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Publizieren imWWW auf den Servern des EDV-Zentrums

von Peter Marksteiner & Robert Meixner (Ausgabe 97/1, Jänner 1997)

 

Das WorldWideWeb (WWW) bietet die Möglichkeit, Inhalte in ansprechender Form zu verpacken und weltweit anzubieten. Weil immer mehr Firmen den enormen Werbeeffekt dieses Mediums erkannten, war das WorldWideWeb maßgeblich am Vordringen des Internet in den kommerziellen Bereich beteiligt - vorher wurde es vielfach als akademische Spielerei belächelt.

Heutzutage bieten jedoch nicht nur Firmen, Institute und Organisationen Informationen im WWW an: Immer mehr Einzelpersonen nützen diese Möglichkeit der Selbstdarstellung und gestalten eine "Personal Homepage" als elektronische Visitenkarte mit Angaben über sich selbst, zu ihrer beruflichen Tätigkeit, ihren privaten Interessen und Freizeitbeschäftigungen - oder was ihnen sonst noch am Herzen liegt.

Nachdem Institute schon seit längerer Zeit die Möglichkeit haben, im Rahmen des Info-Servers der Universität eigene Angebote im WWW zu präsentieren ( siehe Comment 95/3) , können jetzt alle Universitätsangehörigen ihre persönlichen Homepages veröffentlichen. In diesem Artikel werden die Schritte beschrieben, die notwendig sind, um zu einer Homepage zu gelangen - vom Organisieren der Werkzeuge zum Erstellen von HTML-Dokumenten bis hin zur Bekanntmachung in Adreßverzeichnissen.

Voraussetzungen

Das Publizieren im WWW ist in gewissem Sinne mit einem Handwerk vergleichbar: Es setzt das Vorhandensein von Handwerkszeug am Arbeitsplatz und gewissen Handfertigkeiten beim Handwerker voraus. Darüber hinaus benötigt man auch einen "Gewerbeschein" in Form einer Benutzungsberechtigung auf einem der WWW-Server des EDV-Zentrums. (Es steht Ihnen selbstverständlich frei, selbst einen WWW-Server zu betreiben; dabei sind allerdings in der Regel noch größere Hürden zu überwinden.)

Das EDV-Zentrum kann aufgrund der Höhe der Benutzerzahlen potentiellen Handwerkern keine individuelle Hilfestellung anbieten. Aber mit der notwendigen Eigeninitiative und bei Beachtung der folgenden Hinweise sollte das Publizieren im WWW kein allzu großes Problem darstellen.

Dokumente, die im WWW publiziert werden sollen, müssen im allgemeinen in der Seitenbeschreibungssprache HTML (Hyper Text Markup Language) verfaßt werden. Bei HTML-Dokumenten handelt es sich um reine Text-Dateien, in denen die zu veröffentlichende Information mittels HTML-Befehlen (Tags) aufbereitet wird. Die Befehle dienen u.a. der Auszeichnung (fett, kursiv etc.) und Formatierung (Überschriften, Absätze etc.) des Textes, dem Einbinden von Grafiken sowie der Realisierung von Verweisen (Links) auf andere Dokumente, bei denen es sich nicht unbedingt um HTML-Dateien handeln muß. Dadurch wird es auch möglich, Dokumente anderer Formate (wie z.B. Filmsequenzen, Tonmaterial) im WWW anzubieten.

Im vorliegenden Artikel wird hauptsächlich auf das Publizieren einfacher HTML-Dokumente sowie Grafiken eingegangen. Von einer Beschreibung weiterführender Techniken (z.B. Java-Scripts, Java-Applets) und der dafür erforderlichen Werkzeuge muß leider im Rahmen dieser Abhandlung aus Platzgründen Abstand genommen werden.

Benutzungsberechtigung

Das Publizieren von Dokumenten im WWW setzt den Zugang zu einem WWW-Server voraus. Institute haben - wie bereits erwähnt - die Möglichkeit, ihre Publikationen mittels des Info-Servers ( http://www.univie.ac.at/) im Internet zu präsentieren, benötigen dafür aber eine Benutzungsberechtigung (User-ID, Paßwort) für diesen Computer. Wie Ihr Institut zu einer solchen kommt, erfahren Sie von der WWW-Redaktion. Für größere Projekte mit speziellen Anforderungen (z.B. umfangreiche Datenbanken) ist der Unix-Timesharingrechner die geeignete Plattform.

Universitätsangehörigen wird das WWW-Service auf den Rechnern angeboten, die sie bisher schon zu anderen Zwecken (z.B. eMail-Service) in Anspruch nehmen konnten, wodurch ein neuerliches Beantragen von Benutzungsberechtigungen in der Regel vermieden werden kann. Universitätsbedienstete können folglich den WWW-Server am Mailbox-Rechner (http://www.univie.ac.at/ZID/mailbox/) verwenden, um ihre Werke im WWW zu verbreiten. Studierenden bietet der WWW-Server am Unet-Servicerechner (http://www.univie.ac.at/ZID/unet/) dieselbe Möglichkeit.

Universitätsbedienstete, die noch über keine Benutzungsberechtigung am Mailbox-Rechner verfügen, müssen diese mit dem am EDV-Zentrum erhältlichen Formular Ansuchen um Rechnerbenutzung beantragen. Ein WWW-basiertes Anmeldesystem ist in Vorbereitung. Studierende der Universität Wien können sich mit Hilfe des Unet-Anmeldesystems ( http://unet.univie.ac.at/anmeldung.html) eine Unet-Benutzungsberechtigung besorgen.

Handwerkszeug

Die Utensilien, die zum Entwerfen und Publizieren von Homepages benötigt werden, lassen sich in HTML-spezifisches Handwerkszeug und Internet-spezifisches Handwerkszeug untergliedern. Zusätzlich dazu sind meist noch weitere Hilfsmittel für ein effizientes Arbeiten erforderlich.

Die Beschaffung der Software sollte in der Regel - die erforderlichen Handfertigkeiten, also Internet-Kenntnisse vorausgesetzt - keine allzu großen Probleme bereiten: Eine breite Palette von entsprechenden Programmen ist im Internet verfügbar und kann mit jedem gängigen WWW-Browser auf den lokalen Arbeitsplatzrechner übertragen werden.

Bei der Auswahl des passenden Handwerkszeugs sind eher Schwierigkeiten zu erwarten: In diesem Bereich haben sich die Entwicklungen in letzter Zeit so überschlagen, daß für alle gängigen Betriebssystemplattformen eine fast unüberschaubare Produktvielfalt verfügbar ist. Dadurch ist es vielen Benutzern kaum noch möglich, den Überblick zu bewahren, geschweige denn, adäquate Werkzeuge auszuwählen.

Um diesen Umstand zumindest ein wenig zu lindern, werden auf den Internet-Software-Seiten des EDV-Zentrums (http://www.univie.ac.at/ZID/anleitungen/) ausgesuchte Freeware-Programme angeboten, die sich in Tests des EDV-Zentrums als brauchbar herausgestellt haben. Eine Unterstützung in der Bedienung der einzelnen Produkte kann allerdings nicht angeboten werden! Sollten Sie mit den Vorschlägen nicht zufrieden sein, können Sie sich im Internet umsehen. Als günstige Einstiegspunkte für die Suche bieten sich das TUCOWS-Archiv; siehe Artikel Softwarearchive auf dem FTP-Server der Universität Wien) sowie das SIMTEL.NET-Archiv an.

HTML-spezifisches Handwerkszeug

Zur Entwicklung von HTML-Dokumenten braucht man eigentlich nur einen einfachen Texteditor. Da jedoch der manuelle Entwurf der HTML-Dokumente mittels eines Texteditors langwierig und fehleranfällig ist sowie fundierte HTML-Kenntnisse voraussetzt, werden in letzter Zeit immer mehr spezielle Hilfsmittel angeboten, die das Erstellen von HTML-Dokumenten teilweise automatisieren und dadurch dem Benutzer einiges an Arbeit abnehmen:

  • HTML-Editoren erleichtern mit verschiedensten Interaktionstechniken (z.B. Schaltflächen, Symbolleisten, Kontextmenüs) das Gestalten von HTML-Dokumenten. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei um bessere Texteditoren, die zusätzlich das Einfügen von HTML-Tags ermöglichen. Das Spektrum reicht bis zu ausgefeilten WYSIWYG- (What You See Is What You Get) Werkzeugen mit integriertem WWW-Browser, die sofort anzeigen, was publiziert werden wird, und die im Bedienungskomfort sowie im Funktionsumfang mit neueren Textverarbeitungsprogrammen vergleichbar sind.
  • HTML-Konverter dienen dazu, bereits formatierte Dokumente (z.B. von Textverarbeitungsprogrammen) in HTML-Dokumente zu konvertieren. Abgesehen davon, daß längst nicht für alle gängigen Dateiformate Konverter existieren, ist die Qualität der erzeugten HTML-Seiten in der Regel nicht zufriedenstellend, sodaß man um eine Nachbearbeitung mit einem Texteditor bzw. HTML-Editor nicht umhin kommt. Dennoch wird das Publizieren von bereits existierenden Dokumenten im allgemeinen durch HTML-Konverter wesentlich erleichtert.
  • HTML-AddOns erweitern die Funktionalität von bestehender Software um HTML-bezogene Komponenten. Die Palette reicht von AddOns, die bestimmten Programmen (z.B. Tabellenkalkulationsprogrammen) das Abspeichern der Dokumente im HTML-Format ermöglichen, bis zu AddOns, die Textverarbeitungsprogramme (angeblich) in ultimative HTML-Universalwerkzeuge verwandeln. Da auch diese Hilfsmittel im allgemeinen noch nicht den nötigen Reifegrad erreicht haben, wird generell eine Nachbearbeitung der resultierenden HTML-Dokumente erforderlich sein.

Internet-spezifisches Handwerkszeug

Das Internet-spezifische Handwerkszeug ist notwendig, um die Distanz zwischen Ihrem Arbeitsplatzrechner und dem WWW-Server, auf dem die zu publizierenden Dokumente im Endeffekt abgelegt werden müssen, zu überbrücken.

  • WWW-Browser: Das wichtigste Werkzeug, das für das Reisen und das Publizieren im Internet benötigt wird, ist der WWW-Browser. Mit ihm kann man einen Großteil der Informationen, die im Internet angeboten werden, auf dem lokalen Arbeitsplatzrechner zur Anzeige bringen. Neben der Möglichkeit, Dokumente von Servern aus dem Internet abzurufen, erlauben WWW-Browser gemeinhin auch das Betrachten von lokal am Arbeitsplatzrechner gespeicherten Dokumenten. (Dies erleichtert u.a. das Entwickeln von HTML-Dokumenten, da diese zum Begutachten nicht zuvor via Internet auf einen WWW-Server transferiert werden müssen.) Darüber hinaus ist es mit den meisten WWW-Browsern möglich, nicht nur die in den HTML-Dokumenten verpackte Information anzusehen, sondern sich auch den Quellcode (Source) der betrachteten Dokumente zu Gemüte zu führen.
  • FTP-Klient: Ein FTP-Klient wird im betrachteten Kontext hauptsächlich für den Transfer von Dokumenten, die am Arbeitsplatzrechner entworfen wurden, auf den entsprechenden WWW-Server benötigt, kann aber natürlich auch für die Datenübertragung in der anderen Richtung, d.h. vom Server zum Arbeitsplatzrechner, eingesetzt werden.
  • Telnet-Klient: Mittels eines Telnet-Klienten können Sie sich - eine gültige Benutzungsberechtigung vorausgesetzt - am entsprechenden WWW-Server "einloggen", um Ihre HTML-Dokumente gegebenenfalls direkt mit einem der dort installierten Texteditoren zu entwickeln bzw. zu überarbeiten. Sie sollten allerdings beachten, daß das Arbeiten auf den in Frage kommenden WWW-Servern zumindest grundlegende Unix-Kenntnisse voraussetzt.

    Weitere Hilfsmittel

  • Texteditoren sind essentielle Hilfsmittel zur Bearbeitung von ASCII-Dateien, die in keinem Werkzeugkasten fehlen sollten. Sie sind für gewöhnlich bereits im Lieferumfang des Betriebssystems enthalten, weshalb vermutlich auch auf Ihrem Arbeitsplatzrechner ein Texteditor zu finden ist. Auf den in Frage kommenden WWW-Servern stehen mehrere unterschiedliche Texteditoren (z.B. pico, vi) zur Disposition. Da es sich bei HTML-Dokumenten um reine ASCII-Dateien handelt, können diese auch mit Texteditoren nachbearbeitet und sogar entwickelt werden. Man sollte sich dabei im klaren sein, daß das Arbeiten mit einem Texteditor dem Autor zwar das höchste Maß an Kreativität ermöglicht, jedoch die schwierigste und fehleranfälligste Art darstellt, HTML-Dokumente zu entwerfen. Anfängern wird empfohlen, generell vom Einsatz von Texteditoren bei der Entwicklung von HTML-Dokumenten Abstand nehmen.
  • Grafische Hilfsmittel: Der vernünftige Einsatz von Grafiken bei der Gestaltung von HTML-Dokumenten kann Ihrer Präsentation im WWW zusätzliche Reize verleihen sowie den Informationsgehalt erhöhen. Die gewünschten Bilder müssen allerdings zuvor unter Zuhilfenahme von grafischen Werkzeugen aufbereitet werden. Wollte man früher Inline-Bilder - das sind Bilder, die vom WWW-Browser mit dem restlichen Inhalt des Dokuments angezeigt werden - darstellen, mußte man sich auf das GIF-Format beschränken; die meisten neueren WWW-Browser unterstützen bereits zusätzlich das JPEG-Format. Sie benötigen also ein Grafikprogramm, das zumindest mit den beiden genannten Formaten umzugehen weiß. Sind zusätzliche grafische Effekte wie z.B. transparente GIFs, interlaced GIFs oder animierte GIFs gefragt, benötigt man oft weitere Hilfsmittel.

Handfertigkeiten

Die zum Publizieren notwendigen Handfertigkeiten hängen im Detail stark von der bevorzugten Arbeitsweise und von den vorhandenen Werkzeugen ab. Unabhängig davon werden auf jeden Fall - abgesehen von Erfahrung im Umgang mit dem Arbeitsplatzrechner - Internet-Basiswissen, Handfertigkeit in der Bedienung der Werkzeuge, Unix-Basiskenntnisse sowie HTML-Kenntnisse benötigt.

Internet-Basiswissen

Durch ein breites Angebot an einfach zu bedienender Software wird zwar der Zugriff auf das Internet mit immer weniger Hintergrundwissen möglich, jedoch erfordert das Publizieren im WWW nach wie vor ein gewisses Maß an Internet-Basiswissen. Man sollte einerseits verstehen, was das Internet überhaupt ist, und andererseits zumindest mit WWW, FTP und Telnet umgehen können. So ist es zum Beispiel grundlegend zu wissen, welche Dateiformate mit FTP im ASCII-Modus und welche im BINARY-Modus übertragen werden müssen.

Die genannten sowie weitere nützliche Kenntnisse werden in Kursen des EDV-Zentrums vermittelt. Das erforderliche Wissen kann aber auch durch das Studium fachspezifischer Literatur erworben werden; jedoch erschwert im Buchhandel bereits eine Flut von Werken zum Thema Internet die Auswahl, weshalb auch in der Servicestelle des EDV-Zentrums ein Internet-Handbuch angeboten wird.

Bedienung des Handwerkszeugs

Ein effizienter Umgang mit den gewählten Werkzeugen setzt in der Regel Kenntnisse im Umgang mit dem Arbeitsplatzrechner und - im Falle von Internet-spezifischem Handwerkszeug - das bereits erwähnte Internet-Basiswissen voraus. Alle für die Bedienung des Hilfsmittel zusätzlich erforderlichen Kenntnisse müssen durch die Lektüre der Dokumentation sowie durch Konsultationen des Online-Hilfesystems der verwendeten Software erarbeitet werden. Hin und wieder enthalten auch README- bzw. LIESMICH-Dateien ganz nützliche Informationen, die im Falle von Schwierigkeiten weiterhelfen können. Als letzter Ausweg bei Problemen mit dem Handwerkszeug bietet sich die direkte Kontaktaufnahme mit dessen Hersteller an.

Unix-Basiskenntnisse

Wenn Sie Ihre HTML-Dokumente direkt am jeweiligen WWW-Server entwickeln bzw. überarbeiten wollen, sind Unix-Basiskenntnisse unerläßlich. Auch in diesem Bereich werden vom EDV-Zentrum Kurse sowie ein entsprechendes Handbuch angeboten. Darüber hinaus führen die meisten Buchhandlungen eine breite Palette von Fachliteratur zum Thema Unix. Auch wenn Sie nicht bereit sind, sich mit Unix auseinanderzusetzen, sollten Sie sich folgendes Faktum - durch dessen Kenntnis Sie sich eine Menge Ärger ersparen können - einprägen:

Computer, die unter dem Betriebssystem Unix laufen, haben die Eigenschaft, zwischen Groß- und Kleinbuchstaben zu unterscheiden. Sie sollten daher bei User-ID, Paßwort, bei Befehlen, bei Parametern sowie bei Verzeichnis- und Dateinamen auf die exakte Schreibweise achten.

HTML-Kenntnisse

Selbst wenn Sie mit fortschrittlichem HTML-spezifischem Handwerkszeug arbeiten, sind grundlegende HTML-Kenntnisse auf jeden Fall vonnöten - sei es nur, um nachträgliche Korrekturen in HTML-Dokumenten durchführen zu können. Wollen Sie HTML-Dokumente allerdings mit einem einfachen Texteditor entwickeln oder spezielle, mit anderen Werkzeugen nicht realisierbare Effekte erzielen, werden Sie sich notgedrungen profundere HTML-Kenntnisse aneignen müssen.

Egal, ob Sie sich nun mit HTML-Grundkenntnissen zufrieden geben oder ob Sie HTML-Experte werden wollen, es steht eine Menge einander hervorragend ergänzender Möglichkeiten zur Verfügung, um sich mit der Sprache HTML vertraut zu machen: Einerseits bietet sich die Möglichkeit, die vom EDV-Zentrum organisierten Kurse Einführung in das Erstellen von Webpages - Teil 1, 2 & 3 (siehe Kursprogramm auf Seite 37) zu besuchen. Andererseits kann man im Internet selbst eine Fülle von Dokumenten zum Thema HTML finden. Die Angebotspalette reicht vom HTML-Schnellsiedekurs für Neulinge, die ihr Konterfei möglichst rasch von ihrer Homepage lächeln sehen möchten, bis hin zu seriösen Publikationen, aus denen selbst HTML-Profis noch einiges lernen können. Stellvertretend für die Unzahl dieser Werke werden hier nur einige angeführt:

Sehr lehrreich ist auch das Studium von gut entworfenen HTML-Dokumenten. Alle gängigen WWW-Browser erlauben zum einen das Abspeichern des gerade betrachteten Dokuments als HTML-Datei (die anschließend mit einem entsprechenden Hilfsmittel wieder geöffnet werden kann) und zum anderen das direkte Öffnen des zugrundeliegenden HTML-Dokuments in einem Texteditor. Darüber hinaus können Sie sich noch in eines der unzähligen Fachbücher zum Thema HTML vertiefen.

Vorgangsweise

 

Allgemeine Vorgangsweise

Am Mailbox-Rechner und am Unet-Servicerechner müssen durch den jeweiligen Benutzer Vorbereitungen getroffen werden. Am Info-Server sind hingegen keine Vorbereitungen erforderlich, da diese bereits bei der Vergabe der Benutzungsberechtigung durchgeführt werden. Nach Abschluß der notwendigen Vorarbeiten können nun entweder die zu publizierenden HTML-Dokumente direkt am Server entworfen und/oder bereits am Arbeitsplatzrechner entwickelte HTML-Dokumente auf den jeweiligen Server übertragen werden. Nachdem Sie anschließend die Dokumente zu Testzwecken vom Server abgerufen, dabei entdeckte Fehler gegebenenfalls direkt am Server korrigiert und Ihr Werk für publizierbar befunden haben, können Sie es - soferne Sie wollen - der Öffentlichkeit bekanntmachen.

Vorbereitungen am Server

Die Vorbereitungen, die sowohl am Mailbox-Rechner als auch Unet-Servicerechner durchzuführen sind, beschränken sich auf das Anlegen eines Unterverzeichnisses mit dem Namen html im Stammverzeichnis (= Verzeichnis, in dem sich der Benutzer nach dem Login-Vorgang befindet) des Benutzers am Server. In diesem Verzeichnis müssen in Folge die zu publizierenden Dateien abgelegt werden, um sie via Internet der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Auf beiden Servern sind Werkzeuge verfügbar, die einerseits dem Benutzer die dafür erforderlichen, manuell durchzuführenden Schritte abnehmen und andererseits gleich eine Standard-Homepage anlegen, die anschließend nach Belieben modifiziert werden kann. Mailbox-Benutzer finden das entsprechende Hilfsmittel unter http://mailbox.univie.ac.at/www-homepage-anlegen.html, Unet-Benutzer müssen nur http://unet.univie.ac.at/www-homepage-anlegen.html abrufen.

HTML-Dokumente entwickeln

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, HTML-Dokumente zu entwerfen. HTML- sowie Unix-Fundamentalisten schwören zum Beispiel auf das Arbeiten via Telnet und mittels des Texteditors "vi" direkt am Server. Neueinsteiger und Benutzer von Wählleitungszugängen sollten jedoch von dieser Variante gänzlich Abstand nehmen. Diesen Benutzergruppen sei die folgende, vielfach bewährte Methode ans Herz gelegt, die überwiegend in der gewohnten Umgebung des Arbeitsplatzrechners durchgeführt werden kann:

Begeben Sie sich mit Ihrem WWW-Browser auf einen kleinen Streifzug durch das WWW. Bei der erstbesten Seite, die Ihnen gefällt, machen Sie halt und speichern diese lokal auf Ihrem Arbeitsplatzrechner als HTML-Datei ab, um sie als Vorlage für Ihre Dokumente heranziehen zu können. Öffnen Sie die Vorlage anschließend gleichzeitig mit einem HTML-Editor und Ihrem bevorzugten WWW-Browser (sofern Sie nicht ohnehin über einen Editor mit integriertem Browser verfügen). So können Sie den Effekt von Änderungen, die Sie mit dem HTML-Editor durchführen, unmittelbar nach dem Zwischenspeichern des Dokuments überprüfen. Verändern Sie die Vorlage sukzessive so lange, bis Sie mit dem Dokument, das der WWW-Browser darstellt, zufrieden sind. Wenn Sie besondere Effekte erzielen wollen, die mit dem verwendeten Werkzeug nicht realisierbar sind, können Sie die resultierende HTML-Datei mit einem Texteditor öffnen und die erforderlichen Modifikationen von Hand durchführen. Es wird empfohlen, das Ergebnis der Bemühungen nicht nur mit dem persönlich bevorzugten WWW-Browser zu begutachten, sondern auch mit einem oder mehreren anderen gängigen Browsern einer optischen Kontrolle zu unterziehen, um sicherzustellen, daß sich die Seite - auch mit einem anderen Browser betrachtet - sehen lassen kann.

Dokumente auf den Server transferieren

Ihre fertigen Werke müssen Sie anschließend mit einem FTP-Klienten auf den entsprechenden Server transferieren. Dabei ist zu beachten, daß die erste Seite Ihrer HTML-Dokumente - also die eigentliche Homepage - index. html benannt werden sollte. Ein gegebenenfalls notwendiges Umbenennen kann im Rahmen des Transfers oder nach dem Transfer mit dem FTP-Klienten erfolgen. Vergessen Sie nicht, daß HTML-Dokumente im ASCII-Modus, Bilder o.ä. jedoch im Modus BINARY übertragen werden müssen.

Abrufen der Dokumente

Nach dem Übertragungsvorgang sind Ihre Dokumente im allgemeinen - die Kenntnis der richtigen URLs vorausgesetzt - aus dem gesamten Internet mit jedem WWW-Browser abrufbar. Da es in der Regel jedoch noch keinen Verweis auf Ihre Homepage geben wird, werden sogar Sie selbst in Ihrem WWW-Browser den URL (Uniform Resource Locator) Ihrer Homepage als "Location" angeben müssen, um sich diese anzusehen:

Mailbox- und Unet-Benutzer müssen nach dem Protokoll und dem Hostnamen des jeweiligen WWW-Servers (also nach <http://mailbox.univie.ac.at/>bzw. <http://unet.univie.ac.at/>) das Tilde-Symbol (also ~) und daran anschließend ihre User-ID am entsprechenden Rechner (z.B. a0815maa bzw. a0815333) angeben, damit der URL im Endeffekt folgendermaßen aussieht: <http://mailbox.univie.ac.at/~a0815maa> bzw. <http:// unet.univie.ac.at/~a0815333>.

Die URLs am Info-Server sehen etwas anders aus: Was nach <http://www.univie.ac.at/> kommt, ist bei der Vergabe der Benutzungsberchtigung in gewissem Rahmen frei wählbar und muß mit dem WWW-Administrator vereinbart werden. Darüber hinaus sind auch nachträgliche Änderungen möglich.

Gleich beim erstmaligen Abrufen der Dokumente sollten Sie kontrollieren, ob alle Verweise auch am Server funktionieren, alle Bilder dargestellt werden etc.

Korrekturen direkt am Server

Wenn Sie über die nötigen Kenntnisse verfügen, können Sie kleine Korrekturen in den HTML-Dokumenten direkt am Server durchführen. Sie ersparen sich so ein neuerliches Übertragen der betroffenen Dokumente und können den Effekt von Änderungen unmittelbar überprüfen, was vor allem bei der Richtigstellung von fehlerhaften Verweisen von Vorteil ist. Dazu müssen Sie sich mit einem Telnet-Klienten am entsprechenden Server "einloggen" und das gewünschte Dokument mit einem der am Server zur Verfügung stehenden Texteditoren (z.B. pico) bearbeiten.

Veröffentlichen der HTML-Dokumente

Auch die schönste Homepage macht wenig Sinn, wenn niemand weiß, wo man sie finden kann. Deshalb besteht die Möglichkeit, einen Verweis auf Ihre Homepage in die verschiedenen Personenverzeichnisse und Suchsysteme eintragen zu lassen.

Studierende können einen Link auf ihre Homepages ins Unet-Adreßbuch eintragen, das im Artikel Happy Birthday Unet beschrieben ist. Dazu dient das WWW-Formular http://unet.univie.ac.at/adressbuch-registrierung.html.

Universitätsangestellte können ihre Homepage registrieren, sodaß sie bei einer Recherche im Online-Personalverzeichnis ( http://www.univie.ac.at/UNI-Daten/pers.html) aufscheint. Das geschieht mittels des WWW-Formulars http://www.univie.ac.at/UNI-Daten/homepage-registrierung.html. Auch über die Homepage des Mailbox-Rechners ( http://mailbox.univie.ac.at/) gelangt man leicht zu diesem Formular. Anders als bei der Eintragung ins Unet-Adreßbuch können hier Homepages eingetragen werden, die sich auf beliebigen Rechnern befinden, nicht nur auf dem Mailbox-Rechner. Zur Eintragung benötigt man aber auf jeden Fall User-ID und Paßwort am Mailbox-Rechner.

Für Homepages von Instituten gibt es derzeit keine Möglichkeit der Selbstregistrierung. Um im Online-Institutsverzeichnis einen Verweis auf eine Institutsseite mittels "WWW-Button" eintragen zu lassen, genügt eine kurze Mitteilung an die WWW-Redaktion ( WWW-EDIT.EDV-ZENTRUM@UNIVIE.AC.AT). Ins Online-Institutsverzeichnis können allerdings nur WWW-Seiten von Instituten eingetragen werden, nicht die von Abteilungen oder Projekten. Verweise auf solche Seiten werden sinnvollerweise auf den jeweiligen Instituts-Homepages eingetragen; dazu wende man sich an die Betreuer der jeweiligen Seiten.

Richtlinien

Ohne ein gewisses Maß an Regeln und Vorschriften geht fast nichts auf dieser Welt, auch nicht das Publizieren von Homepages:

  • Der Inhaber einer Benutzungsberechtigung auf einem der Rechnersysteme des EDV-Zentrums ist für den Inhalt der Dokumente, die unter seiner User-ID abgelegt werden, verantwortlich. Sein Name muß auf jedem Dokument deutlich vermerkt sein. Anonyme und pseudonyme Dokumente sind nicht gestattet.
  • Einschlägige Gesetze und Verordnungen müssen eingehalten werden: Daß z.B. Homepages nicht zum Verbreiten von Kinderpornographie oder von Raubkopien lizenzpflichtiger Software verwendet werden dürfen, versteht sich wohl von selbst.
  • Ausgeschlossen sind kommerzielle Nutzung und Nutzung durch Dritte. Wer neben seiner universitären Tätigkeit auch z.B. Generalsekretär des Vereins der Murmeltierzüchter ist, darf gerne in seiner Homepage auf diese Funktion hinweisen und einen Link auf WWW-Seiten dieses Vereines anlegen. Es muß aber klar sein, daß es sich um seine persönliche Homepage handelt und nicht um die des Murmeltierzüchterverbandes.

    Die Details der jeweiligen Richtlinien sind folgenden Online-Dokumenten zu entnehmen:

  • Für persönliche Homepages (Studierende und Angestellte):

    http://mailbox.univie.ac.at/richtlinien-www-homepage.html

  • Für WWW-Seiten von Instituten und Abteilungen:

    http://www.univie.ac.at/UNI-Daten/richtlinien.html

Da es sich bei Instituts-Homepages gewissermaßen um offizielle Informationen handelt, sind die Richtlinien etwas restriktiver, aber auch hier sollen der Kreativität und dem Gestaltungswillen der Webpage-Designer keine allzu engen Grenzen gesetzt werden. Die im Comment 95/3 angestrebten Ziele wie einheitliches Layout, einheitliche Organisation des Informations-Angebots usw. lassen sich wegen der Heterogenität der Universität Wien wohl kaum verwirklichen.

Unabhängig von allen Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften sollte man folgendes bedenken: Mit einer Homepage stellt man sich der Welt vor, und der potentielle Leserkreis umfaßt Freunde, Kollegen, Vorgesetzte, Ehegatten und zukünftige Arbeitgeber. Die strengsten Richtlinien und die höchsten Anforderungen sollten die sein, die man an sich selbst stellt.