Foren, die die Welt bedeuten

von Alexander Berndl (Ausgabe 05/2, Oktober 2005)

 

Kasten: Foren-Software

 

"Das Internet" - soll heißen: der größte Teil des Internet, das WorldWideWeb - dient bekanntlich in erster Linie der Informationsbeschaffung. Sein Erfolg erklärt sich nicht zuletzt daraus, dass es relativ einfach ist, Informationen im WWW anzubieten: Man erstellt ein HTML-Dokument und transferiert dieses auf einen Webserver; damit ist es in der Regel für die gesamte Internet-Gemeinde via Browser abrufbar.

Bei diesen statischen Webseiten ist die Kommunikation allerdings einseitig; die BesucherInnen haben keine Gelegenheit, den Inhalt der Seite zu ergänzen. Mit Hilfe von Programmiersprachen wie PHP oder Perl ist es jedoch möglich, Webangebote auch bidirektional und interaktiv zu gestalten. Beispielsweise können BesucherInnen - nur mit Hilfe ihres Browsers - eine Auswahl treffen, an Abstimmungen teilnehmen oder Kommentare hinterlassen. Letzteres eignet sich besonders, um direkt auf einer Webseite Meinungen, Erfahrungen oder Tipps von BenutzerInnen einzuholen und allgemein zugänglich zu machen. Diese Möglichkeit nutzen die so genannten Foren - das sind Kommunikationsplattformen im Web, die nach dem Vorbild der Newsgroups entstanden sind. Ihr Grundgedanke ist das Diskutieren, Austauschen von Erfahrungen oder einfach Plaudern, meist zu einem ganz bestimmten Thema. Ihr großer Vorteil ist, dass man dazu außer einem Browser nichts benötigt - weder spezielle Software noch Erfahrung: In jedem Internet-Cafe können Foren durchstöbert und Nachrichten hinterlassen werden, und wer surfen kann, findet sich auch in einem Forum zurecht.

Eine gut betreute Diskussionsplattform zu einem Thema, das viele Menschen interessiert, hat nicht selten mehr als 10 000 registrierte BenutzerInnen und über 100 000 Beiträge aufzuweisen. Jedes Forum lebt von seinen BenutzerInnen, den eigentlichen "Machern" der Plattform - im positiven wie im negativen Sinn. Um ein Forum zu beleben, bedarf es daher der goldenen Mitte zwischen Freiraum und Einschränkungen (letzteres in Form einer Benutzungsordnung und eines ausgeklügelten Rechtesystems).

ZIDforum

Um den Studierenden und MitarbeiterInnen der Uni Wien die Möglichkeit zu bieten, eigene Erfahrungen zu bestimmten EDV-Themen mit andere BenutzerInnen auszutauschen, hat nun auch der Zentrale Informatikdienst auf seinen Webseiten ein Forum eingerichtet. Dieses ist unter /ZID/forum/www.univie.ac.at/ZID/forum/ zu finden und in erster Linie als "User helfen Usern"-Einrichtung gedacht, wird aber von ZID-MitarbeiterInnen mitgelesen und moderiert. Das ZIDforum ist derzeit in drei Kategorien unterteilt:

  • Nachrichten des ZID: Dieser Abschnitt enthält aktuelle Mitteilungen und Ankündigungen des ZID.

  • Frequently Asked Questions - FAQ: Hier werden oft gestellte Fragen und die entsprechenden Antworten vom ZID gesammelt präsentiert; BesucherInnen haben in diesem Bereich nur Leserechte.

  • Diskussions-Bereich: Diese Kategorie ist die eigentliche Plattform für den Informationsaustausch. Alle registrierten BenutzerInnen können hier Beiträge verfassen bzw. beantworten.

Diese Kategorien sind wiederum in Boards (Themenbereiche) gegliedert - beispielsweise sind im FAQ-Bereich die Boards uniADSL, xDSL Uni und chello zu finden (siehe Abb. 1). Innerhalb eines Boards findet man verschiedene Threads (Themen) mit den einzelnen Postings (Beiträge). Für jedes Board im ZIDforum ist ein Moderator verantwortlich. Dabei handelt es sich jeweils um ExpertInnen auf dem betreffenden Gebiet, welche die Diskussionen mitverfolgen, gegebenenfalls Beiträge beantworten und deplatzierte Postings löschen. Das ZIDforum startet vorerst mit einer kleinen und überschaubaren Zahl von Boards, kann aber bei Bedarf jederzeit ausgeweitet werden.

Abb. 1: Startseite des ZIDforums (Ausschnitt)

 

Wie bereits angesprochen, ist für das Posten von Beiträgen eine vorherige, kostenlose Registrierung erforderlich. Dazu benötigt man eine Mailbox- oder Unet-UserID und das dazugehörige Passwort. Bei der Registrierung hat man die Möglichkeit, ein weiteres Passwort zu wählen, das nur für das ZIDforum gültig ist.

Sobald man registriert ist, darf man im Diskussions-Bereich des ZIDforums "mitmischen" - d.h. auf Beiträge antworten, neue Threads beginnen, allfällige Dateianhänge downloaden oder an Umfragen teilnehmen. Zu beachten sind dabei sowohl die Benutzungsordnung des ZIDforums als auch die Netiquette (allgemeine Verhaltensregeln für die Kommunikation im Internet).1) Selbstverständlich kann man ohne Registrierung alle Beiträge lesen und die Suchfunktion des Forums nutzen. Darüber hinaus ist es für nicht registrierte BenutzerInnen möglich, über ein Webformular den Administrator bzw. einen Moderator zu kontaktieren - z.B. um ihn über Beiträge zu informieren, die gegen die Benutzungsordnung verstoßen (dazu kann auch die Melden-Schaltfläche bei jedem einzelnen Beitrag verwendet werden).

Das ZIDforum soll das Support-Angebot des Zentralen Informatikdienstes ergänzen und kann vor allem in Bereichen hilfreich sein, für die keine "offiziellen" Anleitungen verfügbar sind. Beispiele dafür wären spezielle Fragen zum neuen PHP-Service auf den Uni-Webservern oder DSL-Zugänge mit unüblicher Hardware-Konfiguration. Wenn Sie die Antwort auf Ihre Fragen auf den Webseiten des ZID nicht finden, sollten Sie daher in Zukunft auch einen Blick in das ZIDforum werfen. Der Helpdesk steht natürlich weiterhin allen Hilfesuchenden telefonisch (4277-14060) oder per eMail mit Rat und Tat zur Seite.

Foren-Software

Die Hersteller von Foren-Software und deren Produkte sind zahlreich. Ob kostenlos oder kostenpflichtig, ob mit komplexen Administrations-Optionen oder eher einfach gestrickt: Der Großteil der verfügbaren Systeme basiert auf der Programmiersprache PHP in Kombination mit MySQL-Datenbanken. Für die meisten Foren ist eine Vielzahl von Erweiterungen in Form von Skripts verfügbar, und auch in puncto Design bleiben meist keine Wünsche offen: Das Aussehen eines Forums lässt sich in der Regel fast vollständig an das Layout der eigenen Website anpassen. Bei Fragen zu bzw. Problemen mit einer Foren-Software steht üblicherweise eine äußerst hilfsbereite Fangemeinde (Community) zur Verfügung, die über die offizielle Webseite des jeweiligen Herstellers erreichbar ist. Wie bei jeder Server-Software muss auch bei einem Forum auf die Softwarewartung geachtet werden: Das regelmäßige Einspielen von Security-Updates ist von wesentlicher Bedeutung für einen ungestörten Betrieb.

Für das neue ZIDforum wird die kommerzielle Software Burning Board der Firma WoltLab (kurz WBB) eingesetzt, die sich nicht nur durch die Sicherheitsmaßstäbe ihrer Produkte einen sehr guten Ruf erworben hat. Die Lite-Version dieser Foren-Software steht unter www.woltlab.de kostenlos zur Verfügung. Empfehlenswert ist auch das Open Source-Forum miniBB: Es beschränkt sich auf den elementaren Funktionsumfang und ist dadurch sehr übersichtlich und einfach zu administrieren. Unter www.opensourcecms.com findet man eine gute Übersicht diverser Open Source-Projekte, wo die aufgelisteten Softwareprodukte auch gleich getestet werden können.

Ein eigenes Forum auf Ihrem Uni-Webspace einzurichten sollte in der Regel kein Problem darstellen: Die Vorgangsweise bei der Installation und die wichtigsten "Fallstricke" sind der README-Datei jeder Software zu entnehmen. Allerdings müssen auf den Webservern des ZID einige Besonderheiten der PHP-Konfiguration beachtet werden. Näheres dazu finden Sie unter www.univie.ac.at/ZID/phpmysql/ sowie im Artikel Gerda geht in Pension: PHP auf den Webservern des ZID. Bei Fragen zu diesem Thema kann auch das ZIDforum konsultiert werden: Eines der angebotenen Boards ist dem PHP-Service gewidmet.

1) Leider werden Kommunikationsplattformen immer wieder von einigen BenutzerInnen missbraucht, um auf diesem Weg Produktwerbungen oder persönliche Anfeindungen loszuwerden. Die große Mehrheit der BesucherInnen möchte aber nicht mit solchen Beiträgen belästigt werden. Daher behält sich der ZID vor, Postings zu löschen, die gegen die genannten Regelungen verstoßen.