Teamarbeit leicht gemacht
Das Exchange-Service des ZID
von Rainer Jantscher & Stefan Just (Ausgabe 07/1, März 2007)
Kasten: Das Exchange-Service des ZID: Was steckt dahinter?
Seit August 2006 stellt der Zentrale Informatikdienst für Organisationseinheiten der Universität Wien neben dem bewährten Mailservice auch eine umfassendere Kommunikationsplattform zur Verfügung: Microsoft Exchange.
MS-Exchange ist eine so genannte Groupware, eine Software, die Arbeitsgruppen eine gemeinsame Nutzung verschiedener Daten erleichtert. Mit Hilfe eines entsprechenden Klientenprogramms lassen sich nicht nur eMail-Nachrichten bearbeiten, sondern auch mehrere Kalender führen, Kontakte erstellen bzw. organisieren sowie Aufgabenlisten und Notizen verwalten.
Alle diese Funktionen können - je nach Konfiguration der Zugriffsrechte - sowohl von einzelnen BenutzerInnen als auch von mehreren Personen gemeinsam verwendet werden. MS-Exchange ermöglicht darüber hinaus auch eine einfache Synchronisation mit diversen Handhelds. Im vergangenen halben Jahr haben sich bereits mehr als 700 Universitäts-MitarbeiterInnen für das Exchange-Service entschieden (siehe dazu auch Kasten Das Exchange-Service des ZID: Was steckt dahinter?).
Eine Software - drei Einsatzmöglichkeiten
Auf Wunsch stellt der ZID jeder Organisationseinheit der Uni Wien einen eigenen Exchange-Bereich zur Verfügung (mehr darüber im Abschnitt Anmeldung und Umstellung). Dieser Bereich wird Öffentlicher Ordner genannt und ausschließlich von der Organisationseinheit selbst verwaltet. Der ZID nimmt keinerlei Einfluss auf die Struktur des öffentlichen Ordners oder die Vergabe der Zugriffsrechte, bietet aber selbstverständlich jegliche erforderliche Unterstützung bei der Umstellung auf bzw. der Anwendung von MS-Exchange (siehe Informationen und Schulungen).
In Bezug auf die Nutzung des Exchange-Service sind drei verschiedene "Ausbaustufen" möglich:
1) Exchange ohne Groupware im eigentlichen Sinn:
Für jemanden, der bereits mit MS-Outlook vertraut ist, ist der Umstieg auf MS-Exchange ohne große Änderung der Nutzungsgewohnheiten möglich. Die Funktionsordner Kalender, Aufgaben, Notizen und Adressen können wie bisher verwendet werden. Einzig und allein der Persönliche Ordner, in dem alle Unterordner beheimatet sind, wird in der Exchange-Konfiguration von Outlook als Postfach ? Nachname Vorname bezeichnet. Diese erste Art der Exchange-Nutzung - die alleinige Verwendung der persönlichen Daten - beinhaltet noch keine Groupwarefunktionen, erweist sich aber bereits durch die zentrale Speicherung der Daten am Server und die verschiedenen Zugriffsvarianten als überaus nützlich: Es ist damit z.B. nicht mehr notwendig, Adressbücher auf verschiedenen PCs oder Notebooks manuell synchron zu halten.
2) Freigabe von Ordnern des eigenen Postfachs:
Die zweite Stufe besteht darin, die Funktionsordner des eigenen Postfachs für andere Einzelpersonen freizugeben. Beispielsweise kann man KollegInnen den Zugriff auf den eigenen Kalender (siehe Abb. 1) erlauben, indem man mit der rechten Maustaste darauf klickt und unter dem Menüpunkt Eigenschaften die Registerkarte Freigaben entsprechend bearbeitet. Die Rechtevergabe erfolgt entweder über vordefinierte Stufen (von 0 bis 8), oder man setzt die gewünschten Eigenschaften nach Bedarf - z.B. lässt sich definieren, ob ein Berechtigter nur lesen oder auch Einträge erstellen darf (siehe Abb 2). Man kann Termine auch als privat kennzeichnen; dann ist für die Zugriffsberechtigten zwar ersichtlich, dass der Termin reserviert ist, die Details werden jedoch nicht angezeigt.
3) Verwendung des öffentlichen Ordners:
In der dritten Ausbaustufe der Exchange-Nutzung werden Kalender, Aufgaben, Notizen und Adressen nicht nur im eigenen Postfach angelegt, sondern auch - in beliebiger Struktur - im Öffentlichen Ordner der jeweiligen Organisationseinheit. Der öffentliche Ordner eignet sich z.B. für gemeinsame Projektpläne, Adresslisten oder Terminpläne für Besprechungszimmer; hier kann aber auch ein Mailordner mit einer eMail-Adresse (z.B. einer Service-Mailadresse) verknüpft werden.
Die Rechteverwaltung des öffentlichen Ordners wird vom Administrator der jeweiligen Organisationseinheit durchgeführt: Der Administrator kann entweder allen oder auch nur bestimmten MitarbeiterInnen Zugriff gewähren - sogar eine Freigabe für Angehörige anderer Organisationseinheiten ist möglich. Diese BenutzerInnen haben dann zwei entsprechend gekennzeichnete öffentliche Ordner.
Die Groupware-Funktionalität von MS-Exchange ist ein wichtiges Werkzeug, um Geschäftsprozesse transparent darstellen und effizient ausführen zu können. Daher ist es notwendig, spezielles Augenmerk auf den Umstellungsprozess und dessen Planung zu legen: Jeder bereits in der Planung berücksichtigte Geschäftsprozess muss nicht später aufwendig hinzugefügt werden. Nähere Informationen zum Umstellungsprozess finden Sie im Abschnitt Anmeldung und Umstellung.
Zugriffsvarianten
Der Zugriff auf den Exchange-Server der Universität Wien ist derzeit mit folgenden Klientenprogrammen möglich: Outlook 2003 SP2 bzw. Outlook 2007 (für Betriebssystem Windows XP SP2 oder neuer), Entourage 2004 (Mac OS X) und Evolution (Linux). Das Service kann jedoch nicht nur vom eigenen PC aus genutzt werden:
- Der Outlook Web Access (http://owa.univie.ac.at/) erlaubt den Zugriff auf eMail-Nachrichten, Kalendereinträge, Kontakte und Aufgaben mittels Webbrowser und somit von praktisch jedem Rechner mit Internetanschluss aus (siehe Abb. 3). Nach Eingabe dieses URLs wird man auf die SSL-gesicherte Webseite des Exchange-Servers weitergeleitet; die Daten werden also verschlüsselt übertragen.
- Via Outlook Mobile Access (http://oma.univie.ac.at/) können die Daten auf dem Exchange-Server über ein mobiles Gerät ohne Exchange-Unterstützung (z.B. Mobiltelefon) oder über einen alphanumerischen Browser (z.B. w3m/lynx unter Unix) abgerufen und abgeglichen werden. Die Darstellungsmöglichkeiten sind dabei allerdings stark eingeschränkt.
- Wer ein Smartphone oder einen PDA mit Exchange-fähigem Betriebssystem besitzt, kann seine Daten mittels Exchange Active Sync über GPRS/UMTS oder WLAN direkt mit dem Server synchronisieren. Bei nicht Exchange-fähigen Geräten wie Nokia Communicator ist dies z.B. mit Hilfe der kommerziellen Drittanbieter-Software RoadSync möglich. In beiden Fällen werden die Daten ebenfalls verschlüsselt übertragen. Mit aktuellen Windows Mobile PDAs ist es darüber hinaus bereits möglich, eingehende Nachrichten und Kalendereinträge via PUSH-Dienst ohne vorherige Synchronisation in Echtzeit zu erhalten.
Zusätzlich kann Ihr Konto am Exchange-Server auch für den IMAP-Zugriff freigeschaltet werden. Dadurch wird es möglich, mit einem beliebigen Mailprogramm eine IMAP-Verbindung zum Exchange-Server herzustellen, um eMail-Nachrichten zu bearbeiten. Neuere Versionen von Mac OS X erlauben dies auch mit dem Programm Apple Mail (wie Sie in Apple Mail einen Exchange-Account konfigurieren, ist unter www.univie.ac.at/ZID/anleitungen-exchange/applemail/ beschrieben). Wenn Sie den IMAP-Zugang verwenden möchten, wenden Sie sich bitte per eMail an die Adresse exchange.zid@univie.ac.at.
Anmeldung und Umstellung
Wie eingangs erwähnt, steht das Exchange-Service des Zentralen Informatikdienstes nicht für einzelne UniversitätsmitarbeiterInnen, sondern nur für Organisationseinheiten zur Verfügung. Die Anmeldung zu diesem Service kann daher nur durch eine Organisationseinheit der Universität Wien (unter Angabe eines EDV-Verantwortlichen und/oder Fakultätsbetreuers) erfolgen.
Das dafür benötigte Formular ist unter www.univie.ac.at/ZID/formulare/#fu zu finden. Falls Sie nicht sicher sind, ob Ihre Organisationseinheit bereits für das Exchange-Service angemeldet ist, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem EDV-Betreuer bzw. beim Leiter Ihrer Organisationseinheit.
Nach Einlangen des Formulars richtet der ZID einen eigenen Exchange-Bereich für die jeweilige Organisationseinheit ein, weist dem angegebenen Administrator - d.h. dem EDV-Verantwortlichen bzw. Fakultätsbetreuer - die erforderlichen Berechtigungen für die Verwaltung dieses Bereichs zu und verständigt ihn darüber per eMail. Dies geschieht in der Regel innerhalb eines Arbeitstages nach Eintreffen der Anmeldung.
Der Umstellungsprozess dauert (je nach Vorkenntnissen von Administrator und BenutzerInnen) rund eine Woche: Auf Wunsch bietet der Zentrale Informatikdienst Präsentationen vor Ort an, in denen das Service und seine Anwendung vorgestellt werden. Die Mitarbeiter der Fakultätsunterstützung des ZID stehen auch gerne für detaillierte Gespräche zur Verfügung, um verschiedene Umstellungs- und Nutzungsvarianten zu diskutieren und abzuwägen: Wie bereits angesprochen, hat Exchange einen großen Einfluss auf die technische Unterstützung der Abbildung von Geschäftsprozessen; die Implementierung der Groupware sollte daher wohl durchdacht und sorgfältig geplant werden, um mühsame spätere Umstrukturierungen oder Erweiterungen zu vermeiden.
Nachdem die interne Rechtestruktur des Exchange-Bereichs ("Wer darf welche Daten einsehen oder ändern?") ausschließlich von der Organisationseinheit selbst verwaltet wird, obliegt es dem zuständigen Administrator, interessierten MitarbeiterInnen den Zugang zum Exchange-Service zu ermöglichen, indem er ihre Mailbox-UserIDs in entsprechende Exchange-Konten umwandelt. Die tatsächliche Umstellung wird ebenfalls vom Administrator durchgeführt und besteht aus der Sicherung der vorhandenen, Exchange-relevanten Daten der teilnehmenden BenutzerInnen (Adressbücher, Kalender, Mailfolder, Projektdaten, ...) am Server, einschließlich allfälliger Umwandlung in ein geeignetes Dateiformat. Dieser Vorgang nimmt pro Arbeitsplatzrechner im Schnitt ca. eine Stunde in Anspruch, wobei der größte Teil der Zeit auf die Migration der Mailfolder entfällt. Auch hier ist der ZID gerne bereit, das Prozedere anhand von zwei bis drei exemplarischen Umstellungen genau zu erklären, um eventuelle Hürden oder Unklarheiten zu beseitigen.
Im Anschluss daran kann jeder teilnehmende Benutzer mit Hilfe der oben genannten Klienten auf sein Exchange-Konto zugreifen. Um eMail-Nachrichten über den Exchange-Server zu empfangen, muss er allerdings noch eine entsprechende Weiterleitung für seine Mailbox-Adresse einrichten, indem er unter www.univie.ac.at/ZID/weiterleitung/ in der Webmaske die Option Weiterleitung an den Exchange-Server mittels Häkchen aktiviert.
Informationen und Schulungen
MS-Exchange als Groupware-Lösung ist eine komplexe Plattform mit großem Funktionsumfang, deren Verwendung eine eingehendere Beschäftigung mit der Thematik erfordert. Als Unterstützung für BenutzerInnen und AdministratorInnen bietet der Zentrale Informatikdienst deshalb folgende Services an:
- Online-Hilfe (FAQs):
Nähere Informationen zum Exchange-Service, Anleitungen zur Einrichtung der diversen Klienten sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema sind auf der Webseite www.univie.ac.at/ZID/anleitungen-exchange/ zu finden. - eMail-Ticketsystem:
Alle eMail-Anfragen an die Mailadresse exchange.zid@univie.ac.at werden über ein Ticketsystem verwaltet, d.h. Sie erhalten eine automatische Antwort mit Ihrer Ticket-Nummer (z.B. Ticket <URL: https://ticket.cc.univie.ac.at/rt/Ticket/Display.html?id=12345>) und können jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstand Ihrer Anfrage abrufen, indem Sie in der eMail-Nachricht auf diesen Link klicken. Sie müssen sich hierbei mit Ihrer Mailbox-UserID und dem dazugehörigen Passwort authentifizieren. Sollten Sie über keine Mailbox-UserID verfügen, können Sie sich selbstverständlich auch telefonisch über den Stand der Dinge informieren. - Telefon-Hotline:
Die Hotline der Fakultätsunterstützung des ZID ist montags bis freitags von 8:00 - 18:00 Uhr unter der Telefonummer +43-1-4277-141 40 erreichbar. - Schulungen:
Bei Bedarf bietet der Zentrale Informatikdienst Schulungen für Exchange-BenutzerInnen, in denen vor allem die Anwenderseite von MS-Exchange näher vorgestellt wird. Darüber hinaus werden auf Anfrage auch Schulungen für EDV-Verantwortliche der Organisationseinheiten bzw. für FakultätsbetreuerInnen abgehalten, wobei hier das Hauptaugenmerk auf den administrativen Funktionen der Software liegt.
Das Exchange-Service des ZID: Was steckt dahinter?
Um MS-Exchange als Service für alle UniversitätsmitarbeiterInnen anbieten zu können, muss die zugrunde liegende Server-Infrastruktur sowohl möglichst ausfallsicher sein als auch rasche Antwortzeiten gewährleisten - selbst bei hohen Zugriffszahlen. Diese Anforderungen werden mit Hilfe einer ausgeklügelten Hardware-Konfiguration erfüllt: Die Zugriffe der BenutzerInnen erfolgen auf zwei so genannte Exchange Frontend Server, die mittels Network Load Balancing eine dynamische Lastaufteilung der Anfragen auf die dahinter liegenden Datenbankserver durchführen. Diese Datenbankserver (derzeit vier) sind zu einem Cluster zusammengefasst und greifen über ein redundantes Storage Area Network (SAN) auf den jeweiligen Datenbankspeicher zu. Zwei Active Directory Server
Diese Infrastruktur sorgt dafür, dass das Exchange-Service des ZID auch bei einem Ausfall einzelner Server uneingeschränkt verfügbar ist. Da das System bei Bedarf leicht um zusätzliche Server erweitert werden kann, sind auch keine Performance-Einbußen durch steigende Benutzerzahlen zu befürchten.







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