Ausgetrickst
Auf Schleichwegen zum FTP-Server

von Robert Meixner (Ausgabe 95/3, September 1995)

 

Kasten: Vom richtigen Umgang mit dem FTP-Server

 

Sie wollen jetzt also auch endlich von zu Hause aus im Internet "s(chl)urfen", um ein wenig über interessante URLs, Forschungsreisen und bestandene Abenteuer fachsimpeln zu können. Die nötige Infrastruktur haben Sie sich schon beschafft:

  • einen Arbeitsplatzrechner,
  • ein asynchrones externes Modem oder eine asynchrone Modemsteckkarte,
  • bei Einsatz eines externen Modems: ein für Hardware-Handshake (RTS/CTS) ausgelegtes Modemkabel,
  • einen ganzen Telefonanschluß mit Modemsteckdose und
  • eine Benutzungsbewilligung für den Wählleitungszugang zum Internet.

Auch wo die notwendige Software gefunden werden kann, wissen Sie bereits: Am FTP-Server der Universität Wien! Sie wissen weiters, daß FTP für File Transfer Protocol steht, also für das Protokoll zur Dateiübertragung im Internet. Nach einer kurzen Analyse wird Ihnen klar: Um auf den FTP-Server zugreifen zu können, brauchen Sie Zugang zum Internet und ein Programm, das FTP versteht (einen "FTP-Klienten"). Sie brauchen also Software vom FTP-Server, um auf den FTP-Server zugreifen zu können. Für aufgeweckte Menschen wie Sie ist das kein Problem. Sie machen sich auf den Weg ins NIG, wo von öffentlich zugänglichen Computern aus auf den FTP-Server zugegriffen werden kann (durchschnittliche Fahrzeit ca. 45 Minuten), suchen den PC-Raum des EDV-Zentrums auf (durchschnittliche Suchzeit ca. 15 Minuten) und warten auf einen freien Computer (durchschnittliche Wartezeit: siehe Comment 95/2, 1000 Benutzer und 18 PCs ).

Oder Sie versuchen, die vorhandenen Mittel zu nützen. Viele Besitzer von Computern und Modems verfügen über alles Notwendige, um Software vom FTP-Server abzuholen, ohne es zu wissen. Im Prinzip ist zusätzlich zur oben beschriebenen Infrastruktur nur ein Terminalprogramm erforderlich, das eines der folgenden Dateitransferprotokolle beherrschen sollte: XModem, XModem-1k, YModem, YModem-G oder ZModem. Terminalprogramme wurden hauptsächlich entwickelt, um - meist über serielle Leitung - das Arbeiten an einem Hostcomputer vom Arbeitsplatzrechner aus zu ermöglichen; die meisten Terminalprogramme erlauben aber auch den Datentransfer in beide Richtungen, der mittels sogenannter Dateitransferprotokolle abgewickelt wird. Vom EDV-Zentrum der Universität Wien wird kein Terminalprogramm angeboten oder unterstützt, jedoch ist ein solches samt dazugehöriger Dokumentation ohnehin im Lieferumfang der meisten Modems enthalten. MS-Windows verfügt sogar in seiner Grundausstattung über ein Terminalprogramm namens Terminal, mit welchem das Abholen von Dateien vom FTP-Server der Uni Wien möglich ist - allerdings nur eingeschränkt, da nur das XModem-Protokoll unterstützt wird.

Die weiter unten (nach einem kurzen Überblick über Funktionsweise und Typen der in Frage kommenden Dateitransferprotokolle) beschriebene Methode beschränkt sich natürlich nicht nur auf das Abholen der grundlegenden Netzwerk-Software vom FTP-Server. Sie ermöglicht vielmehr all jenen, die über keinen direkten Internet-Anschluß verfügen und einen solchen auch nicht mittels SLIP bzw. PPP über Wählleitung temporär aufbauen können oder wollen, die Archive des FTP-Servers der Universität Wien zu nutzen. Ein Zugriff auf den SWD-Server der Uni Wien ist jedoch aus technischen Gründen mit der beschriebenen Methode nicht möglich.

Dateitransferprotokolle

Zur Übertragung von Dateien wurden verschiedene Protokolle entwickelt (z.B. Kermit, XModem, YModem, ZModem), die alle auf demselben Prinzip basieren: Die zu übertragende Datei wird durch das sendende Programm in handliche Stücke (Datenblöcke) zerlegt und über die - in der Regel serielle - Datenleitung geschickt. Das empfangende Programm hat die Aufgabe, die übertragenen Datenblöcke entgegenzunehmen und zu einem Ebenbild der ursprünglichen Datei zusammenzusetzen. Zur Sicherung der Integrität der übertragenen Daten wird vom sendenden Programm zu jedem Datenblock ein Prüfcode generiert und mitgeschickt. Das empfangende Programm errechnet nach demselben Algorithmus wie das sendende Programm aus den einzelnen Datenblöcken ebenfalls einen Prüfcode und vergleicht diesen mit dem vom Sender übermittelten Code. In Folge bestätigt das empfangende Programm entweder den korrekten Empfang des Datenblocks, oder es fordert als defekt erkannte bzw. nicht angekommene Datenblöcke erneut vom Sender an. Neben diesen grundlegenden Funktionen verfügen einzelne Protokolle über weitere Fähigkeiten - wie etwa das Mitübertragen des Dateinamens und weiterer Dateiattribute, das Übertragen mehrerer Dateien im Rahmen eines einzigen Übertragungsvorganges, das selbständige Starten des Übertragungsvorganges auf der Seite des Empfängers (Auto Download), die Wiederaufnahme von unterbrochenen Übertragungsvorgängen (Crash Recovery) und ähnliches mehr.

Im folgenden werden diejenigen Dateitransferprotokolle, deren Verwendung am FTP-Server der Universität Wien möglich ist und empfohlen werden kann, einer detaillierteren Betrachtung unterzogen, die zwar alle relevanten Aspekte, jedoch keineswegs alle Details und Funktionen umfaßt.

XModem
XModem ist ein schon etwas veraltetes, jedoch immer noch weit verbreitetes Dateitransferprotokoll. Es verwendet eine Blockgröße von 128 Bytes. Der Empfänger muß den Empfang jedes Blocks quittieren bzw. fehlerhafte oder nicht übertragene Blöcke erneut vom Sender anfordern. Das Mitübertragen des Dateinamens oder anderer Dateiattribute wird nicht unterstützt. Daher kann pro Übertragungsvorgang immer nur eine Datei übertragen werden, und der Benutzer muß nach dem Starten des Dateitransfers das empfangende Programm über den Beginn der Übertragung sowie über den Namen der übertragenen Datei informieren. Insgesamt wird durch diese Charakteristika ein eher schlechter Datendurchsatz bedingt.

XModem-1k
XModem-1k ist eine Variation des XModem-Protokolls, bei der anstelle der 128 Bytes-Blöcke eine Blockgröße von 1 kByte (1024 Bytes) verwendet wird. Die Verwendung von XModem-1k, das bei vielen Terminalprogrammen optional zum XModem-Protokoll angeboten wird, führt im Vergleich zu XModem in der Regel zu einer Erhöhung des Datendurchsatzes.

YModem
YModem erweitert das XModem-Protokoll um einen Datenblock, der vor der Datei übertragen wird. Dieser Block enthält den Dateinamen, die Größe der Datei sowie deren Modifikationsdatum. Weil der Dateiname mitübertragen wird, eignet sich das Protokoll auch zum Versenden von mehreren Dateien in einem Übertragungsvorgang (es wird daher häufig auch YModem-Batch genannt). Jedoch muß auch bei YModem der Übertragungsvorgang beim Empfänger aktiviert werden, nachdem er senderseitig gestartet wurde. YModem verwendet in der Regel eine Blockgröße von 128 Bytes, optional wird aber auch eine Blockgröße von 1024 Bytes unterstützt (und von den meisten Terminalprogrammen auch verwendet). Da das YModem-Protokoll dem XModem-Protokoll vom Aufbau her stark ähnelt, darf man sich auch keine signifikante Erhöhung des Datendurchsatzes erwarten.

YModem-G
YModem-G stellt eine Variation des YModem-Protokolls dar, bei der auf die Fehlerkorrektur durch das Protokoll verzichtet wird. Deshalb kann YModem-G nur dort sinnvoll eingesetzt werden, wo der Übertragungskanal fehlerfrei ist oder selbst Fehlerkorrektur (z.B. durch das Modem) unterstützt. Wird vom Empfänger die Übertragung nach dem YModem-G-Protokoll angefordert, so überträgt der Sender die Datenblöcke kontinuierlich mit der größtmöglichen Geschwindigkeit, ohne auf eine Empfangsbestätigung für die einzelnen Blöcke zu warten. Entdeckt der Empfänger aber dennoch einen Übertragungsfehler, bricht er den Übertragungsvorgang sofort ab, da eine erneute Anforderung fehlerhafter Blöcke nicht möglich ist. Durch den Wegfall der Wartezeiten auf die Blockbestätigungen läßt sich im Vergleich zu den bisher vorgestellten Protokollen ein sehr hoher Datendurchsatz erzielen.

ZModem
Das ZModem-Protokoll wurde in der Absicht entwickelt, die Beschränkungen der oben beschriebenen und anderer bestehender Dateitransferprotokolle zu beseitigen. Neben den Funktionen, über die mehrere Protokolle verfügen (wie z.B. das Mitübertragen von Dateiattributen, das Versenden mehrerer Dateien während eines Übertragungsvorgangs), hat ZModem noch weitere Annehmlichkeiten zu bieten: Die "Auto Download"-Funktion sorgt dafür, daß die Übertragung nur senderseitig gestartet werden muß - auf der Seite des Empfängers nimmt ZModem automatisch seinen Dienst auf. Wird eine Datei durch eine Unterbrechung der Modemverbindung oder aus einem anderen Grund nicht vollständig übertragen, bleibt der bereits übertragene Teil erhalten, und der Übertragungsvorgang kann mit Hilfe der "Crash Recovery"-Funktion dort wiederaufgenommen werden, wo er unterbrochen wurde. Darüber hinaus wird bei ZModem generell auf die Verwendung von Blockbestätigungen verzichtet, wodurch die Daten kontinuierlich mit der größtmöglichen Geschwindigkeit gesendet werden können und die Wartezeiten zwischen den einzelnen Blöcken entfallen. Wenn bei der Übertragung ein Fehler auftritt, wird der Empfänger aktiv und fordert die Datenblöcke ab der fehlerhaften Stelle erneut vom Sender an. Zudem unterstützt ZModem Datenblöcke variabler Größe, wodurch eine Anpassung der Blockgröße an die Qualität des Übertragungskanals möglich wird: Wenn mit häufigen Fehlern zu rechnen ist, kann zur Beschleunigung der Fehlerkorrektur mit kleinen Blöcken (z.B. 256 Bytes) gearbeitet werden, und auf fehlerfreien Übertragungskanälen kann mit der größtmöglichen Blockgröße (1024 Bytes) ein hoher Datendurchsatz erzielt werden.

Die Qual der Wahl
Angesichts der Vielzahl der Dateitransferprotokolle, die von den verschiedenen Terminalprogrammen angeboten werden, ist es nicht immer leicht, sich für das richtige zu entscheiden. Natürlich beschränkt sich die Auswahl auf Protokolle, die von beiden Seiten angeboten werden, also in unserem Fall sowohl vom FTP-Server der Uni Wien wie auch vom Terminalprogramm. Um die Dateiübertragung insgesamt möglichst kurz zu gestalten, sollte nach Möglichkeit ein Protokoll verwendet werden, das eine fehlerfreie Übertragung mit möglichst hoher Geschwindigkeit durchführen kann und auch in der Bedienung komfortabel und zeitsparend ist. Von den Protokollen, die vom FTP-Server unterstützt werden, erfüllt ZModem die genannten Kriterien am besten. Sollte ZModem nicht zur Disposition stehen, wird die Verwendung der Protokolle YModem-G und YModem, XModem-1k und XModem empfohlen - in der Reihenfolge ihrer Nennung und in Abhängigkeit ihrer Verfügbarkeit.

Tips zur Optimierung

Abgesehen von der Auswahl des schnellsten verfügbaren Dateitransferprotokolls kann der Datendurchsatz meist durch entsprechende Konfiguration des Modems und des Terminalprogramms weiter erhöht werden. Die Entscheidung darüber, ob Sie in den Dokumentationen zu Ihrem Modem und Ihrem Terminalprogramm recherchieren, um einen Zeitgewinn bei der Übertragung zu erzielen, oder ob Sie sich den zusätzlichen Konfigurationsaufwand ersparen und lieber mit den vorkonfigurierten Standardeinstellungen arbeiten, liegt bei Ihnen. Im folgenden finden Sie einige prinzipielle Hinweise zur Erhöhung des Datendurchsatzes; wie jedoch die dafür notwendigen Einstellungen durchzuführen sind, müssen Sie den Dokumentationen zu Ihrem Modem und Ihrem Terminalprogramm entnehmen.

Wenn es möglich ist, sollte Datenkompression verwendet werden. Dabei ist zu beachten, daß diese nur dann funktioniert, wenn sich die zu übertragenden Daten auch komprimieren lassen - bereits komprimierte Dateien werden bei nochmaliger Kompression in der Regel größer, sodaß der Datendurchsatz im Endeffekt geringer ist. Arbeitet Ihr Modem mit Datenkompression nach V.42bis, so erkennt es bereits komprimierte Dateien selbst und schaltet während der Übertragung derselben die Kompression ab. Wird vom Modem hingegen MNP Class 5 als Kompressionsverfahren verwendet, sollte die Datenkompression deaktiviert werden, wenn die Übertragung bereits komprimierter Dateien geplant ist.

Das Abschalten der modeminternen Fehlerkorrektur (V.42 LAP-M, MNP Class 4) kann bei Verwendung der Protokolle XModem, XModem-1k und YModem zu einer Erhöhung des Datendurchsatzes führen, weil damit u.a. die doppelte Durchführung der Integritätsüberprüfung der Daten entfällt. Ob und in welchem Ausmaß der Datendurchsatz durch diese Maßnahme erhöht werden kann, ist jedoch vom verwendeten Modem und Terminalprogramm sowie von weiteren Einflußgrößen abhängig und kann also nicht vorhergesagt, sondern nur durch Testen ermittelt werden. Bei Einsatz der Protokolle YModem-G sowie ZModem sollte jedoch keinesfalls auf die Fehlerkorrektur durch das Modem verzichtet werden.

Die Verbindung zwischen Ihrem Computer und Modem sollte mit konstanter Schnittstellengeschwindigkeit (also unabhängig von der Geschwindigkeit der Modemverbindung) betrieben werden, vor allem dann, wenn Ihr Modem ein Datenkompressionsverfahren unterstützt: Da die Daten vom Modem komprimiert werden und der Übertragungskanal infolgedessen besser ausgenutzt werden kann, ist es sinnvoll, die Schnittstellengeschwindigkeit höher zu wählen als die erzielbare Geschwindigkeit der Modemverbindung. Bei Verwendung von MNP Class 5 sollte die Schnittstellengeschwindigkeit doppelt so hoch wie die Geschwindigkeit der Modemverbindung sein, da der Kompressionsfaktor bei MNP Class 5 theoretisch bis zu maximal 2:1 beträgt. Bei Verwendung von V.42bis kann theoretisch ein Kompressionsfaktor von maximal 4:1 erzielt werden, weshalb die Schnittstellengeschwindigkeit das Vierfache der Geschwindigkeit der Modemverbindung betragen sollte. Da diese theoretisch erreichbaren Geschwindigkeiten in den meisten Fällen weder von der Hardware noch von der Software unterstützt werden, empfiehlt es sich, die höchstmögliche vom Modem, von der seriellen Schnittstelle und vom Terminalprogramm unterstützte Geschwindigkeit zu verwenden.

Die serielle Schnittstelle sollte immer mit Hardware-Flußkontrolle (RTS/CTS) betrieben werden, da diese einerseits einen höheren Datendurchsatz ermöglicht und andererseits die Voraussetzung dafür darstellt, daß mit den Protokollen XModem, XModem-1k, YModem und YModem-G auch Binärdateien übertragen werden können. Die zu übertragenden Binärdateien könnten nämlich Daten enthalten, die den Steuerzeichen der Software-Flußkontrolle (XON/XOFF) entsprechen und möglicherweise auf unkontrollierbare Weise die Steuerung des Datenflusses übernehmen. Ist die Verwendung von Hardware-Flußkontrolle nicht möglich, aber dennoch eine Übertragung von Binärdateien mit einem der soeben genannten Protokolle erforderlich, so muß ganz auf Flußkontrolle verzichtet und mit variabler Schnittstellengeschwindigkeit gearbeitet werden.

Take it ...

Im folgenden wird die Vorgangsweise beim Abholen einer Datei vom FTP-Server der Universität Wien mittels Terminalprogramm möglichst allgemeingültig beschrieben. Im konkreten hängt die erforderliche Vorgangsweise von der verwendeten Hard- und Software ab - insbesondere vom eingesetzten Terminalprogramm. Mehrere Dateien lassen sich abholen, indem man den Vorgang wiederholt durchführt bzw. Protokolle und Befehle verwendet, die das Versenden von mehreren Dateien im Rahmen eines einzigen Übertragungsvorgangs ermöglichen. Überhaupt erlauben die verfügbaren Möglichkeiten versierten Benutzern in einer Vielzahl der Fälle eine Einsparung von Arbeitsschritten.

  1. Starten Sie das Terminalprogramm.
  2. Wählen Sie unter 4078770 bzw. 4068971 eine der beiden Modemserien des EDV-Zentrums an.
  3. Warten Sie, bis Ihnen der Terminalserver seinen Begrüßungsbildschirm präsentiert, und lesen Sie diesen aufmerksam durch. Dabei sollten Sie sich beeilen, denn der Terminalserver beendet die Verbindung, wenn Sie nach 30 Sekunden Ihren Usernamen noch immer nicht eingegeben haben.
  4. Geben Sie nach der Username:-Eingabeaufforderung Ihren Usernamen und nach der Password:-Eingabeaufforderung Ihr Paßwort ein.
  5. Wenn Ihre Angaben gültig waren, wird Ihnen der zweite Begrüßungsbildschirm präsentiert. Auch dieser verdient Ihre Betrachtung.
  6. Nun muß mit dem Befehl telnet ftp.univie.ac.at eine Verbindung zum FTP-Server der Uni Wien aufgebaut werden.
  7. Durch Eingabe von ftp bei der Login:-Eingabeaufforderung des FTP-Servers können Sie in das System einsteigen (ein Paßwort ist nicht erforderlich). Der FTP-Server zeigt durch die Eingabeaufforderung $, daß er bereit ist, von Ihnen Befehle entgegenzunehmen.
  8. Mit den Befehlen cd, ls, more und pwd (siehe Kasten Vom richtigen Umgang mit dem FTP-Server ) können Sie sich auf die Suche nach der gewünschten Datei begeben. Bevor Sie die Übertragung starten, sollten Sie in das Verzeichnis wechseln, in dem sich die gewünschte Datei befindet.
  9. Starten Sie die Übertragung der gewünschten Datei am FTP-Server je nach ausgewähltem Dateitransferprotokoll mit sx, sb oder sz (siehe Kasten Vom richtigen Umgang mit dem FTP-Server ).
  10. In Abhängigkeit vom verwendeten Dateitransferprotokoll und Terminalprogramm (manche Terminalprogramme unterstützen die "Auto Download"-Funktion bei ZModem-Übertragungen nicht) müssen Sie den Empfang der Datei auf Ihrem Arbeitsplatzrechner aktivieren. Dabei sollten Sie natürlich jenes Dateitransferprotokoll wählen, welches Sie auch am Sender aktiviert haben. Gegebenenfalls werden Sie auch aufgefordert, den Namen der zu empfangenden Datei einzutippen.
  11. Jetzt müssen Sie sich ein wenig in Geduld üben und warten, bis der Übertragungsvorgang beendet ist (also der richtige Moment für etwas Pausengymnastik). Für den Fall, daß Ihre Geduld nicht ausreichen sollte, bieten die meisten Terminalprogramme die Möglichkeit, den Übertragungsvorgang abzubrechen.
  12. Nach der Beendigung des Übertragungsvorgangs bzw. nach dessen Abbruch meldet sich der FTP-Server im Idealfall mit seiner Eingabeaufforderung $; manchmal könnte es jedoch erforderlich sein, durch Drücken auf die <Return>-Taste ein wenig nachzuhelfen. Wenn Sie weitere Dateien übertragen wollen, wiederholen Sie einfach die Schritte 8 bis 12.
  13. Durch die Eingabe von exit können Sie den FTP-Server verlassen, woraufhin Sie wieder mit dem Terminalserver konfrontiert werden.
  14. Die Wählleitungsverbindung kann ebenfalls durch Eingabe von exit nach der Eingabeaufforderung des Terminalservers beendet werden.
  15. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, daß Sie jetzt auch das Terminalprogramm beenden können.

... or leave it!

Für das beschriebene Service kann von unserer Seite keine Unterstützung geboten werden. Bei Problemen konsultieren Sie bitte die Handbücher zu Ihrem Modem und Ihrem Terminalprogramm. Sollte es dennoch nicht gelingen, geben Sie am besten auf. Sie können sich ja jetzt noch immer auf den Weg ins NIG machen, den PC-Raum aufsuchen und ...

Vom richtigen Umgang mit dem FTP-Server

Der FTP-Server der Universität Wien läuft unter AIX, dem Unix-Betriebssystem von IBM. Er unterstützt die Dateitransferprotokolle XModem, XModem-1k, YModem, YModem-G sowie ZModem. Will man mittels Terminalprogramm am FTP-Server arbeiten (d.h. Dateien suchen, finden und übertragen), wird einem der Umgang mit dem Unix-Betriebssystem nicht erspart bleiben - zumindest die Kenntnis einiger grundlegender Befehle ist unerläßlich. Es steht zwar ohnehin nur eine Submenge aller Unix-Befehle am FTP-Server zur Verfügung; da jedoch schon die Beschreibung aller verfügbaren Befehle den Rahmen dieses Kastens sprengen würde, werden im folgenden nur die wichtigsten davon und - wenn erforderlich - auch einige ihrer Parameter dargestellt.

Noch eine Warnung: Computer, die unter dem Betriebssystem Unix laufen, haben die von vielen Benutzern ignorierte Eigenschaft, zwischen Groß- und Kleinbuchstaben zu unterscheiden. Sie sollten daher beim Usernamen, beim Paßwort, bei Befehlen, bei Parametern sowie bei Verzeichnis- und Dateinamen auf die exakte Schreibweise achten.

cd
Der Befehl cd ermöglicht das Wechseln des Arbeitsverzeichnisses. Z.B. dient cd /univie/edvz/progs dazu, in dieses Verzeichnis zu wechseln; mit cd .. kommen Sie eine Verzeichnisebene höher; nur cd befördert Sie ins Ausgangsverzeichnis zurück.

exit
Mit exit kann man den FTP-Server wieder verlassen.

ls
Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses oder eines namentlich genannten Verzeichnisses an bzw. listet namentlich genannte Dateien auf. Gibt man nur ls ein, wird der Inhalt des aktuellen Verzeichnisses angezeigt; ls /univie/edvz/progs zeigt den Inhalt dieses Verzeichnisses; mit ls -l *.sea.hqx werden alle Dateien (inklusive Modifikationsdatum, Dateigröße und weiterer Dateiattribute) angezeigt, die sich im aktuellen Verzeichnis befinden und die Erweiterung .sea.hqx aufweisen.

man
Der Befehl man liefert Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Befehlen - z.B. erhält man mit man sz eine Beschreibung des sz-Befehls inklusive aller seiner Parameter.

more
Mit more kann man sich den Inhalt einer ASCII-Datei seitenweise (durch Drücken der Leertaste) und/oder zeilenweise (durch Drücken der <Return>-Taste) anzeigen lassen - mit more INDEX kann man etwa den Inhalt einer INDEX-Datei des FTP-Servers begutachten. Will man sich nicht die ganze Datei ansehen, kann man more jederzeit durch Drücken der Taste q abbrechen.

pwd
Mit dem Befehl pwd kann man den Namen des aktuellen Verzeichnisses anzeigen lassen, um festzustellen, in welchem Verzeichnis der Verzeichnisstruktur man sich befindet.

sb
Mit sb kann man eine oder mehrere Dateien mit den Dateitransferprotokollen YModem, YModem-G bzw. ZModem versenden. sb *.exe sendet z.B. alle Dateien, die sich im aktuellen Verzeichnis befinden und die Erweiterung .exe aufweisen. Die Wahl des Dateitransferprotokolls liegt beim Empfänger - der Server verwendet für die Übertragung das Protokoll, das vom Empfänger angefordert wird, weshalb in diesem Zusammenhang auch die "Auto Download"-Funktion von ZModem nicht eingesetzt werden kann.

sx
Sendet eine Datei mittels XModem bzw. XModem-1k. sx slip_win.exe sendet z.B. die Datei slip_win.exe mit XModem; sx -k slip_win.exe sendet dieselbe Datei mit XModem-1k.

sz
Dieser Befehl sendet eine oder mehrere Dateien mit dem ZModem-Protokoll: sz -L 512 slip_mac.sea.hqx sendet z.B. diese Datei, wobei eine Blockgröße von 512 Bytes verwendet wird; mit sz slip_win.exe slip_win.ps werden die beiden angegebenen Dateien im Rahmen eines einzigen Übertragungsvorganges gesendet.