Unix Campuslizenzabkommen

(Ausgabe 96/2, Juni 1996)

 

Ende 1994 war es soweit. Nach zum Teil langwierigen Verhandlungen war es gelungen, mit den fünf wichtigsten Herstellern von Unix-Workstations (Sun, HP, IBM, DEC, SGI) Campuslizenzabkommen abzuschließen. Die Verträge unterschieden sich zwar im Umfang des Softwareangebotes und hinsichtlich der vertraglichen Bedingungen, waren aber im wesentlichen vergleichbar. Schon bald tauchten jedoch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Lizenzabkommen bei Sun und IBM auf.

Die Firma Bacher, die österreichische Vertretung von Sun Microsystems für den akademischen Bereich, ist seit mehr als einem Jahr nicht imstande, den im Leistungsumfang des Vertrages enthaltenen C-Compiler zu liefern. Auch war es bis jetzt nicht möglich, zu einer Einigung über einen Wartungsvertrag für das Jahr 1996 zu kommen. Die Kosten für das von der Firma Bacher vorgeschlagene Wartungsabkommen sind so hoch, daß eine Vertragsunterzeichnung derzeit nicht in Sicht ist. Gegenwärtig verfügt das EDV-Zentrum zwar noch über etwa 10 Lizenzen für Sun-Workstations, kann aber keine Zusagen machen, daß mit dem Erwerb einer derartigen Lizenz auch die Verfügbarkeit von neuen Softwareversionen in den nächsten Jahren verbunden ist.

Monatelange Wartezeiten auf die neuesten Softwareprodukte und die für die einzelnen Produkte erforderlichen License Keys prägten das Bild bei der Abwicklung des Lizenzabkommens mit der Firma IBM. Nach langen und hartnäckigen Interventionen ist das EDV-Zentrum derzeit im Besitz der aktuellsten AIX-Version. Das zuletzt abgeschlossene Campuslizenzabkommen ist vor kurzem ausgelaufen. Über den Abschluß eines neuen Abkommens wird derzeit verhandelt.

Eine Änderung ist bei Silicon Graphics - einer der Firmen, bei denen die Umsetzung des Abkommens klappt - in Sicht. Voraussichtlich wird in Zukunft die Distribution österreichweit vom EDV-Zentrum der TU Wien durchgeführt. Sobald diese Regelung fix ist, werden die davon betroffenen Benutzer verständigt werden.

Generell ist das EDV-Zentrum nach wie vor interessiert, Campuslizenzen für Unix-Workstations anzubieten, allerdings nur, wenn die folgenden Bedingungen gegeben sind:

  • Das Campuslizenzabkommen führt zu deutlichen finanziellen Vorteilen für die Besitzer der Workstations.
  • Der Hersteller ermöglicht eine zufriedenstellende Distribution der Software. Mehrmonatige Wartezeiten auf Softwarekomponenten, die für den Betrieb von neuen Maschinen erforderlich sind, können nicht akzeptiert werden.
  • Das EDV-Zentrum ist im Prinzip bereit, wie bisher für die Distribution der Software und der License Keys zu sorgen, wenn sich der administrative Aufwand in Grenzen hält.

Wir hoffen noch immer, daß dies mit den wichtigsten Herstellern möglich sein wird, können aber auch nicht ausschließen, daß es für manche Plattformen keine Vereinbarungen mehr geben wird. Ansprechpartner für alle Fragen hinsichtlich Unix-Campuslizenzen ist nun Herr Wienerroither (Tel.: 4065822-440, eMail: PETER.WIENERROITHER@UNIVIE.AC.AT).