Erneuerung der VM-Rechenanlage
Fortsetzung

(Ausgabe 97/2, Juni 1996)

 

Hardware

Wie bereits in den letzten Nummern des Comment berichtet, wurden zur Erneuerung der Hardwarekomponenten der VM-Rechenanlage im Herbst 1995 drei EU-weite Ausschreibungen durchgeführt. Die am 22. Jänner 1996 zusammengetretene Vergabevorschlagskommission traf schon in ihrer ersten Sitzung folgende Entscheidungen hinsichtlich der anzuschaffenden Komponenten:

Zentraleinheit

Für die Zentraleinheit lagen Angebote der Firmen Comparex und IBM-Österreich vor. Die Vergabevorschlagskommission gab hier dem Angebot der Firma Comparex den Vorzug. Bei dem von Comparex angebotenen Rechnersystem handelt es sich um jene Comparex 99/721, die bereits seit Jänner 1995 im EDV-Zentrum installiert ist. Somit bleibt uns die seit Anfang 1995 im Einsatz befindliche Zentraleinheit erhalten; allerdings - dank der Ausschreibung - zu einer drastisch reduzierten monatlichen Miete. Die einzige Änderung an der Maschine ist der mittlerweile erfolgte Austausch von 8 parallelen Kanälen gegen ESCON-Kanäle, womit der Rechner, wie in der Ausschreibung verlangt, über 16 ESCON und 16 parallele Kanäle verfügt. Die Maschine besitzt zwei Prozessoren und 512 MB Hauptspeicher.

Plattensubsystem

Für das Plattensubsystem wurden fünf Angebote von vier Firmen abgegeben. Die Vergabevorschlagskommission entschied sich nach eingehender Diskussion für das Angebot der Firma IBM Österreich. Diese bietet ein IBM RAMAC 2 Array Subsystem, bestehend aus einer Steuereinheit IBM 9394-002 und 16 Platteneinschüben IBM 9395-B23, an. Das Plattensubsystem enthält mehr als ein GB Cache, der sich auf 256 MB in der Steuereinheit und 16 x 64 MB in den Platteneinschüben verteilt. Die Steuereinheit verfügt über 4 ESCON-Kanalanschlüsse. Insgesamt stehen somit 64 Volumes des Formats 3390-3 zur Verfügung, was einer Bruttokapazität von 180 GB entspricht. Die Platteneinschübe enthalten jeweils vier zu einer RAID 5 Arraygruppe zusammengefaßte Plattenlaufwerke, die jeweils 4 Volumes emulieren. Der Einsatz von RAID 5 bewirkt, daß die Daten und ein zusätzlicher Paritätsbereich so auf den Platten verteilt werden, daß selbst bei einem völligen Ausfall einer physischen Platte kein Datenverlust auftritt und sogar ohne Unterbrechung weitergearbeitet werden kann. Das Plattensubsystem wurde Anfang März geliefert und bald darauf in Betrieb genommen.

Kassettenarchivsystem

Bei Anbotseröffnung lagen drei Angebote für ein Kassettenarchivsystem vor. Auch hier erhielt IBM Österreich den Zuschlag. Das angebotene Kassettenarchivsystem der Type IBM 3494 besitzt 6 IBM 3590 "Magstar" Bandlaufwerke. Jeweils 3 Laufwerke können vom Mainframe über ESCON-Kanäle bzw. von einem Backupserver über SCSI-2 angesprochen werden. Die IBM 3590 Laufwerke arbeiten mit Kassetten, die eine Kapazität von 10 GB (unkomprimiert) aufweisen. In der angebotenen Konfiguration finden 1250 Kassetten Platz. Das Laden und Entladen der Kassetten erfolgt, vom angeschlossenen Rechner gesteuert, durch einen fahrbaren Greifer. Dies erlaubt es, zu jeder Tages- und Nachtzeit Datensicherungen durchzuführen, ohne daß der Eingriff eines Operators erforderlich ist. Die ersten Teile des Kassettenarchivsystems wurden im April geliefert. Vollständig wird das System erst Ende Oktober zur Verfügung stehen.-

Software

Nach vielen Jahren der Ruhe kommen jetzt wieder einige größere Änderungen in zwei Bereichen der Software. Einerseits muß das Betriebssystem den Anforderungen der neuen Hardware angepaßt werden, und andererseits soll das Datenbanksystem SQL/DS auf den neuesten Stand gebracht werden.

Betriebssystem

Schon seit längerem war der Umstieg auf die neueste Version des Betriebssystems VM - und zwar VM/ESA Version 2 - geplant. Verzögerungen bei der Softwarelieferung verhinderten aber, daß der Betriebssystemwechsel schon 1995 vollzogen werden konnte. Die Inbetriebnahme des inzwischen gelieferten neuen Plattensubsystems erforderte aber ein Ersetzen einzelner Betriebssystemkomponenten durch die entsprechenden neuen Versionen. Es zeigte sich, daß dies geschehen konnte, ohne die für die Benutzer relevanten Teile des Betriebssystems zu verändern. Durch diese teilweise Aufrüstung des Betriebssystems ist es voraussichtlich möglich, die weitere Migration zu VM/ESA Version 2 deutlich benutzerfreundlicher als ursprünglich vorgesehen war, zu gestalten. Allerdings ist mit diesem zweiten Schritt nicht vor Sommer 1996 zu rechnen.

SQL/DS Version 3

Das Datenbanksystem SQL/DS Version 2 auf der VM-Rechenanlage wird bis Jahresende durch die Version 3 ersetzt. Die unter der Version 2 bestehenden Benutzerbereiche (DBSPACES), welche großteils nicht mehr benötigt werden, werden jedoch nicht automatisch übernommen, sondern nur auf ausdrücklichen Wunsch der Besitzer. Alle Benutzer von SQL/DS werden daher um Mitteilung ersucht, ob sie unter SQL/DS Version 3 weiterarbeiten wollen und ihre Datenbereiche auf diese Version übernehmen möchten (eMail: DIETER.KOEBERL@UNIVIE.AC.AT).