Shares: Daten teilen mit System
Fileservices für Arbeitsgruppen am Server SHARE.UNIVIE.AC.AT
von Rainer Jantscher & Heinrich Mislik (Ausgabe 07/2, Juni 2007)
In allen Varianten des Betriebssystems Windows besteht seit langem die Möglichkeit, Dateien und Verzeichnisse, die auf einem fremden Rechner gespeichert sind, über das Netzwerk genau so zu bearbeiten wie Daten auf der eigenen Festplatte. Dieses so genannte Filesharing kann mit minimalem Aufwand eingerichtet werden, was dazu geführt hat, dass im Datennetz der Universität zahlreiche Windows-PCs als lokale Fileserver für Institute oder Arbeitsgruppen dienen. So einfach die erstmalige Inbetriebnahme ist, so aufwendig ist jedoch der Betrieb dieser Rechner: Der Fileserver muss sowohl hardware- als auch softwareseitig ständig gewartet werden (Updates, Virenscanner etc.), alle Daten müssen zuverlässig gesichert werden, und die Benutzerdaten müssen verwaltet werden.
Als bequeme Alternative zu diesen lokalen Windows-Fileservern bietet der ZID seit geraumer Zeit zentral gewartete Fileserver, die es zudem mit Hilfe der Software Samba (www.samba.org) ermöglichen, die am Server gespeicherten Daten nicht nur auf Windows-, sondern auch auf Linux- und Apple-Rechnern wie lokale Daten zu verwenden.1) Die beiden Fileserver FS1.UNIVIE.AC.AT (für Uni-MitarbeiterInnen) und FS1.UNET.UNIVIE.AC.AT (für Studierende) sind für persönliche Daten vorgesehen, die ausschließlich vom jeweiligen Eigentümer bearbeitet werden. Für Daten, die von mehreren Personen gemeinsam verwendet werden, steht der Server SHARE.UNIVIE.AC.AT zur Verfügung: Hier erhalten Organisationseinheiten der Universität Wien einen gemeinsam nutzbaren Speicherplatz, einen so genannten Instituts-Share oder kurz Share 2).
Alle Fileserver des ZID sind seit Ende März 2007 vollständig an das neue Storage-System3) angebunden; gleichzeitig wurde auch die Hardware der Server zum Teil erneuert. Dadurch war es - nach Jahren der Speicherknappheit - endlich möglich, einerseits den Speicherplatz für Universitätsangehörige zu erhöhen4) und andererseits das Share-Service in größerem Umfang anzubieten.
Zwei Wege zum Share ...
Alle Organisationseinheiten der Universität Wien - auch einzelne Arbeitsgruppen oder Projekte - erhalten auf Wunsch ohne besondere Formalitäten bis zu 250 GB Speicherplatz am Server SHARE.UNIVIE.AC.AT.
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, zu einem solchen Share zu kommen:
1) Sie haben schon einen
Wenn die PCs Ihrer Organisationseinheit von der Fakultätsunterstützung des Zentralen Informatikdienstes (siehe www.univie.ac.at/ZID/fu/) betreut werden, ist bereits ein Share eingerichtet. Sobald Sie sich auf einem solchen PC anmelden, finden Sie die Daten Ihres Share auf dem Laufwerk Y:. Über die Verzeichnisse auf diesem Laufwerk und deren jeweilige Schreib- und Leserechte entscheidet der EDV-Betreuer Ihrer Organisationseinheit.
2) Sie bestellen einen
Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter der Uni Wien kann einen Share für eine Arbeitsgruppe oder ein Projekt anmelden. Um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, erkundigen Sie sich bitte vorher bei Ihrem EDV-Betreuer, ob Ihre Organisationseinheit nicht schon über einen Share verfügt. Die Anmeldung erfolgt durch eine formlose eMail-Nachricht an fileservice.zid@univie.ac.at. Dabei sind folgende Angaben notwendig:
- gewünschter Share-Name: Es sind maximal 20 Zeichen erlaubt (nur Buchstaben, Ziffern und Bindestriche). Der Name sollte möglichst kurz und aussagekräftig sein. Er ist unter MS-Windows in der Anzeige des Arbeitsplatzes sichtbar und kann zur Unterscheidung der verbundenen Laufwerke dienen.
- verantwortlicher Betreuer: Für jeden Share muss mindestens ein Betreuer genannt werden (Name und Mailbox-UserID).
- vordefinierte Benutzergruppe: Auf Wunsch kann der ZID mit Hilfe einer Datenbankabfrage eine Menge von potentiellen Share-BenutzerInnen generieren (z.B. alle MitarbeiterInnen eines Instituts), um dem Administrator die Rechteverwaltung zu erleichtern.
Da bei allen Shares der verfügbare Speicherplatz stündlich automatisch überprüft und angepasst wird, sind bei der Anmeldung in der Regel keine Angaben zur Größe des Share erforderlich. Ausgenommen sind Fälle, in denen absehbar ist, dass der benötigte Speicherplatz 250 GB übersteigen wird: Hier ist eine Genehmigung durch das Rektorat sowie ein Kostenbeitrag erforderlich. Nähere Informationen dazu finden Sie unter dem URL www.univie.ac.at/ZID/share-anmeldung/#vergabe.
... und zwei Wege zu den Daten
Voraussetzung für die Verwendung eines Share ist eine Mailbox-UserID, ProjektmitarbeiterInnen benötigen dafür eine Light-UserID (siehe Artikel Benutzungsberechtigungen nach Maß). Der Zugriff auf die gespeicherten Daten lässt sich auf zwei Arten bewerkstelligen: entweder per Samba oder per SFTP.
Samba
Eine Verbindung zu einem Samba-Server erfolgt unter den verschiedenen Betriebssystemen meist nach dem gleichen Prinzip: Zuerst müssen der Servername und das Freigabe-Verzeichnis angegeben werden, dann erfolgt eine Authentifizierung mit der persönlichen Mailbox-UserID und dem dazugehörigen Passwort, und nach erfolgreichem Login wird der Share als eigenes Laufwerk zur Verfügung gestellt. Dieser Vorgang wird unter Windows mit Netzlaufwerk verbinden umschrieben, unter Mac OS X nennt man ihn Mit Server verbinden, unter Linux mount.
Wie Sie unter Windows bzw. Mac OS X einen Share verbinden, entnehmen Sie bitte unseren Anleitungen unter www.univie.ac.at/ZID/anleitungen-fileservices/. Die erstmalige Einrichtung der Verbindung sollte nur wenige Minuten in Anspruch nehmen.
Auf den Server SHARE.UNIVIE.AC.AT kann nur mit einer IP-Adresse aus dem Datennetz der Universität Wien zugegriffen werden. Wenn Sie sich von außerhalb des Uni-Datennetzes dorthin verbinden möchten, müssen Sie eine VPN-Verbindung aufbauen (siehe www.univie.ac.at/ZID/anleitungen-vpn/).
SFTP
Der Zugriff auf einen Share kann auch per SFTP (SSH File Transfer Protocol) erfolgen. SFTP erlaubt eine sichere Datenübertragung; das Bearbeiten der Daten geschieht aber - im Unterschied zu Samba - am lokalen Rechner. Die Verbindung zum Server wird mit Hilfe eines SFTP-Klientenprogramms aufgebaut. Bei Linux und Mac OS X ist ein solcher SFTP-Klient im Lieferumfang enthalten, unter MS-Windows muss dafür jedoch ein eigenes Programm installiert werden (z.B. FileZilla, WinSCP, SSH Secure Shell, Cygwin OpenSSH; Links zum Download einiger dieser Produkte sind unter dem URL www.univie.ac.at/ZID/gratissoftware/ zu finden).
Ein Wort zur Datensicherheit
Für die Speicherung der Daten werden redundante Plattenspeicher auf dem neuen Storage-System verwendet. Jede Nacht wird ein Sicherungslauf durchgeführt, bei dem alle geänderten Dateien auf Band gesichert werden. Je nach Häufigkeit der Änderungen werden bis zu zehn Versionen einer Datei aufgehoben. Dateien, die am Share gelöscht wurden, bleiben noch 180 Tage lang am Band gesichert.
Share-Administration
Die Verwaltung von Shares erfolgt mittels der Webmaske www.univie.ac.at/ZID/share-admin/. Nach dem Login mit Ihrer Mailbox-UserID erhalten Sie eine Einstiegsseite, auf der zu jedem Share, als dessen Administrator Sie eingetragen sind, mehrere Links zu den verfügbaren Funktionen angezeigt werden (siehe Abb. 1): Hier können Sie Verzeichnisse, Gruppen und Benutzer verwalten sowie die Optionen Dateien wiederherstellen und Überblick aufrufen.
Im Folgenden wird kurz umrissen, welche Eigenschaften eines Share administriert werden können; eine genaue Beschreibung der einzelnen Funktionen finden Sie auf den Webseiten des ZID unter www.univie.ac.at/ZID/share/. Beachten Sie bitte, dass auf einem neuen Share zunächst keine Rechte vergeben sind (auch für Administratoren gibt es keine impliziten Rechte).
Rechte
Unter dem Link Verzeichnisse auf der Einstiegsseite müssen alle Verzeichnisse ("Ordner") eingetragen werden, für die individuelle Rechte vergeben werden sollen (siehe Abb. 2). Alle Ordner, die hier nicht aufscheinen, sowie alle Dateien "erben" beim Anlegen die Rechte des übergeordneten Ordners. Alle Ordner, die über die Share-Administration angelegt wurden, können nur über diese verändert werden.
Bei den Rechten, die vergeben werden können, wird nur zwischen den beiden Möglichkeiten lesen und schreiben und nur lesen unterschieden. Die Zuweisung von Rechten erfolgt immer für eine Gruppe von BenutzerInnen, niemals für einzelne Personen. Falls nur ein einziger Benutzer Zugriff erhalten soll, muss eine eigene Gruppe angelegt werden, die genau diesen einen Benutzer enthält. Um die Menge der vordefinierten BenutzerInnen des Share zu erweitern, kann man unter dem Punkt Benutzer eine UserID hinzufügen. Dabei kann jede gültige Mailbox-UserID oder Mailbox Light-UserID verwendet werden.
Noch ein Hinweis: Für jeden administrativen Vorgang der Share-Verwaltung werden Datum und Uhrzeit, Benutzername/IP-Adresse und Aktion ("Was ist geschehen?") erfasst und aufgezeichnet; diese Logfiles sind unter dem Punkt History auf den jeweils betroffenen Webmasken einsehbar (vgl. Abb. 2).
Ordner für temporäre Dateien
Es kann festgelegt werden, dass alle Dateien in einem Ordner automatisch gelöscht werden, wenn sie eine bestimmte Zeit lang nicht benutzt wurden.
Dazu ein Hinweis: Es wird empfohlen, für das temporäre Zwischenlagern größerer Datenmengen (z.B. bei der Neuinstallation eines Rechners) den so genannten Temp-Space zu verwenden, den der ZID seit einiger Zeit für alle Mailbox-BenutzerInnen zur Verfügung stellt. Dieser Speicherplatz kann bis zu 1 Terabyte betragen und muss nicht vorher angemeldet werden, wird dafür aber auch nicht gesichert. Außerdem behält sich der ZID vor, die am Temp-Space abgelegten Dateien bei Platzmangel nach Ablauf einer Woche ohne Vorwarnung zu löschen.
Am Temp-Space stehen ein allgemein zugänglicher public-Ordner und ein private-Ordner für sensitive Daten zur Verfügung. Nähere Einzelheiten zu diesem Service finden Sie auf den Webseiten des ZID unter www.univie.ac.at/ZID/temp-space/.
Wiederherstellen von Dateien
Am Share gespeicherte und später gelöschte Dateien können durch den Administrator aus der Datensicherung auf Band wiederhergestellt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ältere Versionen von Dateien sowie ganze Verzeichnisse zurückzuholen.
Überblick
Als nützliches Werkzeug stellt der Zentrale Informatikdienst den Share-Administratoren weiters eine Überblick-Seite zur Verfügung (siehe Abb. 3), die auch gut zum Ausdrucken - z.B. für Dokumentationszwecke - geeignet ist. Dort sind die jeweils zuständigen Administratoren mit Link auf ihre Kontaktdaten angeführt. Weiters werden über eine schematische Verzeichnisstruktur die Speicherauslastung sowie der Rechteverlauf des jeweiligen Share dargestellt.
Neugestaltung der Exchange-Administration
Microsoft Exchange ist eine Groupware-Lösung mit Mailingfunktion, die seit einiger Zeit vom ZID für Organisationseinheiten der Uni Wien angeboten wird (siehe Comment 07/1, http://comment.univie.ac.at/07-1/29/).
Das Exchange-Service ähnelt von den formalen Bedingungen dem Share-Service: In beiden Fällen ist ein lokaler Administrator für die Verwaltung einer definierten Benutzergruppe zuständig, und in beiden Fällen wird diesem ein Administrationsinterface zur Verfügung gestellt, das ihm eine maximale Gestaltungsfreiheit ermöglichen soll.
Da im Rahmen der Share-Verwaltung bereits eine Administratoren-Gruppe mit den jeweiligen Gruppenmitgliedern existierte, war es logisch, das Exchange-Service ebenfalls auf dieser Gruppenstruktur aufbauen zu lassen. Bei der Neuanmeldung einer Gruppe zu Exchange wurde daher (bei Vorhandensein eines Share) einfach die Funktion Exchange in der Share-Administration "aktiviert". Nach der Neugestaltung der Share-Administration wurde die Exchange-Administration als eigene Seite herausgelöst (siehe Abbildung). Mit Hilfe entsprechender Links im seitlichen Navigationsmenü kann jedoch schnell und bequem zwischen den beiden Administrationsseiten gewechselt werden.
Wie bisher ermöglicht es die Exchange-Administration, BenutzerInnen der eigenen Gruppe für Exchange zu aktivieren, das automatische Vererben von Rechten im öffentlichen Ordner durchzuführen und öffentliche Mailordner zu erstellen. Neu hinzugekommen ist ein Link Exchange Benutzerstatus auf der Einstiegsseite, unter dem der Administrator den Status von Exchange-BenutzerInnen (aktuelle Quota, bestehende Weiterleitungen, Verwendung des IMAP-Connector, ...) abfragen kann.
1) Näheres siehe Artikel Fileservices: Willkommen in der Daten-Bank in Comment 05/1, Seite 24 (http://comment.univie.ac.at/05-1/24/)
2) In der deutschen Version von Windows wird für solche geteilten Verzeichnisse der ebenso unglückliche wie unverständliche Begriff Freigabe verwendet. Daher hat der ZID für dieses Service die englische Bezeichnung Share gewählt, die die gemeinsame Nutzung der Daten in den Vordergrund stellt.
3) siehe Artikel Storage & Backup: Der aktuelle Status des SAN-Projekts in Comment 06/3, Seite 2 (http://comment.univie.ac.at/06-3/2/)
4) Für Studierende stehen nun 1 GB Speicherplatz pro Person zur Verfügung, für UniversitätsmitarbeiterInnen 10 GB pro Person (siehe www.univie.ac.at/ZID/fileservices/).








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