Das glorreiche Windows oder Die verflixte 7. Version?

von Markus Gronemann (Ausgabe 09/2, Oktober 2009)

 

Nun gut, die siebte Betriebssystemversion ist Windows 7 nun wirklich nicht – egal, welche Zahlenspiele man betreibt oder wie großzügig man auch zählt. Nicht einmal im Veröffentlichungszyklus der auf Windows NT basierenden Systeme kommt Windows 7 an siebter Stelle; intern trägt es sogar die Versionsnummer 6.1. Es ist also – streng genommen – nur ein überarbeitetes Windows Vista. Es offiziell als Windows Vista Release 2 zu vermarkten, wie Microsoft dies mit der Serverversion Windows Server 2008 R2 tut1), wäre jedoch keine gute Entscheidung gewesen. Warum? Dazu muss man ein wenig ausholen und die letzten Jahre der Windows-Entwicklung betrachten.

Windows 7 und seine Vorgänger

Über Windows Vista, die Vorgängerversion von Windows 7, wurde in den Medien sehr negativ berichtet. Es gab einfach zu viele Probleme, als Windows Vista nach etlichen Verzögerungen und mehr als fünf Jahren Entwicklungszeit Anfang 2007 auf den Markt kam – und den Großteil der BenutzerInnen zunächst herb enttäuschte. Es war zu schwerfällig, zu ressourcenhungrig und in vielerlei Hinsicht langsamer als der Vorgänger Windows XP – außerdem wurden immer wieder angekündigte Features2) nicht realisiert oder erst später in anderen Produkten eingesetzt.

Das Gros der BenutzerInnen sah in Vista immer nur eine leicht überarbeitete XP-Oberfläche, zudem ein langsameres System und vor allem eine Nervensäge, die jede systemnahe Aktion mit einer Warnung oder Rückfrage quittierte, ob man sich denn auch sicher sei, was man tue. Die Rede ist hier von der Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC), ein neues und im Grunde auch sehr sinnvolles Sicherheitsfeature, welches endlich das sichere Arbeiten ohne Administratorechte ermöglichen sollte.

Nun war (und ist) Windows Vista bei Weitem nicht so schlecht wie sein Ruf, vor allem nicht seit Erscheinen des ersten Service Packs im April letzten Jahres. Immerhin war es das erste wirklich brauchbare Windows-Betriebs­system mit vernünftiger 64-Bit-Unterstützung und passender Treiberversorgung (Windows XP wurde in der 64-Bit-Version sehr stiefmütterlich sowohl von Microsoft als auch von Drittanbietern behandelt). Dadurch wurde ab Vista auch der Einsatz von 4 GB RAM und mehr möglich. Und auch die Benutzerkontensteuerung bot bei richtiger Anwendung tatsächlich mehr Sicherheit.

Schattenkopien, ein mit Windows Server 2003 eingeführtes Sicherungskonzept auf Dateisystemebene, sorgten für mehr Datensicherheit und eine Reihe von neuen Programmen und Features, so etwa neue Treiber­architek­turen im Audio- und Grafik­bereich. Schattenkopien waren im Grunde sehr nützlich, wurden aber derart gut versteckt bzw. schlecht vermarktet, dass der Groß­teil der BenutzerInnen vermutlich bis heute keine Ahnung davon hat.

Mit Windows 7 sollte dies alles besser werden: Man wollte aus den Feh­lern der Vista-Entwicklung lernen und vor allem gegenüber der Öffent­lichkeit diesen Umbruch auch deutlich machen. Vermutlich deswegen wurde ein wenig geschummelt und aus der internen Version 6.1 die öffentliche Version 7 gezaubert, um den Entwicklungs­sprung von Vista auf Windows 7 noch deutlicher zu machen. Und so ganz verkehrt ist die­se Darstellung auch gar nicht, denn Windows 7 merkt man die Ent­wicklung, die in ihm steckt, deut­lich an. Es wirkt flotter, freundlicher, unkomplizierter und wesentlich weniger aufdringlich als sein Vorgänger.

Windows 7 Editionen

Trotz neuer Herangehensweise (siehe Kasten Windows Backstage) betrug die Entwicklungszeit von Windows 7 weniger als drei Jahre, und damit fast halb so lang wie die von Windows Vista (etwas mehr als fünf Jahre). Der öffentliche Erscheinungstermin wurde sogar zweimal nach hinten verlegt und schließlich mit dem 22. Oktober 2009 fixiert. Am Zentralen Informatikdienst ist Windows 7 seit dem 17. August 2009 für Institute und Dienstleis­tungs­einrichtungen als Standardsoftware erhältlich.

Im Handel wird es für EndbenutzerInnen drei Editionen geben, nämlich Home Premium (PrivatanwenderInnen), Professional (Firmenkunden) und Ultimate, die sich im Funktionsumfang unterscheiden. Für Großkunden mit Volumenlizenzverträgen, wie dem Zentrale Informa­tik­­dienst, gibt es zudem die Edition Enterprise, welche funk­tional identisch mit Ultimate ist. Auf einigen Geräten der Einstiegsklasse, z. B. Netbooks, wird Starter vorinstalliert sein, dessen Funktionsumfang gegenüber der Home-Edition noch einmal geringer ausfällt. Die ursprünglich geplante Beschränkung auf maximal drei parallel ausführbare Anwendungen wurde jedoch nicht umgesetzt. In Entwicklungs- und Schwellenländern wird zusätzlich Home Basic vertrieben, das funktional zwischen Starter und Home Premium liegt3).

Info für u:book-KäuferInnen

Wer während der aktuellen u:book-Aktion im Winter­semester 2009/2010 (21. September bis 18. Oktober 2009) ein Notebook mit Windows Vista Business bzw. XP Professional kauft, kann nach dem Erscheinen von Windows 7 über den jeweiligen Hersteller entsprechende Recovery-Medien für Windows 7 Professional beziehen. Die entsprechenden Links zu den Details für HP und Lenovo finden Sie im Kasten am Ende des Artikels.

 

Windows Backstage

Als erste Konsequenz aus den Erfahrungen mit Vista wurde das Windows-Entwicklungsteam neu organisiert und neue Ansätze ausprobiert, die sich schnell bewährten. Um sich nicht erneut in einem so großen und komplexen Projekt wie Vista zu verrennen, wurde die Unternehmens­struktur gestrafft und entschlackt. Der in Entwicklerkreisen legendäre Ray Ozzie (Lotus Notes, Groove etc.) nahm im Juni 2006 die Rolle des Chief Software Architect ein, die zuvor Micro­soft-Mitbegründer Bill Gates innehatte. Dieser hatte sich zwischenzeitlich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und sich primär seiner „Bill & Melinda Gates Stiftung“ gewidmet. Ozzie richtete die Organisation des Windows-Teams und die Art, wie programmiert wurde, teils radikal neu aus.

Der neue Chef der Windows-Entwicklungsabteilung wurde Steven Sinofsky, der davor die Entwicklung von Microsoft Office geleitet hatte und maßgeblich für die Neuerungen in Office 2007 verantwortlich war. Zwischen­zeitlich wurde er aufgrund seiner guten Erfolge bei der Entwicklungsarbeit von Windows 7 zum Präsidenten für die Windows-Division (Windows, Internet Explorer, Windows Live Services) befördert.

Jon DeVaan wurde Vizepräsident für die Windows Core Operating System Division und damit maßgeblich für die Entwicklung von Kernkomponenten und die Architektur von Windows-Betriebssystemen verantwortlich.

Die kleinste Einheit bei der Entwicklung war nicht mehr der einzelne Programmierer, sondern ein Zwei-Mann-Team, wobei ein Mitglied des Teams programmierte und das andere nur auf Fehler achtete, die dem Partner möglicherweise unterlaufen waren. Die Entwicklung erfolgte zudem im Einklang mit den Wünschen und Problemen der bisherigen Windows-BenutzerInnen. In einem gewaltigen Forschungs­projekt wurden elf Millionen Windows Vista-BenutzerInnen freiwillig bei ihrer Arbeit mit dem System aufgezeichnet und deren Verhalten ausgewertet – wo gab es Probleme, welcher Weg erwies sich als besonders umständlich? Zudem bekamen mehrere tausend Testpersonen in Labors bestimmte Aufgaben gestellt, um auch hier zu sehen, welche Wege BenutzerInnen einschlugen und wo sie in eine Sackgasse gerieten. So kamen mehr als 600 neue Funktionen zusammen, die ebenfalls noch einmal von BenutzerInnen aus der Praxis getestet wurden. Zusätz­lich wurden Psycholog­­Innen, Kognitionsforscher­Innen und andere Wissenschaft­ler­Innen mit der Erfor­schung der grundlegenden Bedien­konzepte beauftragt.

Viva Vienna

Der interne Projektname änderte sich Anfang 2006 von Blackcomb (ursprünglich als großes Release nach Windows XP geplant, Vista sollte eigentlich nur eine Zwischenversion sein) auf Vienna, was vor allem in heimischen Medien für Schlagzeilen sorgte. Am 13. Oktober 2008 wurde schließlich der endgültige Name – Windows 7 – bekannt gegeben.

Windows XP-Modus

Wie aus der Grafik Editionen im Überblick ersichtlich verfügen die Editionen Professional, Ultimate und Enter­prise über einen so genannten Windows XP-Modus. Hierbei wird eine vollständige Windows XP (Service Pack 3)-Installation mit Hilfe des Microsoft Virtual PC und entsprechender Virtualisierungs­funktionen des Prozessors (Intel-VT bzw. AMD-V) zur Verfügung gestellt. Dieser Modus steht in Form von zwei separaten Downloads, des Virtual PC und der eigentlichen XP-Installation, bereit.

Zu Redaktionsschluss war dieser jedoch noch nicht komplett fertiggestellt und nur als Release Candidate verfügbar. Die Installation gelingt auch nur unter den geeigneten Editionen und sofern der Prozessor die nötigen Funktionen bereitstellt. Primär soll der XP-Modus Firmenkunden helfen, die noch Software im Einsatz haben, welche zwar unter Windows XP, aber nicht unter Windows 7 funktioniert. Für Spiele oder grafikintensive Anwendungen taugt der XP-Modus übrigens nicht, da der Virtual PC nur eine sehr leistungsschwache Grafikkarte emuliert.

Abb. 1: Windows XP-Modus

Hardwareanforderungen

Die Anforderungen an die Hardware für Windows 7 (siehe Tabelle unten) wurden gegenüber Vista nicht erhöht. So ziemlich alle in den letzten zwei bis drei Jahren gekauften Geräte sollten daher in der Lage sein, Windows 7 in akzeptabler Ge­schwin­dig­keit auszuführen – das gilt auch für Netbooks mit Intel-Atom-Prozessor (der Release Candidate von Windows 7 läuft auf einem HP Mini 2140 aus der vergangenen u:book-Aktion problemlos).

Hardwareanforderungen für Windows 7

Bitte mehr Bit

Windows 7 gibt es, wie bereits den Vorgänger Windows Vista und zum Teil auch Windows XP, neben der gängigen 32-Bit-Ausführung auch als 64-Bit-Variante. Wer eine Vollversion oder ein Upgrade erwirbt, findet beide Varianten für seine Edition in der Schachtel, wer eine günstigere OEM/DSP/System Builder Lizenz erwirbt, muss sich für eine Variante entscheiden. Wer Windows 7 über die Standardsoftware des ZID bezieht, hat ebenfalls die Auswahl zwischen beiden Varianten.

Die Vorteile der 64-Bit-Version liegen darin, dass problemlos vier Giga­byte physischer Arbeitsspeicher oder mehr adressiert und genutzt werden und einzelne Programme mehr als zwei Gigabyte im Adressraum belegen können (allerdings belegen dann architekturbedingt oft auch dieselben Daten mehr Platz im Speicher). Liegt auch die Software in 64-Bit-Kompilierung vor, können bestimmte Berechnungen oft schneller ausgeführt werden als in den 32-Bit-Varianten – vor allem rechenintensive Programme in Zu­sam­men­hang mit großen Zahlen oder Datenmengen profitieren davon.

So liegt etwa die aktuelle Version CS4 von Adobe Photoshop für Windows auch in einer 64-Bit-Variante vor. Wer oft mit sehr großen Bildern (größer als ein Gigabyte) arbeitet oder aufwändige Bearbeitung durchführt, profitiert hier von 64-Bit: Die 6400fache Vergrößerung eines 10 Megapixel-Bildes dauert auf einem entsprechend ausgestatteten System mit Photoshop CS4 in der 32-Bit-Fassung (1,7 GB Speicher zugewiesen) 2 Minuten und 45 Sekunden, mit der 64-Bit-Variante (6 GB Speicher zugewiesen) hingegen nur 18 Sekunden. Auch Pack-, Verschlüsselungs-, Ma­the­matik- oder Statistiksoftware profitiert von den Möglichkeiten einer 64-Bit-Umgebung und -Architektur, sofern sie in einer 64-Bit-Version vorliegt. Eine Reihe von gängigen Programmen gibt es bereits in 64-Bit-Fassungen, in Zukunft werden es immer mehr werden. Das kommende Microsoft Office 2010 etwa wird auch in einer 64-Bit-Variante verfügbar sein.

Der Nachteil lag bisher meist in der Versorgung mit Treibern und Multimedia-Codecs. Die meisten PC-Hersteller stellen mittlerweile aber alle Treiber und wichtigen Systemprogramme auch in 64-Bit-Versionen zur Verfügung, der Großteil der Hardware-Her­steller bietet ebenfalls schon seit längerem passende Treiber an. Da das Treibermodell von Windows Vista in Windows 7 beibehalten wurde, sollten prinzipiell alle Geräte funktionieren, die auch unter Vista (auch in der 64-Bit-Variante) funktioniert haben.

Das Codec-Problem war auch in der Vergangenheit nur ein geringes – schließlich griffen 32-Bit-Anwendungen (also der Großteil der verfügbaren Programme) ohnehin auf 32-Bit-Codecs zu. Setzte man einen Player mit integrierten Codecs (wie mplayer) ein, oder installierte ein Paket wie CCCP, konnte man bereits so gut wie jedes gängige Multimediaformat abspielen. Nur Anwen­dungen wie das auch in Vista (Home Premium und Ultimate) eingebaute Media Center, etwa zur Nutzung von Medieninhalten auf dem Fernseher, lagen entsprechend auch in 64-Bit vor und wollten auf passende Codecs zugreifen. Während man sich unter Vista am besten noch mit einer 64-Bit-Beta-Version der beliebten ffdshow-tryouts helfen konnte, sollte das unter Windows 7 nicht mehr nötig sein: Das Betriebssystem bringt von Haus aus Unterstützung für gängige Codecs etwa DivX oder H.264 und Containerformate wie MP4 oder MOV mit.

Los geht's! Windows 7 im Detail

Installation

Doch genug der Theorie. Schließlich soll mit einem Betriebssystem primär gearbeitet werden. Installiert ist Windows 7 in circa 20 Minuten, wobei neben der Installation von DVD auch eine (schnellere) Instal­lation von einem USB-Stick aus mög­lich ist (Anleitung siehe Kasten unten Links und weiterführende Literatur). Nach der Eingabe von Land, Sprache und Tastaturlayout sowie dem obligatorischen Akzep­tieren der Lizenz­bedingungen gelangt man zur Festplatten­einrichtung (es wird übrigens immer automatisch eine zweite, kleinere Partition angelegt, welche für die Initialisierung der Laufwerks­ver­schlüs­selung Bit-Locker bzw. die Wieder­her­stellungs­umgebung genutzt wird) und dann geht es auch schon los mit der Installation. Im Anschluss legt man die gewünschten BenutzerInnen an und stellt die Zeitzone sowie die Umgangsweise mit automatischen Up­dates ein. Auf vielen Geräten kann man bereits zu diesem Zeitpunkt – Hardware­unter­stützung sei Dank – sogar schon eine WLAN-Verbindung einrichten.

Desktop & Taskleiste

Nach dem ersten Login fällt zunächst auf, dass das System nach Erscheinen des Desktop sofort einsatzbereit ist. Unter Vista und zumeist auch unter Windows XP hieß es an diesem Punkt nur „es geht demnächst los“. Die neue Taskleiste mit ihren großen Symbolen fasst nun, ähnlich wie der Dock unter Mac OS X, die laufenden Anwendungen und jene, die früher in der Schnellstartleiste geparkt waren, zusammen. Darüber hinaus hat sich eine Menge rund um die Funktion der Symbole in der Taskleiste getan. In früheren Versionen waren dort einfach die laufenden Programme zu sehen, ein Rechtsklick förderte bei den meis­ten Einträgen nur ein Kontextmenü zum Schließen oder Bestimmen der Fenstergröße zutage.

Die Icons in der Schnellstartleiste (in Windows 7 Pinned Apps, mehr dazu im nächsten Absatz) konnten ebenfalls lediglich angeklickt werden, um die dahinterliegenden Verknüpfungen zu starten – Kontext­sensibilität gab es nicht. Mit der in Vista eingeführten Aero-Oberfläche hielten zumindest kleine Echtzeit-Vorschaubilder der laufenden Anwendungen Einzug ins System, wenn man die Maus über die Einträge in der Taskleiste bewegte. Dieses Aero-Konzept für die grafische Benutzeroberfläche wurde in Windows 7 konsequent weitergeführt und um zahlreiche sinnvolle Komponenten erweitert. Sofern die Entwickler diese neue Funktionalität berücksichtigen sind jetzt etwa kontextsensitive Menüs, sogenannte Sprunglisten oder auch Jumplists, möglich. Mehrere laufende Instanzen eines Programms werden dabei visuell gestapelt und zu so genannten Stacks zusammengefasst. Mit der Miniaturvorschau erhält man sowohl eine schnelle Übersicht als auch Kontrolle über alle geöffneten Fenster eines Programms. Aero Shake und Aero Snap sorgen sehr schnell für sehr viel mehr Ordnung und Übersicht im Fensterchaos.

Klicken, Springen Pinnen!

In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Nach der Installation befinden sich in der Taskleiste drei Symbole: Internet Explorer, Win­dows Explorer und Windows Media Player (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Windows 7-Taskleiste mit den Standard-Sybolen Internet Explorer, Windows Explorer und Media Player nach der Installation

 

Ein normaler Mausklick startet jetzt wie gewohnt eine Instanz des jeweiligen Programms. Ein Klick mit der mittleren Maustaste bzw. dem Mausrad startet eine weitere Instanz und ein Rechtsklick bringt ein Kontext­menü, genannt Sprung­liste, zum Vorschein. Sofern die Ent­wickler eines Programms noch keine Funktionalität vorgesehen haben, kann man dieses nun lediglich starten bzw. schließen und an die Taskleiste „pinnen“ bzw. es wieder davon lösen – auf diese Art und Weise kann man jedes laufende Programm auch für spätere Aufrufe fest in der Taskbar als Pinned App verankern.

Einige (Microsoft-)Programme, wie jene aus dem Office 2007-Paket, der Internet Explorer 8 oder auch Notepad bringen schon umfangreichere Sprunglisten mit. So kann man hier häufig oder zuletzt verwendete Dokumente öffnen oder bestimmte Aufgaben direkt ausführen (siehe Abb. 3). Entwickler können über das Win­dows 7-Soft­ware­ent­wick­­lungskit (SDK) für Ihre An­wen­dung­en auch eigene Funktionen und Menüeinträge definieren (siehe Abb. 4).

Abb. 3: Sprungliste für den Internet Explorer
Abb. 4: Möglichkeiten, die Programmentwicklern über das Windows 7-Softwareentwicklungskit für Sprunglisten geboten werden

 

Ordnung und Übersicht am Bildschirm

Sind mehrere Fenster (bzw. sofern unterstützt Tabs) eines Programms geöffnet, wird aus dem Programm­symbol ein visueller Stapel (Stack) gebildet, ähnlich wie die Gruppierung von Fenster des gleichen Programms unter Windows XP oder Vista. Der Stapel umfasst immer nur maximal drei Einträge, auch wenn sich dahinter mehr als drei Fenster befinden, da die Darstellung ansonsten zu unübersichtlich wäre. Unter welchen Umständen überhaupt gestapelt wird, lässt sich in den Eigenschaften der Taskleiste einstellen; wer keine Stapel mag, kann diese Gruppierung auch ausschalten bzw. nur dann aktivieren, wenn die Taskleiste ansonsten voll wäre.

Wesentlich erweitert wurde, wie schon kurz erwähnt, auch die Livevorschau. Gab es unter Vista bereits kleine Vorschaubilder der laufenden Anwendungen (inkl. Animationen oder Videos), bekommt man jetzt auf einen Blick eine Übersicht über sämtliche offene (und nicht nur das gerade aktive) Fenster einer Anwendung, inkl. der Mög­lich­keit, einzelne davon mit einem Klick zu schließen. Bewegt man sich mit der Maus über ein Fenster, wird dieses sofort auf den Bildschirm geholt, klickt man darauf, wird es automatisch zum aktiven Fenster. Im Internet Explorer 8 werden sogar die einzelnen Tabs in Form von Vorschau­bildern angezeigt (Abb. 5) – für andere Browser, wie etwa den beliebten Alternativ­browser Mozilla Firefox gibt es Add-Ons, die diese Funktion nachrüsten. Irgendwann werden wohl alle gängigen Browser diese praktische Funktion nutzen.

Abb. 5: Livevorschau einzelner geöffneter Tabs im Internet Explorer 8

Der Übersichtlichkeit am Bildschirm hilft Aero Shake. Sind mehrere Fenster geöffnet und überdecken einander, reicht es, das Fenster, welches man gerade sehen möchte, einfach an der Titel­leiste anzuklicken und das Fenster mit dem Maus­zeiger ein wenig zu „schütteln“ – schon verschwin­den die anderen Fenster vom Desktop und nur das aktuelle bleibt im Vordergrund. Ein weiterer „shake“ bringt die anderen Fenster wieder an ihre Ursprungsposition zurück. Ebenfalls für Ordnung am Desktop sorgt Aero Snap. Zieht man ein Fenster an den rechten oder linken Bildschirmrand, wird es dort auf die volle Auflösungshöhe und die halbe Breite aufgezogen – so lassen sich ohne viel Aufwand zwei Fenster bildschirmfüllend nebeneinander platzieren. Bei Kontakt mit dem oberen Bildschirmrand wird das Fenster hingegen im Vollbild angezeigt.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Ebenfalls viel aufgeräumter ist nun der Infobereich (auch Systray oder gemeinhin „Bereich mit der Uhr“ genannt) im rechten unteren Bild­schirmeck. Standardmäßig finden sich dort neben der Zeitanzeige nur noch die Symbole für Ton, Netzwerkverbindung, Energie­versor­gung sowie das Symbol für das neue Wartungs­center. Letzteres ersetzt die zahlreichen früheren Warnsymbole, etwa für Aufgaben die Computersicherheit betreffend, Hinweise auf ausstehende Sicherungen oder noch nicht behobene Probleme. Weitere Sym­bole können über eine kleine, mit einem Pfeil versehene Schalt­fläche in einem eigenen Menü und bei Bedarf auch dauerhaft angezeigt werden. Die aus früheren Windows-Versionen bekannten "Ballon­tipps" kann man wahlweise auch zu einem späteren Zeitpunkt im Wartungscenter ansehen.

Rechts neben dem Infobereich befindet sich nun die Schaltfläche Desktop anzeigen, die bei einem Klick alle Fenster minimiert. Schwebt nur der Maus­zeiger darüber, kommt Aero Peek zum Einsatz: Alle Fenster werden dann transparent und geben temporär den Blick auf den Desktop frei.

Die mit Vista eingeführte Seitenleiste ist wieder aus dem System verschwunden, passende Minianwendungen kann man aber nach wie vor verwenden und eigenständig als Gadgets auf dem Desktop platzieren. Windows 7 bringt eine Reihe von Designs (Pakete aus Hintergrund­bil­dern, Farbschemata für die Benutzer­oberfläche und Sounds) mit, weitere stehen online zur Verfügung. Desktop­hinter­grund­bilder können nun auch automatisch nach gewissen Zeitinter­vallen gewechselt werden, wofür früher Zusatzprogramme nötig waren. Viele Designs bringen bereits mehrere themenspezifische Hintergrundbilder mit, die sich automatisch oder per Mausklick austauschen lassen. Designs können außerdem auch auf RSS-Feeds verweisen, etwa um via Flickr immer mit aktuellen, passenden Bildern versorgt zu werden.

Die Bibliotheken von Redmond

Auch was die Verwaltung von Da­teien, der angeschlossenen Periphe­rie und dem (Heim)Netzwerk betrifft, gibt es zahlreiche Neuerungen und Verbesse­rungen.

So zeigt der Win­dows Explorer nun statt der Eige­nen Dateien standardmäßig so genannte Biblio­theken für Doku­mente, Bil­der, Mu­sik und Videos an (Abb. 6). Dabei handelt es sich im Prinzip um virtuelle Ord­ner, die den Inhalt meh­rerer logischer Ord­ner gleich­­zeitig anzeigen können. Stan­dard­mäßig ent­halten sie jeweils die Eigenen und die Öffent­lichen Da­tei­en, Bilder-, Mu­sik- oder Vi­deo-Ordner und können mit wenigen Klicks um andere Ordner erweitert werden. Das können Ordner auf anderen Parti­ti­o­nen, wei­teren internen oder externen Fest­platten, USB-Sticks oder sogar Netz­­lauf­­­werken sein (wo­bei diese entweder vom Such­­index erfasst oder zuerst offline verfügbar gemacht, also lokal gespiegelt, werden müssen). Auch auf anderen Com­putern in der gleichen Heim­netz­gruppe (siehe dazu weiter unten) dürfen die Da­teien und Ord­ner liegen. Auch eigene, z. B. pro­jekt­be­zo­gene, Bib­lio­the­ken können angelegt werden.

Abb. 6: Bibliotheken ersetzen die Eigenen Dateien

 

Der Vorteil davon liegt auf der Hand: End­lich hat man alle zusammengehörigen Dateien zentral an einer Stelle verfügbar, egal, wo sie sich physisch befinden. So lassen sich einheitliche Doku­ment­speicher für kleine Arbeits­grup­pen an einem einzigen Ort ebenso realisieren wie das kollektive Fotoalbum für alle Familien­mit­glieder oder die zentrale Musik- und Videosammlung in der WG – ohne, dass die Daten zwingend mehrfach vorhanden sein müssen.

Arbeit, Spaß und ein bisschen mehr Komfort

Viele in Windows Vista mitgelieferte Programme, wie ein Mailclient oder die Fotogallerie, sind bei Windows 7 nicht mehr dabei. Sie wurden jedoch nicht aufgelassen, sondern in die kostenlosen Windows Live Essentials ausgelagert, wodurch auch die Trennung von Betriebssystem und Anwenderprogrammen deutlicher wird. Die Suite wird per Windows-Update als optionaler Download angeboten, kann aber auch einfach aus dem Web geladen werden. Sie enthält Windows Live Family Safety (Jugendschutzsoftware), Windows Live Mail (E-Mail-Client), Windows Live Messenger (Instant Messenger), Windows Live Movie Maker (Videobearbeitung), Windows Live Photo Gallery (Fotoverwaltung), Windows Live Sync (Synchronisierungstool für mehrere Computer), Windows Live Toolbar (Suchleiste für den Browser), Windows Live Writer (Blogging-Tool), Microsoft Office Outlook Connector (Plug-In, um in Outlook auf Windows Live Hotmail-Konten zugreifen zu können), Microsoft Office Live Add-in (Zugriff auf die Dienste von Office Live) und Microsoft Silverlight (Laufzeitumgebung für interaktive Webanwendungen). Alle Komponenten können auch einzeln installiert werden.

Mitgeliefert wird hingegen der aktuelle Internet Explorer 8, der verbesserte Sicherheits- und Komfortfunktionen bietet und sich strenger an moderne Webstandards hält als seine Vorgängerversionen. Er ist seit einiger Zeit auch als Download für Windows XP und Vista erhältlich. Außerdem neu ist der Windows Media Player 12, der jetzt Unterstützung für die Codecs H.264, MPEG4-SP, ASP/DivX/Xvid, MJPEG, DV, AAC-LC, LPCM und AAC-HE mitbringt, die auch in den Containerformaten MP4, MOV, 3GP, AVCHD, ADTS, M4A und WTV Multimedia stecken dürfen. Er nutzt nun die Windows 7-Bibliotheken und kann auch ungeschützte Musik aus einer iTunes-Bibliothek wiedergeben. Außerdem wurden die Streaming- und Fernbedienungsfunktionen, sowohl als Server als auch als Client, erweitert. Neben UPnP spricht der neue Media Player jetzt auch mit DLNA-Clients und ist via Digital Media Control fernsteuerbar.

Überarbeitet wurden Word­pad, Paint und der Rechner (Abb. 7). Die ers­ten beiden haben jetzt wie die Pro­gram­me in Office 2007 eine Ribbon-Benutzer­oberfläche, die lediglich die Befehle zur Ver­fügung stellt, die in der jeweiligen Situation benötigt werden. Wordpad kann mit Office Open XML (Word 2007-Format .docx) und Open Document (.odf)-Dateien standardmäßig umgehen. Der Rechner bringt eine Reihe vom neuen Umrech­nungs­funktionen und Arbeits­blättern, etwa zur Be­rech­nung von Hy­po­theken oder Fahr­zeug­leasing, mit.

Abb. 7: Windows 7-Desktop mit den überarbeiteten Programmen Paint, Wordpad und Rechner

 

Ebenfalls erweitert wurde das Media Center, eine Bedienoberfläche, um Windows bequem mit der Fernbedienung am Fernseher zu steuern, Sendungen aufzuzeichnen und Musik, Fotos oder Videos anzusehen. Es können alle neuen Formate abgespielt werden, die auch der Media Player abspielen kann. Integriert wurden auch die Funktionen aus dem nur für PC-Hersteller verfügbaren TV Pack 2008 für das Media Center aus Windows Vista, das vor allem verbesserte Unterstützung für neue digitale TV-Formate mitbrachte. Bis zu vier digitale TV-Tuner werden nun unterstützt. Die Zusammenarbeit mit der Xbox 360 als Zuspieler wurde ebenfalls verbessert. Außerdem können ISO-Dateien (in der Regel sind das CD/DVD-Abbilder) ohne Zusatzsoftware direkt als CD bzw. DVD gebrannt werden. Für eingescannte TIFF-Bilder steht eine OCR-Funktion zu Verfügung, so dass in solchen Bildern auch nach Text gesucht werden kann.

Neue Anwenderprogramme hingegen sind das Snipping-Tool zum Erfassen von Screenshots, die auch kommentiert und markiert werden können und Kurznotizen, kleine Haftzettelchen, die in verschiedenen Farben beliebig auf den Bildschirm geklebt werden können.

My Home Is My Network

Damit im privaten Umfeld alles auch ohne großen Verwaltungsaufwand funktioniert, gibt es mit den Heimnetzgruppen ein weiteres neues Feature. Die Vernetzung einzelner Computer und Freigabe von Dateien und Druckern wird dabei so einfach wie nie zuvor. Es reicht, wenn sich alle Rechner im gleichen Netz befinden und eine IP-Adresse haben, was bei den meis­ten Heimanwendern im Zeitalter von (WLAN)-Routern der Fall sein dürfte. Nachdem man das Netz als ein privates oder Arbeitsplatznetzwerk definiert hat, bekommt man auch schon die Frage gestellt, ob man eine Heimnetzgruppe einrichten möchte. Bejaht man diese, wählt man nur noch aus, welche Standard­bibliotheken und Drucker man freigeben möchte und erhält ein automatisch generiertes Passwort, das man auf Wunsch auch ausdrucken oder ändern kann (Abb. 8).

Abb. 8: Einrichten einer Heimnetzgruppe

 

Die anderen Rechner im Netz finden die Heim­netz­gruppe automatisch und bieten an, ihr beizutreten. Auch hier muss man nur die nötigen Freigaben auswählen und das Passwort eingeben – das war’s! Natürlich kann man auch nachträglich Bibliotheken zu den eigenen Freigaben hinzufügen oder einzelne Dateien und Ordner ausschließen oder zusätzlich bzw. alternativ auf die bisherige Variante mit Windows-Freigaben und feinen justierbaren Berechtigungen zurückgreifen. Gerade aber für Familien oder WGs mit einem einfachen WLAN-Router ist es eine einfache, schnelle und ziemlich sichere Möglichkeit, Daten und Drucker zu teilen, und dabei so gut wie kein technisches Verständnis von Netzwerk­protokollen oder IP-Adressräumen erfordert (was nicht heißt, das man auf die essentielle Ver­schlüsselung seines privaten WLANs mit WPA2 verzichten darf!).

Suchen, Finden und Verwalten

Im Startmenü findet sich nun der Eintrag Geräte und Drucker, der eine Übersicht über am Computer angeschlossene Peripherie (sowie den Computer selbst) bietet (Abb. 9). Über das Kontextmenü gelangt man zu den gängigsten Aufgaben (Mauseinstellungen, Displayauflösung usw.) für das jeweilige Gerät. Auch USB-Sticks oder mobile Multi­mediaplayer werden hier – sofern angeschlossen – dargestellt.

Abb. 9: Übersicht über Geräte und Drucker

Die Suchfunktion unterstützt Advanced Query Syntax-Filter (programmierbare Filter, z. B. ein Kalender für die Suche nach Dateidatum) und kann via OpenSearch auch externe Datenquellen befragen. Die Indi­zierung von Dateien auf anderen Geräten kann von dortigen Indexern übernommen werden, sofern sie, wie etwa Windows Search 4 für Vista, MS-WSP remotefähig sind.

Die Unterstützung für entfernbare Medien wie etwa Kartenleser wurde ebenfalls verbessert. So werden nur noch Laufwerksbuchstaben für Kartenleser angezeigt, wenn auch tatsächlich ein Medium darin steckt. Hat ein Kartenleser mehrere Slots, können nun auch einzelne Karten ausgeworfen werden und nicht wie früher nur der gesamte Kartenleser. Virtuelle Festplatten (VHD), etwa vom Microsoft Virtual PC, können von Windows 7 Enterprise und Ultimate einfach eingebunden und wie logische Partitionen verwendet werden. Sogar Windows 7 selbst könnte man auf einer virtuellen Festplatte installieren und davon booten.

Augen auf! – Sicherheit & Wartung in Windows 7

Die Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC) ist, wie bereits eingangs erwähnt, bei weitem nicht mehr so penetrant wie unter Vista. Sie ist nun über vier Stufen regulierbar, wobei standardmäßig die dritte Stufe aktiv ist, die nur bei direkten Eingriffen ins System aufschreit. Wer die volle Sicherheit möchte, sollte die UAC auf die höchste Stufe stellen, und selbst dann meldet sie sich nicht so häufig wie unter Vista. Davon, sie völlig zu deaktivieren, ist jedoch abzuraten, da das Konzept an sich ein sehr gutes ist.

Alle Sicherheits- und Wartungsfunktionen, seien es veraltete Viren- oder Antispywareupdates, Probleme mit der Firewall, fehlende Si­cher­ungen, Abstürze oder Treiberprobleme, werden im Wartungs­center hinter dem Symbol mit der kleinen Fahne im Infobereich gemeldet. Diese zentrale Anlaufstelle soll zum einen die Übersichtlichkeit verbessern und zum anderen deutlicher auf tatsächliche Probleme mit dem System hinweisen. Bei Windows 7 Enteprise/Ultimate sorgt die BitLocker-Laufwerksverschlüsselung für mehr Datensicherheit. Damit sie wie gewünscht funktioniert, benötigt Sie ein TPM-Modul, oder wahlweise auch einen USB-Stick, auf dem das Passwort gespeichert ist. Endlich können nun auch mobile Datenträgern wie USB-Sticks verschlüsselt werden. In großen Netzwerken kann der Administrator so auch potentielle Probleme mit der Daten­sicherheit verhindern, indem Zugriff nur auf verschlüsselte USB-Sticks gewährt wird.

In Netzwerken, in denen Windows Server 2008 R2 zum Einsatz kommt, ist mit DirectAccess ein direkter, verschlüsselter Zugriff über das Internet auf Ressourcen im Firmenintranet möglich, ohne dass dazu eine VPN-Verbindung nötig wäre. Durch kürzlich bekannt gewordene Probleme mit dem DNS-System, quasi dem „Telefonbuch des Internet“, wurde auch Unterstützung für DNSSEC implementiert, das die Umleitung auf potentiell gefährliche Webseiten durch „vergiften“, also Zuordnung falscher IP-Adressen zu einem Domainnamen, eines DNS-Servers wesentlich schwieriger macht.

Tuning unter der Haube

Die gravierendsten Änderungen im Grafikbereich bringen der neue Desktop Window Manager mit Unterstützung für das Windows Display Driver Model 1.1 mit, der all die bereits beschriebenen Aero-Funktionen von Windows 7 ermöglicht. Ebenfalls im Lieferumfang und eng mit dem DWM verzahnt ist DirectX 11 samt Direct3D 11, das auch in Spielen (passende Grafikhardware vorausgesetzt) für neue Effekte sorgen wird.

In der Systemsteuerung bzw. den darin vorhandenen Elementen gibt es viele neue Menüpunkte, etwa den ClearType Tuner zu Verbesserung der Schriftdarstellung und Kantenglättung auf Flach­bildschirmen, die Verwaltung von Mini­anwen­dungen (Gadgets), das Wartungscenter oder die Wiederherstellung.

Eine Reihe von Hardwarekomponenten, für die man früher eigene, herstellerspezifische Verwal­tungs­programme benötigt hat, kann Windows nun (passende Treiber vorausgesetzt) selbst verwalten und deren Funktionen systemweit allen geeigneten Anwendungen zur Verfügung stellen. Dazu gehört der Support von WWAN-Hardware (UMTS/HSxPA-Mobilfunkgeräte), biometrische Sensoren (etwa Fingerabdruckscanner), und GPS-Chips (Ortungs- und andere Sensoren).

Die Unterstützung von Solid State Disks (SSDs) wurde ebenfalls verbessert – so unterstützt Windows 7, sofern die Hersteller das auch in ihren Firmwares eingebaut haben, das TRIM-Kommando, das für gleichbleibende Geschwind­igkeit während der gesamten Lebenszeit des Laufwerks sorgen soll, da unnötige Lösch- und Schreibvorgänge verhindert werden.

Fazit

Windows 7 ist schneller, komfortabler und – wenn richtig konfiguriert – auch sicherer als Vista. Sprich, es ist eigentlich all das, was Vista schon vor drei Jahren sein wollte und sein sollte. Nunmehr, acht Jahre nach dem Erscheinen von Windows XP, ist endlich ein würdiger Nachfolger für dieses System auf dem Markt – zumal es, in den Professional und Enterprise/Ultimate-Editionen mit dem virtuellen XP-Modus und ausreichender Hardwareausstattung das Beste aus beiden Welten bietet.

Der Autor dieser Zeilen arbeitet seit nunmehr einem Monat auf einem HP dc7700 mit Pentium D/3 GHz und einem Gigabyte RAM (also keineswegs einer Höllenmaschine) produktiv mit Windows 7 Enterprise (32-Bit) und ist mit der Geschwindigkeit zufrieden. Auf demselben System ist parallel auch Windows Vista Enterprise installiert, welches sich wesentlich zäher anfühlt. Viele KollegInnen haben das System ebenfalls bereits installiert, wobei noch keine Beschwerden laut geworden sind. Für diesen Artikel wurde außerdem ein Lenovo ThinkPad T400 und ein HP 8510p mit Windows 7 Enterprise versehen, welche sich, dank aktuellerer Ausstattung und besserem Treibersupport nochmals wesentlich rascher bedienen lassen.

Meiner persönlichen Auffassung nach spricht also nichts dagegen, das System bereits jetzt (bzw. ab der offiziellen Veröffentlichung am 22. Oktober 2009) einzusetzen. Microsoft hat seine Hausaufgaben erledigt und die mit Vista eingeführten Technologien sind zumindest ein sehr solider Unterbau. Eine Menge nützlicher und pfiffiger neuer Funktionen sorgen außerdem dafür, dass man einen PC mit Windows 7 wesentlich lieber in Betrieb nimmt, als mit jedem anderen (Microsoft-)Betriebssystem.

Links und weiterführende Literatur

3, 2, 1, los!, in c‘t, Ausgabe 17/09, Seite 78

Startschuss, in c’t, Ausgabe 17/09, Seite 18
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.heise.de/ct/artikel/Startschuss-292182.html

Windows aus der Asche, in Spiegel online, Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.spiegel.de/spiegel/0,1518,634334-2,00.html

Features new to Windows 7, in Wikipedia: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://en.wikipedia.org/wiki/Features_new_to_windows_7

Why 7? in The Windows Blog: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://windowsteamblog.com/blogs/windowsvista/archive/2008/10/14/why-7.aspx

Windows 7-Installation vom USB-Stick

Anleitung im Windows 7-Blog von Microsoft Deutschland:
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://blogs.technet.com/sieben/archive/2008/10/28/windows-7-installation-vom-usb-stick.aspx

Upgrade auf Windows 7 für u:book-KäuferInnen

HP: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://h41112.www4.hp.com/promo/win7web/at/de/
Lenovo: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.lenovo.com/windows7/de/

 

1) Der bisherige Windows Server 2008 basiert auf dem gleichen Programmcode wie WindowsVista, der neue Windows Server 2008 R2 hat die gleiche Codebasis wie Windows 7.
2) z. B. der Dateisystemaufsatz WinFS, der eine bessere und schnel­lere Suche nach Metadaten versprach
3) Hier hat zur allgemeinen Verwirrung ein Namenswechsel stattgefunden: Bei Vista war Starter die Version für Schwellenländer und Home Basic die Einstiegsversion für PrivatanwenderInnen.