Personalnachrichten

von Peter Rastl (Ausgabe 09/2, Oktober 2009)

 

Im Juli 2009 ist Dieter Köberl 65 Jahre alt geworden, hat damit sein Pensionsalter erreicht und ist nach genau 38 ½ Arbeitsjahren an der Universität Wien in den Ruhestand getreten. Dieter Köberl begann – als Chemiestudent, wie etliche seiner damaligen Kollegen in der EDV– seine Berufs­tätigkeit an der Universität Wien als „halbbeschäftigte wissenschaftliche Hilfskraft“ am 1. Februar 1971 am Institut für Statistik, aus dem noch im selben Jahr das Interfakultäre Rechenzentrum der Universität hervorgegangen ist. Dieter Köberl, bald mit vollem Beschäfti­gungsausmaß zum „Programmierer“ avanciert, kümmerte sich um die Unterstützung der ersten EDV-BenutzerInnen in der „Programmberatung“ und hielt zahllose Programmierkurse in FORTRAN, ALGOL und PL/I ab. Er war auch einer der ersten, die sich mit „Datenbanken“ beschäftigten, als in den Folgejahren derartige softwaretechnische „Neuerungen“ aufkamen, und brachte sein Expertenwissen bei der Rechnerausschreibung im Jahre 1984 ein, die an der Universität Wien zur Anschaffung eines IBM-Großrechners mit einem Schwerpunkt für datenintensive Großprojekte führte. Das EDV-Zentrum ermöglichte mit diesem Rechnersystem insbesondere die IT-Einführung im wissenschaftlichen Biblio­theks­wesen, und Dieter Köberl kümmerte sich seit damals um die Systemadministration der Datenbanken in den großen Bibliotheks­ver­waltungssystemen BIBOS bzw. Aleph.

Wir danken ihm für seine jahrzehntelange engagierte Tätigkeit und wünschen ihm für den beginnenden neuen Lebensabschnitt beste Gesundheit, jugendliche Schaffenskraft und auch sonst alles Gute!

Drei Mitarbeiter haben in den letzten Monaten ihr Arbeitsverhältnis am ZID gekündigt, um ihre Berufskarriere bei einem anderen Arbeitgeber fortzusetzen: Thomas Kallinger verließ mit Ende April 2009 unser PC-Systemadministratoren-Team, André Seirafi beendete mit Ende Juli 2009 seine Tätigkeit im Typo3-Support des ZID, und Thomas Holzweber schied mit Ende August 2009 aus der UNIVIS-Qualitätssicherung aus. Es ist nicht zu verkennen, dass bei diesen Entscheidungen, die Universität Wien zu verlassen, teilweise auch die Einführung des neuen Kollektivvertrags eine Rolle gespielt hat: Die Universitätsleitung steht seit der Unterzeichnung des Kollektivvertrags (Mai 2009) auf dem Standpunkt, dass nunmehr – sogar bereits vor dem Inkrafttreten des Kollektivvertrags (Oktober 2009) – auch im IT-Bereich generell nur die kollektivvertraglichen Mindestgehälter und vorerst keine darüber hinausgehenden Überzahlungen gewährt werden. Die Mindestgehälter des neuen Kollektivvertrags liegen etwa 20 bis 30 Prozent unter den bisherigen Gehaltseinstufungen für IT-Fachkräfte im Bundesbesoldungsschema, und es wird wohl einige Zeit vergehen, bis sich die Universitätsleitung von der tatsächlichen Höhe marktüblicher IT-Gehälter überzeugen läßt, um die Universität als Arbeitgeber wieder ausreichend attraktiv für IT-Spezialisten zu machen.

Die Einführung des Universitäts-Kollektivvertrags hat zwar unmittelbar keine Auswirkungen auf die derzeitigen MitarbeiterInnen, die ja nach ihren bestehenden Arbeitsverträgen entlohnt werden, unabhängig vom Gehaltsschema des Kollektivvertrags, die „Aufsaugungs-Regelung“ des § 76 Abs. 5 läßt allerdings auch für diesen Personenkreis die Hoffnung auf künftige Gehaltserhöhungen in weite Ferne entschwinden. Dramatisch jedoch wirkt sich diese Situation derzeit bereits im Falle von Nachbesetzungen aus, weil – trotz des kolportierten Arbeitskräfte-Überschusses infolge der Wirtschaftskrise – bei unseren Ausschreibungen kaum qualifizierte BewerberInnen zu finden sind, die sich mit den angebotenen Gehältern zufrieden geben.

Vorerst bleiben daher die meisten offenen Stellen vakant. Durch eine interne Umschichtung – Richard Rode wechselte vom E-Learning-Referat in die Anwendungsentwicklung – kann der Typo3-Support weitergeführt werden. Auch in der Abteilung PC-Systeme und Fakultätsunterstützung musste intern umgeschichtet werden, und seit August 2009 ist Benjamin Hackl als neuer Systembetreuer (zum kollektivvertraglichen Mindestgehalt) im Fakultätsbereich tätig. Dazu kommt noch, dass auch am ZID die MitarbeiterInnen die Möglichkeit der Karenzierung nutzen (insbesondere die Väterkarenz findet immer mehr Akzeptanz), was uns weitere Probleme mit Nachbesetzungen beschert. Zur Zeit suchen wir unter anderem Karenzvertretungen für Holger Schinninger und Robert Schöller (UNIVIS-Software­entwicklung) sowie Martin Strieder (PC-Systemadministration/VMWare-Virtualisierung).

Es ist zu hoffen, dass die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz mancher Frustrationen dem ZID treu bleiben, ihre qualifizierte Tätigkeit für unsere IT-Services weiterhin so engagiert ausüben und sich nicht abwerben lassen. Ich muss gestehen, dass ich neuerdings ein wenig beunruhigt wäre, würde ich zufällig auf einen Facebook-Eintrag eines ZID-Mitarbeiters stoßen, der vom Kauf seines neuen Anzugs schwärmt …