HTML mit Stil

von Peter Marksteiner (Ausgabe 98/2, Juni 1998)

 

Was macht guten Stil aus? Hier gibt es wohl keine absoluten Kriterien und weit divergierende Meinungen, egal, ob es sich um Geschäftsbriefe, C-Programme, Liebesgedichte, Comment-Artikel oder HTML-Dokumente handelt. Dennoch möchte ich im folgenden meine persönliche Meinung über stilistische Kriterien bei der Gestaltung von Webseiten, insbesondere von Instituts-Homepages, präsentieren. Der Artikel richtet sich in erster Linie an die Betreuer solcher Instituts-Webseiten (siehe http://www.univie.ac.at/www-service.html). Aber auch wer am Unet- oder Mailbox-Rechner oder sonst irgendwo eine Webseite gestaltet, mag sich hier einige Anregungen holen.

Ein großer Teil des Materials in diesem Artikel stammt von der Web Design Group (http://www.htmlhelp.com bzw. gespiegelt in http://www.stack.nl/htmlhelp/), wo man eine ausführliche Diskussion stilistischer Fragen und vieler anderer praktischer Aspekte des Web-Designs findet, sowie zahlreiche Verweise auf Einführungen in HTML, Standards usw. Auch die HTML Writer's Guild (http://www.hwg.org/) sowie das World Wide Web Consortium (http://www.w3.org/) sind empfehlenswerte Ausgangspunkte.

HTML-Design ist keine Textverarbeitung

Auch folgender Grundsatz stammt von der Web Design Group: Keep in mind that typically the less HTML the tool requires you to know, the worse the output of the HTML. In other words, you can always do it better by hand if you take the time to learn a little HTML.

Die populärsten Werkzeuge zum Erstellen von Webseiten wie der Netscape Composer und Microsoft FrontPage gleichen äußerlich Textverarbeitungsprogrammen, bei denen man eine Seite, so wie sie im Browser erscheint, bearbeitet und den zugrundeliegenden HTML-Code überhaupt nicht zu Gesicht bekommt. Zum Erstellen von HTML-Dokumenten ist dieser Ansatz aber nicht unbedingt optimal: HTML ist primär keine Sprache zur Beschreibung von Formatierung und Layout, sondern zur Beschreibung der logischen Struktur eines Dokumentes. Für Details der Formatierung und des Layouts ist der Browser zuständig. Beispielsweise soll folgender Ausschnitt aus einem HTML-Dokument

<FONT SIZE="6" COLOR="#123CFB" TYPE="Arial"><B>Test</B></FONT>

dazu dienen, das Wort "Test" sehr groß, fettgedruckt und in einem bestimmten Schriftsatz und einem bestimmten Blauton zu schreiben. Das geht von der Annahme aus, daß der Browser imstande ist, diesen speziellen Zeichensatz und Blauton darzustellen - in vielen Fällen eine unzulässige Annahme.

Folgender HTML-Code hingegen

<h1>Test</h1>

teilt dem Browser nur mit, daß das Wort "Test" die Hauptüberschrift ist, und überläßt die Details wie Zeichensatz, Größe usw. dem Browser. Natürlich kann man zwischen Struktur und Layout nicht immer eine scharfe Trennlinie ziehen, und ein gewisses Maß an Layout-Informationen in einem HTML-Dokument ist durchaus legitim. Man sollte jedoch ein Übermaß vermeiden und vor allem nicht versuchen, durch langes Feilen an Parametern wie Zeichensatz und -größe ein bestimmtes Aussehen zu erzwingen: Viele Browser lassen sich nicht zwingen (siehe auch Abschnitt Best viewed with any Web Browser)!

Im folgenden werden HTML-Grundkenntnisse vorausgesetzt, und es wird empfohlen, zumindest den mit WYSIWYG-Werkzeugen (WYSIWYG = What you see is what you get) erstellten HTML-Code händisch nachzubearbeiten.

Standards

HTML, die "Hypertext Markup Language", hat wie jede Computersprache wohldefinierte Syntaxregeln. Die meisten Browser sind sehr fehlertolerant: Sie versuchen zu erraten, was mit fehlerhaftem HTML-Code gemeint sein könnte und das Dokument so gut es geht darzustellen. Dennoch sollte man bei jedem HTML-Dokument darauf achten, daß es syntaktisch korrekt ist und dem HTML-Standard entspricht.

Die Frage ist nur: Welchem Standard? Es gibt nämlich mehrere Versionen des HTML-Standards, die unterschiedliche Features unterstützen und einander teilweise widersprechen. Von der ursprünglich am CERN entwickelten ersten Version von HTML wurde nie ein offizielles Standard-Dokument publiziert. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde das World Wide Web schlagartig auch außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs populär, wobei der erste grafische Browser, NCSA Mosaic, viel zum Erfolg beigetragen hat. In dieser Zeit wurden zahlreiche Erweiterungen zu HTML vorgeschlagen, von denen etliche in den HTML-Standard 2.0 aufgenommen wurden; dieser wurde nach einigen Verzögerungen im November 1995 als RFC1866 (http://ftp.univie.ac.at/netinfo/rfc/rfc1866.txt) publiziert.

In der Zwischenzeit traten die großen kommerziellen Browser-Hersteller auf, zuerst Netscape mit dem Navigator (später Communicator), dann Microsoft mit dem Internet Explorer. Beide Hersteller überboten einander im Erfinden von - teilweise inkompatiblen - Erweiterungen. Nach verschiedenen Versionen, die nie offizielle Standards geworden sind, schlug das World Wide Web Consortium im Jänner 1997 die HTML-Version 3.2 (http://www.w3.org/TR/REC-html32) vor, und schließlich wurden Spezifikationen für HTML 4.0 (http://www.w3.org/TR/REC-html40/) publiziert, die jedoch noch nicht endgültig feststehen: Die bisher letzte Version stammt vom 24. April 1998. Es ist zu erwarten, daß es zu keinen größeren Änderungen mehr kommt und HTML 4.0 der nächste offizielle Standard wird.

Nach welchem Standard soll man sich nun richten? In absehbarer Zukunft lautet die Antwort ohne Zweifel HTML 4.0. Zur Zeit werden jedoch etliche Features von HTML 4.0 nur von wenigen Browsern unterstützt, sodaß man damit noch ein wenig warten sollte. Ein typisches Beispiel eines solchen Features sind Style Sheets, mit denen das im vorigen Kapitel beschriebene Problem des Konflikts zwischen logischer Struktur und grafischer Darstellung eines Dokuments elegant gelöst wird: Mit einem Style Sheet erhält der Browser- zusätzlich zum HTML-Dokument - unverbindliche Informationen über die gewünschte Formatierung.

Wenn man sich nur an die bis jetzt publizierten offiziellen Standards (HTML 2.0 in RFC 1866 und Erweiterungen für Tabellen in RFC 1942) hält, hat man etliche wünschenswerte Features nicht zur Verfügung. In der Praxis ist daher wohl ein pragmatischer Ansatz der beste: HTML 2.0 so weit wie möglich; Erweiterungen nur dann, wenn sie von allen wichtigen Browsern unterstützt werden (siehe Abschnitt Best viewed with any Web Browser), wobei die Erweiterungen möglichst HTML 4.0-konform sein bzw. sich ohne großen Aufwand auf HTML 4.0 umstellen lassen sollen.

Zum Überprüfen von Dokumenten auf syntaktische Korrektheit und Standard-Konformität gibt es zahlreiche Werkzeuge. An der Uni Wien steht unter dem URL http://mailbox.univie.ac.at/html-verifikation.html der Syntax-Checker "weblint" zur Verfügung. Das World Wide Web Consortium bietet einen "Validator" an, mit dem man überprüfen kann, ob ein Dokument dem HTML-Standard 4.0 entspricht (http://validator.w3.org/).

Effekte

Reine Textdokumente sind im WWW schon ziemlich selten. Die Möglichkeit, auf einfache Weise Inhalte auch in grafisch ansprechender Form zu präsentieren, hat dem WWW den Durchbruch im kommerziellen Bereich ermöglicht. Aber auch Grafik alleine ist oft schon zu wenig: Mit Multimedia, Sound, Animationen, Java-Applets, ActiveX und noch vielen anderen Spezialeffekten versuchen die Web-Designer, ihre Seiten interessanter zu machen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dabei sollte man jedoch bedenken, daß viele dieser Effekte nicht von allen Browsern unterstützt werden (siehe Best viewed with any Web Browser) und daß es auch noch andere Gründe gibt, warum ein Übermaß an Effekten von vielen nicht geschätzt wird:

  • Download-Zeiten und Ressourcenverbrauch
    Je üppiger Ihre Grafiken sind, je mehr Animationen, Java-Applets usw. Ihre Dokumente enthalten, desto länger müssen die Besucher Ihrer Webseiten darauf warten. Denken Sie daran, daß die Übertragung einer 100 kB großen Grafik über eine mäßig schnelle Modemverbindung (28,8 kbit/s) ungefähr eine halbe Minute dauert; über langsame Modemverbindungen oder überlastete internationale Leitungen auch mehrere Minuten. Grafiken, die direkt in HTML-Dokumente eingebettet sind, sollten daher nicht viel größer als 10kB sein. Bei größeren Bildern empfiehlt es sich, eine kleine Skizze in niedriger Auflösung im HTML-Dokument einzubauen und mit einem Link auf die hochaufgelöste Grafik zu verweisen. Neben den reinen Download-Zeiten können aufwendige Applets, Plugin-Applikationen und dergleichen ziemlich viel an Rechnerressourcen am Klienten verbrauchen: Nehmen Sie Rücksicht auf Leute mit langsameren Prozessoren und weniger Hauptspeicher und legen Sie deren Rechner nicht lahm!
  • Zuviel des Guten ...
    ... geht auf die Nerven! Viele Web-Designer neigen dazu, ihre Webseiten mit Animationen und sonstigen Effekten aller Art zu überladen. Wieviel an Effekten angebracht ist, darüber sind die Meinungen geteilt: Beispielsweise wird die Homepage der Uni Wien (http://www.univie.ac.at/), die auf Effekte ganz verzichtet und wenige Grafiken besitzt, von etlichen Leuten als zu spartanisch empfunden. Das Interesse an Effekten läßt aber sehr schnell nach: Ein Seite mit vielen animierten GIF-Bildern wird vielleicht das erste Mal bewundert, das zweite Mal werden die Animationen kaum noch wahrgenommen und das dritte Mal als störend empfunden. Ein blinkender Text mag, sofern man davon sehr sparsamen Gebrauch macht, geeignet sein, einen besonders wichtigen Punkt zu betonen. Auf die Dauer wirkt er jedoch ähnlich penetrant wie eine defekte, zuckende Neonröhre. Ein dezentes Hintergrundbild kann dazu beitragen, eine Webseite interessanter zu machen. Kräftige Farben und starke Kontraste bewirken jedoch, daß der Text darüber unlesbar wird.

Noch eine persönliche Bemerkung: Ich habe eine unüberwindliche Abneigung gegen jenes allgegenwärtige JavaScript-Programm, das einen Text über den unteren Rand des Browser-Fensters laufen läßt.

Frames

Frames sind modern. Bei einem Desktop-Computer ist es heute selbstverständlich, die Bildschirmoberfläche in mehrere Fenster aufzuteilen, um den simultanen Zugriff auf diverse Informationen zu ermöglichen. Da liegt es nahe, auch im WWW eine ähnliche Fenstertechnik zu verwenden. Die Meinungen über den Nutzen oder Schaden von Frames sind aber geteilt. Manche - wie der "International I Hate Frames Club" (http://wwwvoice.com/hatefrm.html) lehnen Frames prinzipiell ab. Ich finde, daß Frames sehr hilfreich sein können, daß aber ein gut durchdachtes Design von Frame-Seiten nicht ganz einfach ist und einiges an Geschick erfordert. Auf jeden Fall sollte man sich der folgenden Probleme mit Frames bewußt sein:

  • Wozu Frames?
    Diese Frage sollte sich jeder vor der Verwendung von Frames stellen. Wenn man darauf keine triftige Antwort findet, sollte man lieber auf Frames verzichten. "Frames sind in" oder "Webseiten ohne Frames sind langweilig" sind wohl keine ausreichenden Gründe.
  • Browser-Unterstützung
    Nicht alle Browser unterstützen Frames. Bei manchen Spezialeffekten (z.B. bei animierten GIF-Bildern) wird das Erscheinungsbild der Webseiten nur leicht beeinträchtigt, wenn die Unterstützung des Effekts durch den Browser fehlt; anstelle eines Framesets sieht man in diesem Fall jedoch gar nichts. Deshalb sollte es zu jedem Frameset auch einen entsprechenden <NOFRAMES>-Abschnitt geben. In der Praxis bedeutet das leider meistens, daß man einen großen Teil der Webseiten zweimal erstellen muß - auch dieser Arbeitsaufwand ist ein guter Grund, sich zu überlegen, ob man wirklich unbedingt Frames braucht.
  • Bildschirmgröße
    Wer einen kleinen Bildschirm hat, hat oft keine Freude mit Framesets, die aus vielen kleinen Frames bestehen. Denken Sie daran, auch wenn die Framesets auf Ihrem 19-Zoll-Bildschirm sehr übersichtlich aussehen!
  • Navigation
    Frames sollen die Navigation und das Auffinden von Informationen erleichtern. Wohl die häufigste Frame-Anwendung ist ein Inhaltsverzeichnis in einem schmalen Frame am Rand; beim Anklicken eines Punktes des Inhaltsverzeichnisses erscheint das entsprechende Kapitel im Haupt-Frame. Manchmal bewirken Frames aber genau das Gegenteil: In komplizierten Framesets kann man sich sehr leicht verirren, besonders wenn bei Verweisen (Links) keine Systematik zu erkennen ist, in welchem Frame das entsprechende Dokument erscheint: Überprüfen Sie daher sorgfältig das TARGET-Attribut von Verweisen in Frames!
  • Bookmarks
    Man kann Bookmarks auf Framesets setzen, nicht jedoch auf einzelne Frames (es geht zwar sehr wohl, wenn man weiß wie, aber erwarten Sie nicht, daß die meisten Besucher Ihrer Webseiten das können). Betrachten wir folgendes fiktive Szenario: Jemand liest eine Seite mit Frames (www.frames-r-us.com/frameset.html), wobei er möglicherweise gar nicht bemerkt, daß es sich um ein Frameset handelt (Frames ohne Rand sind oft nicht leicht als solche zu erkennen). Nach längerem Klicken findet er eine Seite, die ihn interessiert, z.B. frame19.html, und setzt darauf - wie er glaubt - ein Lesezeichen. Nach einiger Zeit findet er eine weitere interessante Seite, frame31.html, und setzt ein weiteres Lesezeichen. Nun hat er in Wirklichkeit zweimal dasselbe Lesezeichen gesetzt, nämlich frameset.html.
  • Externe Links
    Besonders sorgfältig sollte man bei Links auf andere Webseiten als die eigenen sein: Fremde Webseiten sollte man nie in die eigenen Framesets einbauen. Einerseits kann das zu ungewollten Effekten wie "Frames in Frames" führen, die sich manchmal ad infinitum fortsetzen, andererseits ist es unhöflich und kann sogar rechtliche Konsequenzen haben. Vor einiger Zeit war ein österreichischer Internet Service Provider sehr unangenehm überrascht, als ihm ein höchst unfreundlicher Brief eines Münchner Rechtsanwaltes mit Klagedrohung und Schadenersatzforderung ins Haus flatterte, weil er eine Seite mit aktuellen Nachrichten eines großen deutschen Informationsdienstes mit seinen eigenen Frames umrahmt hatte. Bitte immer das entsprechende TARGET-Attribut (meistens TARGET="_top") bei allen externen Links in Frames angeben!

Best viewed with any Web Browser

Wer kennt sie nicht, die kleinen Bilder mit Aufschriften wie Best viewed with NetSlurper 4.0 or higher? Manchmal wird noch eine Bildschirmauflösung von 607x1279 empfohlen, oder es erscheint ein horizontaler Strich mit der Aufforderung, die Größe des Browserfensters entsprechend einzustellen. Diese Unsitte wird natürlich von den um Marktanteile kämpfenden Browser-Herstellern gefördert. Dennoch ist es meiner Meinung nach eine Zumutung, von einem Unbekannten zu verlangen, die Einstellungen seines Rechners zu verändern oder gar eine spezielle Software zu installieren, nur um sich eine Webseite anzusehen.

Denken Sie daran, daß Ihre Seiten von Rechnern mit den unterschiedlichsten Betriebssystemen, Browsern, Bildschirmgrößen und -auflösungen dargestellt werden, von Sonderfällen wie sprechenden Terminals für Sehbehinderte ganz zu schweigen. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, testen Sie Ihre Webseiten auf verschiedenen Plattformen. Eine Seite kann mit Browser X perfekt aussehen, mit Browser Y praktisch unlesbar sein und Browser Z überhaupt zum Abstürzen bringen. Ein HTML-Code, der konsequent die Struktur und nicht das Layout eines Dokuments bescheibt, wird wahrscheinlich auf allen Browsern ohne Probleme dargestellt.

Natürlich kann man nicht auf jede obskure Hard- und Softwarekombination Rücksicht nehmen, aber die Seiten sollten zumindest mit den gängigsten Rechner- und Browsertypen lesbar sein. Nehmen Sie auch auf zeichenorientierte Browser Rücksicht, besonders wenn Sie "Clickable Images" und "Client-Side Imagemaps" verwenden: Testen Sie Ihre Webseiten mit "lynx" (steht auf dem Mailbox- und Unet-Rechner zur Verfügung). Auch wenn Sie privat der Meinung sein sollten, daß Birne Williams das einzig wahre Computersystem ist, sollten dennoch auch jene Leute Ihre Webseiten lesen können, die noch nicht zum wahren Glauben gefunden haben und einen anderen Rechnertyp verwenden. Bei Webseiten mit JavaScript, ActiveX usw. sollte zumindest die essentielle Information auch mit Browsern zugänglich sein, die diese Funktionen nicht unterstützen.

Hinweise für Suchmaschinen

Was im <HEAD> eines HTML-Dokuments steht, hat auf das Erscheinungsbild des Dokuments in einem Browser üblicherweise nur wenig Einfluß, deshalb wird darauf oft keine besondere Sorgfalt verwendet. Durch die Gestaltung des <HEAD> können Sie jedoch entscheidend beeinflussen, wie sich Ihre Webseiten gegenüber Suchmaschinen präsentieren. Bedenken Sie, daß ein beträchtlicher Anteil der Besucher Ihre Webseiten über eine Suchmaschine erreicht: Das Angebot im WWW wird immer größer und unübersichtlicher; Suchmaschinen sind ein unerläßliches Hilfsmittel, sich im "Informationsdschungel" zurechtzufinden (siehe auch Suche im WWW).

<TITLE>

Der Titel eines Dokuments wird von den meisten Browsern in Form einer unauffälligen Überschrift am oberen Rand des Browserfensters dargestellt. Der Titel ist jedoch das erste, was von einer Suchmaschine als Ergebnis einer Stichwortsuche angezeigt wird; er sollte daher aussagekräftig und möglichst selbsterklärend sein. Betrachten wir wieder ein fiktives Beispiel: Die Homepage des Instituts für Pugilistik erhält die Überschrift Homepage des IFP und verweist auf weitere Seiten mit Überschriften wie Personal, Öffnungszeiten, Forschung usw. Für den, der über die Homepage der Uni Wien zu dieser Webseite gekommen ist, ist es sonnenklar, was das IFP ist und daß von den Öffnungszeiten dieses Instituts die Rede ist. Für jemanden, der diese Überschriften im Ergebnis einer Stichwortsuche liest, könnte es sich genausogut um das Institut für Patristik der Päpstlichen Akademie und um die Öffnungszeiten der Tierkörperverwertung in Castrop-Rauxel handeln. Daher besser: Uni Wien - Institut für Pugilistik, Inst. f. Pugilistik - Öffnungszeiten usw.

Auch in Bookmarks wird im Normalfall nur der Titel angezeigt, der daher ohne zusätzliche Informationen verständlich sein sollte. Wer unter seinen Bookmarks nur die Bezeichnung Kapitel 27 findet, kann sich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern, daß es sich um das 27. Kapitel Ihres magnum opus über Weinbau in Österreich handelt. Daher besser: Weinbau in Österreich - 27. Uhudler und Schilcher.

<META>-Tags

Mit Hilfe von Meta-Tags können beliebige zusätzliche Informationen zu einem HTML-Dokument mitgeliefert werden, die nicht zum eigentlichen Inhalt des Dokuments gehören. Für Suchmaschinen relevant sind vor allem KEYWORDS und DESCRIPTION. Mit KEYWORDS können Sie Stichwörter angeben und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, daß Ihr Dokument bei einer Stichwortsuche gefunden wird, z.B.:

<META NAME="keywords" CONTENT="Weinbau, Österreich, Wachau, Burgenland, Veltliner, Gumpoldskirchner, Zweigelt, Uhudler, Schilcher, Glykol">

Neben dem Titel werden von den meisten Suchmaschinen, sofern keine DESCRIPTION vorhanden ist, die Wortlisten eines HTML-Dokuments angezeigt. In vielen Fällen kann man aus den Anfangswörtern nicht leicht erkennen, worum es sich in einem Dokument handelt, z.B.: Inhaltsverzeichnis - Vorwort - Einleitung - Teil I. Mit Hilfe einer DESCRIPTION kann man ein Dokument viel besser charakterisieren:

<META NAME="DESCRIPTION" CONTENT="Weinbau in Österreich: Geschichte, klimatische Verhältnisse und Bodenbedingungen der Weinbaugebiete, Traubensorten und Züchtungen">

Organisation größerer Projekte

Eine größere Menge an Informationen bringt man schwer in einem einzigen HTML-Dokument unter. Sehr große Dokumente sind einerseits mit unakzeptabel langen Download-Zeiten verbunden. Andererseits ist es oft von Vorteil, wenn ein Dokument in einem Browserfenster mittlerer Größe dargestellt werden kann (wenn es ausreichende Navigationshilfen innerhalb des Dokuments gibt, ist das nicht unbedingt notwendig).

Wie man ein größeres Projekt am besten auf etliche HTML-Dokumente aufteilt, erfordert einige Überlegungen. Fast immer sind die Dokumente hierarchisch organisiert: Einer Haupt- oder Einstiegsseite sind mehrere davon abhängige Dokumente untergeordnet. Bei sehr großen Projekten (wie z.B. beim Online-Comment, http://www.univie.ac.at/comment/) kann es auch mehrere hierarchische Ebenen geben. Die Hierarchie muß nicht unbedingt aus den einzelnen URLs ersichtlich sein, sondern vielmehr aus den Verweisen der Dokumente untereinander (siehe Abschnitt Navigation). Wenn die Hauptseite index.html heißt1), so braucht das im URL nicht angegeben zu werden - es genügt der Name des Verzeichnisses, z.B www.univie.ac.at/pugilistik/. Lassen Sie wenn Sie den URL bekanntgeben index.html weg: Damit wird der URL nicht nur kürzer und einfacher, es wird auch damit klar ausgedrückt, daß es sich um die Hauptseite des Bereichs Pugilistik handelt. Bitte den abschließenden Schrägstrich nicht vergessen!

"Look and Feel"

Zusammengehörige Dokumente sollte man möglichst mit einheitlichem "Look and Feel" gestalten, sodaß auf den ersten Blick erkennbar ist, ob man beim Folgen eines Links im selben Bereich bleibt oder ob man "Neuland" betritt. Dazu gehört beispielsweise ein Markenzeichen oder Logo, das auf jeder Seite eingeblendet wird, ein einheitlicher Aufbau aller Seiten (sofern der Inhalt es zuläßt), einheitliche Verwendung von grafischen Elementen wie Hintergrundfarben und -bilder, Pfeile, Knöpfe usw.

Navigation

Für die Navigation zwischen den einzelnen Seiten sollte es ein konsequentes System geben. Häufig verwendete Systeme sind:

  • Ein Inhaltsverzeichnis, das auf jeder einzelnen Seite eingeblendet wird, sei es als Frame oder als Leiste am Rand.
  • Jede Seite erhält einen Verweis auf die vorhergehende und die nachfolgende Seite sowie zur Indexseite, oft in Form von Pfeilen nach links, rechts und oben.

Manchmal trifft man auch komplexere Systeme, die diese beiden Verfahren - und noch zusätzliche Elemente - kombinieren. In der Praxis stellt sich allerdings heraus, daß viele Leute solche Navigationshilfen nur selten benützen, auch wenn sie noch so gut durchdacht sind - sie verwenden lieber die Navigationshilfen ihres Browsers, weil sie damit besser vertraut sind. Essentiell ist nur, daß es auf jeder einzelnen Seite einen Verweis auf die Haupt- oder Indexseite gibt: Mittels einer Suchmaschine kann man direkt auf ein Dokument gelangen, das in der Hierarchie weit unten steht, und mit dem man ohne Kenntnis des Zusammenhangs oft nicht viel anfangen kann.

Impressum

Unterschreiben Sie Ihre Webseiten! Zwar besteht dazu keine gesetzliche Verpflichtung wie bei Printmedien (obwohl manchmal darüber diskutiert wird, eine solche einzuführen); dennoch sollte zumindest eine Mailadresse angegeben werden, an die man Anfragen und Kommentare zu den Webseiten richten kann. Daß an eine solche Mailadresse gelegentlich auch Spam-Mail, Beschimpfungen oder sonstiger Unsinn geschickt werden, ist leider unvermeidlich. Man kann auch eine eigene Impressum-Seite (mit ausführlichen Informationen über die Autoren, Copyright-Vermerken usw.) gestalten, und am Fuß jedes Dokuments auf diese Seite verweisen.

Auch das Datum der letzten Änderung sollte man in jedem Dokument anzeigen: Dieses Datum gibt einen Hinweis auf die Aktualität der Webseiten (solch einen Anhaltspunkt können die Gestalter der Webseiten oft selbst brauchen!). Es ist nicht notwendig, das Datum bei jeder Änderung händisch einzutragen - Sie können es vom Webserver automatisch aktualisieren lassen, indem Sie folgende Zeilen in Ihr HTML-Dokument einfügen:


Nähere Informationen dazu finden Sie unter http://gd.tuwien.ac.at/infosys/servers/http/apache/docs/mod/mod_include.html.

Inhalt und Form

Daß Sie Ihre Inhalte in ansprechender und übersichtlicher Form präsentieren, ist sicher wichtig; wichtiger sind jedoch die Inhalte selbst. Leider ist das Zusammentragen und Aktualisieren von Informationen eine recht langweilige und oft mühsame und zeitraubende Arbeit - das Experimentieren mit Grafik und Multimedia ist viel lustiger. Dennoch: Lieber ein aktuelles Personalverzeichnis in "plain text" vor grauem Hintergrund als ein veraltetes mit Spezialeffekten.

Verweise, die ins Leere zeigen, werden von vielen Leuten als besonders störend empfunden. Weil viele Webseiten schon nach kurzer Zeit wieder verschwinden oder umbenannt werden, müssen externe Links ständig aktualisiert werden. Dazu gibt es etliche automatische Werkzeuge, die ähnlich wie die Roboter der Suchmaschinen (siehe Seite 18) alle Links verfolgen und einen Bericht über unerreichbare Webseiten generieren. Am Webserver der Universität Wien steht ein solches Werkzeug unter http://www.univie.ac.at/linkcheck/ zur Verfügung; nähere Informationen finden Sie unter http://www.univie.ac.at/linkcheck/help.html.


 

 

1) Das gilt auch für andere Dateinamen neben index.html; welche das sind, hängt von der Konfiguartion des Webservers ab (auf den Webservern der Uni Wien z.B. auch index.htm, welcome.html und welcome.htm).