PC-Erstausstattung für das UZA II

von Christian Marzluf (Ausgabe 96/1, Jänner 1996)

 

Der neue Erweiterungsbau des Universitätszentrums Althanstraße, das UZA II, wurde 1994 und 1995 von den erdwissenschaftlichen und pharmazeutischen Instituten der Uni Wien bezogen. Wir berichteten im Comment 95/3 von den Schwierigkeiten, die sich für das EDV-Zentrum im Zusammenhang mit der Errichtung des LAN im UZA II ergaben (siehe auch Netzwerk im UZA II funktionsfähig ); zusätzlich war das EDV-Zentrum jedoch auch für die Abwicklung der PC-Erstausstattung der Institute im UZA II verantwortlich. Dieses Projekt wurde im wesentlichen von den Abteilungen Zentrale Systeme und Datennetze und Dezentrale Systeme und Außenstellen unter Mitwirkung des Sekretariates des EDV-Zentrums realisiert.

Zunächst mußte - nach einer vorangegangenen Bedarfsermittlung und nach erteilter Bewilligung durch das BMWFK - über die benötigten Geräte eine EU-weite Ausschreibung durchgeführt werden. Im Anschluß daran waren die eingegangenen Angebote einer technischen Evaluation zu unterziehen, wobei das Hauptaugenmerk auf den PCs und Servern lag, die einen Großteil der gesamten Erstaustattung bilden. Die anbietenden Firmen waren verpflichtet, auf den PCs Benchmarks mit vom EDV-Zentrum bereitgestellten Programmen durchzuführen und die Ergebnisse in das Angebot aufzunehmen. Auf Basis der angebotenen Preise, der technischen Ausstattung und der Testresultate wurden die sechs besten Anbieter ermittelt und zu einer Teststellung eingeladen. Dabei wurden die Geräte einer gründlichen technischen Kontrolle unterzogen, die im Angebot angegebenen Benchmark-Resultate überprüft und den künftigen Benutzern die Möglichkeit gegeben, sich selbst einen Eindruck von den angebotenen Geräten zu machen. Aufgrund der Preis-Leistungs-Verhältnisse, der Ergebnisse der technischen Evaluation und der Beurteilung durch die Benutzer wurden in der Sitzung der Vergabevorschlagskommission vom 5. Juli 1995 gemäß den durch das BMWFK für die Bewertung vorgegebenen Richtlinien die Bestbieter ermittelt:

Anzahl

Gerät

Type

Bestbieter

300

Wissenschaftliche Arbeitsstation
P5/90, 850 MB Festplatte, 8 MB RAM, ATI Mach64/2MB, 17"-Monitor
- 150 davon mit Aufrüstung auf 16 MB RAM
- 150 davon mit Aufrüstung auf CD-ROM

P90

Böhm

125

Studentische Arbeitsstation
486/75, 850 MB Festplatte, 8 MB RAM, ATI Mach64/2MB, 15"-Monitor

486

Böhm

13

Server
P5/90, 2 GB Festplatte, 32 MB RAM, DAT-Bandlaufwerk, CD-ROM

S90

Böhm

14

Wissenschaftliche Arbeitsstation
Macintosh, 500 MB Festplatte, 16 MB RAM, 100 MHz, CD-ROM

PowerMac7500

WellComp

8

Notebook
DX4/100, 500 MB Festplatte, 8 MB RAM, Farb-LCD

Dell Lattitude

Dell

53

Laserdrucker

HP 4MPlus

Midas

187

Tintenstrahldrucker s/w

Canon BJ 200ex

Vobis

Um eine rasche Installation zu ermöglichen, wurde die tatsächliche Verteilung der Geräte auf die einzelnen Institute - einschließlich genauem Aufstellungsort und Zuständigkeit - erfaßt; auf Basis dieser Daten konnte dann jedem Gerät eine eindeutige IP-Adresse samt Hostnamen zugeteilt werden. Sodann wurde ein Paket der vorgegebenen Standard-Softwarekonfiguration (MS-DOS und MS-Windows, TCP/IP-Programme, ...) als "Image" auf einem Server erstellt. Für jeden zu installierenden PC wurde zusätzlich je eine Bootdiskette vorbereitet, die neben den essentiellen Systemdateien und NFS-Programmen auch die Netzwerkdaten (IP-Adresse etc.) des jeweiligen Gerätes enthielt. Weiters mußte ein genauer Zeitplan für Lieferung, Aufstellung und Inbetriebnahme der Geräte ausgearbeitet werden.

Die Organisation der Verteilung der einzelnen Geräte bildete einen Hauptteil der Arbeit, konnte jedoch mit Hilfe eines eigens entwickelten Systems zur internen Kennzeichnung und in Zusammenarbeit mit den Zulieferfirmen reibungslos abgewickelt werden: Die PCs wurden bereits mit dieser Kennzeichnung angeliefert und waren mithin eindeutig zuzuordnen. Diese Vorgangsweise ermöglichte zudem eine beschleunigte Abwicklung bei der Zulieferung (Aufstellung, Funktionsprüfung, Softwareinstallation, Über- und Abnahme durch das Institut) mittels Laufzettelsystem sowie eine einfache Katalogisierung (z.B. in Inventarlisten).

Die Zulieferung selbst erfolgte in täglichen Tranchen von ungefähr 20 Geräten und erstreckte sich - mit einer einwöchigen Unterbrechung - vom 11. September 1995 bis zum 30. Oktober 1995. Nach der Aufstellung jedes Gerätes wurde eine Überprüfung seiner technischen Funktionsfähigkeit vorgenommen, das Gerät an das LAN angebunden und mit Hilfe der vorbereiteten Diskette gebootet. Daraufhin wurde das Standard-Softwarepaket via NFS vom Server kopiert und installiert. Auch die korrekte Netzwerkkonfiguration (IP-Adresse etc.) jedes Gerätes wurde im Rahmen dieser Arbeiten vorgenommen. Im Anschluß daran erfolgte die Abnahme der Geräte durch das jeweilige Institut. Im November 1995 wurde schließlich noch ein Anwendungssoftware-Paket (bestehend aus Word für Windows, Excel, dBase, Power Point, einem Statistik-Paket und einem Compiler) an die Institute verteilt. Die in der Erstausstattung inkludierten Notebooks wurden gesondert evaluiert, da zuvörderst eine genauere Bedarfsanalyse durchzuführen war; die Auslieferung der Notebooks erfolgte ebenfalls im November 1995.

Bis auf wenige Verzögerungen, die sich vor allem durch Zulieferschwierigkeiten des Monitorherstellers ergaben, konnte der Zeitplan eingehalten werden.