Im Dschungel der 1001 Fenster
PPP-Wählleitungsverbindungen mit Windows NT 4.0

von Robert Meixner (Ausgabe 97/3, September 1997)

 

Achtung: Der folgende Artikel entspricht dem Stand vom September 1997. Bitte verwenden Sie als Anleitung für die Konfiguration Ihres Wählleitungszugangs die aktualisierte Version dieses Beitrags.

Die zunehmende Verbreitung von Windows NT 4.0 in kommerziellen Einsatzgebieten veranlaßt immer mehr Anwender, auch ihren privaten Heim-Arbeitsplatzrechner mit diesem Parade-Betriebssystem von Microsoft auszustatten, ohne sich über die Nebenwirkungen im klaren zu sein. Leider haben sich die Entwickler von Microsoft bei Windows NT 4.0 wieder selbst übertroffen: Die Installation und Administration wurde wesentlich komplexer und unübersichtlicher gestaltet, als nötig gewesen wäre.

Dabei stellt auch die Konfiguration des Internet-Zugangs unter Windows NT 4.0 keine Ausnahme dar. 1001 Fenster, Dialoge und Masken sind schön unübersichtlich (beinahe undurchdringlich) angeordnet und harren darauf, ausgefüllt und überwunden zu werden. Man muß jedoch ein Verschnitt aus Aladin, Tarzan, Indiana Jones, Crocodile Dundee und nicht zuletzt Bill Gates sein, um "im Dschungel der 1001 Fenster" zu bestehen und auf Anhieb eine vollständig funktionierende Konfiguration zu erreichen - oft führt aber auch längeres Herumirren und Forschen nicht zum gewünschten Erfolg.

Doch keine Angst! Die Befolgung der vorliegenden Installationsanleitung erspart Ihnen zumindest einen Teil des Horrortrips und erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Internet-Zugang mittels einer PPP-Wählleitungsverbindung über das Datennetz der Universität Wien unter Windows NT 4.0 erfolgreich einzurichten, eventuell sogar auf 99%. (Alle Angaben ohne Gewähr!)

Hinweise ...

Bevor Sie zur Expedition aufbrechen, sollten Sie sich entsprechend vorbereiten. Lesen Sie die folgenden Hinweise, besorgen Sie sich die nötige Ausrüstung, lassen Sie sich gegebenenfalls Schutzimpfungen gegen die diversen NT-Krankheiten verabreichen und unterziehen Sie sich vor allem einer Hyposensibilisierung gegen die Microsoft-Allergie.

... zu Windows NT 4.0 und Windows 95

Obwohl die Benutzeroberflächen von Windows NT 4.0 und Windows 95 gleich aussehen, verbergen sich dahinter zwei in weiten Bereichen unterschiedliche Betriebssysteme. Unterschiedlich sind auch die Vorgangsweisen, die für das Einrichten von PPP-Wählleitungsverbindungen erforderlich sind - wenn auch die Komplextät annähernd die gleiche ist. Somit ist die folgende Installationsanleitung nicht besonders hilfreich, wenn man unter Windows 95 den Wählleitungszugang zum Internet über das Datennetz der Universität Wien einrichten will. Ein entsprechender, auf Windows 95 abgestimmter Artikel wurde unter dem Namen Dial-Me-Up - PPP-Wählleitungsverbindungen mit Windows 95 im Comment 96/1 veröffentlicht.

... zu Workstation- und Server-Version

Von Windows NT 4.0 wird eine Workstation- und eine Server-Version angeboten. Die Server-Version bietet im Vergleich zur Workstation-Version einen größeren Funktionsumfang (der jedoch auf einem Arbeitsplatzrechner im allgemeinen nicht benötigt wird), ist in der Anschaffung kostspieliger und stellt höhere Anforderungen an die Ressourcen des Computers. Dieser Artikel befaßt sich mit der Workstation-Version von Windows NT 4.0; allerdings sollte auch die Installation und Konfiguration des PPP-Wählleitungszugangs in der Server-Version anhand dieser Anleitung durchgeführt werden können.

... zum Remote Access Service

Das Remote Access Service (RAS) von Windows NT 4.0 bietet primär zwei unterschiedliche Dienste an, die sehr flexibel eingesetzt und konfiguriert werden können:

  • Der "RAS-Client" (unter Windows NT auch "DFÜ-Netzwerk" genannt) wird dazu benötigt, einen Arbeitsplatzrechner über Wählleitungsverbindungen temporär in bestehende Computernetzwerke - wie z.B. das Internet, aber auch in firmeneigene Netze - einzubinden, um dadurch auf die Ressourcen zugreifen zu können, die durch dieses Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.
  • Beim Einsatz als "RAS-Server" bietet ein Windows NT-Rechner Zugangsmöglichkeiten über Wählleitungen an. Über diese kann mittels eines RAS-Clients auf lokale Ressourcen des Rechners sowie gegebenenfalls auf Ressourcen des Netzwerks, in das der Windows NT-Rechner integriert ist, zugegriffen werden. Der Rechner fungiert dabei als Dienstanbieter.

In diesem Artikel wird nur jene Konfiguration des RAS-Client beschrieben, die einen Wählleitungszugang zum Datennetz der Uni Wien und ins Internet ermöglicht. Eine einführende Beschreibung des RAS-Server-Dienstes findet man in der Online-Hilfe von Windows NT.

... zu Ressourcen

Bereits die Workstation-Version von Windows NT verlangt Ihrem Arbeitsplatzrechner einiges an Ressourcen ab. Laut Microsoft sehen die Minimalanforderungen an den Arbeitsplatzrechner zwar sehr bescheiden aus:

  • Prozessor 486/33
  • 12 MB Hauptspeicher
  • 120 MB freier Platz auf der Festplatte
  • CD-ROM-Laufwerk
  • VGA-Grafikkarte

Damit kommt man aber nicht sehr weit. Um ein halbwegs vernünftiges Arbeiten zu ermöglichen, sollte der Rechner zumindest mit einem Pentium/100-Prozessor und mit 32 MB Hauptspeicher ausgestattet sein. Zusätzlich zu den Rechner-Ressourcen werden zur Nutzung des PPP-Wählleitungszugangs noch benötigt:

  • Benutzungsberechtigung für die Wählleitungszugänge der Universität Wien (Mailbox- bzw. Unet-Benutzungsberechtigung)
  • Modem
  • Telefonanschluß

Stellen Sie am besten noch vor Beginn der Installation sicher, daß Ihre Benutzungsberechtigung gültig ist und daß das Modem richtig an den Computer und ans Telefonnetz angeschlossen ist.

... zu Datenträgern

Bei der Installation des DFÜ-Netzwerks unter Windows NT 4.0 ist eigentlich nur die entsprechende Installations-CD erforderlich. Diese sollte sich allerdings während des gesamten Installationsvorgangs im CD-Laufwerk des Rechners befinden. Zusätzliche Software wird nur bei Einsatz exotischer oder neuer Modems in Form von passenden Modem-Treibern benötigt. Diese werden für gewöhnlich auf Diskette mit dem Modem ausgeliefert. Darüber hinaus betreibt jeder größere Hersteller von Modems zumindest einen WWW- bzw. FTP-Server im Internet, von dem aktuelle Versionen von Modem-Treibern bezogen werden können.

... zu Benutzerrechten

Unter Windows NT 4.0 ist es möglich, daß der Administrator des Systems für jeden Benutzer eine eigene Benutzungsberechtigung - mit Benutzername und Kennwort - einrichtet. Diese Benutzungsberechtigungen haben u.a. den Vorteil, daß für jeden Benutzer ein eigener Arbeitsbereich auf der Festplatte zur Verfügung gestellt werden kann, auf den die anderen Benutzer nicht zugreifen können. Darüber hinaus haben "gewöhnliche" Benutzer im Gegensatz zum Administrator nicht die Rechte, Änderungen an der Systemsoftware durchzuführen, wodurch diese in gewissem Maße vor Beschädigung geschützt ist. Demzufolge kann auch die Installation des DFÜ-Netzwerks nicht von gewöhnlichen Benutzern durchgeführt werden, sondern nur vom Administrator selbst oder von Benutzern, denen Administrator-Privilegien verliehen wurden. Die Verwendung des DFÜ-Netzwerks ist jedoch allen Benutzern möglich.

... zu Servicepacks

Microsoft ist natürlich bestrebt, die Schwachstellen und Fehler seines Vorzeige-Betriebssystems auszumerzen. Aus diesem Grund wurden den Benutzern seit der offiziellen Freigabe der deutschen Version von Windows NT 4.0 bereits drei sogenannte Servicepacks nachgereicht. Diese können kostenlos über den WWW-Server von Microsoft Deutschland bezogen werden. Eine Liste aller verfügbaren Servicepacks ist ebenfalls über WWW abrufbar.

In jedem Servicepack sind sämtliche Korrekturen der vorherigen Servicepacks enthalten, sodaß nur das jeweils letzte Servicepack eingespielt werden muß. Bitte beachten Sie, daß das Servicepack jedesmal nach der Installation weiterer Komponenten von der Windows NT 4.0-CD erneut angewendet werden muß. Details zum Einsatz der Servicepacks entnehmen Sie bitte den entsprechenden README-Dateien.

... zu möglichen Änderungen an Windows NT 4.0

Microsoft hat schon bei Windows 95 deutlich gemacht, daß es sich nicht scheut, das Aussehen und die Bedienung gewisser Komponenten seiner Betriebssysteme in ein und derselben Version grundlegend zu ändern. Es kann daher auch bei Windows NT 4.0 nicht ausgeschlossen werden, daß in nachfolgenden Releases bzw. durch Einspielen von Servicepacks andere Vorgangsweisen bei der Installation erforderlich werden, weshalb die Gültigkeit dieser Installationsanleitung nicht für alle Ewigkeit garantiert werden kann.

... zu Installation und Konfiguration

Windows NT 4.0 bietet eine Unzahl von Möglichkeiten, diverse Komponenten hinzuzufügen und deren Einstellungen zu modifizieren. So gibt es u.a. zwei Möglichkeiten, das DFÜ-Netzwerk einzurichten: Die Installation kann entweder bereits im Rahmen des Windows NT-Setup oder aber nachträglich durchgeführt werden. Microsoft hat es verstanden, beide Installationsvorgänge zwar in einigen Bereichen ähnlich, im Endeffekt aber dennoch unterschiedlich zu gestalten. Da es nicht sinnvoll ist, beide Vorgangsweisen detailliert zu beschreiben, wird in diesem Artikel nur auf die nachträgliche Installation des DFÜ-Netzwerks eingegangen. Sollten Sie also während des Windows NT-Setup vor der Frage stehen, ob Sie das DFÜ-Netzwerk sofort installieren wollen, wird empfohlen, darauf zu verzichten (folglich die Option Computer jetzt noch nicht mit dem Netzwerk verbinden zu wählen) und das DFÜ-Netzwerk nachträglich anhand der vorliegenden Anleitung zu installieren.

Im allgemeinen wird in dieser Anleitung die Vorgangsweise beschrieben, die dem Autor am naheliegendsten erschien; es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, daß es effizientere Möglichkeiten gibt, die notwendigen Erweiterungen und Modifikationen durchzuführen. Darüber hinaus werden nur die Komponenten beschrieben, die für den PPP-Wählleitungszugang zum Datennetz der Universität Wien und darüber hinaus ins Internet wirklich benötigt werden. Vergewissern Sie sich vor der Durchführung der entsprechenden Abschnitte, ob die jeweilige Komponente nicht ohnehin schon installiert ist - in diesem Fall muß sie nicht mehr hinzugefügt, sondern nur gemäß dieser Anleitung konfiguriert werden.

Die Einstellung der Parameter sollte entsprechend der Anleitung erfolgen. Bei nicht dokumentierten Parametern wird empfohlen, die Standardeinstellung beizubehalten bzw. diese nur bei absoluter Notwendigkeit zu modifizieren. Beachten Sie diesbezüglich auch die Hinweise in den verschiedenen Dialogfenstern und scheuen Sie sich nicht, die Online-Hilfe zu konsultieren.

DFÜ-Netzwerk installieren

Nachdem Sie sorgfältig alle Vorbereitungen abgeschlossen haben, kann die Expedition in die unergründlichen Tiefen des DFÜ-Netzwerks von Windows NT beginnen. Öffnen Sie mittels Doppelklick auf das Arbeitsplatz-Symbol auf der Windows NT-Arbeitsoberfläche (Desktop) das Arbeitsplatz-Anwendungsfenster. Das darin enthaltene, kleine, unscheinbar aussehende DFÜ-Netzwerk-Symbol läßt noch nicht erahnen, welches Ungeheuer sich in ihm verbirgt. Nur Mut, der erste Schritt ist nicht immer der schwerste; zögern Sie nicht länger und nehmen Sie einfach die Installation und Konfiguration mittels Doppelklick auf das DFÜ-Netzwerk-Symbol in Angriff. Nach der Lektüre der Hinweise im daraufhin erscheinenden DFÜ-Netzwerk-Dialogfenster fügen Sie sich in das Unvermeidliche, indem Sie die Installieren-Schaltfläche betätigen. Anschließend werden die notwendigen Komponenten hinzugefügt, was ein wenig dauern kann - eine Gelegenheit, sich seelisch auf das Kommende vorzubereiten.

RAS-Setup

Wenn Sie noch kein RAS-fähiges Gerät (z.B. Modem, ISDN-Adapter) installiert haben, werden Sie nun im Dialogfenster RAS-Setup angehalten, dies jetzt zu tun; ein Klick auf die Ja-Schaltfläche hilft hier weiter.

Neues Modem installieren

Für die Installation eines Modems muß das entsprechende Modem am Computer angeschlossen und eingeschaltet sein. Wie dies bewerkstelligt werden kann, ist in der Installations- bzw. Bedienungsanleitung für das Modem sicherlich beschrieben. Lesen Sie anschließend die Hinweise, die im Neues Modem installieren-Dialogfenster angezeigt werden, und befolgen Sie diese. Versuchen Sie es zunächst mit der automatischen Modemerkennung - sollte dies nicht zum Erfolg führen, kommt man ohnehin um die manuelle Installation des Modems nicht herum. Lassen Sie also das Kontrollkästchen Modem auswählen (Keine automatische Erkennung) unmarkiert. Nach dem Betätigen der Weiter >-Schaltfläche versucht Windows NT, den Typ des angeschlossenen Modems in einem Frage-Antwort-Spiel zu erraten.

Zumindest die Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen ist, sollte erkannt werden. Wenn zufällig auch das Modem richtig erkannt wurde, kann man sich mittels eines Klicks auf die Weiter >-Schaltfläche die folgenden Schritte ersparen und unter Standortinformationen weiterlesen.

Wird aber anstelle des richtigen Modemtyps Standard Modem angezeigt, dürfen Sie selbst die Auswahl treffen. Klicken Sie dazu auf die Ändern...-Schaltfläche. Wählen Sie zuerst den richtigen Hersteller und dann aus den zur Verfügung stehenden Modellen aus und betätigen Sie nach erfolgreicher Selektion die OK-Schaltfläche.

Sollte das angeschlossene Modem nicht in der Auswahl aufscheinen, müssen Sie sich den erforderlichen Treiber besorgen (siehe oben: Hinweise zu Datenträgern). In diesem Fall hilft Ihnen nach erfolgreicher Treiber-Beschaffung ein Klick auf die Diskette...-Schaltfläche. Da die darauffolgenden Schritte selbsterklärend sind, wird hier auf eine nähere Erläuterung verzichtet.

Sobald der richtige Modemtyp im Dialogfenster angezeigt wird, klicken Sie auf die Weiter >-Schaltfläche, um die Installation des Modems abzuschließen.

Standortinformationen
Im allgemeinen wird daraufhin ein weiteres Dialogfenster geöffnet, in dem Standortinformationen anzugeben sind (siehe Abb. 1). Wählen Sie aus der Liste den Staat, in dem Sie sich befinden, also z.B. Österreich. Tragen Sie anschliessend die Kennzahl des aktuellen Ortsbereichs (ohne vorhergehende Null) in das entsprechende Feld ein - z.B. 1 für Wien. Wenn das Modem an einer Nebenstellenanlage angeschlossen ist, tragen Sie die Kennzahl - meist 0 - ein, die für die Amtsleitung erforderlich ist.

Abb. 1: Fenster Standortinformationen

 
Jetzt müssen Sie feststellen, ob Ihr Telefonanschluß im Mehrfrequenzwahlverfahren oder im Impulswahlverfahren betrieben wird: Wenn Sie nach Abheben des Telefonhörers einen Dauerton vernehmen, müssen Sie sich für das Mehrfrequenzwahlverfahren entscheiden, also die Option MFV (Ton) selektieren. Andernfalls ist das Impulswahlverfahren - also die Option IWV (Impuls) - die richtige Wahl. Ist das Modem an einer Nebenstellenanlage angeschlossen, sollte deren Betreuer über die Art des Wahlverfahrens Bescheid wissen. Klicken Sie anschließend auf die Weiter >-Schaltfläche, um die Konfiguration der Standortinformationen abzuschließen.

Im nächsten Dialogfenster beenden Sie die Modem-Installation durch einen Klick auf die Fertigstellen-Schaltfläche. Gleich darauf werden Sie mit dem Dialogfenster RAS-Gerät hinzufügen beglückt. Normalerweise sollte das kürzlich hinzugefügte Modem als RAS-fähiges Gerät bereits ausgewählt sein und Sie brauchen nur die OK-Schaltfläche zu betätigen.

RAS-Setup, die 2te

Im Fenster RAS-Setup wird das soeben installierte RAS-fähige Gerät angezeigt. Als nächstes sollten Sie auf die Netzwerk...-Schaltfläche klicken, um das Netzwerkprotokoll auszuwählen, das über die RAS-Verbindung verwendet werden kann. Selektieren Sie nur das Kontrollkästchen TCP/IP in der Aufstellung der zur Verfügung stehenden Protokolle, da die anderen Protokolle von den Wählleitungszugängen des EDV-Zentrums nicht unterstützt werden. Ein Klick auf die OK-Schaltfläche beendet die Auswahl des Netzwerkprotokolls.

Mittels Klick auf die Weiter >-Schaltfläche wird das RAS-Setup fortgesetzt, Dateien werden kopiert, Bindungen überprüft und aktualisiert. Schließlich wird Ihnen mitgeteilt, daß Sie den Weg durch das Dialog-Dickicht erfolgreich absolviert haben; eine gemeine Täuschung, denn der Sumpf kommt noch - Sie sind noch lange nicht am Ziel. Vielleicht um Ihnen eine kleine Pause zu gönnen, dürfen Sie den Computer nun neu starten. Klicken Sie auf die Neu starten-Schaltfläche.

DFÜ-Netzwerk konfigurieren

Nachdem Sie die Etappe der Installation des DFÜ-Netzwerks hinter sich gebracht haben, müssen Sie es jetzt noch konfigurieren. Starten Sie dazu das DFÜ-Netzwerk mittels Doppelklick auf das DFÜ-Netzwerk-Symbol, das im Arbeitsplatz-Anwendungsfenster zu finden ist.

Neuen Telefonbucheintrag erstellen

Gleich nach dem Aufruf werden Sie von Ihrem neuen Führer, dem Assistenten für neue Telefonbucheinträge, mit der Meldung in Empfang genommen, daß das Telefonbuch leer ist. Quittieren Sie seine Aussage mit einem Klick auf die OK-Schaltfläche und folgen Sie seinen Anweisungen, indem Sie als Name des neuen Telefonbucheintrags z.B. Mailbox PPP (4078770) oder Unet PPP (40122) eingeben und anschließend die Weiter >-Schaltfläche betätigen.

Im Fenster Server aktivieren Sie alle Kontrollkästchen, ohne an die Sinnhaftigkeit dieser Aktion auch nur einen Gedanken zu verschwenden - es muß einfach sein, auch wenn es ohne Erklärung vielleicht ein wenig unverständlich wirken mag. Klicken Sie anschließend auf die Weiter >-Schaltfläche.

Das folgende Dialogfenster Rufnummer ist in der Bedienung schon ein wenig anspruchsvoller. Aktivieren Sie zuerst das Kontrollkästchen Wahlparameter verwenden, woraufhin sich der Fensterinhalt etwas verändert. Wählen Sie aus der Landeskennzahl-Liste Österreich (43), tippen Sie im Ortskennzahl-Eingabefeld die Ortskennzahl von Wien ein - also 1 - und tragen Sie ins Rufnummer-Eingabefeld die Kopfnummer der gewünschten Modemserie ein, also z.B. 4078770 (Universitätsbedienstete) oder 40122 (Studierende). Beschließen Sie die Einstellungen mit einem Klick auf die Weiter >-Schaltfläche (Abb. 2).

Abb. 2: Fenster Rufnummer

Im nächsten Dialogfenster Protokoll müssen Sie das zu verwendende Übertragungsprotokoll auswählen, auf dem die Wählleitungsverbindung beruhen soll. Die Wählleitungszugänge an der Universität Wien unterstützen zwar beide verfügbaren Protokolle (Slip und PPP), jedoch wird aus verschiedenen Gründen - größere Flexibilität, Zukunftssicherheit usw. - die Verwendung von PPP empfohlen. Wählen Sie also die Option PPP (Point-to-Point Protocol) und klicken Sie dann auf die Weiter >-Schaltfläche.

Für die Verwendung der Wählleitungszugänge des EDV-Zentrums der Uni Wien ist ein Anmeldeskript erforderlich. Selektieren Sie also im Fenster Anmeldeskript die Option Mit diesem Skript automatisieren (siehe Abb. 3). Nun müssen Sie ein passendes Anmeldeskript erstellen.

Abb. 3: Fenster Anmeldeskript

 

Der effizienteste Weg, ein Skript zu erstellen, besteht darin, ein bereits existierendes Skript zu modifizieren. Dazu ist folgende Vorgangsweise zielführend:

  • Wählen Sie aus der Liste ein bestehendes Skript aus. Für den genannten Zweck ist das CIS.SCP-Skript (C:\WINNT\System32\ras\CIS.SCP) am geeignetsten.
  • Laden Sie es durch Klick auf Skript bearbeiten... in den Editor.
  • Modifizieren Sie das Anmeldeskript entsprechend Abb. 4 ("sername:" und "assword:" sind keine Tippfehler!).

    ; Universität Wien PPP Dial-Up-Skript
    ; Terminalserver: mailbox-ts1, mailbox-ts2, ..., unet-ts1, unet-ts2, ...
    ; Last change: MCMXCVI VI X by MX

    proc main

    ; auf die Username-Eingabeaufforderung warten und den Benutzernamen ausgeben
    waitfor "sername:"
    transmit $USERID
    transmit "^M"

    ; auf die Password-Eingabeaufforderung warten und das Kennwort ausgeben
    waitfor "assword:"
    transmit $PASSWORD
    transmit "^M"

    ; auf die Terminal-Server-Eingabeaufforderung warten und das PPP-Kommando ausgeben
    waitfor ">"
    transmit "ppp^M"

    endproc

    Abb. 4: Login-Skript für den Wählleitungszugang zum Datennetz der Universität Wien

  • Speichern Sie die Datei unter einem sprechenderen Namen ab, wie z.B. Uni Wien PPP-Skript. Klicken Sie dazu auf Datei und anschließend auf Speichern unter..., tippen Sie Uni Wien PPP-Skript.SCP als Dateiname ein und klicken Sie auf die Speichern-Schaltfläche.
  • Schließen Sie den Editor.
  • Klicken Sie im Dialogfenster Anmeldeskript auf die Liste aktualisieren-Schaltfläche und wählen Sie dann aus der Liste das gerade erstellte Skript aus.

Klicken Sie anschließend auf die Weiter >-Schaltfläche.

Bei Verwendung der Wählleitungszugänge wird Ihrem Arbeitsplatzrechner bei jedem Verbindungsaufbau eine IP-Adresse zugewiesen, weshalb auch im folgenden Dialogfenster die Einstellung 0.0.0.0 beibehalten werden sollte. Betätigen Sie anschließend die Weiter >-Schaltfläche.

Tippen Sie im Dialogfenster Adressen des Namens-Servers als DNS-Server die IP-Adresse 131.130.1.11 ein. WINS wird an der Uni Wien nicht unterstützt, weshalb die Einstellung 0.0.0.0 im Feld WINS-Server beibehalten werden sollte. Weiter geht es mittels Klick auf die Weiter >-Schaltfläche!

Der Assistent für neue Telefonbucheinträge hat Sie noch nicht ganz ans Ziel geführt, dennoch geht der gemeinsame Weg nun zu Ende. Sentimentale Abschiedsszenen sind nicht angebracht; trennen Sie sich von Ihrem Führer, indem Sie auf die Fertigstellen-Schaltfläche klicken.

Telefonbucheintrag nachbearbeiten

Nachdem Sie Ihr Führer knapp vor dem Ziel im Dickicht des DFÜ-Netzwerk-Dialogfensters im Stich gelassen hat, müssen Sie die letzten Einträge, die vom Assistenten links liegen gelassen wurden, auf sich alleine gestellt durchführen (siehe Abb. 5).

Abb. 5: Fenster DFÜ-Netzwerk, Menü Weiteres

 

Kämpfen Sie sich mittels Klick auf die Weiteres-Schaltfläche, anschließendem Klick auf Eintrags- und Modemeigenschaften bearbeiten... in die Tiefen des Dialogdickichts vor. Im Register Einträge klicken Sie auf die Konfigurieren...-Schaltfläche, um die Modemkonfiguration zu vervollkommnen (siehe Abb. 6).

Abb. 6: Fenster Telefonbucheintrag bearbeiten, Register Einträge

Um das Letzte aus dem Modem und somit aus der Wählleitungsverbindung herauszuholen, sollte im Modemkonfiguration-Dialogfenster unter Startgeschwindigkeit (bps) die höchstmögliche vom Modem und der entsprechenden Schnittstelle verkraftete Geschwindigkeit eingetragen werden. Es empfiehlt sich, zunächst die maximale Geschwindigkeit auszuwählen, die in der Liste angeboten wird; sollte ein anschließend durchgeführter Funktionstest mißglücken, kann man immer noch Schritt für Schritt reduzieren. Klicken Sie nach erfolgter Modifikation auf die OK-Schaltfläche (siehe Abb. 7).

Abb. 7: Modemkonfiguration vervollständigen

Aktivieren Sie in der Folge im Register Server das Software-Komprimierung aktivieren-Kontrollkästchen, um die Übertragung noch effektiver zu gestaltet. In diesem Register sollten letztendlich nur die Kontrollkästchen TCP/IP und Software-Komprimierung aktivieren ausgewählt sein (siehe Abb. 8).

Abb. 8: Fenster Telefonbucheintrag bearbeiten, Register Server


Zur Vermeidung von Problemen bei einem eventuellen Ausfall des angegebenen Namens-Servers wird die Verwendung eines sekundären Namens-Servers empfohlen. Das dazu zu bearbeitende Dialogfenster versteckt sich im Register Server hinter der TCP/IP-Einstellungen...-Schaltfläche. Tragen Sie in das Feld Sekundärer DNS die IP-Adresse 131.130.1.12 ein und klicken Sie auf die OK-Schaltfläche (siehe Abb. 9).

Abb. 9: TCP/IP-Einstellungen vervollständigen

In den Registern Skript, Sicherheit und X.25 sind keine Änderungen erforderlich. Beschließen Sie Nachbearbeitung des Telefonbucheintrags mittels Klick auf die OK-Schaltfläche.

Status überwachen...

Hinter dem jetzt im Weiteres-Menü anzuklickenden Menüpunkt Status überwachen... versteckt sich der "DFÜ-Monitor", den man auch jederzeit über Start / Einstellungen / Systemsteuerung / DFÜ-Monitor starten kann. Er erlaubt eine mehr oder weniger übersichtliche Überwachung des Status der Wählleitungsverbindung; u.a. werden die Verbindungsdauer, die Leitungsgeschwindigkeit sowie die übertragenen Datenvolumina angezeigt. Darüber hinaus bietet er während einer aktiven Verbindung in Form einer Auflegen-Schaltfläche die Möglichkeit, die Verbindung manuell zu beenden.

Im Register Einstellungen kann man die Statusanzeige an seine Bedürfnisse anpassen. Fürs erste sind die Standardeinstellungen ausreichend, weshalb auch von einer sofortigen Änderung der Parameter abgesehen werden kann. Nach den ersten erfolgreichen Tests des DFÜ-Netzwerks empfiehlt es sich jedoch, den DFÜ-Monitor nach den eigenen Vorstellungen zu konfigurieren. Da die Parameter die Funktionsfähigkeit des DFÜ-Netzwerks ohnehin nicht beeinflussen, wird bewußt auf ihre Beschreibung verzichtet. Es bleibt Ihnen selbst überlassen, durch Spielen und Probieren eine für Sie ideale Konfiguration zu ermitteln.

Vermitteltes oder manuelles Wählverfahren

Wenn Sie

  • Ihr Modem illegalerweise an einen Anschluß für Viertel- Telefon angeschlossen haben,
  • im AKH an einer Nebenstelle sitzen, an der die Nummern der Wählleitungen des EDV-Zentrums für die Selbstwahl gesperrt sind oder
  • sich in einem anderen Ortsbereich befinden und über eine Telefonanlage mit Nullsperre eine Wählleitungsverbindung aufbauen wollen,

so sollten Sie im Weiteres-Menü den Menüpunkt Vermitteltes oder manuelles Wählverfahren durch einfaches Anklicken markieren. Dadurch wird die gewünschte Nummer nicht durch das Modem gewählt. Im erstgenannten Fall kann man sich selbst ein Freizeichen organisieren und die entsprechende Modemserie von Hand anwählen; in den anderen beiden Fällen können Sie eine Vermittlung bitten, für Sie die Nummer der gewünschten Modemserie zu wählen.

Benutzereinstellungen

Vertrauen Sie im folgenden dieser schriftlichen Wegbeschreibung. Wenn Sie andere Parameter verwenden wollen, sollten Sie das erst nach dem erstmaligen Herstellen einer Verbindung tun - sonst weicht auch die Vorgangsweise beim Verbindungsaufbau und -abbau von der nachfolgend beschriebenen ab, was Konfusion hervorrufen kann.

Wahlparameter
Klicken Sie zunächst auf die Weiteres-Schaltfläche und anschließend auf Benutzereinstellungen..., worauf Sie im Register Wählen landen. Beachten Sie bei den folgenden Einstellungen bitte, daß Modems, die für den österreichischen Markt produziert werden, eine Wahlwiederholungssperre von einer Minute aufweisen. Dies bedeutet, daß das Modem nach einem erfolglosen Wahlversuch eine Minute lang keinen weiteren Wahlversuch zuläßt. Die meisten Modems bieten aber die Möglichkeit, die Sperre der Wahlwiederholung mit einem Modemkommando aufzuheben.

Stellen Sie sicher, daß in der Auswahl Auto-Wahl nach Standort aktivieren beim angezeigten Standort - in der Regel trägt dieser die Bezeichnung Neuer Standort (aktueller Standort) ? das Kontrollkästchen markiert ist. Dadurch wird gewährleistet, daß ein Netzwerkklient einen automatischen Verbindungsaufbau initiieren kann, sobald er auf das Netzwerk zugreift.

Im Feld Anzahl der Neuwahlversuche können Sie einstellen, wieviel Wählversuche durchgeführt werden sollen, falls alle Leitungen der entsprechenden Modemserie besetzt sind.

Das Feld Sekunden zwischen den Neuwahlversuchen betrifft sowohl die Neuwahl bei besetzter Leitung als auch die Neuwahl nach einer Trennung der Leitung durch einen Verbindungsfehler. Belassen Sie am besten die Standardeinstellung von 15 Sekunden. Wenn Sie den Wert ändern wollen, sollten Sie berücksichtigen, daß dem Modem genug Zeit gegeben werden muß, sich zwischen zwei Wahlversuchen zurückzusetzen, und daß gegebenenfalls auch die Sperre der Wahlwiederholung aktiv ist.

Im Feld Leerlaufdauer, nach der aufgelegt wird (Sek.) können Sie ein Intervall eintragen, nach dem eine Verbindung, über die keine Daten mehr übertragen werden, vom DFÜ-Netzwerk selbst beendet werden sollte. In unseren Tests ließ sich jedoch kein Zusammenhang zwischen dem eingestellten Wert und der Verbindungsdauer nach dem letzten Datentransfer feststellen - die Verbindung war immer wesentlich länger aktiv, als im Feld angegeben war. Scheinbar hat das DFÜ-Netzwerk Probleme, den Zeitpunkt zu eruieren, ab dem es keine Daten mehr überträgt. Es wird aber auf jeden Fall irgendwann automatisch aufgelegt, wenn dieses Feld eine positive ganze Zahl enthält. Um die Telefonkosten möglichst niedrig zu halten, wird als Wert die kleinstmögliche positive ganze Zahl ? nämlich 1 - empfohlen. Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch, daß die Terminalserver des EDV-Zentrums so konfiguriert sind, daß sie eine leerlaufende Verbindung nach einiger Zeit automatisch trennen.

Das Kontrollkästchen Bei Verbindungsfehler neu wählen sollte aktiviert werden, da das DFÜ-Netzwerk dann im Falle einer Trennung der Leitung durch einen Verbindungsfehler automatisch versucht, die Verbindung wieder herzustellen (und zwar nach Ablauf der im Feld Sekunden zwischen den Neuwahlversuchen eingestellten Zeitspanne). Wird eine Verbindungstrennung durch den Benutzer initiiert oder nach Ablauf der Leerlaufdauer durch das DFÜ-Netzwerk selbst durchgeführt, erfolgt natürlich keine Wiederwahl (siehe Abb. 10).

Abb. 10: Wahlparameter

 

Rückrufeinstellungen

Wählen Sie danach das Register Rückruf aus. Da die Wählleitungszugänge der Universität Wien keine Rückruf-Möglichkeiten bieten, ist hier die Option Nein, Rückruf auslassen die richtige Wahl.

Allgemeine Einstellungen
Nun kommen die Parameter im Register Einstellungen an der Reihe. Deselektieren Sie hier das Kontrollkästchen Beim Wählen schließen, da dadurch das DFÜ-Netzwerk-Fenster auch nach einem erfolgreichen, manuell initiierten Verbindungsaufbau geöffnet bleibt. In diesem Fenster kann nämlich während einer aktiven DFÜ-Netzwerk-Verbindung mittels einer Auflegen-Schaltfläche die Verbindung manuell beendet werden. Diese Möglichkeit wird sonst nur im DFÜ-Monitor geboten, der aber im allgemeinen nur über Umwege erreichbar ist.

Wenn Sie nicht bei einem Einwahlversuch, der durch irgendeinen Netzwerkklienten initiiert wird, von einem zusätzlichen Dialogfenster belästigt werden wollen, müssen Sie die Markierung im Kontrollkästchen Automatisches Wählen immer bestätigen entfernen. Sie ersparen sich so das Anklicken einer Schaltfläche sowie einige weitere Unannehmlichkeiten.

Im Endeffekt sind in diesem Fenster alle Kontrollkästchen bis auf die zwei genannten aktiv. Da für die betrachtete Aufgabe keine Änderungen im Register Telefonbuch erforderlich sind, können Sie die Benutzereinstellungen jetzt durch Klick auf die OK-Schaltfläche beenden (siehe Abb. 11).

Abb. 11: Allgemeine Einstellungen

 

Nebenstellenanlage

Wenn Ihr Modem an einer Nebenstellenanlage angeschlossen ist, die keinen Wählton generiert, müssen Sie noch einen größeren Umweg in Kauf nehmen, um Ihr Modem zum Wählen zu bewegen: Öffnen Sie die Systemsteuerung mittels Doppelklick auf das Systemsteuerung-Symbol im Arbeitsplatz-Anwendungsfenster. Anschließend öffnen Sie mittels Doppelklick auf das Modems-Symbol das Dialogfenster Eigenschaften von Modems. Sollte das angeschlossene Modem nicht ausgewählt sein, markieren Sie es. Klicken Sie anschließend auf die Eigenschaften-Schaltfläche und wechseln Sie gleich darauf ins Register Einstellungen. Deaktivieren Sie dort das Kontrollkästchen Vor dem Wählen auf Freizeichen warten (siehe Abb. 12).

Abb. 12: Modemeinstellungen

Mittels Klick auf die Schaltfläche Erweitert... kommt man dann in das Fenster Erweiterte Einstellungen für Modem. In diesem kann man im Feld Weitere Einstellungen Parameter eintragen, die zusätzlich erforderlich sind, um das Modem zum Funktionieren zu bringen. Will man z.B. die einminütige Sperre der Wahlwiederholung aufheben, kann man den Parameter s40=15 eintragen, der bei vielen Modems funktioniert. Weiters kann man in diesem Fenster durch Markieren des Für Verbindung notwendig-Kontrollkästchens die Fehlerkorrektur auf der Verbindung zwischen den Modems erzwingen. Wenn Sie alle gewünschten Änderungen durchgeführt haben, klicken Sie auf die OK-Schaltfläche (siehe Abb. 13).

Abb. 13: Erweiterte Modemeinstellungen

 

Beenden Sie nun die Modemeinstellungen mittels Klick auf die OK- und danach auf die Schließen-Schaltfläche. Anschließend können Sie auch die Systemsteuerung verlassen.

Servicepack einspielen

Wenn Sie über ein Servicepack verfügen und es auch einspielen wollen, so ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, dies durchzuführen. Obwohl das Einspielen von Servicepack 3 keinen erkennbaren Einfluß auf die Funktionsweise des DFÜ-Netzwerks zeigt und demzufolge für den betrachteten Zweck nicht unbedingt erforderlich zu sein scheint, wird - sofern möglich - die Verwendung des Servicepacks dennoch empfohlen, um die Stabilität des Betriebssystems zu verbessern. Darüber hinaus wäre es möglich, daß zukünftige Servicepacks die offensichtlichen Schwachstellen des DFÜ-Netzwerks ausmerzen.

Endlich am Ziel?

Nun ist der lange Marsch zu Ende! Sie können das DFÜ-Netzwerk jetzt in Betrieb nehmen und dabei gleich überprüfen, ob Sie unterwegs wirklich alles richtig gemacht und nichts vergessen haben. Wenn Sie das DFÜ-Netzwerk gemäß der Anleitung konfiguriert haben, stehen Ihnen jetzt je zwei Möglichkeiten zur Verfügung, eine DFÜ-Netzwerkverbindung herzustellen und eine aktive DFÜ-Netzwerkverbindung wieder zu beenden.

DFÜ-Netzwerkverbindung herstellen

Das Herstellen der Verbindung sollte keine allzu großen Probleme bereiten: Man kann entweder durch einen Netzwerkklienten den Verbindungsaufbau automatisch initiieren lassen oder den Verbindungsaufbau manuell veranlassen.

Automatischer Verbindungsaufbau

Der automatische Verbindungsaufbau sieht folgendermaßen aus: Sobald ein Anwendungsprogramm auf das Netzwerk zuzugreifen versucht und noch keine Verbindung über das DFÜ-Netzwerk besteht, wird durch diese Anwendung automatisch ein Verbindungsaufbau in die Wege geleitet. Alle weiteren Netzwerkzugriffe - ob durch das aufrufende oder andere Programme - erfolgen dann über die bereits bestehende Verbindung.

Nach dem ersten Netzwerkzugriff werden Sie mit einem Dialogfenster konfrontiert, in welchem Sie Ihre Benutzerdaten eingeben müssen. Tragen Sie in das Benutzername-Feld Ihre User-ID und in das Kennwort-Feld das entsprechende Paßwort ein; achten Sie dabei bitte auf die richtige Groß-/Kleinschreibung. Wenn Sie nicht bei jedem zukünftigen Verbindungsaufbau Ihr Paßwort aufs neue eingeben wollen, sollten Sie das Kontrollkästchen Kennwort speichern aktivieren, bevor Sie auf die OK-Schaltfläche klicken (siehe Abb. 14).

Abb. 14: Benutzerdaten

 

In einem Statusfenster wird die Abwicklung des Verbindungsaufbaus mitprotokolliert. Sollte das währenddessen kurz aufflackernde Terminalfenster nicht wieder von selbst verschwinden, sondern die Meldung % Access denied anzeigen, verwenden Sie entweder die falsche Wählleitungsserie und/oder Sie haben sich bei der eingegebenen User-ID/Paßwort-Kombination einen Fehler geleistet. In diesem Fall betätigen Sie am besten die Abbrechen-Schaltfläche und korrigieren die fehlerhaften Einstellungen (die entsprechende Vorgangsweise ist im Kasten Was tun, wenn ... beschrieben).

Wenn Ihnen abschließend noch in einem Fenster mitgeteilt wird, daß die Verbindung hergestellt wurde, haben Sie es endlich geschafft. Bevor Sie sich nun befreit von der Last des vergangenen Ungemachs ins Internet stürzen, führen Sie sich noch die angebotene Information zu Gemüte und aktivieren Sie das Diese Meldung nicht mehr anzeigen-Kontrollkästchen, um sich in Hinkunft den Anblick dieses Fensters zu ersparen. Jetzt sollte auch das Anwendungsprogramm, das für den Verbindungsaufbau verantwortlich ist, ungehindert auf das Netzwerk zugreifen können.

Manueller Verbindungsaufbau

Zusätzlich zum automatischen Verbindungsaufbau hat der Benutzer die Möglichkeit, vor dem ersten Netzwerkzugriff eines Anwendungsprogramms manuell eine Verbindung über das DFÜ-Netzwerk aufzubauen. Dazu ist es erforderlich, das DFÜ-Netzwerk zu starten und anschließend auf die Wählen-Schaltfläche zu klicken. Die weiteren Schritte sind identisch mit dem automatischen Verbindungsaufbau: Sie müssen Ihre Benutzerdaten eingeben, ... (siehe oben). Nach dem Zustandekommen der Verbindung müssen Sie dann allerdings noch den gewünschten Netzwerkklienten starten.

DFÜ-Netzwerkverbindung wieder beenden

Irgendwann werden Sie sicher genug vom Internet haben und eventuell auch um Ihre Telefonrechnung fürchten. Dann ist es langsam Zeit, die DFÜ-Verbindung wieder zu beenden. Analog zum Verbindungsaufbau stehen auch dabei zwei Möglichkeiten zur Disposition - automatischer oder manueller Verbindungsabbau -, wobei man jedoch bei beiden mit einem nicht ganz durchsichtigen Verhalten des DFÜ-Netzwerks konfrontiert wird.

Automatischer Verbindungsabbau

Nach dem jeweils letzten Datentransfer über eine aktive DFÜ-Netzwerkverbindung beginnt der Leerlaufzähler mit seinem Countdown. Wenn schließlich die konfigurierte Leerlaufdauer verstrichen ist, sollte die Verbindung durch das DFÜ-Netzwerk automatisch beendet werden. Wie bereits erwähnt, funktioniert dies nicht so wie es sollte; man muß manchmal ziemlich lange warten, bis die Verbindung abgebrochen wird. Wenn Sie die dafür nötige Geduld nicht aufbringen bzw. nicht willens sind, zusätzliche Telefonkosten auf sich zu nehmen, können Sie die Verbindung aber auch manuell beenden.

Manueller Verbindungsabbau

Der manuelle Verbindungsabbau muß mittels der Auflegen-Schaltfläche durchgeführt werden, die jedoch in der Regel (so z.B. nach einem automatischen Verbindungsaufbau) recht gut versteckt ist. Man findet sie nur in den Anwendungen DFÜ-Netzwerk und DFÜ-Monitor, die man auf die schon bekannten Arten aufrufen kann. Der schnellste Weg zur Auflegen-Schaltfläche führt jedoch über das miniaturisierte DFÜ-Monitor-Symbol links neben der Uhr in der Task-Leiste. Mittels Doppelklick auf dieses Symbol kann man den DFÜ-Monitor öffnen, der in den Registern Status und Zusammenfassung die begehrte Auflegen-Schaltfläche anbietet. Sie können sich natürlich auch Verknüpfungen der benötigten Anwendungen auf der Arbeitsoberfläche oder im Start-Menü erstellen, um diese rascher aufrufen zu können.

Netzwerkklienten für Windows NT

Neben einem FTP-, einem Telnet- und einem Ping-Netzwerkklienten ist mit dem Internet Explorer 2.0 sogar ein WWW-Browser standardmäßig im Lieferumfang von Windows NT 4.0 enthalten. Diese teilweise schon veralteten Anwendungen sind zwar anfänglich ganz nützlich, doch im täglichen Betrieb des DFÜ-Netzwerks wird man kaum damit auskommen, sodaß es fast unerläßlich ist, zusätzliche Netzwerkklienten zu installieren. Da sämtliche Windows 95-Netzwerkklienten (32 bit) auch unter Windows NT 4.0 funktionieren sollten, steht eine beachtliche Auswahl von Freeware-, Public-Domain- und Shareware-Produkten zur Verfügung.

Wo ...

Ein breites Spektrum an aktuellen Windows 95/NT-Netzwerkklienten finden Sie sowohl in FTP- als auch in (wesentlich benutzerfreundlicheren) WWW-Archiven. Im folgenden werden nur lokal verfügbare Archive vorgestellt, da beim Zugriff auf entferntere Archive meist mit Stauungen zu
rechnen ist.

An der Universität Wien werden derzeit drei WWW-Archive mit eigenen Windows 95/NT-Bereichen angeboten:

  • Auf den Internet-Software-Seiten des EDV-Zentrums werden Netzwerkklienten bereitgestellt, deren Verwendung vom EDV-Zentrum empfohlen wird. Darüber hinaus wird zu den dort verfügbaren Produkten auch Unterstützung durch das Helpdesk angeboten.
  • Das TUCOWS-Archiv bietet eine umfangreiche Auswahl an Internet-Software. Die einzelnen Produkte sind übersichtlich kategorisiert, mittels einer fünfteiligen Skala bewertet sowie im allgemeinen mit einer kurzen Beschreibung versehen.
  • Der Schwerpunkt des SIMTEL.NET-Archivs liegt zwar nicht primär im Bereich Internet-Software, aber dennoch enthält es eine umfassende Sammlung von Netzwerkklienten.

Das wichtigste FTP-Archiv am Server der Universität Wien verfügt ebenfalls über Windows 95- bzw. Windows NT-Abteilungen:

  • Das WinSite-Archiv bietet ein Windows 95- (win95) und auch ein Windows NT-Verzeichnis (winnt). Internet-Software kann schließlich im jeweiligen netutil-Unterverzeichnis gefunden werden.

... und wie?

Der Zugriff auf beide Archiv-Arten und somit auch das Übertragen der Software kann mit dem Internet Explorer erfolgen. Dieser ist - wie bereits erwähnt - im Lieferumfang von Windows NT 4.0 enthalten und wird im Rahmen der Standardinstallation auf der Windows NT-Arbeitsoberfläche verewigt.

Rufen Sie den Internet Explorer mittels Doppelklick auf. Geben Sie anschließend im Feld Adresse den URL des gewünschten Archivs ein und drücken Sie auf die Enter-Taste. In Folge sollte ein automatischer Verbindungsaufbau durchgeführt werden. Nach dessen erfolgreichem Abschluß wird die erste Seite des jeweiligen Archivs übertragen und dargestellt. Nun müssen Sie sich auf die Suche begeben und sich zur gewünschten Software durchklicken.

Einmal fündig geworden, können Sie den Übertragungsvorgang im allgemeinen durch einen Klick auf den Produktnamen einleiten. Anschließend werden Sie danach gefragt, ob und in welches Verzeichnis Sie die Datei speichern wollen. Hier empfiehlt es sich, ein leeres Verzeichnis zu verwenden, um nach dem Abschluß des Installationsvorgangs den zurückbleibenden Installationsmüll leichter entfernen zu können. Nachdem die Datei zur Gänze übertragen wurde, kann der Internet Explorer geschlossen, die Verbindung beendet und mit der eigentlichen Installation des Produkts begonnen werden. Da sich diese von Programm zu Programm unterscheidet, kann hier keine entsprechende Darstellung erfolgen.

Beachten Sie bitte, daß Übertragungsvorgänge infolge der geringen Übertragungsgeschwindigkeit von Modemverbindungen und des großen Volumens der angebotenen Softwarepakete durchaus mehrere Stunden in Anspruch nehmen können.

Das letzte Fenster ...

Das letzte der 1001 Fenster sollte mittlerweile geschlossen sein. Was den Erfolg Ihrer Expedition betrifft, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie haben es geschafft, anhand dieser Installationsanleitung den Dschungel weitgehend unbeschadet hinter sich zu lassen und das DFÜ-Netzwerk soweit zu bändigen, daß es wie gewünscht funktioniert - oder aber Sie sind unterwegs auf der Strecke geblieben. In diesem Fall können wir nur unser Bedauern aussprechen, denn das Rettungsteam des EDV-Zentrums ist für gewöhnlich im Dauereinsatz. Entsprechende Hilferufe werden folglich leicht überhört. Sie können jedoch nochmals alle Einstellungen überprüfen; möglicherweise helfen Ihnen auch die Tips im Kasten Was tun, wenn ... weiter. Sollte sich dies ebenfalls nicht als zielführend erweisen, können Sie sich immer noch bei der Telefon-Seelsorge von Microsoft um Beistand bemühen.

Was tun, wenn ...

Hier werden einige Problemfälle beleuchtet, die im täglichen Betrieb des DFÜ-Netzwerks auftreten können und deren Behebung aufgrund der Undurchsichtigkeit und Komplexität der erforderlichen Schritte nicht immer ganz offensichtlich ist.

... die gespeicherte User-ID/Paßwort-Kombination nicht stimmt?

Wenn Sie im Rahmen eines Verbindungsaufbaus das Kontrollkästchen Kennwort speichern markiert haben und während dieses Verbindungsaufbaus (z.B. anhand der im Terminalfenster angezeigten Meldung % Access denied) bemerken, daß Sie Ihre User-ID/Paßwort-Kombination möglicherweise falsch eingegeben haben, müssen Sie diese natürlich richtigstellen. Unglücklicherweise wird jedoch das entsprechende Dialogfenster beim folgenden Verbindungsaufbau nicht mehr angezeigt - es bietet erst wieder die Möglichkeit einer Korrektur, wenn man das DFÜ-Netzwerk dazu aufgefordert hat, das Kennwort zu vergessen. Dazu muß das DFÜ-Netzwerk geöffnet werden; aus dem Weiteres-Menü wählen Sie den Menüpunkt Eintrags- und Modemeigenschaften bearbeiten... und im folgenden Dialogfenster das Register Sicherheit aus. Nun müssen Sie nur noch die Schaltfläche Unsicheres Kennwort betätigen, um beim nächsten Verbindungsaufbau die richtige User-ID/Paßwort-Kombination eingeben zu dürfen. Schließen Sie das Dialogfenster mittels Klick auf die OK-Schaltfläche.

... der automatische Verbindungsaufbau nicht mehr funktioniert?

Selbst bei üblicherweise problemlosem Betrieb kann es hin und wieder passieren, daß einmal ein Verbindungsaufbau - aus welchen Gründen auch immer - nicht von Erfolg gekrönt ist. In diesem Fall werden Sie in einem Dialogfenster gefragt, ob Sie die Auto-Wahl von diesem Standort deaktivieren wollen. Wenn Sie auch in Zukunft mit dem automatischen Verbindungsaufbau arbeiten wollen, sollten Sie als Antwort immer die Nein-Schaltfläche betätigen.

Wählen Sie jedoch die Ja-Schaltfläche, so ist es für die nächste Zeit um den automatischen Verbindungsaufbau geschehen. Um diesen erneut zu aktivieren, müssen Sie sich wieder ins Dickicht begeben, also das DFÜ-Netzwerk aufrufen. Hinter der Weiteres-Schaltfläche und den Benutzereinstellungen... finden Sie das Register Wählen. Dort müssen Sie beim Eintrag Neuer Standort (aktueller Standort)das Kontrollkästchen wieder markieren. Das Dialogfenster kann mittels Klick auf die OK-Schaltfläche geschlossen werden.

... man auf einen anderen Provider umschalten will?

Über die Schaltfläche Neu... im DFÜ-Netzwerk können Sie zusätzliche Telefonbucheinträge für weitere Wählleitungszugänge - z.B. zu anderen Providern - anlegen. Wie im Artikel beschrieben wurde, kommen Sie auch dabei um die Nachbearbeitung des neu erstellten Telefonbucheintrags nicht umhin (siehe Abschnitt Telefonbucheintrag nachbearbeiten). Anschließend können Sie sich beim manuellen Verbindungsaufbau im Feld Telefonbucheintrag aussuchen, zu welchem Wählleitungszugang die Verbindung beim Anklicken der Wählen-Schaltfläche aufgebaut werden soll.

Der automatische Verbindungsaufbau hat jedoch seine Eigenheiten: Wollen Sie auf einen anderen Wählleitungszugang umstellen, so reicht es nicht, den entsprechenden Telefonbucheintrag im DFÜ-Netzwerk-Fenster auszuwählen. Es reicht auch nicht, den Telefonbucheintrag auszuwählen und damit einen vollständigen Verbindungsaufbau durchzuführen. Sie müssen vielmehr den entsprechenden Telefonbucheintrag auswählen, damit einen vollständigen Verbindungsaufbau durchführen und schließlich noch mit einem Netzwerkklienten Daten über die bestehende Verbindung schicken. Erst dann wird beim nächsten automatischen Verbindungsaufbau der gewünschte Wählleitungszugang angewählt.