Neues vom Vienna Scientific Cluster

von Peter Marksteiner (Ausgabe 10/1, März 2010)

 

Der Vienna Scientific Cluster,  der von der Universität Wien und der TU Wien gemeinsam finanzierte Supercomputer, wurde in den letzten Aus­gaben des comment bereits vorgestellt. Seither gibt es vom VSC hauptsächlich Erfreuliches zu berichten: Fast plangemäß – nur mit wenigen Tagen Verzögerung – begann am 15. Oktober 2009 der Benutzer­betrieb, offiziell noch als „Testbetrieb“ deklariert. Eine Eigenschaft des Testbetriebs war es, dass die Ressourcenvergabe ohne besondere Formalitäten erfolgte. Inzwischen hat sich das Verfahren zur Einreichung und Begutachtung von Projekten soweit eingespielt, dass seit dem offiziellen Beginn des Produktionsbetriebs am 1. Jänner 2010 nur noch Ressourcen für entsprechend positiv begutachtete Projekte vergeben wer­den.

Am 27. Oktober 2009 erfolgte die offizielle Eröffnung durch Johannes Hahn, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Peter Skalicky, Rektor der TU Wien, Martin Gerzabek, designierter Rektor der Universität für Boden­kultur und Heinz Engl, Vizerektor für Forschung der Universität Wien.

Während des Testbetriebs gab es im Dezember 2009 eine geplante Abschaltung wegen Ausbaus der Wasserkühlung sowie eine ungeplante aufgrund eines Stromausfalls. Von einigen kleineren hartnäckigen Hardware-Problemen abgesehen – so gibt es gelegentlich Probleme mit den internen Festplatten – läuft der Cluster seither stabil und problemlos; die Probleme werden gemeinsam mit den Herstellern analysiert und die Fehler hoffentlich bald behoben.

Bei den WissenschaftlerInnen der drei beteiligten Universitäten – neben Universität Wien und TU Wien ist auch die Universität für Bodenkultur als „Junior­partner“ dabei – erfreut sich der VSC großer Beliebtheit: Schon nach wenigen Wochen war der Cluster weitgehend ausgelastet, die Ressourcen für das Jahr 2010 sind bereits zu einem guten Teil vergeben.

Erfreulich ist auch die Rechenleistung des Clusters: Mit 35,48 Teraflops/s erreicht er den 156. Platz in der Liste der schnellsten Supercomputer der Welt. Zum Vergleich: Das beste Ergebnis, das der „Schrödinger“, das Vorgängermodell an der Universität Wien, je erzielte, war Platz 190  im Juni 2003 für den Schrödinger II, der damals 0,504 Teraflops/s schaffte.

Die letzte erfreuliche Nachricht: In seiner Eröffnungsrede hat BM Hahn den Wiener Universitäten bedeutende Geldmittel für High-Performance Computing (HPC) in Aussicht gestellt. Eigentlich müssten HPC-Systeme jedes Jahr ausgebaut und die Leistung mindestens verdoppelt werden, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Beim VSC könnten wir dieses Ziel – fast – schaffen: Praktisch gleichzeitig mit dem offiziellen Produktionsbetrieb des VSC begannen schon die ersten Planungen für den „VSC II“: Als erstes gilt es, einen geeigneten Standort zu finden, der die Anforderungen an Infrastruktur, Sicherheit, Netzanbindung, Stromversorgung, Klimatisierung usw. erfüllt.