Schon wieder
Änderungen an den Wählleitungszugängen

von Robert Meixner (Ausgabe 97/2, Juni 1997)

 

Die Wählleitungszugänge des EDV-Zentrums haben sich in den letzten Jahren zu einem stark in Anspruch genommenen Service entwickelt. Um die nötige Servicequalität gewährleisten zu können, sind immer wieder Neuanschaffungen und Umbauten erforderlich. Auch dieses Jahr wurden bereits einige Änderungen vorgenommen, wobei für die nächsten Monate noch weitere Neuerungen geplant sind.

Die neuen Unet-Wählleitungszugänge: Euphorie und Desaster

Aufgrund des starken Wachstums der Benutzerzahlen - alleine im ersten Quartal dieses Jahres war ein Anstieg von 10 500 auf 14 500 Benutzer zu verzeichnen - kam es in der vergangenen Zeit trotz mehrfacher Aufstockung der Leitungsanzahl immer wieder zu Engpässen bei den Wählleitungszugängen, weshalb eine neuerliche Erweiterung der verfügbaren Kapazität erforderlich wurde.

Da die bisher verwendeten und sehr zufriedenstellend funktionierenden US Robotics-Modemracks (Modemrack = Kombination aus Modems und Terminalserver) nicht mehr hergestellt werden, wurde ein Umstieg auf eine andere Technologie erforderlich. Nicht zuletzt aufgrund positiver Erfahrungsberichte über den Einsatz von CISCO-Modemracks AS5200 an der TU Wien entschied man sich auch am EDV-Zentrum der Universität Wien dafür, Geräte dieses Typs zu beschaffen. Um nicht wieder nach der Erweiterung erkennen zu müssen, daß die zusätzlichen Leitungen den Engpaß zwar kurzfristig lindern, nicht aber längerfristig beheben, wurden gleich zwei Modemracks mit einer Kapazität von je 60 Leitungen erworben und die zur Verfügung stehende Leitungsanzahl somit von 45 auf 120 erhöht. Abgesehen von der quantitativen Verbesserung bieten die neuen Modemracks noch weitere Vorteile: Anstelle von bisher 28800 bps erlauben die neuen Modems eine maximale Verbindungsgeschwindigkeit von bis zu 33600 bps bei entsprechender Nachrüstung sogar bis zu 57600 bps - und sind darüber hinaus ISDN-tauglich (mehr zu 57600 bps und ISDN siehe unten).

Nach einer erfolgreich verlaufenen Testphase, in deren Rahmen die neuen Modemracks von mehreren Wiener Standorten aus mit verschiedenen Modemtypen auf die Probe gestellt wurden (während der jedoch bei weitem nicht das Lastaufkommen eines Vollbetriebs simuliert werden konnte), wurden Anfang März die alten gegen die neuen Modemracks ausgetauscht.

Wie sich bald herausstellte, hatte der großzügige Ausbau der Wählleitungszugänge aber auch Schattenseiten. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme traten die ersten Probleme auf: Trotz verstärkter Kontrollen (auch außerhalb der Dienstzeiten) der Wählleitungszugänge kam es durch mehr oder weniger gleichzeitige Abstürze der beiden Modemracks zu teilweise mehrstündigen Totalausfällen der Wählleitungszugänge - vor allem während der Nacht und an den Wochenenden. Seit kurzem sind diese Probleme jedoch behoben, sodaß zukünftig die erforderliche Servicequalität bei den Wählleitungszugängen gewährleistet sein sollte.

57600 bps

Die 57600 bps-Technologie ist noch relativ neu und wird hauptsächlich von zwei Herstellern - Rockwell (K56plus) und USRobotics (x2) - angeboten, deren Firmenstandards jedoch nicht kompatibel sind und deren Produkte deshalb nicht miteinander kommunizieren können. Vor einer Nachrüstung der Unet-Modemracks wird daher die bereits in Gang befindliche Standardisierung durch internationale Normierungsgremien abgewartet, um Investitionen in Equipment zu vermeiden, das womöglich in kürzester Zeit nicht mehr unterstützt werden wird.

ISDN

Die neuen Unet-Modemracks bieten zwar ISDN-Unterstützung an, aber aufgrund der Probleme mit den Terminalservern haben sich die internen ISDN-Tests des EDV-Zentrums verzögert. Daher kann derzeit noch kein genauer Termin für die Aktivierung des ISDN-Zugangs über die Unet-Wählleitungszugänge angegeben werden; die Aufnahme des ISDN-Betriebs wird jedoch rechtzeitig im Unet-Informationssystem publiziert werden.

Mailbox-Wählleitungszugänge

Für Benutzer des Mailbox-Services steht der offizielle Mailbox-Wählleitungszugang unter der Rufnummer 4078770 zur Verfügung. Einige Personen verwenden aber nach wie vor den Wählleitungszugang über den Terminalserver homer.univie.ac.at (Kopfnummer 4068971), dessen Auflassung schon mehrfach angekündigt wurde.

Im Rahmen einer Umstrukturierung und Neuordnung der Wählleitungszugänge wird nun die Zugangsmöglichkeit über diesen, schon in die Jahre gekommenen Terminalserver (der durch die Einstellung der anonymen Wählleitungszugänge überdies seine spezielle Funktion eingebüßt hat) aufgelassen. Als Termin für die Abschaltung der Homer-Wählleitungszugänge wurde der 1. Juni 1997 festgelegt. Die frei werdenden Modems werden dann in die offizielle Mailbox-Wählleitungsserie integriert; zusätzlich wird diese um einige Modems erweitert.

Benutzern, die nach wie vor über die Nummer 4068971 ins Internet einsteigen, sei ein rechtzeitiger Umstieg auf die offizielle Mailbox-Wählleitungsserie empfohlen, um mögliche Umstellungsschwierigkeiten nicht in erzwungene Internet-Abstinenz münden lassen zu müssen.

In der Regel sollte nur eine Änderung der Telefonnummer in der SLIP-/PPP-Software bzw. im Terminalprogramm (von 4068971 auf 4078770) notwendig sein. Bei einigen Benutzern könnte es jedoch aufgrund von Besonderheiten in den verwendeten Skript-Dateien notwendig werden, diese zu adaptieren bzw. gänzlich zu ersetzen.

Sollten Sie nicht wissen, wo die zu ändernde Telefonnummer zu finden ist, oder nach der Umstellung der Telefonnummer Probleme mit dem Internet-Zugang haben, finden Sie im Mailbox-Informationssystem alle nötigen Informationen.

ISDN

Auch für die Benutzer des Mailbox-Service sollen in absehbarer Zeit ISDN-Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden. Da die bisher im Einsatz stehenden Modems jedoch nicht ISDN-tauglich sind, muß in diesem Fall eine völlig neue Wählleitungsserie mit der Kopfnummer 4070511 eingerichtet werden. Nähere Details werden entsprechend dem Realisierungsstand des Projekts im Mailbox-Informationssystem bekanntgegeben.