Das Telefonsystem der Universität
Auf in die zweite Runde!

von Peter Rastl (Ausgabe 98/1, Februar 1998)

 

In der letzten Ausgabe des Comment wurde bereits ausführlich über den Austausch der alten Telefonanlage im Universitätshauptgebäude gegen das neue System MD110 der Firma Ericsson berichtet (Erfolgreiche Umstellung der Telefonanlage, Comment 97/3). Mittlerweile sind auch die notwendigen Ergänzungen der Telefonverkabelung in den im ersten Projektabschnitt umgestellten Universitätsgebäuden (selbst im Universitätscampus Altes AKH) weitgehend abgeschlossen - überall dort sind die neuen Telefonapparate erfolgreich im Einsatz. Die meisten Anlaufschwierigkeiten, die nach dem Umstieg auf das neue Telefonsystem aufgetreten sind, konnten inzwischen behoben werden, und auch die beiden "Sorgenkinder" des Telefonieprojekts, das Sprachspeichersystem und die Chipkartentelefone, sind nunmehr in Betrieb.

Sprachspeichersystem

Jede Nebenstelle der Telefonanlage kann auf Wunsch mit einer persönlichen Sprachbox im zentralen Sprachspeichersystem ausgestattet werden. (Für Nebenstellen, die einer Person zugeordnet sind, erfolgte dies in der Regel bereits bei der Systeminstallation.) Die Sprachbox bietet im wesentlichen die Funktionen eines Anrufbeantworters und wird über die entsprechenden Funktionstasten am Apparat aktiviert. Darüber hinaus wurde für jedes Institut bzw. jede Universitätseinrichtung im Sprachspeichersystem eine "Infobox" unter einer eigenen Nebenstelle eingerichtet, um institutsspezifische Informationstexte aufsprechen bzw. abhören zu können. Die jeweilige Infobox kann unter der Nebenstelle 8xxx angewählt werden, wobei xxx die dreistellige Institutsnummer bezeichnet.

Anfänglich wies das Sprachspeichersystem allerdings erhebliche betriebliche Mängel auf, weshalb das EDV-Zentrum die Benutzung vorläufig nur "auf eigene Gefahr" ermöglichte. So konnte z.B. jeder, der die Rufnummer des Sprachspeichersystems kannte, Nachrichten in jede beliebige Sprachbox speichern, selbst wenn der Inhaber der Sprachbox diese gar nicht aktiviert hatte. Mit Sicherheit hätte sich über kurz oder lang ein "Spaßvogel" gefunden, der alle Sprachboxen der Universität mit Ö3-Klängen oder noch Schlimmerem gefüllt und damit (wenn schon nicht den Zusammenbruch des Sprachspeichersystems) den Ärger vieler Telefonbenutzer hervorgerufen hätte, die dies alles vor dem Löschen hätten abhören müssen. Auch der Paßwort-Schutz der individuellen Sprachboxen hatte seine Tücken: Im Grundzustand ist jede Sprachbox mit demselben Systempaßwort ausgestattet, das der jeweilige Benutzer dann auf ein individuelles Paßwort abändern muß. Was passiert aber, wenn ein "guter Freund" für Ihre Sprachbox ein Paßwort vergibt, bevor Sie selbst dazu Gelegenheit hatten?

Die Firma Ericsson mußte aufgrund dieser Schwachstellen das Sprachspeichersystem, das zweifellos für den Betrieb in kleineren und weniger mißbrauchsexponierten Unternehmen konzipiert war, nach den Anforderungen des EDV-Zentrums umprogrammieren - und das nahm eine gewisse Zeit in Anspruch. Mit Jahresbeginn 1998 ist nun das Sprachspeichersystem an der Uni Wien in der modifizierten Form offiziell in Betrieb gegangen. Eine Kurzanleitung für das Sprachspeichersystem wurde an alle betroffenen Universitätseinrichtungen verteilt, ist aber auch im WWW abrufbar (http://www.univie.ac.at/telefon/sprachsp.html).

Chipkartentelefone

Über die Chipkartentelefone, die eine Aufhebung der Nullsperre und damit die Führung von Ferngesprächen ohne Inanspruchnahme des Vermittlungspersonals ermöglichen, wurde schon mehrfach berichtet. Von Anfang an war klar, daß die Lieferung der Chipkartentelefone nicht zum Umstellungszeitpunkt im August 1997 möglich sein würde, sondern erst später erfolgen könne. Niemand - auch nicht die Firma Ericsson - ahnte allerdings, wieviele Pannen und Probleme es bei diesen Systemkomponenten geben würde. So stellte sich z.B. erst unmittelbar vor dem geplanten Installationstermin heraus, daß die Chipkartenleser nicht wie versprochen auf beiden verwendeten Apparatetypen angeschlossen werden können, sondern nur auf dem größeren Telefonapparat (Dialog 3203). Die Firma Ericsson mußte daher alle kleinen Apparate, für die ein Chipkartenleser vorgesehen war, auf eigene Kosten auf das größere Modell umrüsten. Dies hatte für die betroffenen Benutzer freilich nur den Vorteil zusätzlicher Funktionen am Telefonapparat.

Auch die Lieferung der Chipkarten, die in Frankreich mit einem speziellen Design für die Uni Wien hergestellt wurden, verzögerte sich weit jenseits aller Erwartungen. Als einer der Gründe hierfür stellte sich heraus, daß die Fabrik die Chipkarten zunächst versehentlich ohne Verwendung des deutschen Zeichensatzes produziert hatte, und alle Karten mit der Beschriftung "Universit t Wien" mußten natürlich wieder zurückgeschickt werden. Mittlerweile sind die Chipkarten aber korrekt geliefert und haben ihren Abnahmetest am EDV-Zentrum erfolgreich bestanden.

Ende November 1997 hat das EDV-Zentrum in einem ausführlichen Schreiben alle betroffenen Institutsvorstände bzw. Dienststellenleiter über die Vorgangsweise bei der Einführung der Telefonchipkarten informiert. Der Text dieses Schreibens wurde auch im WWW veröffentlicht (http://www.univie.ac.at/telefon/chipkarten.html). In der Implementierung an der Uni Wien dienen die Telefonchipkarten, auf denen ein benutzerspezifischer PIN-Code gespeichert ist, als persönlicher Schlüssel, der die Nullsperre am Apparat aufhebt und die entstehenden Telefongebühren dem für die Chipkarte vergebenen Gebührenkonto zuordnet. Die Telefonchipkarten werden vom EDV-Zentrum grundsätzlich nur auf Antrag des Institutsvorstands bzw. Dienststellenleiters ausgestellt, der dann vom EDV-Zentrum die monatlichen Gebührenaufstellungen (aufgegliedert nach Nebenstellennummern und Chipkarteninhabern) erhält. Die Telefongebühren selbst werden bis auf weiteres zentral durch die Universitätsdirektion bezahlt. Solange noch ein Großteil der Institute an andere Nebenstellenanlagen angeschlossen ist, für die das EDV-Zentrum keine derartigen Gebührenaufstellungen ausfertigen kann, muß der Zeitpunkt, wo die Bewirtschaftung der Telefongebühren in die Verantwortung der Institute delegiert werden kann, noch hinausgeschoben werden.

Querverbindungen

Die Aufwendungen der Uni Wien für das Telefonieren sind infolge der jüngsten Tarifreform der Post & Telekom Austria erneut angestiegen. Die meisten Telefongespräche der Uni finden eben in den beiden teuersten Zeitzonen untertags im Ortsbereich statt, für welche die Telefongebühren angehoben wurden, und das kann nicht durch die billigeren Tarife innerhalb der Regionalzone oder in den Nachtstunden aufgewogen werden. Daher sollte man tunlichst gebührenpflichtige Amtsgespräche dort vermeiden, wo ohnehin das interne Telefonnetz der Uni Wien genutzt werden kann.

Fax-Geräte an den Instituten, die bisher vielfach an Einzelanschlüssen angeschlossen waren, können nun auf Nebenstellen der Telefonanlage umgestellt werden. Da nach erfolgreicher Einführung der Chipkartentelefone auch kein Anlaß mehr besteht, bei Ferngesprächen die Fax-Einzelanschlüsse als bequemes Hilfsmittel zur Umgehung der Nullsperre zu nutzen, sollen diese nun endgültig gekündigt werden. Selbstverständlich erfordert die Versendung eines Fax innerhalb der Uni von einer Nebenstelle zur anderen kein Amtsgespräch - auch wenn in der Verkehrsstatistik überraschenderweise immer wieder Amtsgespräche von der neuen Telefonanlage zu sich selbst aufscheinen.

Zwischen einigen wichtigen Gebäuden der Uni Wien, die eigene Telefonanlagen haben, gibt es interne Querverbindungen, die ebenfalls Kosten vermeiden helfen: Telefongespräche von einer Nebenstelle der Universitätsanlage (Rufnummer 4277) zum Universitätszentrum Althanstraße (Uni Wien und WU Wien, Rufnummer 31336), zum Gebäudekomplex Währinger Straße / Boltzmanngasse (Rufnummer 31367) oder zum Neuen Allgemeinen Krankenhaus (Rufnummer 40400) werden auch bei Wahl einer Telefonnummer im öffentlichen Netz automatisch über die bestehenden internen Verbindungen geschaltet, zumindest solange die Querverbindungen nicht besetzt sind. Umgekehrt kann jede Nebenstelle der Universitätsanlage (4277-xxxxx) von den genannten Gebäuden intern über eine entsprechende Vorwahl erreicht werden:

31336 (UZA)

à 4277-xxxxx:

81-xxxxx

31367 (Boltzmanng.)

à 4277-xxxxx:

85-xxxxx

40400 (NAKH)

à 4277-xxxxx:

88-xxxxx

Im Verlauf des heurigen Jahres werden auch die Arbeiten zur Vernetzung der Telefonsysteme der österreichischen Universitäten untereinander über die ATM-Verbindungen im ACOnet vorangetrieben. Damit wird es dann möglich sein, gebührenfreie Telefongespräche zu den anderen Universitäten zu führen und beliebige Telefonnummern in den anderen Universitätsstädten zum Regionaltarif zu erreichen.

Wie geht es weiter?

Das Telefoniekonzept der Uni Wien sieht vor, bis zum Jahr 2002 die gesamte Universität flächendeckend auf die neue Ericsson-Anlage umzustellen. Abgesehen von der Telefonversorgung für die neuen Bauabschnitte im Universitätscampus Altes AKH sind für das Jahr 1998 in einer vorläufigen Planung im wesentlichen folgende Universitätsgebäude zur Umstellung vorgesehen:

  • 1010, Freyung 6
  • 1010, Hofburg, Batthyanystiege
  • 1010, Liebiggasse 4 und Universitätsstraße 5
  • 1030, Dr. Bohr-Gasse 9
  • 1030, Rennweg 14
  • 1090, Borschkegasse 8a
  • 1090, Garnisongasse 3
  • 1090, Kinderspitalgasse 15
  • 1090, Schwarzspanierstraße 15?17 und Währinger Straße 13?17
  • 1180, Türkenschanzstraße 17
  • 1190, Franz Klein-Gasse 1 und Gymnasiumstraße 50

Es ist freilich nicht gesagt, daß das EDV-Zentrum und die Firma Ericsson in der Lage sein werden, dies alles im heurigen Jahr zu bewältigen. Zunächst sind die detaillierten Erhebungen in den betreffenden Gebäuden abzuwarten und festzustellen, welche konkreten Arbeiten dort durchgeführt werden müssen. Sobald genauere Aussagen möglich sind, wird das EDV-Zentrum zeitgerecht die von der Umstellung betroffenen Institute verständigen und zu Planungsgesprächen einladen.

Nützliche Informationen

Das EDV-Zentrum veröffentlicht auch im WWW laufend Informationen über das neue Telefonsystem: Unter http://www.univie.ac.at/teleinfo.html werden dem jeweiligen Projektfortschritt entsprechend Bedienungsanleitungen, Telefonverzeichnisse, Projektpläne und andere Hinweise publiziert. Anfragen zum Telefonieprojekt können über eMail an die Adresse telefon@univie.ac.at gerichtet werden. Für die Meldung von Ergänzungs- und Änderungswünschen bezüglich des neuen Telefonsystems (Verlegung einer Nebenstelle, Upgrade des Telefonapparats, Namensänderung etc.) hat das EDV-Zentrum ein Formular aufgelegt, das ebenfalls über WWW abgerufen werden kann (http://www.univie.ac.at/telefon/aenderung.ps).