Literaturverwaltung mit EndNote
Als u:soft und Standardsoftware erhältlich

von Katharina Lüthke (Ausgabe 08/3, November 2008)

 

Wer an einer Universität wissenschaftlich arbeitet, wird sich zwangsläufig mit dem Thema Literaturverwaltung auseinandersetzen müssen. Für kleinere Hausarbeiten wird es vermutlich ausreichen, die Quellen händisch zu verwalten. Je umfangreicher die Arbeit jedoch wird, desto länger werden die Literaturlisten - oft kommen dann noch Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse hinzu. Für Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen kann es daher äußerst hilfreich sein, auf professionelle Software zurückzugreifen.

EndNote ist eine Bibliographie-Software, mit der sich nicht nur umfassende Literaturverzeichnisse für wissenschaftliche Arbeiten erstellen, verwalten und ausgeben lassen, sondern darüber hinaus auch in über 1.500 vordefinierten Datenbanken aus der ganzen Welt recherchiert werden kann. Gefundene Literatur kann dann direkt in eine eigene EndNote-Bibliothek übernommen werden.

Über den Zentralen Informatikdienst der Universität Wien ist EndNote sowohl als Standardsoftware für Mitarbeiter/-innen als auch als u:soft für Studierende in der neuen Version EndNote X2 erhältlich.

EndNote im Team mit Microsoft Word

Am besten eigenet sich EndNote für die Arbeit mit Word, da nur in dieser Kombination der volle Funktionsumfang des Programms genutzt werden kann - so z.B. die Funktion Cite While You Write, ein Schlüsselfeature, das es ermöglicht, Zitate während des Schreibprozesses direkt in die Arbeit einzufügen. Aber auch mit anderen Textverarbeitungsprogrammen, die RTF- oder ODT-Format unterstützen, z.B. OpenOffice, lässt sich EndNote nutzen (Anleitung unter Basic Instructions (Format Paper) in der EndNote-Hilfe).

Vor der Installation von EndNote sollte Word bereits auf dem Rechner vorhanden sein, damit das EndNote-Add-In automatisch in der Word-Symbolleiste erscheint (Abb. 1).

Abb. 1: EndNote Add-In in der Word 2007-Multifunktionsleiste

 

Eine EndNote-Bibliothek erstellen

Über den Link Go to EndNote öffnet sich das Programm. Möglicherweise wird man gleich zu Beginn aufgefordert, eine EndNote-Library zu erstellen. EndNote verwaltet Literatur - Bücher, Zeitschriftenartikel, aber auch Tabellen, Abbildungen, Webseiten u.v.m. - in Bibliotheken, sogenannten Libraries. Es ist sinnvoll, für jede Arbeit eine eigene Library über den Menüpunkt File - New... zu erstellen und diese im gleichen Ordner wie das zugehörige Dokument abzulegen (der Name der Library kann frei gewählt werden). Da sich die Einträge einzelner Libraries beliebig hin- und herkopieren lassen, kann man auch eine Master-Library anlegen (Abb. 2).

Abb. 2: EndNote-Oberfläche

 

Speichern von Treffern im Online-Katalog

Für den Online-Katalog der Universitätsbibliothek Wien (http://aleph.univie.ac.at) ist ein RIS1)-fähiges Downloadformat für EndNote oder andere Literaturverwaltungsprogramme zwar angedacht, zur Zeit jedoch noch nicht verfügbar. Im Gesamtkatalog des Österreichischen Bibliothekenverbundes (http://opac.obvsg.at/acc01) ist diese Option schon implementiert, d.h. auch Treffer aus den Teilkatalogen der UB Wien können dort entsprechend abgespeichert werden.

Nach der Suche im Online-Katalog können über den Button In den Korb ausgewählte Titel gespeichert und über den Link Korb die gesamte Liste angezeigt werden. Um die gesamte Literatur zu exportieren, klicken Sie auf den Button Downloaden. Als Format wählen Sie im Drop-Down-Menü die Einstellung RIS-Format. Nun können Sie noch auswählen, ob die Treffer als E-Mail versandt oder direkt auf dem Rechner gespeichert werden sollen und wählen abschließend Absenden.

Wählen Sie in EndNote die gewünschte Library aus (File - Open - Open Library...) und wählen dann File - Import. Es öffnet sich das Import-Fenster. Suchen Sie bei Import Data File die Datei aus und geben bei Import Option unbedingt Reference Manager (RIS) an (Abb. 3). Mit Klick auf den Button Import werden die Titel in die gewünschte EndNote-Library kopiert und sind dort unter All References verfügbar (siehe Abb. 2).

Abb. 3: Import-Fenster

 

Nachteile von EndNote

Obwohl weit verbreitet, ist EndNote bisher nur englischsprachig erhältlich, was auch für die Hilfe und Tutorials auf der Webseite gilt (www.endnote.com). Es kann mit vollem Funktionsumfang nur mit Microsoft Word genutzt werden. Zudem fallen für die Software Lizenzkosten an.

Alternativen

Es gibt im Open-Source-Bereich durchaus Alternativen, z.B. das plattformunabhänige JabRef (http://jabref.sourceforge.net), das auch deutschsprachig erhältlich ist und über zahlreiche Importfilter auch für EndNote; RIS verfügt.

 

 

1) RIS ist ein Format für den Austausch (Import/Export) von Zitaten in der Literaturverwaltung