Fachchinesisch

(Ausgabe 95/3, September 1995)

 

Datagramm - -->Datenpaket, dessen Zusatzinformation u.a. Sender- und Empfängeradresse enthält. Aufgrund dieser Adressen kann ein Datagramm in einem Netzwerk nach den Regeln der verbindungslosen Kommunikation vom Sender zum Empfänger weitergeleitet werden. Datagramme verschiedener Protokolle (z.B. -->IP) sind meist auch unterschiedlich aufgebaut.

Datenpaket (kurz: Paket) - Allgemein jede Dateneinheit, die über Netzwerke, die auf -->Paketvermittlung basieren (z.B. das -->Internet), übertragen wird. In der Fachliteratur wird der Begriff auch zur Bezeichnung von speziellen Dateneinheiten verwendet, wobei allerdings der Gebrauch des Begriffs nicht einheitlich ist.

Frame - Dateneinheit eines Protokolls, in die -->Datagramme für den Transport zwischen benachbarten Systemen, die durch ein physisches Kommunikationsmedium verbunden sind, verpackt werden. Der Aufbau von Frames und ihr Austausch zwischen benachbarten Systemen wird durch eigene Protokolle (z.B. -->SLIP, -->Point-to-Point Protocol) bestimmt.

Internet - Allgemein bezeichnet der Ausdruck Internet (engl. internet) jeden physischen Zusammenschluß von - möglicherweise auch technisch unterschiedlichen - paketvermittelnden Netzwerken, auf dem Protokolle eingesetzt werden, mit denen dieses Konglomerat wie ein einziges, großes, virtuelles Netzwerk betrieben werden kann. Im speziellen steht der Begriff Internet (engl. Internet) für den weltweiten Zusammenschluß eigenständiger, regionaler Netzwerke, der auf der Verwendung von -->IP und den darauf aufbauenden Protokollen basiert.

IP (Internet Protocol) - Das Basisprotokoll des -->Internet. Es definiert den grundlegenden Aufbau der -->Datagramme, die durch das Internet geschickt werden. IP ermöglicht lediglich den Transport der -->Datenpakete vom Sender zum Empfänger über die verschiedenen Netze des Internet. Es unterstützt aber keinerlei Mechanismen, die es dem Empfänger erlauben würden, die eintreffenden Pakete in der richtigen Reihenfolge zur ursprünglichen Nachricht zusammenzusetzen und dem Sender den korrekten Empfang der Pakete sowie den vollständigen Empfang der Nachricht zu bestätigen bzw. fehlerhafte oder verlorengegangene Pakete erneut anzufordern. Die Gewährleistung dieser Aufgaben muß bei Bedarf mittels eines zusätzlichen Protokolls - meist mittels Transmission Control Protocol (TCP) - sichergestellt werden.

Oktett - Steht im betrachteten Zusammenhang für 8 Bits. Der Begriff Oktett wird im Zusammenhang mit Computernetzwerken dem Begriff Byte vorgezogen, da dieser bei manchen Systemen für Dateneinheiten verwendet wird, die nicht 8 Bits umfassen.

Paketvermittlung - In paketvermittelnden Netzwerken (z.B. das -->Internet) werden die Nachrichten nicht in einem Stück übertragen, sondern vom Sender in -->Datenpakete zerlegt, die auf die Reise zum Empfänger geschickt werden. Um den Transport der Nachrichten durch das Netzwerk zu gewährleisten, werden die einzelnen Pakete mit Zusatzinformation (Protokollsteuer- und Adreßinformation) ausgestattet. Man unterscheidet zwischen verbindungsloser und verbindungsorientierter Kommunikation: Bei der verbindungslosen Kommunikation umfaßt die Zusatzinformation jedes Datenpakets u.a. Sender- und Empfängeradresse, aufgrund derer die Pakete (die in diesem Zusammenhang auch als -->Datagramme bezeichnet werden) unabhängig voneinander befördert werden. Bei der verbindungsorientierten Kommunikation wird mittels Steuerpaketen zwischen Sender und Empfänger eine logische Verbindung hergestellt, über die dann die Pakete mit der Nutzinformation transportiert werden. Für den Transport von Sender zu Empfänger genügt hier die Angabe der Kennung der logischen Verbindung als Adreßinformation. In beiden Fällen umfaßt die Zusatzinformation nicht nur transportspezifische Angaben, sondern auch solche, die es dem Empfänger ermöglichen, die Integrität der eingetroffenen Pakete zu überprüfen, zu kontrollieren, ob alle Pakete empfangen wurden, und sie wieder in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen. Die Kommunikationsregeln für den Transport von Paketen durch paketvermittelnde Netzwerke werden durch Protokolle (z.B. im Internet u.a. durch -->IP) festgelegt, wobei meist mehrere, einander ergänzende Protokolle zum Einsatz kommen, die auch den Aufbau der Pakete definieren.

Point (dt. Punkt) - Steht im betrachteten Kontext für das physische Ende einer Telekommunikationsverbindung über eine Standleitung bzw. Wählleitung.

Points (dt. Punkte) - Steht für den Plural von -->Point.

Point-to-Point Protocol (kurz: PPP) - Ein Protokoll, nach dessen Regeln -->Datagramme, die entsprechend verschiedener Netzwerkprotokolle (u.a. auch -->IP) aufgebaut sind, in -->Frames verpackt und über serielle Verbindungen geschickt werden. PPP ist wesentlich komplexer als -->SLIP.

SLIP (Serial Line Internet Protocol) - Ein einfaches Protokoll, nach dessen Regeln -->Datagramme, die entsprechend eines Netzwerkprotokolls (meist -->IP) aufgebaut sind, in -->Frames verpackt und über serielle Verbindungen übertragen werden. Das -->Point-to-Point Protocol erfüllt u.a. denselben Zweck, verfügt jedoch darüber hinaus über einen viel größeren Funktionsumfang.