Der PC-Raum im Neuen Institutsgebäude

(Ausgabe 94/1, Juni 1994)

 

Seit dem Sommersemester 1994 betreibt das EDV-Zentrum im Erdgeschoß des Neuen Institutsgebäudes (bei Stiege III) einen PC-Raum. Die Ausstattung umfaßt 18 PC-Arbeitsplätze, 2 PCs, an die jeweils ein Laserdrucker angeschlossen ist, sowie einen Macintosh-Rechner zur Dateiübertragung.

Um solcherart PC-Arbeitsplätze öffentlich verfügbar machen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, die bei Geräten, die nur von ihren Besitzern genutzt werden, kaum ins Gewicht fallen - z.B.:

  • Es muß verhindert werden, daß die zur Verfügung gestellte Software und die vorgegebenen Konfigurationsdateien unbefugt gelöscht oder verändert werden.
  • Es muß sichergestellt sein, daß der Benutzer eines Gerätes nicht durch Aktivitäten des vorhergehenden Benutzers Schaden nimmt. Dies gilt insbesondere für das Einschleppen von Computerviren.
  • Der Benutzer soll innerhalb des PC-Raums alle Arbeitsplätze in gleicher Weise verwenden können und dabei immer Zugriff auf seine Dateien und die von ihm verwendete Software haben. Wer heute seine Texte auf einem bestimmten PC schreibt, soll am nächsten Tag seine Arbeit an jedem beliebigen Gerät fortsetzen können und nicht darauf warten müssen, daß jener PC, den er am Vortag benutzt hat, wieder frei wird.
  • Die im PC-Raum verfügbaren Drucker müssen von jedem Arbeitsplatz angesteuert werden können.

Alle diese Schwierigkeiten kann man durch den Einsatz eines PC-Netzwerks mit einem entsprechenden Server lösen. Auf dem Server, der in unserem Fall mit Novell NetWare betrieben wird, befinden sich die gesamte Software und alle Benutzerdateien. Die einzelnen Arbeitsplätze selbst besitzen keine Festplatte; das System wird stets über das Netz vom Server geladen. Ein Benutzer, der vor Beginn seiner eigentlichen Arbeit den PC neu startet, kann somit sicher sein, daß dieser - was immer sein Vorgänger an dem Gerät "angestellt" hat - in einem einwandfreien Anfangszustand ist. Alle auf dem Server (der sich im Rechenraum befindet und so vor unbefugten Zugriffen geschützt ist) befindlichen Dateien werden vom EDV-Zentrum regelmäßig gesichert.

Der Einsatz eines Servers bringt nun aber auch einige Gegebenheiten mit sich, die für manche - nur mit "stand alone"-PCs vertraute - Benutzer ungewohnt sind. Wer permanent an einem der PCs in diesem Raum arbeiten möchte, muß sich dem Server gegenüber mit einer User-ID und einem Paßwort identifizieren, mit anderen Worten, er benötigt eine Benutzungsberechtigung. (Ausgenommen davon sind nur einige Tätigkeiten, die weiter unten beschrieben werden.) User-ID und Paßwort sind mit dem Formular Ansuchen um Rechnerbenutzung zu beantragen. Prinzipiell ist der PC-Raum für jeden Angehörigen der Universität, ob Bediensteter oder Student, verfügbar; erforderlich ist lediglich die Befürwortung durch ein Institut oder eine andere Universitätsinstitution. Jeder Benutzer erhält, sofern er nicht am Formular unter Angabe einer Begründung höhere Zuweisungen beantragt, 10 MB Plattenplatz. Von diesen 10 MB steht jedoch nur etwas mehr als die Hälfte für Benutzerdaten zur Verfügung: Obwohl die Software zentral am Server installiert ist, benötigen Applikationen wie Windows oder Word einiges an Speicherplatz - etwa um die persönlichen Einstellungen des Benutzers zu speichern.

Derzeit (Juni 1994) sind folgende Programme installiert:

  • Excel
  • SPSS/PC+
  • die gängigen TCP/IP-Programme (wie telnet und ftp) zur Kommunikation im Internet
  • Word für DOS
  • Word für Windows
  • WordPerfect für DOS
  • WordPerfect für Windows

Wie bereits erwähnt, erfordern nicht alle Arbeiten im PC-Raum eine Benutzungsberechtigung am Novell-Server. Im folgenden werden die Tätigkeiten, die auch ohne User-ID durchgeführt werden können, kurz vorgestellt:

Dateiübertragung von den Servern und Rechnersystemen des EDV-Zentrums

Alle Benutzer, die zwar einen PC oder Macintosh besitzen, aber über keinen Anschluß an das Datennetz der Universität Wien verfügen, können Standardsoftware vom Softwaredistributions-Server des EDV-Zentrums im PC-Raum auf die dortigen Geräte übertragen, auf Disketten kopieren und so die Software auf ihr eigenes Gerät transportieren. Dies gilt auch für Public Domain Software, die am FTP-Server der Universität Wien verfügbar ist. Benutzer, die eines der Rechnersysteme des EDV-Zentrums verwenden, können mit den Geräten im PC-Raum Dateien zwischen PCs bzw. Macs und dem gewünschten Rechnersystem übertragen.

Die Dateiübertragung zwischen Systemen des EDV-Zentrums ist somit jedem Benutzer möglich. Uneingeschränkter Internet-Zugang wird aufgrund internationaler Regelungen jedoch nur dann gewährt, wenn sich der Benutzer irgendwo identifiziert. Deshalb sind andere Rechner und Server nur mit einer Benutzungsberechtigung am Novell-Server (oder einem anderen Rechnersystem des EDV-Zentrums - siehe unten) erreichbar.

Verwendung als Terminal zu den Rechnersystemen des EDV-Zentrums

Ähnlich wie bei der Dateiübertragung kann man ohne Formalitäten die PCs als Terminals zu den Rechnersystemen des EDV-Zentrums verwenden. Wer auf einem dieser Systeme (Großrechenanlage, Workstation-Cluster, Mailbox-Rechner, ...) über eine gültige User-ID verfügt, kann vom PC-Raum aus uneingeschränkt Verbindungen zu anderen im Internet befindlichen Rechnern aufbauen.

Ausdrucken von Dateien

Im PC-Raum befinden sich derzeit zwei PCs, an die jeweils ein Laserdrucker (ein HP LaserJet bzw. ein PostScript-Drucker) angeschlossen ist. An diesen beiden Geräten ist es möglich, sowohl Dateien, die auf den PC-Arbeitsplätzen erstellt worden sind, als auch Druckdateien(!), welche der Benutzer auf Diskette mitgebracht hat, auszudrucken. (Dabei ist zu beachten, daß die Diskettenlaufwerke der beiden PCs, an die die Drucker angeschlossen sind, nicht benutzt werden können!) Die Dateien gelangen über das Netz in die Druckerwarteschlange. Auf den PCs, an denen die Drucker angeschlossen sind, läuft ein eigenes Menüsystem, das es dem Benutzer erlaubt, die gewünschte Datei in der Warteschlange auszuwählen und das Ausdrucken zu starten. Die Verwendung der Drucker erfordert zwar keine Benutzungsberechtigung, ist jedoch kostenpflichtig: Man benötigt eine Magnetkarte, die im Uni-Shop der Hochschülerschaft erhältlich ist. Diese Karte ist ident mit der von der Hochschülerschaft vertriebenen CopyCard und kann daher sowohl für die Drucker des PC-Raums als auch für die Kopierer der ÖH verwendet werden.

Ausführen einfacher DOS-Befehle

Einige besonders einfache Tätigkeiten unter DOS können an jedem Arbeitsplatz auch ohne Benutzungsberechtigung am Novell-Server durchgeführt werden. Dazu zählen zum Beispiel das Formatieren von Disketten oder das Kopieren zwischen 5,25-Zoll-Disketten und 3,5-Zoll-Disketten.

Alle Geräte an den Arbeitsplätzen sind so konfiguriert, daß nach dem Hochstarten ein Menü erscheint, mit dessen Hilfe der Benutzer angeben kann, welche Tätigkeit er an diesem PC ausführen will. Eine Dokumentation zur Benutzung des PC-Raumes ist derzeit in Vorbereitung und soll zum Ende des Sommersemesters 1994 fertiggestellt sein.