Universitätsstandort Teinfaltstraße 8
Schnelle Datenleitungsanbindung für den neuen Zeitschriftensaal der Universitätsbibliothek

von Markus Ankner (Ausgabe 09/1, April 2009)

 

Zu Beginn dieses Jahres wurde die Telefon- und Daten­anbindung des Universitätsstandorts Teinfaltstraße 8 (1010 Wien) auf eine neu errichtete Licht­wellen­leiterverbindung umgestellt. Diese versorgt die Außenstelle der Hauptbibliothek mit dem erst kürzlich in diese Räumlichkeiten übersiedelten Zeitschriftensaal mit einer schnellen Gigabit-Anbindung an das Universitätsdaten­netz.

Über die alte Datenanbindung – eine Layer 3-Verbindung mit einer Bandbreite von nur 1,2 Mbit/s – konnten nur bedingt Services des ZID angeboten werden. Die neue Leitungsanbindung ist eine Layer 2-Verbindung, welche mit einer Bandbreite von 1 Gbit/s nun auch die Ferninstallation von PCs mit zentral organisierter Softwarewartung, das Exchange-Service, Fileservices sowie die Arbeit mit dem Bibliothekssystem Aleph in einer komfortablen Bandbreite am Standort Teinfaltstraße möglich macht.

Finanzielle Einsparungen durch Arbeiten in Eigenregie

Eine Besonderheit dieser neuen Lichtwellenleiterverbindung liegt darin, dass diese durch die Abteilung Infrastruktur des Zentralen Informatikdienstes weitgehend in Eigenregie und dadurch äußerst kostengünstig errichtet wurde. Anstelle einer herkömmlich realisierten Leitungsanbindung über einen kommerziellen Glas­faser­provider wurde die Anbin­dung des Standortes Teinfaltstraße 8 vom nahe gelegenen Universitäts­standort Schenken­straße 8 – 10 aus realisiert.

Die dort befindlichen Einrichtungen der Universität Wien (Evangelisch-Theologische, Katholisch-Theolo­gische und Rechtswissen­schaftliche Fakultät sowie die dazugehörigen Fachbereichsbibliotheken) wurden bereits im Jahr 2006 via Lichtwellenleiter an das Universitätsdatennetz angebunden1). Davon ausgehend verläuft die neue Anbindung durch die Kellerräumlichkeiten des benachbarten Hauses Teinfaltstraße 7, welches wiederum mittels einer Erdbohrung unter der Teinfaltstraße – ausgeführt von einer Fachfirma – mit dem Universitätsstandort Teinfaltstraße 8 verbunden wurde (siehe Abb. 1).

 

Abb. 1: Erdbohrung unter der Teinfaltstraße zur Verlegung der Lichtwellenleiterverbindung.

 

Wegerechtsverhandlungen mit dem Verwalter des Gebäudes Teinfaltstraße 7 sowie die  Abstimmung mit einem dort laufenden Generalsanierungsprojekt führten allerdings zu einem fast eineinhalbjährigen Aufschub des Projektes. Aufgrund der enormen finanziellen Einsparung  von fast 80 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlich realisierten Leitungsanbindung über einen Glasfaserprovider ist die entstandene  Verzögerung  jedoch gerechtfertigt. Insgesamt sind somit 41 Universitätsstandorte mittels Lichtwellen­leiterverbindungen ans Datennetz der Universität Wien angebunden. Der weitere Ausbau ist bereits in Planung (siehe Kasten Chronologie der Datenanbindungen).

Chronologie der Datenanbindungen via Lichtwellenleiter zu Standorten der Universität Wien

1994 existierte bereits an 34 Standorten ein voller Anschluss an das Datennetz der Universität Wien, welche damals bereits zum Teil aus Lichtwellenleiter mit einer Bandbreite von 10 Mbit/s bzw. Kupferverbindungen mit einer Bandbreite von 64 kbit/s bis 512 kbit/s bestanden.

In den Jahren 1992 bis 1995 wurden im Zuge des Projekts Universitätsdatennetz neben der Anbindung sämtlicher Universitäten in Wien mittels Lichtwellenleiter an das ACOnet auch folgende 13 Standorte – darunter das Neue Institutsgebäude (Knotenpunkt) und das Hauptgebäude der Universität Wien – mittels Lichtwellenleiter erschlossen (siehe Das Datennetz der Universität Wien in comment 94/1, Seite 16; http://comment.univie.ac.at/94-1/16/).

1010 Universitätsstraße 7 (Knotenpunkt)
1010 Dr. Karl-Lueger-Ring 1
1010 Hofburg – Batthyanystiege
1090 Alserstraße 4
1090 Althanstraße 14
1090 Boltzmanngasse 5
1090 Borschkegasse 8a (nunmehr Meduni Wien)
1090 Liechtensteinstraße 22
1090 Schwarzspanierstraße 17 (nunmehr Meduni Wien)
1090 Währinger Straße 13 & 13a (nunmehr Meduni Wien)
1090 Währinger Straße 17
1090 Währinger Straße 25a (nunmehr Meduni Wien)
1210 Brünner Straße 72

In den Jahren 2001 bis 2003 wurden die Standorte Liebiggasse 4, Liebiggasse 5, Rathausstraße 7, Universitätsstraße 11 (1010 Wien) sowie Universitätsstraße 10 und Rooseveltplatz 2 (1090 Wien) mittels Lichtwellenleiter (Multimode) angebunden, deren Verlegung im Auftrag des ZID größtenteils durch Keller und Dachböden angrenzender Gebäude kostengünstig durchgeführt werden konnte.

Im Zuge eines „Glasfaser-Vernetzungsprojekt“ wurden zwischen Dezember 2003 und Mai 2004 19 Standorte mittels Lichtwellenleiter vom Typ Singlemode G652 bzw. G655 angebunden bzw. Zweitwege errichtet (siehe Die Erleuchtung der Dark Fibre – Das Glasfasernetz der Uni Wien in comment 04/3, Seite 2; http://comment.univie.ac.at/04-3/2/)

1010 Universitätsstraße 7 (Knotenpunkt)
1010 Dr. Karl-Lueger-Ring 1 (Zweitanbindung)
1010 Schottenbastei 10 – 16
1010 Hohenstaufengasse 9
1010 Schottenring 21
1030 Dr. Bohr-Gasse 9
1030 Rennweg 14
1080 Lenaugasse 2
1090 Alser Straße 4 (Zweitanbindung)
1090 Althanstraße 14 (Zweitanbindung)
1090 Berggasse 11
1090 Boltzmanngasse 5 (Zweitanbindung)
1090 Garnisongasse 3
1090 Maria-Theresien-Straße 3
1090 Rooseveltplatz 10
1150 Auf der Schmelz 6
1180 Schopenhauerstraße 32
1180 Türkenschanzstraße 17
1190 Franz-Klein-Gasse 1
1210 Brünner Straße 72 (Zweitanbindung)

November 2005 Anbindung des Standortes Nordbergstraße 15 / UZA4 (1090 Wien) mittels selbst verlegter Lichtwellenleiter (Singlemode) – September 2006 Anbindung des Standortes Schenkenstraße 8 – 10 (1010 Wien) mittels Lichtwellenleiter (Singlemode); siehe Schenkenstraße & Co. – Der ZID als Partner bei Bauprojekten, in comment 07/1, Seite 18; http://comment.univie.ac.at/07-1/18/Dezember 2006 Zweitanbindung (Singlemode) des Standortes Rooseveltplatz 2 (1090 Wien) – September 2007 Anbindung des Standortes Ebendorferstraße 10 (1010 Wien) mittels selbst verlegter Lichtwellenleiter  (Singlemode) – Mai 2008 Anbindung des Standortes Alserbachstraße 23 (1080 Wien) mittels Lichtwellenleiter (Singlemode) – August 2008 Anbindung des Standortes Maria-Theresien-Straße 9 (1090 Wien) mittels Lichtwellenleiter (Singlemode) – Jänner 2009 Anbindung des Standortes Teinfaltstraße 8 (1010 Wien) mittels selbst verlegter Lichtwellenleiter (Singlemode).

An den Standorten Hanuschgasse 3 und Grillparzerstraße 7 (1010 Wien) scheint mittlerweile ein kostengünstiger Umstieg auf gemietete Lichtwellenleiter­ver­bin­dungen möglich. Hier ist die Umstellung für die 2. Jahreshälfte 2009 geplant.

1) siehe Schenkenstraße & Co. – Der ZID als Partner bei Bauprojekten, in comment 07/1, Seite 18; http://comment.univie.ac.at/07-1/18/