Neuigkeiten aus den Außenstellen des EDV-Zentrums

(Ausgabe 95/3, September 1995)

 

Rechenanlage Biochemie

von Martin Grabner

 

Schnellerer Zugriff auf den EMBnet-Server

Die Benutzer des EMBnet-Service der Rechenanlage Biochemie haben Grund zur Freude: Dem bisherigen EMBnet-Server, einem DEC System 5900 unter Ultrix, wurde ein vom Namen und den Abmessungen her kleinerer Bruder zur Seite gestellt. Dieser neue DEC 3900 AXP Server unter dem Betriebssystem Digital UNIX (früher OSF/1 genannt) ist mit demselben Prozessortyp wie die AlphaServer des neuen Alpha-Clusters ausgestattet und somit zu den "Sprintern" zu zählen. Vor allem beim Indizieren von Daten zeigt er seine Qualitäten - er erledigt die Arbeit in seiner derzeitigen Konfiguration zehnmal so schnell wie sein großer Bruder.

Da innerhalb des EMBnet (= European Molecular Biology Network) laufend aktuelle Sequenzdaten an die nationalen Knoten verteilt werden, müssen die Datenbanken immer wieder neu zusammengestellt und indiziert werden. Diese Prozesse konnten früher problemlos in den Nachtstunden durchgeführt werden, was in letzter Zeit jedoch nicht mehr möglich war: Immer häufiger wunderten sich die Benutzer, warum der EMBnet-Server auch tagsüber die an ihn gerichteten Aufgaben so unwillig in Angriff nahm. Zunächst wurde nur an einen Ausbau des hoffnungslos überlasteten Servers gedacht; aufgrund der Ankündigung von GCG (dem Vertreiber des Softwarepakets für Sequenzanalyse), die Unterstützung für das Betriebssystem Ultrix aufzulassen, entschied man sich aber letztendlich für den Ankauf eines leistungsfähigen Servers mit zeitgemäßem Betriebssystem.

Jetzt herrscht Aufgabenteilung: Das Benutzerservice wurde dem neuen Rechner übertragen. Der Funktionsumfang der angebotenen Software blieb im wesentlichen unverändert (die Anpassung von EGCG, den GCG-Erweiterungen des EMBnet, auf die neue GCG-Version 8.0 wurde im Mai 1995 fertiggestellt), und auch die Umstellung auf das Betriebssystem Digital UNIX hat für die Benutzer keine nennenswerten Auswirkungen. Der Gefahr einer kurzfristigen Rechnerüberlastung durch einen schlecht kontrollierten Start von in Warteposition befindlichen Batchjobs konnte durch den Einsatz des "Vienna Queueing System" (VQS) vorgebeugt werden. Die wichtigste Änderung betrifft die Internetadresse: Um das EMBnet-Service verwenden zu können, müssen Benutzer seit Mitte Juni 1995 eine Verbindung zum neuen DEC 3900 AXP Server (Hostname: EMB1.BCC.UNIVIE.AC.AT) aufbauen.

Der bisherige EMBnet-Server verrichtet weiterhin Knochenarbeit. Er bleibt vorerst primärer Nameserver für die Institute des Vienna Biocenter und das I.M.P., er fungiert als News-Server für relevante Gruppen der Bio- und Computerwissenschaften, und - nicht zu vergessen - er sammelt, sortiert, verteilt und bearbeitet die eintreffenden Sequenzdaten.

Eine zusätzliche Verbesserung betrifft die Datenleitung zum Hauptstandort des EDV-Zentrums im NIG, deren Bandbreite Ende März auf 128 kbit/s erweitert werden konnte. Auch wenn damit das Wunschziel (eine Glasfaser-Anbindung an das Datennetz der Uni Wien) noch nicht erreicht ist, wurde doch ein deutlich schnellerer Zugang zum österreichischen EMBnet-Knoten geschaffen - seit April ist dieser in den Datentabellen des "Network Performance Monitoring Project" des EMBnet stets im gehobenen Mittelfeld zu finden.

 

Rechenanlage Physik

von Aron Vrtala

 

Die 9 Track-Bandeinheit wird aufgelassen!

Aufgrund des schwachen Interesses, der eher überalteten Technologie und der damit verbundenen vergleichsweise hohen Erhaltungskosten plant die Rechenanlage Physik, die 9 Track-Bandeinheit mit Jahresende 1995 aufzulassen. Benutzer dieses Service mit 9 Track-Bändern der Dichte 1600 cpi und 6250 cpi (VMS-Backup- oder ANSI-Format) mögen sich bitte zwecks Überspielung ihrer Daten rechtzeitig an die Mitarbeiter der Rechenanlage Physik wenden (Tel.: 31367-3060).

Neues Exabyte Streamer-Tape für PC-Backup via Internet

Die Datensicherung von PCs wird von Benutzern in der Regel leider nur unzureichend wahrgenommen. Als Lösung für PC-Benutzer mit Internetzugang bietet die Rechenanlage Physik seit einigen Jahren ein PC-Backup-Service an. Damit können ganze Platten oder auch einzelne Verzeichnisse mittels Internet (tar) auf den VMS-Cluster der Rechenanlage Physik übertragen und anschließend auf ein Exabyte 8mm Video-Tape gesichert werden. Aufgrund von Hardwareproblemen mit dem alten Exabyte-Laufwerk wurde ein neues EXB-8505 Streamer-Tape angeschafft. Es bietet neben den bisherigen Kapazitäten von bis zu 5 GB pro Band zusätzlich die Möglichkeit der Datenkompression und ist damit in der Lage, bis zu 10 GB auf einem 90 Minuten-Band zu speichern. Zur Zwischenspeicherung der Daten steht am VMS-Cluster derzeit eine 4 GB-Disk zur Verfügung. Anfragen und Anregungen richten Sie bitte an die eMail-Adresse HOTLINE@PAP.UNIVIE.AC.AT oder telefonisch an die Nummern 31367-3060 bzw. 31367-3062.