Fachchinesisch

(Ausgabe 95/1, Februar 1995)

 

asynchron - die zeitliche Folge der Operationen eines Systems wird nicht durch einen zentralen Takt gesteuert. Bei der Datenübertragung spricht man auch von einem Start-Stop-Betrieb: Die -->Datenbits jedes Zeichens werden von einem Start- und einem oder mehreren Stopbits eingeschlossen. Der Takt wird auf der Sende- und Empfangsseite jeweils intern erzeugt.

Bit - ein binäres (zweiwertiges) Element, das daher jeweils einen von zwei möglichen Zuständen (z.B. 0/1, true/false) annehmen kann. Ein Bit stellt die kleinste Informationseinheit dar.

Bitrate - wird auch als Datenübertragungsgeschwindigkeit, Übertragungsgeschwindigkeit oder Datenrate bezeichnet. Sie gibt an, wieviele -->Bits pro Sekunde tatsächlich übertragen werden. Die Bitrate wird in -->bps (bit/s) angegeben bzw. bei höheren Bitraten mit den Präfixen k (kilo), M (Mega) oder G (Giga) versehen.

bps (bits per second) - so wird in der englischsprachigen Literatur die Basiseinheit der -->Bitrate bezeichnet. In der deutschsprachigen Literatur findet man meist die Bezeichnung "bit/s".

Byte - eine Gruppe binärer Elemente, die eine logische Einheit bilden. Ein Byte besteht, wenn nicht anders spezifiziert, aus 8 -->Bits. Ein Byte kann somit 2 hoch 8 (also 256) Zustände annehmen. Dies ermöglicht u.a. die Darstellung von 256 verschiedenen Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Sonder- und Steuerzeichen).

cps (characters per second) - steht für die Anzahl der übertragenen -->Bytes (Zeichen) pro Sekunde. Zu beachten ist, daß für die -->asynchrone Übertragung eines Zeichens von 8 -->Bit Länge zwischen 10 (ein Start-, ein Stop-, kein Paritätsbit) und 12 Bits (ein Start-, zwei Stop-, ein Paritätsbit) übertragen werden müssen.

Datenbits - sind die -->Bits eines Zeichens. Bei der -->asynchronen Datenübertragung werden die Datenbits von Zusatzbits (Start-, Stop- und Paritätsbit) eingefaßt, damit die empfangende Stelle erkennen kann, wann ein Zeichen beginnt, wann es endet und ob es korrekt übertragen wurde.

Flußkontrolle - Verfahren zum Unterbrechen und zur Wiederaufnahme der Datenübertragung zwischen unterschiedlich schnellen Kommunikationspartnern, um Datenverluste zu vermeiden. So teilt z.B. ein Modem, kurz bevor dessen -->Puffer voll ist und "überzulaufen" beginnt, dem Computer mit, daß es keine weiteren Daten mehr annehmen kann. Erst wenn der Puffer wieder geleert ist, wird dem Computer signalisiert, daß er wieder Daten an das Modem liefern kann. Die meisten -->seriellen Schnittstellen von Arbeitsplatzrechnern unterstützen zwei Flußkontroll-Methoden: Hardware-Flußkontrolle (-->RTS/CTS) und Software-Flußkontrolle (-->XON/XOFF).

Handshake - ist die Vereinbarung zwischen zwei Kommunikationspartnern über die Modalitäten des Datenaustausches. So handeln sich z.B. zwei Modems beim Verbindungsaufbau aus, welche -->Protokolle und welche Übertragungsgeschwindigkeit sie für die Kommunikation verwenden werden.

Hostcomputer - ein Computer, der neben lokalen Dienstleistungen auch anderen Rechnern im Netzwerk Services anbietet.

Protokoll (engl. protocol) - Konventionen und Regeln über den Austausch von Informationen zwischen Kommunikationspartnern (insbesondere Computern), um eine vollständige, fehlerfreie und effektive Datenübertragung zu gewährleisten. Bei der Datenübertragung kommen in der Regel mehrere Protokolle gleichzeitig zum Einsatz, z.B. legt ein Protokoll den Aufbau, die Überwachung und den Abbau der Verbindung fest, ein weiteres definiert die Struktur der übertragenen Daten, etc.

Puffer (engl. buffer) - Speicher, die dazu verwendet werden, Daten bis zu ihrer Verwendung zwischenzulagern, wenn diese (z.B. aufgrund von Geschwindigkeitsunterschieden von Kommunikationspartnern) nicht sofort weiterverarbeitet werden können. So verfügen z.B. die meisten Modems über Puffer, um die in der Regel unterschiedlichen Übertragungsgeschwindigkeiten, mit denen Daten über die Telefonleitung bzw. über die -->serielle Schnittstelle geschickt werden, auszugleichen.

RTS/CTS - bei Hardware--->Flußkontrolle wird der Datenfluß zwischen Computer und Modem über die -->serielle Schnittstelle mit Hilfe der Steuerleitungen RTS (request to send) und CTS (clear to send) geregelt. Durch entsprechende Signale auf diesen Steuerleitungen teilen die Kommunikationspartner einander mit, ob sie bereit sind, weitere Daten anzunehmen. Dieses Verfahren wird oft auch als "Hardware-Handshake" bezeichnet.

serielle Schnittstelle - Kommunikationsweg, über den -->Bits seriell, also zeitlich nacheinander, übertragen werden. In den meisten Fällen steht nur je eine Leitung für zu sendende und zu empfangende Bits zur Verfügung. Eventuell zusätzlich vorkommende Leitungen dienen z.B. der -->Flußsteuerung.

Telnet - einerseits ein -->Protokoll, welches das Arbeiten auf einem -->Hostcomputer im Internet ermöglicht, andererseits ein Programm, welches dieses Protokoll umsetzt und so ein virtuelles -->Terminal für den Einsatz im Internet zur Verfügung stellt.

Terminal - Datensichtgerät, welches meist direkt über eine serielle Leitung an einen -->Hostcomputer angeschlossen ist.

Terminalprogramm - ermöglicht das Arbeiten an einem -->Hostcomputer vom Arbeitsplatzrechner aus, d.h. das Programm "simuliert" ein serielles -->Terminal eines bestimmten Typs (vt100, vt220, IBM3270, ...), welches direkt an einen Hostcomputer angeschlossen ist.

Terminalserver - Kommunikationseinrichtung, die den Anschluß mehrerer, meist serieller und -->asynchroner Geräte (z.B. Modems, -->Terminals) an ein lokales Netzwerk ermöglicht.

XON/XOFF - die Software--->Flußkontrolle zwischen Modem und Rechner kommt ohne zusätzliche Steuerleitungen aus. Der Datenfluß wird mit dem Steuerzeichen <Ctrl>-Q (XOFF) angehalten und mit <Ctrl>-S (XON) wieder aufgenommen. Das Verfahren ist auch als "Software-Handshake" bekannt.