Schrödinger III auf Wanderschaft

von Peter Marksteiner (Ausgabe 07/2, Juni 2007)

 

Der Supercomputing-Cluster "Schrödinger III" hat nun schon seine zweite Übersiedlung hinter sich: Wie im Comment 07/1 (siehe http://comment.univie.ac.at/07-1/14/) berichtet, konnte er wegen eines akuten Engpasses in der Stromversorgung nicht länger in den Sys­temräumen des ZID bleiben und wurde daher Ende 2006 in Wien-Floridsdorf bei Inter­xion aufgestellt, einem internationalen Datacenter-Betreiber. Interxion konnte damals kurz­fristig nur einen Serverraum auftreiben, der bereits einem anderen Kunden versprochen war und uns infolgedessen nur wenige Monate lang zur Verfügung stand.

Ende Mai, am Pfingstwochenende, war deshalb die nächste Übersiedlung fällig: Schrödinger III musste sein provisorisches Heim verlassen und wurde in einer neu errichteten Halle aufgestellt. Trotz des wesentlich kürzeren Transport­weges (etwa 50 Meter) war die zweite Übersiedlung kaum weniger aufwendig als die erste. Einzig das Verpacken für den Transport mit dem LKW entfiel; die mühsame Kleinarbeit des Zerlegens in Einzelteile, des Aufbaus und vor allem der Verkabelung blieb uns aber nicht erspart. Wie schon beim ersten Mal funktionierte die Zusammenar­beit zwischen dem ZID und init.at, dem Hersteller des Clusters, hervorragend: Insgesamt wurden sechs Arbeitstage benötigt (vom 24. Mai bis zum 1. Juni). Es gab keine nennenswerten Probleme, und nach dem darauffolgenden Wochenende (am 4. Juni) war der Cluster wieder voll in Betrieb.

Am neuen Standort ist sogar noch Platz für Wachstum: Nachdem die Erstellung und Umsetzung eines Konzepts für High-Perfor­mance Computing an der Universität Wien (vgl. das Kapitel Die Zukunft des Supercom­puting an der Uni Wien im oben erwähnten Artikel) noch einige Zeit in An­spruch nehmen wird, wird Schrödinger III wohl noch mindestens ein oder zwei Jahre lang gute Dienste leisten, sodass eine Er­weiterung durch zusätzliche Knoten durchaus sinnvoll wäre. Falls eine entsprechende Finanzierung gefunden werden kann, ist auch ein Austausch von Knoten durch Zwei­prozessor-Rech­ner (dual core) denkbar: Das würde nicht nur die Rechen­leistung fast verdoppeln, sondern durch den geringeren Stromverbrauch der moderneren Prozessoren auch zur Sen­kung der beträchtlichen Betriebskosten beitragen.