Der neue Unix-Cluster Merlin der Aussenstelle Physik

von Aron Vrtala (Ausgabe 97/2, 1998)

 

Das bisher an der Außenstelle Physik verfügbare System Merlin unter Digital UNIX wurde durch die Anschaffung zweier Server, die mittels eines Memorychannels zu einem engen Unix-Cluster - dem sogenannten TruCluster - verbunden sind, wesentlich erweitert. Die neue Systemkonfiguration ist genügend leistungsfähig, um die bei der Auflösung des OpenVMS-Clusters zu migrierenden Services zu übernehmen. Bei der Neukonzeption von Merlin wurde auf die mit dem OpenVMS-Cluster gewonnenen positiven Erfahrungen einer redundanten Lastverteilung Rücksicht genommen.

Da Merlin nun aus zwei Rechnern besteht, wird die Last zwischen den beiden Brüdern Balin und Balan, deren Namen ebenfalls der Artussage entnommen wurden, aufgeteilt: Alle Dienste, die bisher unter dem Namen Merlin angeboten wurden, werden von den beiden neuen Systemen übernommen. Die TruCluster-Software unter Digital UNIX verhindert, daß der Ausfall eines Rechners zum Stillstand aller Dienste führt. Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, sind beide Server des Unix-Clusters in der Lage, auf ein gemeinsames Festplattensystem zuzugreifen. Diese Platten sind zu einem RAID (= Redundant Array of Independent Disks) zusammengeschaltet, das die auf ihm gespeicherten Daten gegen den Ausfall einer einzelnen Festplatte sichert und somit längere ununterbrochene Betriebszeiten ermöglicht. Die alte Hardware Merlins wurde als Workstation Lanzelot in den Cluster integriert - sie besitzt einen speziellen Grafikbeschleuniger und kann zur Visualisierung genutzt werden. Bedingt durch den komplexeren Aufbau der neuen Hardware war die Konfiguration des Unix-Clusters Merlin erwartungsgemäß eher schwierig.

Der neue Unix-Cluster bietet neben dem klassischen Timesharing-Betrieb unter anderem das Dokumentations-Service (Online-Dokumentationen zu Digital UNIX-Softwareprodukten, zu wissenschaftlicher Software und zu Themen, die den Bereich der Außenstelle Physik betreffen) und das Betreuungsservice für wissenschaftliche Software der Bereiche Physik/Chemie und Mathematik. Dieser Dienst umfaßt die Installation und Betreuung einer Reihe naturwissenschaftlicher Programmbibliotheken (z.B. Software zum Berechnen und Visualisieren elektronenmikroskopischer Bilder, 3D-Visualisierungssoftware, statistische Auswertewerkzeuge, die NEA-Datenbank, Maple, Mathematica), welche zum Teil von Instituten im Rahmen von Projekten finanziert werden. Vom auslaufenden OpenVMS-Cluster wird - sofern möglich - im Rahmen der Migration eine Vielzahl weiterer Services übernommen werden.

Zusätzlich wird mit dem System Merlin - als logische Fortsetzung des gleichen Dienstes unter OpenVMS - ein Betreuungsservice für Digital UNIX-Systeme geboten: Im Rahmen der vorhandenen personellen Möglichkeiten und Hardwarekapazität (insbesondere Netzwerkkapazität) können Institutsrechner in den Unix-Cluster aufgenommen werden; d.h. die Benutzer treten das Management ihrer Rechner (u.a. Betreuung des Betriebssystems, Datensicherung und Softwarewartung) an die Außenstelle Physik ab. Derzeit nehmen am Digital UNIX-Betreuungsservice drei Institute im Bereich der Außenstelle mit sechs Rechnern teil. Für Betreiber von Digital UNIX-Systemen, die nicht am Betreuungsservice teilnehmen wollen, wird ein Remote Installation-Service angeboten. Damit kann vom lokalen Betriebssystem die im Rahmen des DEC-Campuslizenzvertrags verfügbare Produktpalette über das Netzwerk installiert werden (ohne CDs). Wenn Sie sich für dieses Service registrieren wollen, schicken Sie bitte eine eMail-Nachricht an hotline@ap.univie.ac.at. Darüber hinaus wird Universitätsangehörigen, die eigene DEC Alpha-Rechner unter dem Betriebssystem Digital UNIX betreiben oder anschaffen wollen, Beratung und Unterstützung durch Aron Vrtala geboten (eMail: aron.vrtala@univie.ac.at).

Der Backup-Dienst, der den Benutzern des OpenVMS-Clusters der Außenstelle Physik bis zu dessen Einstellung zur Verfügung steht, wird inhaltlich vom neuen Backup-Service des EDV-Zentrums übernommen werden. Um die Migration der Medien von OpenVMS nach Unix zu erleichtern, wurde ein Datenmigrations- und Archivierungsservice eingerichtet, das die Verwendung der gleichen Bandmedien zu lokalen Archivierungszwecken gestattet. Da der neue Unix-Cluster das Backup-Service des EDV-Zentrums selbst verwendet (tägliche Sicherung, Backup-History bis 3Monate), können Merlin-Benutzer Daten, die im Zuge des Datenübernahmedienstes anfallen, im Backup-Service des EDV-Zentrums archivieren.

Zur Unterstützung der lokalen PC-Netze wird für die Benutzer des Unix-Clusters ein Windows NT-Integrations-Service angeboten. Merlin agiert dabei als Windows NT-Domänen-Controller für PCs unter Windows 95 oder Windows NT und ermöglicht es damit unter anderem, Datei- und Druckerdienste direkt - mit derselben Autorisierung wie unter Unix - in Anspruch zu nehmen.

Weitere Informationen zum aktuellen Stand der Dienste des neuen Unix-Clusters Merlin und zum Status der OpenVMS/ Digital UNIX-Migration finden Sie unter dem URL http://www.ap.univie.ac.at/.