Online-Verzeichnisse
aktuell, flexibel und gestylt

von Peter Marksteiner (Ausgabe 06/1, März 2006)

 

Die ersten zehn Jahre

Die Online-Verzeichnisse der Uni Wien (Personal-, Instituts- und Vorlesungsverzeichnis, alle drei zu finden unter http://data.univie.ac.at/pers) sind schon fast so alt wie der Webauftritt der Universität: Die ersten Versionen stammen aus dem Jahr 1995 und waren noch recht rudimentär. Auch die Datenqualität ließ manchmal zu wünschen übrig. Einerseits lag das an den verschlungenen Wegen, auf denen die Daten von den Datenbanken der Universitätsverwaltung (damals auf der VM-Großrechenanlage) ins Web gelangten, andererseits an den Originaldaten: Was für Verwaltungsabläufe nicht unmittelbar relevant und für niemanden sichtbar war, wurde naturgemäß nicht allzu sorgfältig gepflegt.

Im Lauf der Jahre wurden die Online-Verzeichnisse kontinuierlich weiterentwickelt. 1998 erschien eine neue Version;1) seither haben sich Aussehen und Funktionalität nicht wesentlich geändert. Mit der Einstellung der VM-Großrechenanlage und der Inbetriebnahme der Universitätsverwaltungssoftware i3v seit 2001 mussten große Teile umgeschrieben werden, auch wenn von außen nicht viel davon zu bemerken war. Die Datenqualität hat sich ständig verbessert, heute werden die Verzeichnisse täglich aktualisiert. Durch die Einstellung des gedruckten Vorlesungsverzeichnisses, das im Sommersemester 2004 zum letzten Mal erschienen ist, wurde das Online-Vorlesungsverzeichnis weiter aufgewertet. Zwar gab es bis vor kurzem immer wieder punktuelle Verbesserungen und Anpassungen an geänderte Gegebenheiten (z.B. Zuordnung von Lehrveranstaltungen zu Studienprogrammleitungen statt zu Instituten, Inhaltsverzeichnis bei den einzelnen Kapiteln im Vorlesungsverzeichnis); manche schon lange gewünschten Erweiterungen ließen sich jedoch nur durch ein komplettes Redesign und Neuschreiben erreichen. Seit Sommer 2005 wurde daran gearbeitet, am 3. März 2006 wurde die neue Version veröffentlicht.

Was ist neu?

Auf den ersten Blick sind die Änderungen nicht allzu auffällig: Das Aussehen hat sich nur leicht geändert, Inhalt und Struktur sind im Wesentlichen gleich geblieben. Alle bisher gültigen URLs funktionieren auch weiterhin; es wurden zwar einige neue Parameter hinzugefügt, aber keine weggelassen. Dass nunmehr ausschließlich syntaktisch korrektes HTML (genauer gesagt, XHTML 1.0 Strict) verwendet wird 2), ist zwar nicht unmittelbar sichtbar, aber für eine richtige Anzeige in möglichst vielen Browsern wichtig. Es gibt jedoch eine Menge neuer Features:

Mehrsprachigkeit

Die neuen Verzeichnisse sind durchgehend zweisprachig (deutsch und englisch) gehalten. Im Prinzip ist die Software für beliebige Sprachen geeignet: Alle Textbausteine stehen in einer Tabelle in einer Datenbank, einem so genannten Message Catalogue; wenn ein Baustein in der gewünschten Sprache nicht vorhanden ist, wird stattdessen der deutsche genommen. Da die meisten Daten in i3v nur in Deutsch und Englisch erfasst werden, ist die Anzeige in anderen Sprachen zwar möglich, aber derzeit wenig sinnvoll.

Persönliche Anpassungen

Bisher bestand die Möglichkeit, mittels http://data.univie.ac.at/homepage die persönliche Homepage ins Personalverzeichnis einzutragen und mittels http://data.univie.ac.at/kommentar einen Kommentar zu einer Lehrveranstaltung zu veröffentlichen. Die Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Eintrags im Online-Personalverzeichnis wurden nun wesentlich erweitert:

  • Kommentar: ein beliebiger Kommentar zur Person;

  • Zimmernummer und Sprechstunden;

  • aktuelle Meldung: z.B. für Termine oder Abwesenheiten; der Zeitraum, in dem diese Meldung angezeigt werden soll, ist frei wählbar.

  • Foto: Es besteht die Möglichkeit, ein Foto am Server abzulegen. Zudem werden in Kürze für Dienstausweise auch Fotos in i3v gespeichert, die auf Wunsch im Online-Personalverzeichnis angezeigt werden können.

Das Eintragen oder Ändern dieser Informationen erfolgt über die Webmaske http://data.univie.ac.at/pers_edit, die auch über den Link Eigenen Eintrag bearbeiten rechts oben im Online-Personalverzeichnis zu erreichen ist (siehe Abb. 1 & 2).


Die Möglichkeit, einen Kommentar ins Online-Vorlesungsverzeichnis einzutragen, besteht nach wie vor. Allerdings bietet seit einiger Zeit i3v selbst die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen ausführlich zu kommentieren. Dazu dienen die Felder Inhalt, Methoden, Ziele und Literatur, die unter Weitere Informationen auch im Web angezeigt werden.

Flexibles Design

Neben den zentralen Online-Verzeichnissen gibt es zahlreiche Personallisten auf Instituts-Homepages, kommentierte Vorlesungsverzeichnisse zu einzelnen Studienrichtungen und Ähnliches mehr. Die Wartung und Pflege solcher Listen ist oft ein beträchtlicher Aufwand, der sich durch die Verwendung der zentralen Verzeichnisse vermeiden ließe. Häufig geschieht das nur deshalb nicht, weil deren Design nicht zu der betreffenden Homepage passt. Aus diesem Grund wurde das Design der neuen Online-Verzeichnisse so flexibel gestaltet, dass es an das Look & Feel jeder beliebigen Webpräsenz angepasst werden kann.

Alternative Style Sheets

Die grafische Gestaltung erfolgt ausschließlich über Style Sheets, im HTML-Code selbst sind keinerlei Formatierungs-Informationen enthalten.3) Mit Hilfe des Parameters style kann ein alternativer Style Sheet angegeben werden, womit Farben, Schriftarten usw. nach Wunsch definiert werden können. Jedes Element - Name, eMail-Adresse, Telefonnummer usw. - gehört einer eigenen Klasse an, sodass für jedes dieser Elemente ein eigener Style definiert werden kann (siehe Abb. 2).

Selektive Anzeige

Für manche Zwecke ist die Angabe der vollständigen Informationen überflüssig oder unerwünscht: Beispielsweise genügen für ein Telefonverzeichnis Name und Telefonnummer, Lehrveranstaltungen sind hier uninteressant. Mit Hilfe der Parameter include und exclude kann ausgewählt werden, welche Elemente angezeigt werden sollen und welche nicht.

XML-Schnittstelle

Immer wieder wird der Wunsch nach einem direkten Zugriff auf die Personaldatenbank geäußert, um diese in eigene Webapplikationen einzubauen. Aus verschiedenen Gründen ist ein solcher Zugriff nicht möglich, aber die neu geschaffene XML-Schnittstelle erfüllt eine ähnliche Funktion: Bei Angabe des Parameters format=xml wird eine XML-Datei ausgegeben, die alle öffentlich zugänglichen Informationen zu einer Person, einer Einrichtung oder einer Lehrveranstaltung enthält (siehe Abb. 3). Diese XML-Datei ist für automatisierte Verarbeitung geeignet und kann z.B. in CGI-Skripts oder PHP-Programmen ausgewertet werden. 

 

 

1) siehe Artikel Das neue Online-Vorlesungsverzeichnis: Kommentare erbeten! (Comment 98/1)

2) Ausnahmen sind Kommentare im Online-Vorlesungsverzeichnis mit fehlerhaftem HTML-Code.

3) siehe Artikel HTML mit Stil - Teil II: Cascading Style Sheets (Comment 03/1)