25 Jahre RRZN-Handbücher
Preiswerte EDV-Handbücher für Studierende und MitarbeiterInnen

von Katharina Lüthke (Ausgabe 07/2, Juni 2007)

 

Alles begann mit FORTRAN 77 - einem Begriff, mit dem wohl nur wenige wirklich etwas an­fangen können. Für alle Nichtwissenden gibt es glück­licherweise Wikipedia (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Fortran), wo Fortran (FORmula TRANslation) als die erste tatsächlich realisierte höhere Programmiersprache, insbesondere für numerische Berechnungen, beschrieben wird.

Was hier auf den ersten Blick als Fachgebiet für eine Hand voll Spezialisten anmutet, entpuppt sich in Wahrheit als echter Bestseller. So hat das Regionale Rechenzentrum für Niedersachsen (RRZN) - angesiedelt an der Universität Han­nover - seine Fortran-Handbücher in einer Gesamtauflage von über 150000 Exemplaren an den Mann bzw. an die Hoch­schule gebracht.

Kooperation seit 20 Jahren

Die Universität Wien ist an diesem Erfolg nicht ganz un­beteiligt. So bezog der Zentrale Informatikdienst der Uni Wien als Kooperationspartner des RRZN von 1985 bis 1998 verschiedene Auflagen zu diesem Thema und bot Fortran-Handbücher Uni-MitarbeiterInnen und Studierenden zum Kauf an. Es wird wohl niemanden erstaunen, dass heutzutage das Interesse an diesem Titel so gut wie nicht mehr vorhanden ist und Fortran aus der Handbuchliste am ZID verschwunden ist.

Auch wenn einzelne Titel aufgrund tech­no­logischer Weiterent­wick­lungen oder veränderter Anfor­derun­gen aus dem Sorti­ment genommen werden, ist die Nachfrage nach preiswerten Hand­büchern auf dem Ge­biet der IT-Doku­men­tation ungebrochen. Pro Jahr erscheinen im Durchschnitt 15 neue RRZN-Titel, von denen insgesamt ca. 180000 Exem­plare gedruckt werden. Eine Liste aller derzeit verfügbaren Hand­bücher des RRZN finden Sie unter dem Link www.rrzn.uni-hannover.de/buecher.html. Neuerscheinungen sowie in Vorbereitung befindliche Titel sind ebenfalls auf den Webseiten des RRZN unter www.rrzn.uni-hannover.de/neue_titel.html aufgelistet.

Das Rad nicht neu erfinden

Was mit einer heute exotisch anmutenden Pro­grammier­sprache begann, ist in den letzten 25 Jah­ren zu einer sehr erfolgreichen Zusammen­arbeit des RRZN mit über 170 staatlichen Uni­versitäten und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich (Uni Wien, TU Wien, Uni Graz, TU Graz, Uni Innsbruck, Montanuni Leoben) und der Schweiz erwachsen.

Ziel ist es - in der Tradition der Vorlesungsskripte - für Studierende und MitarbeiterInnen gute, aktuelle, praxis­orientierte und sehr preisgünstige IT-Einführungsschriften über Betriebssysteme, Netzdienste und Anwendungspro­gramme anzubieten und es damit den Hochschulen zu ersparen, "das Rad neu zu erfinden". Dafür stellen Hoch­schulen und AutorInnen dem RRZN ihre selbstverfassten Schrif­ten kostenlos zur Verfügung, freiwillige LektorInnen sorgen mit ihrer Kritik und vielen Verbesserungsvorschlä­-gen für einen hohen Qualitätsstandard, das RRZN lässt die fertigen Skripte dann drucken und vertreibt sie im Rahmen seiner Kooperationspartner. Mittlerweile besteht das An­gebot aus etwa 80 aktuellen Titeln, die entsprechend der Nachfrage produziert werden.

In den letzten 25 Jahren, von 1982 bis 2007, ist so ein "Musterbeispiel an akademischer Selbsthilfe"1) gereift, dessen Erfolg auch in Zukunft gesichert scheint. Insgesamt haben die RRZN-Handbücher eine Gesamtauflage von mehr als 2,6 Millionen Exemplaren bei über 200 erschienenen Titeln erreicht.

Handbücher am ZID

Aus dem Gesamtangebot des RRZN sind derzeit 33 Titel (u.a. Office-Anwendungen, SPSS, Dreamweaver, Flash, Photoshop, Windows XP, Linux) am Helpdesk des ZID gegen Barzahlung erhältlich. Die Bücher kosten zwischen 4,- und 6,- Euro und dürfen nur an Studierende und Mit­arbeiterInnen der Universität Wien vertrieben werden. Eine ak­tuelle Liste der verfügbaren Publikationen ist auf den Web­seiten des ZID unter dem URL www.univie.ac.at/ZID/handbuecher/ abrufbar.

 

 

1) Aus den Grußworten an das RRZN von Prof. Dr. Horst Stenzel, Vor­sitzender des ZKI (Zentren für Kommunikation und Informa­tions­­verarbeitung in Lehre und Forschung e.V.)