Das Datennetz der Universität Wien

(Ausgabe 94/1, Juni 1994)

 

Das EDV-Zentrum der Universität Wien hat unter anderem die Aufgabe, die Errichtung eines flächendeckenden Universitätsdatennetzes durchzuführen. Das beinhaltet einerseits die notwendige Verbindung zwischen den über hundert verschiedenen Standorten der Universität, andererseits aber auch die Standortverkabelung selbst, also bis zur Datensteckdose am Arbeitsplatz des jeweiligen Anwenders. Durch die relativ gute Ausstattung mit Budgetmitteln ist es dem EDV-Zentrum gelungen, bereits große Teile der Universität mit einer Netzanbindung zu versorgen.

Die Finanzierung des EDV-Zentrums endet jedoch mit der Übergabe der Datensteckdose an den Benutzer. Danach ist es dem Endanwender selbst überlassen, durch entsprechende Budgetierung dafür Sorge zu tragen, daß er ein passendes Anschlußkabel, einen entsprechenden Netzwerkadapter und die Datenkommunikations-Software für seinen Rechner erwerben kann (dies alles ermöglicht ihm erst die Teilnahme am Datennetz). Der Netzwerkadapter und die Software können mit einem Installationsservice für IBM-PC-kompatible Geräte über das EDV-Zentrum zum Selbstkostenpreis bezogen werden.

An folgenden 34 Standorten existiert bereits ein voller Anschluß an das Datennetz der Universität Wien mit weitreichender lokaler Verkabelung:

  • 1010 Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1 (Hauptgebäude)
  • 1010 Wien, Freyung 6
  • 1010 Wien, Hohenstaufengasse 9
  • 1010 Wien, Liebiggasse 4
  • 1010 Wien, Liebiggasse 5
  • 1010 Wien, Rathausstraße 19
  • 1010 Wien, Schottenbastei 10-16 (Juridicum)
  • 1010 Wien, Schottenring 21
  • 1010 Wien, Universitätsstraße 5
  • 1010 Wien, Universitätsstraße 7
  • 1030 Wien, Dr. Bohr-Gasse 9
  • 1080 Wien, Alserstraße 33
  • 1080 Wien, Lenaugasse 2
  • 1090 Wien, Althanstraße 14
  • 1090 Wien, Boltzmanngasse 3
  • 1090 Wien, Boltzmanngasse 5 und Strudlhofgasse 4
  • 1090 Wien, Garnisongasse 13
  • 1090 Wien, Liechtensteinstraße 23
  • 1090 Wien, Rooseveltplatz 6
  • 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 15
  • 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 17
  • 1090 Wien, Sensengasse 8
  • 1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20 (Neues AKH)
  • 1090 Wien, Währingerstraße 10
  • 1090 Wien, Währingerstraße 13 & 13a
  • 1090 Wien, Währingerstraße 17
  • 1090 Wien, Währingerstraße 25a
  • 1090 Wien, Währingerstraße 38
  • 1090 Wien, Währingerstraße 42
  • 1150 Wien, Possingerg. (Inst. für Sportwissenschaften)
  • 1180 Wien, Schopenhauerstraße 32
  • 1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
  • 1190 Wien, Hohe Warte 38-40
  • 1210 Wien, Brünnerstraße 72

Besondere Schwerpunkte bei der Errichtung des Datennetzes wurden in den letzten Monaten an den im folgenden beschriebenen Standorten gesetzt:

Universitätshauptgebäude

Im Hauptgebäude der Universität Wien wird seit Oktober 1992 an der Errichtung des Local Area Network (LAN) gearbeitet. Gleichzeitig wurde in diesem Zeitraum das Gebäude mittels einer Lichtwellenleiterverbindung (=Glasfaserkabel) an das EDV-Zentrum angeschlossen.

Durch die starke Konzentration von Verwaltungseinrichtungen im Hauptgebäude der Universität Wien wurden diese bei der Errichtung des LAN bevorzugt behandelt. Ein überwiegender Teil der Dienststellen wurde auf Basis einer strukturierten Verkabelung, auf der ein TokenRing für den Verwaltungsbereich betrieben wird, in das Datennetz der Universität integriert. Folgende Institutionen sind bereits angeschlossen:

  • Dekanat der Formal- und Naturwissensch. Fakultät
  • Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
  • Dekanat der Grund- und Integrativwissensch. Fakultät
  • Dekanat der Sozial- und Wirtschaftswissensch. Fakultät
  • Personalabteilung
  • Promotionskanzlei
  • Quästur
  • Rektorat
  • Universitätsdirektion
  • Wirtschaftsabteilung

Die noch fehlenden Verwaltungseinrichtungen werden zum Großteil noch 1994 an das Datennetz angebunden. Weitere große Teile des Hauptgebäudes werden von der Universitätsbibliothek genutzt. Diese Bereiche wurden Mitte 1993 auf Basis einer Koaxialverkabelung nach dem Ethernet-Standard in das Datennetz eingebunden. Die UB Wien betreibt seit der Fertigstellung dieses Netzwerks eine große Anzahl von PCs als Zugang zum BIBOS, und es wurde auch möglich, vermehrt OPAC-Terminals im öffentlichen Bereich für den freien Zugang zum BIBOS zur Verfügung zu stellen.

Ebenfalls versorgt wurden die folgenden Institute bzw. Institutionen:

  • Alte Geschichte
  • Außeninstitut
  • Germanistik
  • Klassische Philologie
  • Sprachwissenschaft
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Die Inbetriebnahme der genannten Institutsnetze steht kurz bevor bzw. ist bei Erscheinen dieser Zeitschrift bereits durchgeführt. Auch diese Netzwerke werden generell in der Ethernet-Technologie ausgeführt.

In den neu adaptierten Bereichen (z.B. Germanistik) kommt für diese Technologie ein strukturiertes Verkabelungskonzept zum Einsatz, das in späterer Folge Übertragungsraten bis zu 100 Mb/sec ermöglicht und somit auch für leistungsintensive Netzwerkdienste wie Bildübertragung geeignet ist.

Juridicum

Trotz des geringen Alters des Gebäudes war im Juridicum keine Netzwerkverkabelung vorzufinden. Gerade der juridische Bereich dürfte jedoch zukünftig einer der Großanwender des EDV-unterstützten Recherchierens, aber auch Nutzer von elektronischer Informationsverbreitung sein. Diesem Umstand wird beispielsweise durch die Verfügbarkeit des Rechtsinformationssystems des Bundes (RIS) im Netzwerk der Universität Wien Rechnung getragen.

Um nun allen "Insassen" des Juridicums den Zugriff auf die Dienste des Datennetzes der Universität Wien zu ermöglichen, wurde im Verlauf des Jahres 1993 das lokale Netzwerk im Juridicum errichtet. Es wurde hier eine Vernetzung auf Basis von Koaxialkabeln gewählt. Das Netz wird im Juni 1994 in Betrieb genommen.

Die Integration dieses Gebäudes in das Datennetz der Universität Wien erfolgt über eine Leitung mit 512 kb/sec Bandbreite, die in das Hauptgebäude der Universität führt. Von dort gelangen die Daten dann über den Lichtwellenleiter des Hauptgebäudes in das EDV-Zentrum.

1090 Wien, Schwarzspanierstraße 17
1090 Wien, Währingerstraße 13 & 13a

Ein weiterer Schwerpunkt im Jahr 1993 wurde im Bereich der "vorklinischen Institute" gesetzt. Die dort ansässigen Institute wurden flächendeckend mit Datensteckdosen ausgestattet. Im Bereich der Währingerstraße 13 (Institut für Anatomie) wurde eine strukturierte Verkabelung errichtet; dies vor allem aufgrund des Wunsches der dortigen Benutzer, mit einem TokenRing-Netzwerk versorgt zu werden. Alle anderen Institute der obigen Standorte wurden auf der Basis von Koaxialkabeln entsprechend dem Ethernet-Standard vernetzt.

Die Inbetriebnahme dieser Netzwerke ist bereits erfolgt; das Netzwerk des Institutes für Anatomie wird voraussichtlich Juni/Juli 1994 in Betrieb genommen. Alle Institute in diesem Bereich werden über eine Glasfaserverbindung an das EDV-Zentrum angeschlossen.

Aktivitäten 1994

1090 Wien, Währingerstraße 17

Die dortigen Institute können sich in Kürze über eine Verbesserung ihrer Anbindung an das EDV-Zentrum freuen: Im Zuge der Errichtung der Glasfaserstrecke in die Währingerstraße 13 konnten auch einige Lichtwellenleiter in die Währingerstraße 17 verlängert werden. Darüber hinaus wird die Verkabelung im gesamten Haus im Verlauf des Jahres 1994 überarbeitet und den mittlerweile gestiegenen Anforderungen der dortigen Benutzer angepaßt.

1090 Wien, Boltzmanngasse 3
1090 Wien, Boltzmanng. 5 und Strudlhofg. 4
1090 Wien, Währingerstraße 38
1090 Wien, Währingerstraße 42

Die Physikalischen und Chemischen Institute der Universität Wien warten schon seit geraumer Zeit auf die Anbindung mittels Glasfaser an das EDV-Zentrum. In diesem Jahr ist es (endlich) soweit: Das Rohr zur Aufnahme der Glasfaser liegt bereits am Dachboden des Alten AKH - beginnend in der Ecke Garnisongasse/Rothenhausgasse, endend in der Zahnklinik Währingerstraße 25a. Die Post hat zugesagt, mit dem Verlegen des Lichtwellenleiters im Mai/Juni 1994 zu beginnen.

Das letzte Hindernis zwischen der Zahnklinik und dem Komplex Boltzmanngasse, die Währingerstraße, ist aufgrund eines bestehenden Kollektorganges der Heizbetriebe Wien nicht gänzlich unüberwindlich. Mit den Heizbetrieben wurde vor kurzem ein Vertrag für die Mitbenutzung dieses Kollektorganges für die Verlegung des Lichtwellenleiters abgeschlossen. Die Errichtung des Rohres zur Aufnahme des Kabels ist bei Erscheinen der Zeitschrift in vollem Gange.

1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20 (Neues AKH)

Die Anbindung des Neuen AKH an das EDV-Zentrum wird bis Sommer 1994 von der bestehenden 64 kb/sec- Leitung auf einen 10 Mb/sec-Lichtwellenleiteranschluß umgestellt. Sämtlichen Kliniken und Instituten des Neuen AKH sowie den vom IMC betreuten Standorten sollte damit ein effizienter Zugriff auf die Dienste des EDVZentrums (FTP-Server, Softwaredistribution, eMail, News, etc.) und auf das Internet möglich sein.

1090 Wien, Borschkegasse 8a

Der Standort des Krebsforschungsinstituts ist einer der Errichtungsschwerpunkte 1994. Die Planung der Verkabelung konnte soeben abgeschlossen werden; im Mai erfolgte die Ausschreibung der Arbeiten. Mit einer Errichtung des Netzwerks, das mittels Glasfaserkabel an das Neue AKH angebunden wird, ist 1994 zu rechnen.

1090 Wien, Althanstraße 14

Im Biozentrum Althanstraße wurde im Lauf des Jahres 1993 bis Beginn 1994 die Vernetzung auf Basis von Koaxialkabeln (Ethernet) errichtet. Die Ausschreibung der zum Betrieb des Datennetzes notwendigen elektronischen Komponenten wurde im Mai abgeschlossen, die Installation und somit die Inbetriebnahme des Netzwerkes ist voraussichtlich im Juni 1994 zu erwarten. Dieses Gebäudenetzwerk wird mittels eines bereits existierenden Lichtwellenleiters an das EDV-Zentrum angeschlossen.

1030 Wien, Rennweg 14

Die Verkabelung des Instituts für Botanik ist ebenfalls einer der Schwerpunkte im Jahr 1994. Die Planungsarbeiten stehen kurz vor dem Abschluß; eine Ausschreibung soll im Juni durchgeführt werden. Das Ziel ist, im Laufe des Sommers diesen Standort mit einem Ethernet- Netzwerk auf Basis von Koaxialkabeln auszustatten. Die Anbindung an das EDV-Zentrum ist über eine entsprechende Standleitung geplant.

1190 Wien, Franz Klein-Gasse 1
1190 Wien, Gymnasiumstraße 50

Eine Vorstudie über die Möglichkeit der Integration des Archäologiezentrums und des Dolmetschinstituts in das Datennetz der Universität Wien wurde bereits 1993 durchgeführt. Aufgrund der erschöpften Budgetmittel für 1993 konnte mit der Errichtung nicht begonnen werden, derzeit laufen die Planungsarbeiten jedoch wieder an. Falls keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftreten, wird dieser Standort 1994 auf Basis von Koaxialkabeln vernetzt. Die Anbindung erfolgt über die bereits existierende 64 kb/sec-Leitung, die von der Franz Klein- Gasse 1 in das EDV-Zentrum führt.