HTML-Software für MS-Windows

von Raphael Kirchner (Ausgabe 95/3, September 1995)

 

Wie im letzten Comment angekündigt, folgt nun ein kurzer Überblick über Software zur Erstellung von HTML-Seiten unter MS-Windows (allgemeine Informationen zur Erstellung von HTML-Seiten enthält der im Comment 95/2 erschienene erste Teil dieses Artikels). Da die Zahl der WWW-Hilfsmittel unaufhaltsam wächst, können nur dem Autor bekannte Programme behandelt werden; für zweckdienliche Hinweise sind wir aber selbstverständlich dankbar. Am FTP-Server der Universität Wien wurde inzwischen ein eigenes Verzeichnis geschaffen, in dem sämtliche "empfohlene" und getestete WWW-Software zu finden ist.

Textverarbeitung

Nach wie vor scheint der HTMLWriter von K. Nosack (Dateiname: htmlwrit.zip) der brauchbarste Editor unter MS-Windows zu sein (Voraussetzung für das Funktionieren des Programms ist allerdings die Datei vbrun300.dll). Er verfügt über eine leicht verständliche Benutzeroberfläche, eine Knopfleiste für oft benötigte Funktionen und - ein nicht zu unterschätzendes Feature! - eine sorgfältig gestaltete Hilfe, die auch eine kurze Einführung in HTML bietet. Der HTMLWriter ist "Donationware": Der Autor verlangt für das Programm keinen festgesetzten Preis, sondern - sofern es für brauchbar befunden wurde - eine freiwillige Spende.

Bildbearbeitung

Das beliebte Programm Lview ist in der "pro"-Version (Dateiname: lview.zip) in der Lage, bei GIF-Bildern die transparente Farbe zu setzen. Um diese Funktion sinnvoll anwenden zu können, sollte man mit dem Konzept vertraut sein: Es wird nicht "der Hintergrund" transparent gemacht, sondern ein bestimmter, frei wählbarer Farbton. Ist dieser Farbton auch innerhalb des freizustellenden Bildes vorhanden, so bekommt dieses Löcher, was sehr unschön aussehen kann. Die Auswahl der transparenten Farbe ist über das Menü Options/Background color möglich. Die Farbpalette des jeweiligen Bildes wird in einer Dialogbox dargestellt, in der man mit einem Mausklick die transparente Farbe setzen kann. Zusätzlich ist die Auswahl direkt auf dem Bild mittels "Dropper" (einer kleinen Pipette) möglich.

Zur Erstellung von "sensitive maps" (auch "clickable images" genannt) empfiehlt sich das Programm Mapedit (Dateiname: mapedit.zip), das auch im Source-Code erhältlich und für diverse Unix-Plattformen übersetzbar ist. Eine ausführliche Hilfe, die den Shareware-Preis von $ 25,- durchaus rechtfertigt, gehört zum Lieferumfang - allerdings ist Mapedit für "educational institutions" ohnehin gratis.

Fehlersuche

Mit Weblint (Dateiname: weblint.zip) kann man HTML-Dokumente auf Syntaxfehler durchsuchen. Es handelt sich um ein Perl-Skript - Voraussetzung ist daher die Installation der Programmiersprache Perl (Dateiname: perl403.exe), die auf den meisten Plattformen läuft. Unter MS-DOS oder MacOS ist es allerdings nicht einfach, das Skript zu verwenden, da es auf den Einsatz in einer Unix-Shell ausgelegt ist. Aus diesem Grund hat die WWW-Redaktion ein "Fehlersuche-Service" für BetreuerInnen von Instituts-Subservern installiert, das eine komfortable Fehlersuche mit Weblint über ein WWW-Formular ermöglicht.

Quellen

Alle hier beschriebenen Softwareprodukte (auch das zum Dekomprimieren der zip-Dateien benötigte Programm pkz204g.exe) sind via Anonymous FTP erhältlich. Wer sich für aktuelle Informationen über Neuentwicklungen für MS-Windows interessiert, sollte regelmäßig die WWW-Seite http://www.yahoo.com/Computers/World_Wide_Web/HTML_Editors/MS_Windows besuchen.