstellungsmöglichkeiten für diese Auswahl. Hinter den übergeordneten Kategorien verbergen sich noch Unterverzeichnisse, die durch Klick auf die Pluszeichen links neben den Namen sichtbar werden. Die meisten Einstellungen haben sinnvolle Standardwerte bzw. wurden durch die Abfragen nach dem ersten Start des Communicator gesetzt. Ein paar Änderungen sollten/können Sie vornehmen; gesichert werden diese durch Klick auf OK im Preferences-Dialogfenster.

  • Appearance
    Unter Show toolbar as können Sie bestimmen, ob die Icons der "Toolbar" (Werkzeugleiste) nur als Bilder oder Text angezeigt werden sollen, und dadurch Platz für das Browserfenster sparen.
  • Appearence - Fonts
    Wenn Sie einen hochauflösenden Bildschirm verwenden, wird Ihnen die Standardschrift unter Umständen zu klein sein. Sie können hier sowohl die Schriftgröße als auch die Schriftart selbst, mit der HTML-Seiten und eMail-Nachrichten angezeigt werden, verändern.
  • Navigator
    Unter Home page können Sie den URL Ihrer Lieblingsseite (z.B. www.univie.ac.at) oder auch eine lokale Datei (z.B. Ihre bookmarks.htm) eintragen. Weiters können Sie hier unter History festlegen, wie lange sich der Navigator besuchte Seiten merken soll; die Liste der in diesem Zeitraum aufgerufenen Seiten finden Sie dann unter Communicator - Tools - History.
  • Navigator - Smart Browsing
    Rechts neben dem URL in der "Location Toolbar" ist Ihnen sicher der What's Related-Knopf aufgefallen. Dahinter verbirgt sich ein kleines Programm, das mit einem der Netscape-Server kommuniziert und Ihnen laufend ähnliche wie die eben dargestellte Seite anbietet. Falls Sie diese Magie nicht wollen/brauchen: Deaktivieren Sie Enable "What's Related" in diesem Fenster.
  • Advanced
    Hier können Sie wählen, ob Bilder automatisch mitgeladen werden sollen. Falls Sie diese Option nicht aktivieren, wird die Toolbar um ein Icon namens Images erweitert, mit dem Sie dann auf jeder Seite, die Sie mit Bildern sehen wollen, diese nachladen können (für Recherchen mit langsamer Modemverbindung keine schlechte Wahl). Sie können auch angeben, ob Java und JavaScript ausgeführt werden sollen. JavaScript wird Ihnen zwar immer wieder Fehlermeldungen bringen und Ihr Netscape-Fenster wird sich manchmal seltsam verhalten, aber viele Seiten verlangen mittlerweile JavaScript und werden nicht vollständig oder gar nicht angezeigt, wenn Sie es hier "abdrehen". Deaktivieren Sie bitte Enable JavaScript for Mail and News (wenn schon JavaScript, in eMail-Nachrichten hat es sicher nichts verloren). In der Kategorie Advanced wird zusätzlich noch festgelegt, wie mit Cookies umgegangen werden soll; siehe dazu auch http://comment.univie.ac.at/98-3/20/.
  • Advanced - Cache
    Je nach Ihren Systemressourcen können Sie hier Netscape mehr von der Festplatte oder vom RAM Ihres Rechners abgeben. Der Eintrag Document in Cache is compared to the Network: kann z.B. auf never gesetzt werden, wenn Sie per Modem lange im Netz waren und die besuchten Seiten "offline" zurückblättern wollen.
  • Advanced - Proxies
    Aktivieren Sie bitte die Automatic proxy configuration und tragen Sie den URL www.univie.ac.at/cgi-bin/proxy.cgi in das dafür vorgesehene Feld ein. Für TeleWeb-Benutzer lautet der URL www.univie.ac.at/cgi-bin/select-tk-proxy.cgi.
  • Advanced - SmartUpdate
    Hinter diesem Eintrag steckt wieder viel Magie. Wenn Sie schon zulassen, daß sich Ihr Netscape selbständig aktualisiert, sollten Sie zumindest Require manual confirmation of each install aktivieren, um zu wissen, wann es das tut.

Die Bookmark-Verwaltung ist seit Netscape 4.* sehr schön mit der "Personal Toolbar" gelöst: URLs, die Sie öfter besuchen wollen, können Sie einfach durch Ziehen des kleinen Bookmark-Symbols auf die Zeile darunter dort fixieren. Die Breite dieser Leiste ist allerdings endlich, und es bietet sich an, eigene Verzeichnisse und Unterverzeichnisse zu erstellen. Das alles und auch das Umsortieren der Bookmarks per "Drag & Drop" bietet Ihnen das Fenster, das Sie durch Klick auf Bookmarks - Edit Bookmarks erhalten. Alles was Sie im Verzeichnis Personal Toolbar Folder erstellen oder hinzufügen, ist in der Zeile unter dem URL zu sehen und kann per Mausklick aktiviert werden.

Bei Netscape kann man sich darauf verlassen, daß bei einer Neuinstallation alle Einstellungen in die nächste Version übernommen werden - diese ganze Feinkonfiguration ist also nicht vertan. Auch die Bookmarks werden in einer Datei (bookmarks.htm) abgelegt, die problemlos auf andere Rechner mitgenommen und mit anderen Browsern ausgetauscht werden kann.

Netscape Messenger

Seit der Version 2.* ist in den Netscape Navigator ein Mailprogramm integriert. Mittlerweile heißt dieses Netscape Messenger und braucht sich vor anderen (Nur-)eMail-Programmen nicht zu verstecken. Konfiguriert wird es wie der Navigator mittels Klick auf Edit - Preferences und dort in der Kategorie Mail & Newsgroups. Die folgenden Einstellungen müssen/sollten vorgenommen werden:

  • Identity

    • Your Name: z.B. Franz Mustermann (beschränken Sie sich dabei bitte auf den englischen Zeichensatz - ersetzen Sie also ö durch oe, ß durch ss, usw.).
    • Email address: Bei Studierenden hat die Adresse die Form aMATRIKELNUMMER@UNET.UNIVIE.AC.AT (z.B. a0815333@UNET.UNIVIE.AC.AT), bei Mitarbeitern die Form VORNAME.NACHNAME@UNIVIE.AC.AT (z.B. FRANZ.MUSTERMANN@UNIVIE.AC.AT).
    • Signature File: Dieses können Sie hier nicht anlegen, sondern nur auswählen. Erstellen Sie mit einem einfachen Editor (z.B. Notepad) eine maximal vierzeilige Textdatei namens signature.txt und geben Sie hier im dafür vorgesehenen Feld den Pfad zu dieser Datei an.
  • Mail Servers

    • Incoming Mail Servers: Hier ist der POP3-Server zu konfigurieren. Wählen Sie ihn aus und klicken Sie auf Edit. Im Mail Server Properties-Dialogfenster (siehe Abb. 5) ist folgendes einzustellen:

      • Server Name: für Studierende pop.unet.univie.ac.at, für Mitarbeiter mailbox.univie.ac.at
      • Server Type: POP3 Server
      • User Name: für Studierende aMatrikelnummer (z.B. a0815123), für Mitarbeiter gebildet aus den ersten Buchstaben des Nachnamens, dem Anfangsbuchstaben des Vornamens und einer oder zwei Ziffern (z.B. horvatk2)
      • Remember Password: Gut für vergeßliche Menschen, schlecht bei Rechnern, auf die mehrere Menschen Zugriff haben.
      • Check for mail every ... minutes: Diese Option ist nur sinnvoll, wenn Ihr Rechner permanent mit dem Internet verbunden ist. Bitte stellen Sie keinen Wert kleiner als 30 Minuten ein. Näheres dazu und zur Option Leave Messages on server, die sich hinter der Registerkarte POP verbirgt, finden Sie im Artikel POP Art. Vorgenommene Änderungen im Mail Server Properties- Dialogfenster werden durch Klick auf OK übernommen.
    • Bei Outgoing mail (SMTP) server tragen Sie als Studierender mail.unet.univie.ac.at, als Mitarbeiter mailbox.univie.ac.at ein.
Abb. 5: Dialogfenster Mail Server Properties
  • Newsgroup Servers
    Hier fügen Sie durch Klick auf Add einen neuen Server ein und geben usenet.univie.ac.at als Servername an. Alle anderen Einstellungen stimmen.
  • Formatting
    Aktivieren Sie hier bitte Use the plain text editor to compose messages - Mailempfänger, die über kein so hypermodernes Mailprogramm wie Sie verfügen (oder es nicht verwenden), werden es Ihnen danken.

Die Verwendung des Netscape Messenger ist denkbar einfach: In einem dreigeteilten Fenster sehen Sie links alle Mailfolder (durch Klick auf File - New Folder kann man leicht eigene Verzeichnisse erstellen, um die Nachrichten gut sortieren zu können) und den Newsserver samt abonnierter Newsgroups (durch Klick auf File - Subscribe liefert der Newsserver eine Liste der angebotenen Newsgroups, aus der Sie dann welche auswählen und abonnieren können). Oben sehen Sie die Header der Nachrichten, die sich im aktiven Mailfolder oder der aktiven Newsgroup befinden. Unten sehen Sie die gerade aktive Nachricht.

Der Umgang mit den Nachrichten ist sehr intuitiv: Fast alles geht per "Drag & Drop", Nachrichten holen Sie mittels Klick auf Get Msg vom Server, eine neue Nachricht erstellen Sie durch Klick auf New Msg. Unter Edit - Message Filters können Sie Regeln definieren, nach denen Nachrichten automatisch in bestimmte Folder sortiert werden, und Sie können alle Nachrichten mittels Edit - Search Messages nach Stichwörtern durchsuchen - es fehlt kaum ein Feature eines modernen Mailprogramms.

Netscape Composer

Früher nur in der Gold-Version des Netscape Navigator enthalten, ist dieser HTML-Editor seit Version 4.* Bestandteil des Communicator. Er hat sich wirklich zu einem brauchbaren Tool entwickelt (diese Dokumentation habe ich mit dem Composer geschrieben). Es gibt sicher bessere Programme für das Verwalten von WWW-Sites; zum Erstellen halbwegs formatierter einzelner Seiten mit ein paar Bildern und Tabellen ist der Composer aber gerade richtig. Alle wichtigen Funktionen sind über die Toolbar erreichbar, und man arbeitet wie in einem sehr einfachen WYSIWYG ("what you see is what you get") -Textverarbeitungsprogramm.

Der Composer bietet auch die Möglichkeit, die fertige HTML-Seite gleich auf einen Webserver zu übertragen:

  • Öffnen Sie die zu übertragende Datei, klicken Sie im Menü File auf Publish und
  • geben Sie im folgenden Dialogfenster unter HTML-Filename: den Dateinamen an, den die Datei am Server haben soll (die Startseite nennen Sie bitte index.html).
  • Unter HTTP or FTP Location to publish to: geben Sie für die Universitäts-Webserver folgendes ein:
    ftp://Rechnername/Homedirectory/Verzeichnis_für_Webseiten

    • Der Rechnername lautet unet.univie.ac.at für Studierende, mailbox.univie.ac.at für Mitarbeiter der Uni Wien. (Wenn Sie auf den Webservern WWW.UNIVIE.AC.AT oder RS6000.UNIVIE.AC.AT oder auf irgendeinem anderen Webserver publizieren wollen und die Berechtigung - d.h. UserID und Paßwort - dafür haben, können Sie auch diesen Rechner angeben.)
    • Ihr Homedirectory finden Sie am leichtesten heraus, indem Sie eine Telnet/SSH-Verbindung zum jeweiligen Rechner starten, sich mit Ihrer UserID und Ihrem Paßwort einloggen, die Unix-Shell wählen und dort den Befehl pwd eingeben. Das Homedirectory des Benutzers a0815333 auf UNET.UNIVIE.AC.AT heißt z.B. /:/unet/user33/a0815333 (der Teil /:/unet/ ist für alle Unet-Benutzer gleich, danach kommt userDIELETZTENBEIDENZIFFERNDERMATRIKELNUMMER, ein / und aMATRIKELNUMMER). Mailbox-Benutzer haben /home/Mailbox-UserID als Homedirectory - also z.B. /home/horvatk2.
    • Das Verzeichnis_für_Webseiten heißt auf den Servern UNET.UNIVIE.AC.AT, MAILBOX.UNIVIE.AC.AT und RS6000.UNIVIE.AC.AT html; am Server WWW.UNIVIE.AC.AT müssen Sie üblicherweise kein Verzeichnis angeben. Falls Sie auf anderen Rechnern publizieren, erkundigen Sie sich bitte beim Serverbetreiber, welches Verzeichnis Sie verwenden können.
    Die komplette Zeile lautet also:
    für Unet-Benutzer z.B. ftp://unet.univie.ac.at/:/unet/user33/a0815333/html
    für Mailbox-Benutzer z.B. ftp://mailbox.univie.ac.at/home/horvatk2/html
  • Nun müssen Sie noch den User name: (Ihre UserID auf dem jeweiligen Rechner) und das Password angeben,
  • und die Seite sollte - eine funktionierende Internet-Verbindung vorausgesetzt - nach einem Klick auf OK publiziert werden. Falls Sie eine Fehlermeldung bekommen, überprüfen Sie bitte den Eintrag unter HTTP or FTP Location to publish to: - diese kryptische Zeile birgt viele Fehlerquellen (ein Leerzeichen in dieser Zeile ist z.B. sicherlich falsch).

Nie vergessen: html-perm

Auf allen Webservern der Uni Wien ist ein Programm namens html-perm installiert, das automatisch die richtigen Zugriffsberechtigungen für HTML-Dateien auf diesem Server setzt. Bei falschen Berechtigungen kann es passieren, daß die betroffenen Webseiten über WWW nicht abrufbar sind; daher sollten Sie dieses Programm unbedingt ausführen, nachdem Sie neue HTML-Seiten auf einen der Webserver der Uni Wien übertragen haben. Auf allen vier Webservern kann das mittels WWW-Formularen abgewickelt werden, in die Sie einfach Ihre UserID und Ihr Paßwort für den betreffenden Server eingeben und auf Berechtigungen setzen klicken müssen - alles weitere wird automatisch erledigt. Sie finden das jeweilige Formular unter

Es ist auch möglich, das Programm unter Unix zu starten - loggen Sie sich dazu bitte mit Telnet oder SSH (wie zuvor für das Homedirectory beschrieben) auf dem entsprechenden Server ein und tippen Sie in der Unix-Shell den Befehl html-perm -all ein, gefolgt von einem <ENTER>.

Warum Netscape?

Diese Frage stellen sich immer mehr Windows-Benutzer, da ihr Betriebssystem all das, was der Communicator kann, schon integriert hat. Abgesehen davon, daß ein Marktdominator nie gut für die Entwicklung einer Sache ist und die Diskussion "Netscape oder Explorer" in manchen Kreisen mit demselben religiösen Eifer wie "Austria oder Rapid" geführt wird, gibt es gute Gründe für die Installation des Communicator: Der Trend zum Zweitbrowser ist unaufhaltsam - gerade wenn Sie selbst Webseiten erstellen, ist es sinnvoll, mehrere Browser auf dem Rechner zu installieren. Sie werden feststellen, daß Ihre vom Lieblingsbrowser wunderschön dargestellte Seite ganz anders aussieht, wenn man sie mit dem Konkurrenzprodukt ansieht; wenn Sie also möglichst viele Internet-Benutzer von Ihrer HTML-Programmierkunst überzeugen wollen, müssen Sie den Code Ihrer HTML-Datei zumindest an die beiden gängigsten Browser anpassen.

Und außerdem ist Netscape einfach besser - genau wie die Austria.


 

1) Bei der Konfiguration Ihrer Internetverbindung (ob LAN oder Modem/ISDN) hilft Ihnen der Netscape Communicator nicht - das macht das Betriebssystem. Für den Wählleitungszugang zur Uni Wien existieren Installationsanleitungen, die unter http://www.univie.ac.at/ZID/helpdesk bzw. im Service- und Beratungszentrum (NIG, Stiege II, 1. Stock, links) erhältlich sind.