Die ersten Institute im Universitätscampus Altes AKH

von Herbert Stappler (Ausgabe 98/1, Februar 1998)

 

Die Adaptierung und Besiedelung des Universitätscampus Altes AKH ist ein Projekt von einem Ausmaß, das selbst für die Universität Wien enorm ist. Die Größe des Areals und die Anzahl der Mitarbeiter und Studierenden, die im Laufe der Zeit auf den Universitätscampus übersiedeln werden, kommen durchaus denen einer mittleren österreichischen Universität gleich. Entsprechend komplex und umfangreich sind auch die Aufgaben, die dem EDV-Zentrum aus diesem Projekt erwachsen.

Der Einzug der ersten Institute (Romanistik, Anglistik und Amerikanistik, Musikwissenschaften, Kunstgeschichte, Interuniversitäre Koordinationsstelle für Frauenforschung) erfolgte im Herbst 1997 und ermöglichte für diese überwiegend recht großen Institute nach Jahrzehnten der räumlichen Aufsplitterung die Zusammenführung an einem zentralen Institutsstandort. Neben der Inbetriebnahme dieses Teilbereichs der neuen Telefonanlage (siehe Artikel Das Telefonsystem der Universität: Auf in die zweite Runde!) stellten sich dem EDV-Zentrum dabei die folgenden Aufgaben:

Inbetriebnahme des Datennetzes

Die Errichtung des Datennetzes im Universitätscampus Altes AKH (die Auftragsvergabe erforderte eine EU-weite Ausschreibung) erfolgte gemeinsam mit der des Telefonnetzes und nahm für den jetzt besiedelten Abschnitt sechs Monate in Anspruch. Seit Mitte Oktober 1997 ist das Netzwerk in diesem Bereich in Betrieb und funktioniert - nach einigen kleineren Anlaufschwierigkeiten - einwandfrei. Dies ist umso bemerkenswerter, als hier erstmals im Datennetz der Universität Wien die VLAN-Technologie im großen Stil eingesetzt wurde. Diese Technologie ermöglicht es, diesen Teil des Datennetzes unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten in sogenannte "Virtual Local Area Networks" (VLANs) aufzuteilen. So sind im Universitätscampus Altes AKH jeweils ein Institut sowie alle Fachbibliotheken zu je einem VLAN zusammengefaßt. Damit ist einerseits eine effiziente Kommunikation innerhalb des Instituts gewährleistet (insbesondere zu den lokalen Institutsservern); andererseits erfolgt eine weitgehende Trennung vom Netzwerkverkehr anderer Institute und Einrichtungen, da sichergestellt ist, daß von außerhalb nur die für diesen Netzwerkabschnitt bestimmten Daten eintreffen.

Installation der übersiedelten Rechner

Alle Rechner, die von den bereits übersiedelten Instituten in die neuen Räumlichkeiten mitgenommen wurden, mußten an die dortigen Verhältnisse angepaßt werden. Da für diese Aufgabe keine Budgetmittel zur Verfügung standen, konnte sie nicht an Firmen übertragen werden. Das EDV-Zentrum mußte die Anpassung dieser Rechner vielmehr mit Unterstützung einiger externer, bereits im Netzwerkkarten-Service bewährter Mitarbeiter weitgehend selbst organisieren und in die Tat umsetzen (ausgenommen die Installation der Geräte der Fachbibliotheken, die von Mitarbeitern der Universitätsbibliothek Wien durchgeführt wurde). Die notwendigen Adaptierungsarbeiten umfaßten:

  • Austausch oder Anpassung der Netzwerkkarten und Anschlußkabel entsprechend den Erfordernissen des Datennetzes im Universitätscampus Altes AKH,
  • Vergabe neuer IP-Adressen,
  • Richtigstellung der Nameserver-Eintragungen aller betroffenen Rechner,
  • Konfiguration von Betriebssystem und Netzwerkkomponenten entsprechend den neuen Verhältnissen,
  • Installation wichtiger Netzwerkapplikationen wie Mailprogramme und WWW-Browser (nur auf Benutzerwunsch).

Zu bewältigen war dies für unterschiedlichste Rechner und Betriebssysteme (MS-DOS, MS-Windows 3.x, MS-Windows 95, MS-Windows NT, Novell NetWare und MacOS). Die Umstellung der etwa 100 PCs nahm rund drei Wochen in Anspruch und konnte in der zweiten Novemberwoche 1997 erfolgreich abgeschlossen werden.

Beschaffung neuer Rechner im Rahmen der Erstausstattung

Die vom EDV-Zentrum gemeinsam mit der Wirtschaftsabteilung der Universität Wien durchgeführte Ausschreibung zur Beschaffung von etwas mehr als 100 PCs hatte einen Kostenrahmen von über 2 Millionen Schilling. Von insgesamt 15 Firmen wurden Angebote abgegeben. Nach einer ausführlichen Begutachtung der angebotenen Rechner und der Durchführung etlicher Tests wurde am 26. November 1997 die Firma Böhm Computer als Bestbieter ermittelt. Die Lieferung und Installation der Geräte erfolgte überwiegend noch im Dezember 1997. Weitere spezielle Geräte (Multimedia-PCs, Server, Drucker, Scanner) werden gesondert angeschafft.

Bei allen bisher durchgeführten Arbeiten zeigten sich so gut wie alle Mitarbeiter der betroffenen Institute sehr kooperativ und bewiesen bei den unvermeidlichen Anlaufschwierigkeiten viel Geduld. Dafür möchte sich das EDV-Zentrum an dieser Stelle herzlich bedanken.