Software für Unix-Workstations

(Ausgabe 94/1, Juni 1994)

 

Im Bemühen, auch im Unix-Bereich attraktive Lizenzabkommen auszuhandeln, ist es in den letzten Jahren gelungen, mit vier der wichtigsten Workstation-Hersteller Verträge abzuschließen, die im Detail zwar unterschiedlich, aber im großen und ganzen recht günstig sind. Seit 1.1.1994 bietet das EDV-Zentrum Instituten, die Unix- Workstations von DEC, IBM, HP oder Silicon Graphics betreiben bzw. erwerben, folgende Möglichkeit:

Durch die Unterzeichnung eines Sublizenzvertrages und die einmalige Zahlung von öS 3.000,- erwirbt der Workstation- Besitzer das Recht, alle Produkte, die im Softwareabkommen mit dem jeweiligen Hersteller enthalten sind, zu beziehen. Für die Lebensdauer der Workstation erhält er auch alle neuen Versionen, die dem EDVZentrum gemäß dem jeweiligen Vertrag zur Verfügung stehen. Die Software selbst wird über Server bzw. durch Verleihen der Medien distributiert. Medien und Dokumentation sind im Lieferumfang nicht enthalten, sondern müssen gegebenenfalls beim Hersteller bestellt werden.

Als Übergangsregelung für alle Benutzer, die vor dem 1.1.1994 DEC-, IBM- oder HP-Workstations erworben haben, werden diese Geräte kostenlos in die Softwarevereinbarung aufgenommen. Zum Bezug neuer Versionen ist lediglich der Abschluß des Sublizenzvertrages und die Vorlage der Rechnung erforderlich.

Der Umfang des Angebotes variiert von Hersteller zu Hersteller, umfaßt aber in allen Fällen die wichtigsten Produkte (z.B. Compiler und Graphikbibliotheken).

DEC:

Im Rahmen des DECCampus-Vertrags, der übrigens auch für alle VMS-Maschinen gilt, steht fast die komplette Software mit einigen hundert Produkten zur Verfügung. Die Software wird über die Rechenanlage Physik des EDV-Zentrums distributiert.

IBM:

Es können die Produkte des "Base Basket" bezogen werden:

  • AIX Version 3
  • AIX ESSL, AIX OSL
  • AIX PC Simulator
  • AIX Visualization Data Explorer
  • AIX Windows Environment, CGI Toolkit
  • AIX X Station Manager
  • XL Fortran, XL Pascal, XL C++

Der Vertrieb erfolgt über das EDV-Zentrum.

HP:

Der Vertrag mit HP umfaßt alle Wiener Universitäten und beinhaltet sämtliche Softwareprodukte der Firma HP, für die zumindest eine Lizenz an einer Wiener Universität erworben wurde. Das bedeutet, daß alle gängigen Produkte verfügbar sind. Wer allerdings das Pech hat, der erste Interessent für ein Produkt zu sein, muß eine Lizenz zu den üblichen akademischen Konditionen kaufen. Die Distribution erfolgt über einen Server an der TU Wien.

Silicon Graphics:

Zusätzlich zur Lizenz für das Basisbetriebssystem, die man mit dem Kauf der Workstation erwirbt, sind die folgenden Produkte des "Varsity-Vertrages" verfügbar:

  • Fortran, Pascal, C++
  • IDO
  • Image Vision Library
  • NFS

Die Distribution erfolgt über das EDV-Zentrum.

Mit SUN, dem bedeutendsten Hersteller, der in der obigen Liste noch fehlt, wurden bereits vor zwei Jahren die ersten Gespräche über einen Campuslizenzvertrag geführt. Leider konnte bis jetzt kein Übereinkommen erzielt werden. Von seiten des EDV-Zentrums besteht jedoch nach wie vor Interesse, auch hier zu einer ähnlichen Regelung wie mit den anderen Firmen zu kommen.

Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, daß diese Abkommen die Möglichkeit bieten, preiswert und urheberrechtlich einwandfrei Software im Unix-Bereich zu erwerben. Nur wenn der Sublizenzvertrag für die jeweilige Workstation unterzeichnet ist und die Gebühren entrichtet sind, kann die Software legal eingesetzt werden. Es bleibt den Instituten selbstverständlich weiterhin unbenommen, Software direkt vom Hersteller zu erwerben.

Ansprechpartner für administrative Fragen zu den Unix- Campuslizenzverträgen ist Herr Wienerroither (4065822- 440). Bei technischen Fragen steht Herr Gräff, der Leiter des Unix-Referates, zur Verfügung (4065822-433).