Mailing mit Pegasus Mail
oder: "Ein Pferd verleiht Ihrer Post Flügel"

von Wolfgang Kantner (Ausgabe 99/2, Juni 1999)

 

Unter den gratis erhältlichen eMail-Programmen ist Pegasus Mail - mit geschätzten über 4 Millionen Anwendern weltweit - wohl eines der beliebtesten. Pegasus Mail wurde 1989 von David Harris, der auch heute noch Eigentümer und Chefprogrammierer des Produkts ist, aus einer Notlage heraus entwickelt: Die Finanzmittel seiner Universität für das Einrichten eines Novell-Netzwerks waren erschöpft, und so mußte er selbst ein Mailprogramm schreiben, um die Kommunikation mit seinen Kollegen abwickeln zu können.

In den letzten zehn Jahren hat Pegasus Mail sowohl optisch als auch in der Funktionalität einiges an Veränderung durchgemacht. Das Programm ist mittlerweile für fast alle PC-Plattformen verfügbar (DOS, Windows 3.x, Windows 95/98, Windows NT 4.0, MacOS); nur Linux-Benutzer müssen derzeit noch auf Pegasus Mail verzichten. Die Version 3.11 ist seit Anfang Mai 1999 erhältlich und bietet zahlreiche Features - z.B. IMAP-Unterstützung und erweiterte Mailfiltering-Optionen. Erleichtert wurde auch das Mitschicken von Dateien ("Attachments"): Dabei öffnet sich jetzt ein explorer-artiges Fenster, in dem die gewünschte Datei ausgewählt werden kann.

Die Installation (oder: "Das Fohlen wird geboren")

Bevor man Pegasus Mail auf seinem Rechner installieren kann, muß man das Programm aus dem Internet kopieren - z.B. von http://tucows.univie.ac.at/, http://gd.tuwien.ac.at/ oder http://www.pmail.com/. (Voraussetzung dafür ist eine richtig konfigurierte, funktionsfähige Netzwerkverbindung, sei es in einem LAN oder über Wählleitung!) Gleich zu Beginn der Installation muß man sich dann entscheiden, ob man das Programm als Single-User oder als Multi-User einsetzen möchte; ein Wechsel zu einem späteren Zeitpunkt ist leider nicht möglich. Eine Single-User-Installation ist nur für Benutzer geeignet, die ihren Rechner allein verwenden und nur einen Mail-Account besitzen. In allen anderen Fällen muß eine Multi-User-Installation durchgeführt werden.

Man installiert das Programm am besten in das Verzeichnis c:\programme\pegasus; falls dieses noch nicht existiert, kann man es auch während der Installation anlegen. Diese verläuft im allgemeinen einfach und schnell, und der Platzbedarf ist - wie sich schon aus der knapp 3 MB großen Installationsdatei erraten läßt - relativ gering.

Die Konfiguration (oder: "Das Pferd lernt laufen")

Wenn man Pegasus Mail zum ersten Mal startet, muß man dem Programm die in Tabelle 1 aufgelisteten Parameter bekanntgeben, damit es später in der Lage ist, eMail-Nachrichten korrekt zu empfangen und zu versenden. Diese Angaben sind ein Muß, und es ist wichtig, hier genau aufzupassen: Wenn man an dieser Stelle einen Fehler macht (nur ein Punkt zuviel oder zuwenig ist schon fatal), bekommt man entweder keine Nachrichten oder kann keine abschicken - oder beides.

 

Parameter

Universitätsmitarbeiter (Mailbox-Benutzer)

Studierende (Unet-Benutzer)

POP3-Server

mailbox.univie.ac.at

pop.unet.univie.ac.at

SMTP-Server

mailbox.univie.ac.at

mail.unet.univie.ac.at

UserID

Ihre Mailbox-UserID (z.B. horvatk2)

aMATRIKELNUMMER (z.B. a0815123)

Paßwort

Das haben Sie am Formular Anmeldung zum Mailbox-Service als Paßwort angegeben. Sie können es jederzeit unter http://mailbox.univie.ac.at/bin/passwd.pl selbst ändern.

Das haben Sie bei der Unet-Anmeldung selbst gesetzt. Sie können es jederzeit unter http://www.unet.univie.ac.at:81/db/bin/passwd.pl ändern.

eMail-Adresse

vorname.nachname@univie.ac.at
(z.B. franzi.broeselmaier@univie.ac.at)

aMATRIKELNUMMER@unet.univie.ac.at
(z.B. a0815123@unet.univie.ac.at)

Tabelle 1: Mailing-Parameter für die Uni Wien

 

Anders als bei MS-Outlook, das im Comment 99/1 vorgestellt wurde, ist bei Pegasus Mail auch die nachträgliche Änderung der Parameter keine Hexerei: Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, muß man dazu lediglich im Menü Tools den Menüpunkt Options und dann die Registerkarte Network auswählen, in der alle essentiellen Einstellungen vorgenommen werden können (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Registerkarte Network

 

Im unteren Teil dieser Registerkarte hat man unter Advanced network configuration options die Möglichkeit, weitere Optionen zu konfigurieren - etwa das Popintervall, d.i. der Zeitabstand, in dem am Server nachgesehen wird, ob neue Nachrichten eingelangt sind (siehe Abb. 2). Informationen dazu finden Sie im Artikel POP Art. In der Version 3.12a sind die Einstellungen für die Einrichtung der Netzwerkkonfiguration unter File - Network Configuration bzw. unter Tools - Internet Options vorzunehmen.

 

Abb. 2: Advanced Network Configuration Options

Einige allgemeine Einstellungen - z.B. seinen "richtigen" Namen oder den Folder, in dem Kopien verschickter Nachrichten abgelegt werden sollen - kann man in der Registerkarte General (unter Tools - Options) vornehmen. Zusätzlich ist es ratsam, die Optionen in der Registerkarte Advanced an seine Bedürfnisse anzupassen (siehe Abb. 3). Die meisten der hier vorgegebenen Werte beläßt man besser, wie sie sind; zur leichteren Identifikation einer Nachricht sollte man aber einen Organization string angeben (z.B. Universitaet Wien). Wer durch ein flügelschlagendes Pferd auf neu eingelangte Nachrichten aufmerksam gemacht werden will, sollte im untersten Bereich der Registerkarte unter New mail reporting when WinPMail is minimized die Optionen System tray, Always on top und Animated auswählen. Verfügt man über eine eingebaute Soundkarte, kann man eintreffenden Nachrichten sogar ein Geräusch zuordnen - z.B. das Wiehern eines Postpferds.

Abb. 3: Registerkarte Advanced


Zusätzliches Sattelzeug (oder: "Das Pferd lernt fliegen")

Pegasus Mail bietet zahlreiche Adaptierungsmöglichkeiten. Man kann beispielsweise zehn verschiedene Signatures erstellen und mit Hilfe umfangreicher Filterfunktionen unerwünschte Post aussortieren oder Nachrichten von bestimmten Absendern automatisch in eigene Folder verschieben (mit diesen Filterregeln sollte man jedoch vorsichtig umgehen, da man leicht darauf vergißt, daß sie aktiv sind). Fortgeschrittene Pegasus-Anwender können das Programm durch "Tools" (= Hilfsprogramme) relativ leicht noch weiter anpassen und verbessern. Eine Auswahl davon findet man unter http://wwwbzs.tu-graz.ac.at/software/pegasus/de/index.html.

An dieser Stelle soll auch der einzige gravierende Nachteil von Pegasus Mail nicht verschwiegen werden: Im Gegensatz zu Mailprogrammen wie Netscape Mail, MS-Outlook oder Eudora ist bei Pegasus Mail die Übersichtlichkeit durch (analog zum Pferd Pegasus) "herumfliegende" Fenster gemindert. Es darf aber gehofft werden, daß dies in zukünftigen Versionen besser gelöst wird.

Literatur für Pferdezüchter

An der Universität Mannheim wird eine Mailingliste als Diskussionsforum zu Pegasus Mail betrieben. Um sich in diese Liste als Teilnehmer einzutragen, senden Sie eine Nachricht an MAJORDOMO@RUMMS.UNI-MANNHEIM.DE, deren Text subscribe pmail-de lautet. Sie erhalten dann alle Diskussionsbeiträge der anderen Teilnehmer per eMail zugeschickt und können selbst Nachrichten an PMAIL-DE@RUMMS.UNI-MANNHEIM.DE senden, die wiederum an alle Teilnehmer verteilt werden.

Besonders Interessierte können sich auch das Buch Pegasus Mail for Windows: How to Make Your Email Fly besorgen, das im Sommer 1996 erschienen ist. Die Autoren sind David Kocmoud, Matt Pierce und Michael Stegman; das Vorwort stammt von David Harris, dem "Erfinder" von Pegasus Mail.

 

POP3-Server

Tools - Options - Network - POP3 host

 SMTP-Server

Tools - Options - Network - SMTP host

 UserID

Tools - Options - Network - User name

 Paßwort

Tools - Options - Network - Password

  eMail-Adresse

Tools - Options - Network - Your e-mail address is:

  Popintervall

Tools - Options - Advanced network configuration options - Check for new POP3 mail every ... secs

  Post am Server belassen

Tools - Options - Advanced network configuration options - Delete mail from server once successfully retrieved

Tabelle 2: Konfigurationsoptionen von Pegasus Mail