Wer ruft mich?
Inverssuche mittels CTI

von Peter Marksteiner (Ausgabe 06/1, März 2006)

 

Die Möglichkeit, zu einem Namen eine Telefonnummer zu suchen, existiert, seit es Telefonbücher gibt - also seit mehr als hundert Jahren. Die Rückwärts- oder Inverssuche, bei der Namen und sonstige Daten von TeilnehmerInnen anhand der Telefonnummer gefunden werden, gibt es erst seit kurzer Zeit.

Das hat keine technischen, sondern rechtliche Gründe: In Österreich ist die Inverssuche erst seit dem 20. August 2003 gestattet; an diesem Tag trat das Telekommunikationsgesetz 2003 in Kraft. Ausdrücklich erlaubt wird die Inverssuche auch hier nicht, aus der etwas umständlichen Formulierung des § 69 lässt sich allerdings implizit eine solche Erlaubnis entnehmen:

§ 69 (5) Sofern dies ein Teilnehmer wünscht, hat die Eintragung der ihn betreffenden Daten in das Teilnehmerverzeichnis ganz oder teilweise zu unterbleiben (Nichteintragung). Dafür darf kein Entgelt verlangt werden. Sofern dies ein Teilnehmer wünscht, hat die Eintragung der ihn betreffenden Daten in ein elektronisches Teilnehmerverzeichnis, das die Suche anhand anderer Daten als anhand des Namens des Teilnehmers ermöglicht, zu unterbleiben.

Mehrere Telekom-Anbieter und Auskunftsdienste bieten in Österreich eine solche Inverssuche an, beispielsweise mittels Mehrwert-SMS.

CTI und Herold - ein starkes Team

Bisher gab es im Computer Telephone Interface der Universität Wien (CTI) zwei Datenquellen für die angezeigten Namen: Einerseits das Online-Personalverzeichnis und andererseits das persönliche Adressbuch. Durch einen Vertrag mit der Herold Business Data GmbH konnte im Februar 2006 noch eine dritte Quelle angezapft werden.

Bei Verbindungen mit dem österreichischen Festnetz und mit zahlreichen österreichischen MobilnetzteilnehmerInnen wird daher demnächst in der Anrufliste der entsprechende Eintrag aus dem Datenbestand von Herold erscheinen. Die Daten werden einmal pro Monat aktualisiert. Durch diese Neuerung gewinnt das CTI nochmals deutlich an Benutzerfreundlichkeit - in fast allen Fällen ist dann auf einen Blick ersichtlich, mit wem der betreffende Anruf geführt wurde.