Startschuß für den UNIVIS-Planungsauftrag

von Peter Rastl (Ausgabe 99/2, Juni 1999)

 

Über das ehrgeizige Vorhaben der Universität Wien, ihre Verwaltung umfassend mit neuen, leistungsfähigen und zeitgemäßen Werkzeugen der Informationstechnologie (IT) auszustatten, wurde bereits berichtet (siehe Comment 99/1). Grundlage für dieses Projekt ist die Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts für die schrittweise Realisierung eines integrierten Informationssystems, das grundsätzlich die gesamte Universitätsverwaltung umfassen soll. Ein entsprechender Planungsauftrag dafür wurde EU-weit ausgeschrieben; im Zuge des Vergabeverfahrens konnte nach ausführlichen Verhandlungen die Firma CSC Ploenzke als Bestbieter ermittelt werden. Nach Zustimmung des Wissenschaftsministeriums und Bewilligung der benötigten Budgetmittel konnte Rektor Greisenegger am 26. April 1999 den Vertrag über die Planung einer IT-Gesamtlösung für die Verwaltung der Universität Wien mit der Firma CSC Ploenzke unterzeichnen. Der offizielle Start des UNIVIS-Projekts fand am 21. Mai 1999 im Kleinen Festsaal der Universität mit einer Präsentation für alle interessierten Universitätsangehörigen statt.

Der Planungsauftrag wird alle Bereiche der Universitätsverwaltung (operative Systeme, Management-Information, Services für die Universitätsangehörigen) einbeziehen und muß die gesamten Anforderungen an das integrierte System ebenso wie die zeitgemäßen technischen Möglichkeiten berücksichtigen, bevor an die Beschaffung und den Einsatz konkreter Softwaresysteme gedacht werden kann. Vieles ist heute erst in groben Umrissen klar, und selbst der konkrete Umfang des Planungsauftrags bedarf noch einer detaillierten Ausarbeitung. Innerhalb von 4 Monaten wird deshalb die Firma CSC Ploenzke in Zusammenarbeit mit der Universität Wien ein präzises Pflichtenheft für den Planungsauftrag erstellen, das das weitere Vorgehen und die Einzelheiten der künftigen Planungstätigkeit verbindlich festlegt. Ein Grobprojektplan wird die einzelnen Teilprojekte und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten und Prioritäten identifizieren, sodaß überlappend mit der weiteren Detailplanung bereits erste Teilbereiche zur Umsetzung gelangen können. Die Ausschreibung der Realisierung eines ersten Teilprojekts soll bis zum März 2000 erfolgen. Welches dies ist, wird bis Ende September 1999 feststehen.

Die Management-Struktur für das UNIVIS-Projekt ist folgende: Die Leitung liegt in den Händen von Mag. Hannes Schindlauer (CSC Ploenzke), als Projektkoordinator der Uni Wien wurde Dr. Martin Polaschek angestellt, der für diese Aufgabe von seiner bisherigen Stellung als Universitätsassistent am Institut für Angewandte Informatik und Informationssysteme karenziert wurde. Die Projektaufsicht und die Entscheidungsbefugnis über die Tätigkeit dieser beiden Projektverantwortlichen hat das UNIVIS-Projekt-Board, das sich aus Vertretern der Firma CSC Ploenzke (Geschäftsführer Mag. Prinz) und der Universität Wien (Vizerektor Prof. Vinek, EDV-Zentrums-Leiter Dr. Rastl) zusammensetzt. Seitens beider Projektpartner wird die Verantwortung für die Qualitätssicherung im UNIVIS-Projekt von eigens damit betrauten Personen wahrgenommen. Für die Universität wird diese Rolle Harald Riedel-Taschner (der Leiter der Abteilung Universitätsverwaltung des EDV-Zentrums) übernehmen, der mit seinem großen Einblick in die vielfältigen Details der Universitätsverwaltung insbesondere auf die Einhaltung aller Anforderungen der Uni Wien achten wird.

Die Letztverantwortung für die Verwaltung der Uni Wien liegt entsprechend UOG'93 beim Rektor. Als Unterstützung bei der Entscheidungsfindung im Rahmen von UNIVIS steht ihm der aus 10 Mitgliedern bestehende UNIVIS-Lenkungsausschuß zur Seite, der sich seinerseits auf den 18-köpfigen UNIVIS-Benutzerbeirat stützt, in dem alle betroffenen Benutzergruppen (Verwaltungsdienststellen, universitäre Entscheidungsträger, Mitarbeiter der Universität, Studierende) vertreten sind. Entsprechend dem Projektfortschritt ist das aus Mitarbeitern der Firma CSC Ploenzke bestehende UNIVIS-Projektteam für die detaillierten Planungsarbeiten auf die Mitarbeit von "Key-Usern" der Universität angewiesen, die in den jeweiligen Anwendungsgebieten erfahren sind und die funktionellen Anforderungen an die zu planenden Systeme in allen Einzelheiten beurteilen können.

An der Uni Wien besteht - zu Recht - ein breites Interesse an den Resultaten und Zwischenresultaten des UNIVIS-Projekts. Aktuelle Informationen werden laufend im WWW unter http://www.univie.ac.at/univis/ veröffentlicht. Mitarbeiter der Universität haben dort mit ihrer Mailbox-UserID auch Zugang zu den nur für den internen Gebrauch angebotenen Informationen. Das UNIVIS-Team der Universität Wien ist für alle Anfragen und Hinweise unter der eMail-Adresse UNIVIS@UNIVIE.AC.AT erreichbar.