Unet - Einsichten und Aussichten

von Robert Meixner (Ausgabe 96/2, Juni 1996)

 

Am ersten Februar dieses Jahres wurde der Probebetrieb von Unet [ju:net], dem Internet-Service für alle Studierenden an der Uni Wien, beendet und der reguläre Betrieb aufgenommen. Die rasante Steigerung der Benutzerzahlen, die sich bereits während des Probebetriebs abzeichnete, hat sich bis heute weiter fortgesetzt, obwohl bisher mit keinen besonderen Werbemaßnahmen auf die Existenz von Unet aufmerksam gemacht wurde.

Grenzenloses Wachstum?

Vom Beginn des Probebetriebs (Ende Oktober 1995) bis zur offiziellen Betriebsaufnahme am 1. Februar 1996 hatten sich bereits etwa 1700 Studierende angemeldet. Trotz der Semesterferien stieg die BenutzerInnenzahl im Februar auf ca. 2700 und bis Ende März auf rund 4000, wobei an Spitzentagen bis zu 80 Anmeldungen verzeichnet wurden. Abgesehen von einigen Reklamationen, die einerseits auf Fehlern in den Stammdaten und andererseits auf dem Unvermögen einiger StudentInnen, sich ihre Stammdaten zu merken oder diese - wie im erklärenden Text zum Formular gefordert - von einer Inskriptionsbestätigung bzw. einem Studienbuchblatt abzutippen, beruhten, hat sich das WWW-basierte Unet-Anmeldesystem (URL http://unet.univie.ac.at/anmeldung.html) bewährt.

Im selben Ausmaß wie die BenutzerInnenzahlen stieg auch die Anzahl der interaktiven Zugriffe auf den Unet-Servicerechner, der Zugriffe auf den POP-Server sowie die Nutzung der Internet-Wählleitungszugänge. Nur die Inanspruchnahme des Unet-Infosystems (URL http://unet.univie.ac.at/infos-index.html) folgte diesem Trend leider nicht, sodaß immer häufiger Anfragen an das eigentlich für Anregungen und Fehlermeldungen vorgesehene Unet-Helpdesk (eMail: HELPDESK@UNET.UNIVIE.AC.AT) gerichtet werden, die sich die BenutzerInnen durch einen Blick ins Unet-Infosystem selbst hätten beantworten können.

Grenzen des Wachstums!

Die wachsenden Benutzerzahlen haben die "Arbeitsplatzsituation" weiter verschärft. Zwar verfügen einige Institute über eine ausreichende Anzahl von EDV-Geräten, die teilweise sogar der "Öffentlichkeit" zugänglich gemacht wurden; in anderen Bereichen sind jedoch nach wie vor überhaupt keine Computerarbeitsplätze für Studierende vorhanden. Teilweise griffen die Studierenden auch zur Selbsthilfe: z.B. wurden die OPAC-Zugänge an der Universitätsbibliothek kurzerhand zu Unet-Terminals umfunktioniert, und einige StudentInnen versuchten sogar über ihre Benutzungsberechtigungen an der VM-Rechenanlage auf den Unet-Servicerechner zuzugreifen. Diese Ansätze waren jedoch einerseits aus organisatorischen und andererseits aus technischen Gründen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und obwohl in den Publikationen des EDV-Zentrums immer wieder auf die prekäre Raumsituation hingewiesen wurde, drängt nach wie vor ein großer Teil der Studierenden in die PC-Räume des EDV-Zentrums, die bereits jetzt so überlastet sind, daß sinnvolles Arbeiten kaum noch möglich ist.

Es muß daher nochmals darauf hingewiesen werden, daß der Unet-Zugang derzeit nur genutzt werden kann, wenn man z.B. an einem Institut über einen Computerarbeitsplatz mit Netzwerkanschluß verfügt oder wenn von zu Hause mittels Arbeitsplatzrechner und Modem ein Zugriff auf Unet über Wählleitung möglich ist.

Zumindest etwas erfreulicher als das Angebot an EDV-Arbeitsplätzen hat sich die Situation hinsichtlich der Beratung und Betreuung der BenutzerInnen entwickelt. Nachdem der PC-Sektor dieses Bereiches durch die Firma Comp Delphin (1090, Türkenstraße 11) abgedeckt wird, konnte mit der Firma WellComp (1090, Kolingasse 10) ein kompetenter Partner zur Betreuung von Macintosh-BenutzerInnen gewonnen werden. Beide Firmen bieten u.a. für den Unet-Wählleitungszugang vorkonfigurierte Internet-Pakete zum "Selbstkostenpreis" an. Darüber hinaus sind in den Geschäftslokalen Unet-Vorführ- bzw. Unet-Anmeldemöglichkeiten vorhanden. Über das weitere Unet-spezifische Leistungsangebot der beiden Firmen kann man sich unter den URLs http://unet.univie.ac.at/CompDelphin.html bzw. http://unet.univie.ac.at/WellComp.html informieren.

Leider ist jedoch von den Maßnahmen zur Bereitstellung von Informationsmaterial und zur Errichtung einer Betreuungsinfrastruktur, die von der HochschülerInnenschaft an der Uni Wien angekündigt wurden, nach wie vor überhaupt nichts zu bemerken. Diese dürften offenbar den durch das Sparpaket ausgelösten streikbedingten "CyberStürmen", Parlamentsvisiten sowie den häufigen Innenstadt- und Gürtelspaziergängen zum Opfer gefallen sein.

Wachstumsprognosen ...

Die aufgezeigten Problemkreise können nur längerfristig und nur in Zusammenarbeit mit anderen Universitätseinrichtungen (Institute, ÖH etc.) in den Griff bekommen werden. Andere derzeit noch bestehende Einschränkungen sind hingegen wesentlich einfacher zu beheben: So wird z.B. an der Realisierung eines eMail-Adressenverzeichnisses gearbeitet, in das sich die Studierenden auf freiwilliger Basis eintragen können. Es laufen auch Vorbereitungen, um den StudentInnen das Publizieren eigener Homepages zu ermöglichen. Weiters wird ständig an der Erweiterung des Informationsangebotes im Unet-Infosystem gearbeitet. Zur Erleichterung der Anmeldung wurde im PC-Raum im Erdgeschoß des NIG (Stiege III) ein Anmeldecomputer aufgestellt, der natürlich auch Zugang zum Unet-Infosystem bietet.

... und andere Aussichten

Das EDV-Zentrum wird weiterhin konsequent an den noch offenen Problemen arbeiten und steht auch Anregungen zum Thema Unet offen gegenüber. Diese können - wie Beschwerden und Fehlermeldungen (aber keine allgemeinen Fragen zur Benutzung von Unet) - an das Unet-Helpdesk gerichtet werden, das unter der eMail-Adresse HELPDESK.ZID@UNIVIE.AC.AT erreichbar ist.