Datenbanken für Einsteiger
Einige grundlegende Begriffe

von Dieter Köberl (Ausgabe 96/2, Juni 1996)

 

Eine Datenbank ist eine geordnete Zusammenstellung von Daten (Texte, Zahlen). Diese Daten sind bei den relationalen Datenbanken in Tabellenform, in Zeilen (Datensätze) und Spalten organisiert. Im allgemeinen wird eine Datenbank aus mehreren Tabellen bestehen. Als Datenbank-Managementsystem (DBMS) bezeichnet man die Software, welche die Datenspeicherung, Verwaltung und den Zugriff auf die Daten regelt (das Arbeiten mit einzelnen Tabellen wird ja bereits durch Spreadsheets wie dem Programm Excel unterstützt). Zur Gewährleistung der Widerspruchsfreiheit der gespeicherten Information sollte dieselbe Information nur einmal abgespeichert sein (redundanzfreie Datenhaltung). Beispielsweise ist es nicht sinnvoll, die Kundendaten bei jeder einzelnen Bestellung abzuspeichern. Durch das Anlegen mehrerer Tabellen (Kunden, Bestellungen) mit einem gemeinsamen Informationstyp (Kunden-Code) können ohne Informationsverlust die Speicheranforderungen minimiert und das Aktualisieren wesentlich beschleunigt werden. Das Datenbankdesign legt fest, in welcher Tabellenstruktur die Daten einer bestimmten Anwendung abgespeichert werden und welche Beziehungen zwischen den Tabellen bestehen. Teil des Datenbankdesigns können weiters Regeln für die Gültigkeit von Feldwerten durch Angabe von Wertebereichen oder in bezug auf die Inhalte anderer Tabellen sein. (So könnte bei obigem Beispiel eine referentielle Integritätsregel sicherstellen, daß zu allen Bestellungen der dazugehörige Kunde in der Kundentabelle aufliegt und Kunden nur gelöscht werden können, wenn in der Datenbank keine Bestellungen mit dem entsprechenden Kunden-Code vorliegen.)

Die gängigen Desktop-Datenbanken für den PC zeichnen sich durch eine grafische Benutzeroberfläche und einen hohen Bedienungskomfort für Anwender und Entwickler aus. Neben den DBMS-Funktionen werden für die Lösung von Standardaufgaben (Tabellendefinition, Erstellung von Formularen, Berichten, Abfragen) Werkzeuge und eine vielfältige Unterstützung in Form von Assistenten oder Ratgebern angeboten. Beispiele werden für das Datenbanksystem Access angegeben. Von zentraler Bedeutung bei der Datenverwaltung sind Abfragen. Diese können mittels der komfortablen QBE-Methode (Query by Example) durch Einträge in ein Abfragefenster gestellt werden, die nichtprozedurale Abfragesprache SQL (Structured Query Language) wird als normierte und in der Datenbankwelt übliche Abfragesprache heute ebenfalls allgemein angeboten. Auch wenn die verschiedenen DBMS unterschiedliche Formate zur Speicherung von Informationen unterstützen, ist im allgemeinen der Import von Daten, die in einem anderen Format (auch Excel) vorliegen, problemlos möglich; auch der Zugriff auf solche Daten wird unterstützt.

Als xBase-Systeme bezeichnet man jene Datenbanken samt Programmiersprachen, welche sich vom Urahn dBase ableiten (FoxPro, dBase). Diese Systeme wurden unter dem Betriebssystem DOS entwickelt und haben den Markt mehrere Jahre lang beherrscht. Die Bedeutung von xBase-Systemen hat in den letzten Jahren wegen der schleppenden Umstellung auf Windows und mit dem Aufkommen neuerer, objektorientierter Systeme, wie Paradox und Access, jedoch stark nachgelassen. Diese tragen keine Altlasten mit sich und sind einfacher und intuitiver zu bedienen. Objekte sind die verschiedenen Komponenten der Datenbank (Tabellen, Abfragen, Formulare, Berichte, Makros), sie haben Eigenschaften und einen Namen, auf den man sich bei der Programmierung direkt beziehen kann. Der Erfolg des objektorientierten Konzepts hat dazu geführt, daß nun auch die neuesten xBase-Derivate diesen Ansatz unterstützen.

Von Mehrbenutzer-Datenbanken (Multiuser Database) spricht man, wenn eine gemeinsame Verwendung von Daten durch mehrere Benutzer erfolgen soll. Ein derartiger Einsatz ist auch bei Desktop-Datenbanken möglich, wenn die einzelnen Arbeitsstationen in einem Netzwerk verbunden sind (MS LAN Manager, MS Windows for Workgroups, MS Windows NT, Novell NetWare), die Datenbank auf einem Netzwerklaufwerk installiert ist und von mehreren Benutzern geöffnet werden kann. Durch eine Unterstützung bestimmter Sperrmechanismen muß vom DBMS sichergestellt werden, daß nicht derselbe Satz von mehreren Benutzern gleichzeitig im Schreibzugriff verwendet wird.

Aus Performance-Gründen werden Desktop-Datenbanken meist im Single-User-Betrieb eingesetzt und für den Mehrbenutzerbetrieb bei größeren Datenmengen leistungsfähigere Systeme auf anderen Plattformen herangezogen. Derartige DBMS, die den Standard SQL unterstützen, bezeichnet man als SQL-Server. Durch geeignete Datenbankschnittstellen kann der Komfort von Desktop-Datenbanken wie Access als Client mit der Leistungfähigkeit von SQL-Servern kombiniert werden. Von besonderer Bedeutung ist hier die von Microsoft definierte Schnittstelle ODBC (Open Database Connectivity) für den Datenzugriff von Frontend-Applikationen auf SQL Server.