MetaLib
Die Meta-Suchoberfläche der Universitätsbibliothek Wien

von Mag. Adelheid Mayer (Bibliotheks- und Archivwesen der Universität Wien)
(Ausgabe 07/2, Juni 2007)

 

MetaLib ist ein Informationsportal, über das NutzerInnen den vollen Zugang zu verschiedenen von der Universitäts­bibliothek Wien lizenzierten sowie im Internet frei verfügbaren Informationsquellen erhalten. Die MetaLib-Suchober­fläche (http://metalib.univie.ac.at/) ermöglicht es, mehrere unterschiedliche, online verfügbare Ressour­cen gleichzeitig zu durchsuchen und diese Quellen auch direkt anzusteuern.

Zu diesen E-Ressourcen zählen:

  • Online-Datenbanken (z.B. Fachinformations-Datenbanken)
  • Online-Nachschlagewerke (z.B. Biographien)
  • eBooks & eZeitschriften
  • OPACs (Online Public Access Catalog, Bibliotheks­kataloge)
  • Online-Kataloge (z.B. Buchhandelsverzeichnisse)

Nicht durchsucht werden können bisher CD-ROM-Daten­banken, Images (z.B. IPACs der Universitätsbibliothek Wien) und Online-Datenbanken, die noch keine Schnittstelle zur Abfrage­übertragung eingerichtet haben bzw. eine solche derzeit nicht erlauben.

Wozu MetaLib?

Die Universitätsbibliothek Wien verfolgt mit der Imple­mentierung von MetaLib das Ziel, ihr umfangreiches elektronisches Angebot einerseits besser zu präsentieren, andererseits zum ersten Mal die Möglichkeit zu bieten, mittels einer Suchanfrage gleichzeitig in mehreren Ressourcen zu recherchieren. Durch An­bieten dieser Sucheinstiege an prominenter Stelle sollen die elektronischen Ressourcen den Informationssuchenden näher gebracht und deren Nutzung verbessert werden.

Der Bibliothek ermöglicht Meta­Lib die Verwaltung einer hy­bri­den Informationsland­schaft in einem System. Dazu zäh­len verschiedene Refe­renz­daten­ban­ken von kommer­ziel­len Anbie­tern wie ISI, OVID, CSA usw. oder Bibliotheks­kata­loge, elektronische Zeit­schrif­ten, digitale Samm­lungen und Fachportale.

Mit Hilfe einer monatlich aktualisierten Knowledge Base, die viele vorkonfigurierte kommerzielle und frei erhältliche Res­sourcen enthält, wird der Be­stand an Informations­quel­len permanent erweitert und verwaltet werden.

Hintergrundinfos zu MetaLib

MetaLib ist ein Produkt der Firma ExLibris, der interna­tional führenden Herstellerfirma von Bibliothekssoft­ware. Die Implementation dieses neuen Services erfolgte in Kooperation mit der Österreichischen Bibliotheken­verbund Service-Gesellschaft (OBV.SG), wo die erforderliche Hardware gehostet wird.

Das MetaLib Bibliotheksportal ist ein offenes System, das einfach in vorhandene Umgebungen - einschließlich auto­matisierter Bibliothekssysteme, Universitätsportale und virtueller Lernumgebungen - integriert werden kann. Dies wird durch die Unterstützung von Industrie­standards wie MAB, MARC, Dublin Core, Unicode, Open­URL, XML-Gateway und Z39.50 (Erläuter­ungen siehe Glossar) ermöglicht.

Das so genannte Universal Gateway ermöglicht die Suche in E-Ressour­cen mit verschiedenen Such- und Kom­munikations­protokollen sowie unterschiedlichen Datenformaten. Die Anzeige von Ergebnissen erfolgt in einheitlich strukturierten Kurzzitaten, mit der Möglichkeit auf die Originaloberfläche zu linken. Jede Datenquelle ist fachlich und alphabetisch sortier- und durchsuchbar und bietet so den einfachen Zugriff auf Informationsquellen über alphabetische Listen und Fach­gebietslisten. Zudem sollen mit Hilfe dieses Systems Treffer­dubletten und mehrfaches Suchen weitestgehend verhindert werden.

Arbeiten mit MetaLib

Da die Nutzung vieler Informationsquellen an die Bezah­lung teurer Lizenzen gebunden und vertraglich auf die Be­nutzung durch Angehörige der Universität Wien beschränkt ist, kann MetaLib in seinem vollen Umfang nur nach An­meldung mittels Mailbox- bzw. u:net-Account verwendet werden.

Ferner hat Ihr Einwahlstandort Einfluss auf den Suchumfang und die zur Verfügung stehenden Funktionen von MetaLib, abhängig davon, ob Sie sich inner­halb des Uni-Datennetzes (inkl. VPN) oder außerhalb des Uni-Datennetzes befinden. Die untenstehende Abbildung zeigt die zur Ver­fügung stehenden Such­funktionen mit/ohne Anmel­dung bzw. innerhalb oder außerhalb des Uni-Datennetzes.

Tabelle: Zugriff auf MetaLib-Funktionen in abhängigkeit vom Einwahlstandort

Standardsuche

MetaLib bietet verschiedene Such­möglichkeiten:

  • Schnellsuche: In vorgefer­tig­ten Sucheinstiegen sind die verfügbaren Informa­tionsquellen bereits inhaltlich nach Fachbereichen so­wie übergreifenden, dem jeweiligen An­­­gebot entsprechenden Ressourcen - so ge­nannten "E-Ressourcen-Sets" - zusammengefasst.
  • Die MetaSuche bietet die Möglichkeit, innerhalb von E-Ressourcen-Sets einzelne Informationsquellen auszuwählen, nach Fachgebieten und Untergruppen zu suchen oder auch gezielt bestimmte E-Ressourcen aufzufinden.
  • Zusätzlich zur Schnellsuche und zur MetaSuche stehen die beiden Suchen E-Ressourcen und E-Zeit­schriften zur Verfügung, die das Blättern in alphabetischen Titel­listen ermöglichen.

Personalisierte Suche

In Mein Bereich können sich NutzerInnen mit ihren bevorzugten Ressourcen eigene "E-Ressourcen-Sets" erstellen und so in einer personalisierten Umgebung eine effektive und produktive Informationsrecherche durchführen.

Über die integrierte Linking-Technologie SFX1) - den OpenURL-kompatiblen Linkserver, der an der Universität Wien bereits seit 2004 in Verwendung ist - erhalten die Nutzer kontext-sensitive Links zu ihren Suchergebnissen, z.B. direkte Links in die elektronischen Volltexte, Autoren­suche oder andere Bibliothekskataloge. Dafür werden relevante Fachinformations- und andere Datenbanken, die im Datenbankservice der Universitätsbibliothek Wien (siehe http://ub-datenbanken.univie.ac.at/) einzeln durchsuchbar sind, in MetaLib eingebunden, wozu folgende prominente Beispiele zählen:

  • ISI Web of Science (Kongress- und Tagungsberichte)
  • Scopus(Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften)
  • INSPEC (Physik, Elektrotechnologie, Kommunikation)
  • BIOSIS (Biowissenschaften)
  • MLA (Literatur, Linguistik und Folkloristik)
  • ABI/Inform Global (Wirtschaftswissenschaften)
  • Medline (Medizin)

Nicht alle von der Universitätsbibliothek Wien lizenzierten E-Ressourcen können derzeit mittels MetaLib durchsucht werden. Die Zahl der MetaLib-fähigen E-Ressourcen wächst jedoch stetig. Eine vollständige Übersicht aller angebotenen E-Ressourcen finden Sie im Datenbankservice der UB Wien unter http://ub-datenbanken.univie.ac.at/.

Einschulung in MetaLib

Einschulungen in die Benutzung von MetaLib werden sowohl in speziellen Einzelveranstaltungen als auch in umfassenderen Schulungen zur allgemeinen Benutzung von Fachinformations-Datenbanken angeboten. Das aktuelle Schulungsangebot der Universitätsbibliothek Wien finden Sie unter www.ub.univie.ac.at/schulungen.htm.

Ferner ist auf der Website der Universitätsbibliothek unter www.ub.univie.ac.at/downloads.html
eine Kurz­anleitung zu MetaLib als PDF-Dokument verfügbar.

Eine ausführlichere Anleitung zu den wichtigsten Funk­tionen von MetaLib sowie einige weitere Tipps können Sie dem Artikel Sieben auf einen Klick - Kurzanleitung für die Recherche mit MetaLib entnehmen.

 

Glossar

MAB = Maschinelles Austauschformat für Bibliotheken

MARC (MAchine-Readable Cataloging): Katalogisierungsformat, durch das Computer bibliographische Informationen miteinander austauschen können

Dublin Core (www.dublincore.org): ein Metadaten-Schema zur Beschreibung von Do­kumenten/Objekten im Internet

OPAC (Online Public Access Catalog): Bibliotheks­katalog

IPAC (Image Public Access Catalog): Es erfolgt keine Neu­katalo­gisierung, sondern vorhandene Einträge werden eingescannt.

Unicode: internationaler Standard, in dem für jedes Zeichen aller bekannten Zeichensysteme ein digitaler Code festgelegt wird

OpenURL: Standard, der u.a. dazu dient, Verlinkungsprobleme von Internetadressen (URLs) zu verhindern.

XML-Gateway (eXtensible Markup Language): wird für den Da­ten­austausch zwischen unterschiedlichen IT-Systemen eingesetzt

Z39.50: weltweit das Standardprotokoll im Bibliotheksbereich zur Abfrage von bibliographischen Informationssystemen

 

1) siehe hierzu auch Artikel SFX: Special Effects an der Universi­tätsbibliothek in Comment 04/3, Seite 24 bzw. unter http://comment.univie.ac.at/04-3/24/