Unet auf DCE/DFS umgestellt

(Ausgabe 98/3, Oktober 1998)

 

Am 27. September 1998 fand eine größere Umstellung am Unet-Servicerechner (UNET.UNIVIE.AC.AT) statt: Der Rechner wurde ins Distributed Computing Environment (DCE) eingebunden, und alle Benutzerdaten wurden auf ein Distributed File System (DFS) gelegt.

Bedingt durch verschiedene Softwarefehler dauerte die Umstellung länger als geplant - erst nach einigen Tagen konnte der Vollbetrieb wieder aufgenommen werden. Derzeit (Anfang Oktober) läuft DCE/DFS noch etwas instabil, sodaß der Betrieb mehrmals täglich für einige Minuten unterbrochen werden muß. Zusätzlich traten noch einige kleinere Probleme auf, an deren Behebung ständig gearbeitet wird. Einen Statusbericht über noch vorhandene Fehler und Probleme finden Sie unter http://unet.univie.ac.at/info/status.html.

DCE und DFS - was ist das?

Das Distributed Computing Environment (DCE) umfaßt verschiedene Komponenten. Wesentlich sind vor allem die "Security Services", mit denen ein einheitliches System der Authentifizierung (Erteilen und Überprüfen von Berechtigungen und Privilegien) realisiert werden kann.

Das Distributed File System (DFS) ermöglicht es, Dateien unter einem weltweit eindeutigen Namen anzusprechen (man ist ja vor allem am Zugriff auf Daten und Services interessiert, unabhängig davon, auf welchen Rechnern sich diese befinden). Auf jedem Computer im Internet, der dazu berechtigt ist, können solche Dateien genauso wie lokale Dateien verarbeitet werden.

Demnächst werden weitere Rechnersysteme des EDV-Zentrums ins DCE eingebunden - vor allem der Mailbox-Rechner (MAILBOX.UNIVIE.AC.AT) und die PCs der bestehenden und zukünftigen PC-Räume. Daten, die im DFS liegen, können dann auf jedem PC in jedem dieser PC-Räume bearbeitet werden. Beispielsweise wird es auch möglich sein, Webseiten direkt im DFS zu erstellen; die Übertragung mittels FTP entfällt.

Was hat sich geändert?

  • DCE/DFS verfügt über ein sehr ausgefeiltes System von Berechtigungen, wer wie auf welche Daten zugreifen darf. Einige Dateien (z.B. HTML-Dokumente und .forward-Dateien für das Nachsenden von eMail) brauchen spezielle Berechtigungen, um zu funktionieren: Der Nachsende-Auftrag wird ignoriert, und statt der Webseite wird im Browser lediglich "Permission denied" angezeigt. Bereits bestehenden Dateien wurden bei der Umstellung die entsprechenden Berechtigungen zugewiesen; für neue Dateien stehen Prozeduren bzw. WWW-Formulare zur Verfügung, die automatisch die nötigen Berechtigungen setzen.
  • Accounts, die schon längere Zeit nicht benutzt worden sind, wurden nicht ins DCE übernommen, können aber über ein WWW-Formular im DCE registriert werden.
  • Verschiedene Funktionen (Ändern des Paßworts, Ändern der Shell usw.) können nicht mehr über Befehle, sondern nur über Web-Formulare durchgeführt werden.
  • eMail wird nicht mehr in einer Datei namens .mail im Homedirectory abgelegt, sondern in /var/spool/mail. Für die meisten POP3-Klienten (Pegasus, Netscape Mail usw.) und für das Mailprogramm pine direkt auf dem Unet-Rechner ist diese Änderung ohne Bedeutung, d.h. es sind keine Konfigurationsänderungen notwendig.
  • CGI-Skripts sollten im wesentlichen so funktionieren wie bisher, müssen aber vorher über ein WWW-Formular registriert werden, damit ihnen die nötigen DCE-Berechtigungen erteilt werden können.
  • Das Forward von eMail auf eine Prozedur im Homedirectory funktioniert nicht mehr - sollten Sie davon betroffen sein, wenden Sie sich bitte an unser Service- und Beratungszentrum. (Dies gilt nicht für das Forward auf normale Mailadressen und auf andere Prozeduren wie /usr/local/bin/gsmfwd.)

Nähere Informationen zum Betrieb unter DCE/DFS finden Sie im Unet-Informationssystem. Zusätzlich ist eine technische (für Laien aber leider weitgehend uninteressante und unverständliche) Dokumentation zu DCE/DFS verfügbar.