Internetanbindung über TeleWeb
Ein Testbericht

von Hermann Steinringer (Ausgabe 98/2, Juni 1998)

 

Ende Februar 1998 wurden mit der Firma Telekabel die letzten Details des Abkommens über die TeleWeb-Nutzung durch Studierende und Mitarbeiter der Wiener Universitäten ("StudentConnect") vereinbart. Ziel dieses Projekts ist es, durch den Einsatz neuer Technologien einen leistungsfähigen Zugang zu den Datennetzen der Universitäten und darüber hinaus zum Internet zu schaffen. Die Nutzung dieses Angebots (öS 390,- monatlich, kein Zeit- oder Mengenlimit bei Internet-Zugang über die Proxy-Server der Universitäten) ist allerdings nur in jenen Gebieten möglich, in denen ein entsprechendes Telekabel-Netz existiert, das auch bereits auf bidirektionale Nutzung des Kabels umgestellt wurde.

Vorteile

Dieses Service bietet eine Alternative zu den teilweise überlasteten Wählleitungszugängen, eine deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit und darüber hinaus den Vorteil, die Telefonleitung nicht zu blockieren. Der Anschluß an das Telekabel-Netz wird folgendermaßen hergestellt: In den PC des Benutzers wird eine Netzwerkkarte eingebaut und mit einem Kabelmodem verbunden, welches wiederum an die Telekabeldose angeschlossen wird. Das Kabelmodem ist durch die Verwendung entsprechender Breitbandtechnologie in der Lage, attraktive Durchsatzgeschwindigkeiten zu erreichen. Das Netzwerk ist so konfiguriert, daß ein Benutzer dieses Dienstes von Telekabel den Eindruck hat, sein Rechner befände sich permanent im Datennetz der Universität Wien.

Installation

Natürlich haben wir diese Konstellation auch ausgetestet: Nach der Anmeldung bei Telekabel meldete sich das dortige Helpdesk, vereinbarte einen Installationstermin und ersuchte um Übermittlung des Fragebogens, in dem Details zur PC-Ausstattung und zur Art des Telekabelanschlusses bekanntzugeben sind. Zur vereinbarten Zeit erschien ein Telekabel-Mitarbeiter, der als erste Aktion die Telekabeldose austauschte und dann sachkundig die Installation des Kabelmodems und der PC-Netzwerkkarte vornahm.

Im Gegensatz zum Datennetz der Universität Wien, in dem üblicherweise jedem angeschlossenen Rechner eine IP-Adresse fix zugeordnet wird, werden bei TeleWeb die Hardware-Adressen (MAC-Adressen) der Komponenten registriert und die IP-Adressen mittels DHCP (= Dynamic Host Configuration Protocol) dynamisch zugewiesen. Daher wurden im nächsten Schritt die MAC-Adresse des Kabelmodems und die der Netzwerkkarte, die auf dem DHCP-Server von Telekabel eingetragen werden müssen, dem Netzwerkoperator bekanntgegeben. In der Zwischenzeit konnte die Installation der plug-and-play-Ethernetkarte unter Windows 95 erfolgen - inklusive Installation des Netzwerkprotokolls TCP/IP (mit der Option IP-Adresse automatisch beziehen). Nach dem obligaten Neustart von Windows 95 wurde die Datei winipcfg.exe aufgerufen und ausgeführt; dadurch wird vom DHCP-Server die für diesen PC vergebene IP-Adresse mit Subnetzmaske und Standard-Gateway abgerufen. Damit ist die Installation praktisch abgeschlossen - es muß nur noch ein WWW-Browser aufgerufen und dort der richtige Proxy-Server eingetragen werden: Entweder bei Manueller Proxy-Konfiguration tk-proxy.univie.ac.at:3128 (nur HTTP und FTP) oder bei Automatischer Proxy-Konfiguration www.univie.ac.at/cgi-bin/select-tk-proxy.cgi.

Zusammenfassend betrachtet lief die Testinstallation sehr professionell ab: Nach etwas über einer halben Stunde Installationszeit konnte das StudentConnect-Angebot bereits verwendet werden. Bei den nachfolgenden Tests wurde in Richtung PC eine Übertragungsrate von ca. 300 kbit/s, in Richtung Universität von ca. 64 kbit/s erreicht. Da allerdings an der Universität Wien die für den Vollbetrieb angestrebte 34 Mbit/s-Datenleitung noch nicht in Betrieb ist, könnte der jetzt installierte Datenpfad möglicherweise noch als Bremse wirken.

Infos

Weitere Einzelheiten zum StudentConnect-Angebot für Studierende und Mitarbeiter der Universität Wien finden Sie im WWW unter http://mailbox.univie.ac.at/infos-telekabel.html bzw. http://www.teleweb.at/student/. Eine entsprechende Informationsbroschüre inklusive Anmeldeformular liegt am EDV-Zentrum der Universität Wien auf (NIG, Stiege II, 1. Stock; Formularspender vor dem Sekretariat). Die für die Anmeldung erforderlichen Bestätigungen werden vom Administrationsreferat, vom Helpdesk und von der Servicestelle des EDV-Zentrums ausgestellt.