Telefonie an der Universität Wien

von Peter Rastl (Ausgabe 97/1, Jänner 1997)

 

Die technische Entwicklung in der Telekommunikation läßt die ursprünglich getrennten Bereiche der Sprach- und der Datenkommunikation immer mehr zusammenwachsen. Diesem Umstand hat der Akademische Senat der Universität Wien Rechnung getragen, als er im März 1995 den Beschluß gefaßt hat, die Planungs- und Durchführungskompetenz im gesamten Bereich der Telekommunikation an der Uni Wien (Telefonie, Datennetze, audiovisuelle Systeme etc.) zur Gänze dem EDV-Zentrum zu übertragen. Während das EDV-Zentrum in den vergangenen Jahren ein leistungsfähiges Universitätsdatennetz aufbauen konnte und somit heute an fast allen Standorten der Universität eine befriedigende Infrastruktur für die Datenkommunikation zur Verfügung steht, hat sich die Telefonie an der Universität immer nur an den unmittelbar dringendsten Erfordernissen orientiert und folgte keiner übergreifenden Planung. Ein für einen längeren Zeitraum anwendbares, generelles Telefoniekonzept auszuarbeiten, war daher für das EDV-Zentrum die erste wichtige Aufgabe in diesem neuen Zuständigkeitsbereich.

Derzeit stehen für die Telefonie in den diversen Institutsgebäuden der Uni Wien mehr als 50 verschiedene Nebenstellenanlagen von ganz unterschiedlicher Ausstattung und Funktionalität im Einsatz. Manche wurden - zumeist im Zuständigkeitsbereich der Bundesbaudirektion - erst in jüngerer Zeit installiert und können noch etliche Jahre ihren Dienst versehen. Andere nähern sich bereits bedenklich dem Ende ihrer Lebenserwartung und müssen demnächst durch neue Anlagen ersetzt werden. Zwei wichtige Bereiche benötigen besonders dringend eine neue Nebenstellenanlage: Das Universitäts-Hauptgebäude, dessen Telefonanlage aus dem Jahr 1978 stammt und wegen ihres Alters kaum mehr gewartet werden kann, und der Universitätscampus Altes AKH (AAKH), auf den Ende 1997 nach Abschluß der baulichen Adaptierungen die ersten Institute der Geisteswissenschaftlichen Fakultät übersiedeln werden.

Bevor allerdings diese neuen Telefonanlagen angeschafft werden können, sollte die Universität Wien über ein generelles Konzept verfügen, welchen Anforderungen künftig Neuanlagen zu genügen haben, damit die Universität Wien eine konsistente moderne Telefon-Infrastruktur aufbauen kann. Dazu gehören standortübergreifende Funktionsmerkmale für die Benutzer ebenso wie praktikable Maßnahmen für eine Bewirtschaftung der Telefongebühren oder die Vernetzung der verschiedenen Universitätsgebäude durch bestehende Glasfaserkabel des Datennetzes. Die strukturellen und "politischen" Vorgaben für ein solches Konzept wurden unter der Federführung des EDV-Zentrums in einer vom Akademischen Senat eingesetzten Arbeitsgruppe ausgearbeitet, die neben wichtigen technischen Detailfragen ein besonderes Augenmerk auch den sensiblen Fragen der Erfassung und Weiterverrechnung der Telefongebühren sowie des Persönlichkeitsschutzes und des Datenschutzes widmete. Ein derartiges umfassendes Telefoniekonzept kann freilich nicht "nebenbei" von Angestellten des EDV-Zentrums, sondern nur von einem einschlägig tätigen Planungsbüro in Zusammenarbeit mit den betroffenen Benutzern ausgearbeitet werden.

Nach einer 1995 durchgeführten Vorstudie bereitete das EDV-Zentrum in der ersten Jahreshälfte 1996 eine öffentliche Ausschreibung für die Erteilung eines solchen Planungsauftrags vor. Mit der Planung, die vom Wissenschaftsministerium finanziert wird, wurde vor kurzem - als Bestbieter dieser Ausschreibung - die Firma PKG-Data Datenkommunikation und Netzwerktechnologie GmbH beauftragt. Der Planer hat nicht nur ein den Anforderungen der Universität entsprechendes generelles Telefoniekonzept auszuarbeiten, sondern wird auch die konkrete planerische Verantwortung für die unmittelbar anstehende Beschaffung neuer Telefonanlagen tragen: Bis Ende Jänner 1997 muß vom Planer ein Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung der Telefonanlagen für das Universitätshauptgebäude und den Universitätscampus AAKH vorgelegt werden, damit eine Installation dieser Systeme im Sommer 1997 erfolgen kann. Auch die Beschaffung aller künftigen Systeme wird sich dann nach den Vorgaben des generellen Telefoniekonzepts richten, sodaß mit der Zeit an der Uni Wien tatsächlich eine einheitliche Kommunikations-Infrastruktur, die alle Institutsgebäude einschließt, geschaffen werden kann.