Der Virtuelle Campus
Internet für Studentenheime

von Peter Rastl (Ausgabe 07/3, Oktober 2007)

 

71 Studentenheime in ganz Österreich nehmen am Virtuellen Campus teil, der Internet-Anbindung von Studentenheimen an das österreichische akademische Computernetz ACOnet. Dieses nationale Wissenschaftsnetz, das die österreichischen Forschungs-, Bildungs- und Kultureinrichtungen untereinander und mit dem Internet verbindet, wird seit nunmehr 15 Jahren vom Zentralen Informatikdienst der Universität Wien betrieben.

Das Besondere am "VCampus" ist, dass die ACOnet-Teilnahme den Studentenheimen nichts kostet: Das Wissenschaftsministerium übernimmt nämlich den Kostenbeitrag für die ACOnet-Teilnahme der Studentenheime bis zu einer vertraglichen ACOnet-Bandbreite von 2 Mbit/s pro 100 HeimbewohnerInnen. So bekommt also z.B. ein Studentenheim mit 320 Heimplätzen 8 Mbit/s Bandbreite zugesprochen (die Anzahl der Heimplätze wird jeweils auf ganze Hundert aufgerundet). Die Kosten für die last mile, also die physische Leitung vom Studentenheim zum nächsten ACOnet-Knoten1), muss jedoch der Heimträger übernehmen.

Diese physische Leitung kann und soll eine deutlich hö-here Bandbreite als die "vertragliche ACOnet-Bandbreite" aufweisen, denn dieses Limit gilt nur für den Datenverkehr aus dem kommerziellen Internet. Eine Anbindung an ACOnet ermöglicht dem Studentenheim aber darüber hinaus - entsprechend den Zielsetzungen eines Wissenschaftsnetzes - eine sehr schnelle Gratis-Verbindung zu den anderen ACOnet-Teilnehmern und auch international zu anderen Wissenschaftsnetzen, unabhängig von der Anzahl der HeimbewohnerInnen. Diese unlimitierte (bzw. lediglich durch die Leistungsfähigkeit der lokalen Datenleitung beschränkte) Internet-Verbindung bietet den HeimbewohnerInnen ausgezeichnete Möglichkeiten, vom Studentenheim aus multimedialen Content von Universitätsservern

zu beziehen, an eLearning-Projekten teilzunehmen, mit den Angehörigen anderer Forschungs- und Bildungseinrichtungen Videokonferenzen zu veranstalten usw., ohne mit allen MitbewohnerInnen die knappe Bandbreite ins weltweite Internet teilen zu müssen.

Wie kann man sich an den VCampus anschließen?

Voraussetzung für die Kostenübernahme durch das Wissenschaftsministerium ist, dass die Studentenheim-Trägerorganisation mit der Universität Wien eine entsprechende ACOnet-Teilnahmevereinbarung2) abschließt. Dem Heimträger entstehen durch den Abschluss einer solchen Vereinbarung keine Kosten, und sie kann von ihm auch jederzeit wieder gekündigt werden. Falls der Heimträger eine höhere vertragliche ACOnet-Bandbreite wünscht, als ihm vom Wissenschaftsministerium finanziert wird, ist das gegen Aufzahlung selbstverständlich möglich. Ein diesbezügliches Informationsschreiben3) wurde im Juli 2006 an alle Trägerorganisationen der österreichischen Studentenheime ausgesandt.

Der Heimträger muss in jedem Fall die Kosten für eine entsprechende Leitungsverbindung vom Studentenheim zum nächsten ACOnet-Anschlusspunkt tragen und sich um die technische Infrastruktur im Studentenheim selbst kümmern; der ZID der Universität Wien ist jedoch gerne dabei behilflich, die erforderlichen Schritte in Angriff zu nehmen. Alle weiteren Informationen zum Virtuellen Campus finden Sie unter www.aco.net/vcampus.html.