Des ZIDs neue Kleider

von Alexander Berndl (Ausgabe 04/3, Oktober 2004)

 

Als der Zentrale Informatikdienst (damals noch "EDV-Zentrum") im Frühjahr 1995 seine ersten Webseiten veröffentlichte, waren die EDV-Dienstleistungen für die Studierenden, MitarbeiterInnen und Institute der Universität Wien noch überschaubar. In den folgenden Jahren wurden jedoch die Aufgaben und Services des ZID immer zahlreicher, und auch das Informationsangebot im WWW wuchs entsprechend an. Nachdem die ZID-Webredaktion traditionellerweise nur mit 20 Wochenstunden besetzt und ihr Wirkungsbereich entsprechend beschränkt ist, wurden die verschiedenen Services oft unmittelbar von den jeweils zuständigen KollegInnen - versierten wie ungeübten AutorInnen, HTML-Profis wie HTML-EinsteigerInnen - im WWW dokumentiert. Mit der Zeit häuften sich hunderte Webseiten mit unterschiedlichem Design, stark schwankender Quellcode-Qualität und teils veralteten, teils modernen Techniken auf den diversen Servern des ZID an.

Es lag daher nahe, das Webangebot des Zentralen Informatikdienstes komplett zu überarbeiten. An die Stelle des unübersichtlichen Bildes, das sich den informationshungrigen BesucherInnen bisher bot, sollte eine technisch zeitgemäße, optisch ansprechende und logisch strukturierte Website treten, die die zahlreichen Services des ZID möglichst vollständig und in einem einheitlichen Design präsentiert.

Die Arbeiten daran begannen im Frühjahr 2002. Nach einer Bestandsaufnahme wurde gemeinsam mit dem Helpdesk, der viele wertvolle Anregungen aus der Praxis einbrachte, eine neue Strukturierung für das Informationsangebot festgelegt. Ein Schwerpunkt war dabei die Einbindung von bisher autarken Bereichen (z.B. die Unet- und Mailbox-Infoseiten oder das Webangebot der Abteilung Universitätsverwaltung). Parallel dazu mussten das zukünftige Layout und ein geeignetes Content Management System (CMS) zur effizienten Bearbeitung und Verwaltung der Site entwickelt werden. Anschließend wurden die einzelnen Webseiten sukzessive in das neue System integriert. Dazu musste bei allen Dokumenten - neben einer allfälligen inhaltlichen Überarbeitung - der Quellcode und die interne Verlinkung angepasst werden; darüber hinaus waren während der Umstellungsphase sämtliche Aktualisierungen doppelt (auf den bestehenden wie auch auf den neuen Seiten) durchzuführen. Auch etliche neue Seiten zu bisher undokumentierten Services kamen hinzu. Anfang Juli 2004 war das Projekt schließlich soweit gediehen, dass der Großteil der alten Seiten deaktiviert und durch das neue System ersetzt werden konnte.

Layout & Navigation

Das Erscheinungsbild der neuen ZID-Webseiten (siehe Abb. 1) ist bewusst schlicht gehalten. Um nicht von der eigentlichen Information abzulenken und die Ladezeiten kurz zu halten, wurde ein einfaches, übersichtliches Layout sowie eine sparsame Farbgebung gewählt und auf animierte, leuchtende oder sehr auffällige Elemente gänzlich verzichtet. Die Größe der leicht lesbaren Schrift kann über die Menüsteuerung des Browsers jederzeit geändert werden.

Abb. 1: Beispiel für eine Übersichtsseite im neuen ZIDweb (mit Glossar-Eintrag)

 

Die Bedienung der Website wurde ebenfalls so einfach wie möglich gestaltet: Im farbig abgegrenzten Kopfbereich der Seiten befinden sich das ZID-Logo (ein Klick darauf bringt Sie zurück zur ZID-Startseite) und die so genannten Hotlinks, über die besonders häufig besuchte Seiten schnell erreicht werden können. Bei Webmasken wird in diesem Bereich auch die Information eingeblendet, von welchen Benutzergruppen (Unet, Mailbox, Med-Uni) das jeweilige Formular verwendet werden kann. Der schmale Balken darunter enthält die Sitemap, die Suchfunktion sowie gegebenenfalls einen Link zu einer besonders wichtigen aktuellen Meldung. Im "Hauptfenster" der Seiten sind links das Navigationsmenü und der Bereich Aktuelles zu sehen; rechts wird der Inhalt der jeweiligen Seite eingeblendet. Den Abschluss bildet eine Fußzeile mit Copyright-Vermerk, Aktualisierungsdatum und anklickbarer Kontaktadresse.

Die seitliche Navigation ist hierarchisch in Haupt- und Unterpunkte strukturiert:

  • Computer & Netzwerke
    Diese Rubrik gliedert sich in die Abschnitte UserIDs, eMail, Webspace, PC-Räume, Software, Internetzugang von daheim, Datennetz, eLearning, Weitere Services und Support & Dokumentation und enthält alle Infos über die EDV-Services für Studierende, MitarbeiterInnen und Institute der Uni Wien. Auch die bisherigen Unet- und Mailbox-Infoseiten wurden in diese Rubrik integriert.

  • Telefonie & Handy
    umfasst die Abschnitte Festnetz, Handy und AT43 (Telefonieren via Internet).

  • Verwaltung & UNIVIS
    informiert über die IT-Services für die Universitätsverwaltung.

  • Projekte & Kooperationen
    informiert über außeruniversitäre Aktivitäten des ZID (ACOnet, ACOnet-CERT, Vienna Internet eXchange, nic.at Registry-Service, EMBnet Austria).

  • Der ZID: Wir über uns
    informiert über den Zentralen Informatikdienst der Uni Wien (Personal, Standorte, Außenstellen).

BenutzerInnen, die mit den neuen Webseiten des ZID bereits vertraut sind, können alternativ zu dieser hierarchischen Navigation auch das System der "Kurz-URLs" verwenden: Durch Eintippen eines Schlagworts nach der Adresse http://www.univie.ac.at/ZID/ ist es in vielen Fällen möglich, direkt zur gewünschten Information zu gelangen (z.B. http://www.univie.ac.at/ZID/formulare/ oder http://www.univie.ac.at/ZID/viren/). Auch das Merken/Notieren/Weitergeben eines URLs wird durch diese flache Verzeichnisstruktur erleichtert.

Features

Eine augenfällige Besonderheit bilden die mit kleinen Symbolen versehenen Links im Text, die schon vor dem Anklicken verraten, was sich dahinter verbirgt. Beispielsweise sind Links zu PDF-Dokumenten mit dem Adobe-Logo oder Links auf passwortgeschützte Seiten mit einem Vorhängeschloss gekennzeichnet. Ein Link auf eine externe Seite ist an einem kleinen Pfeil zu erkennen - die BesucherInnen können somit selbst entscheiden, ob sie durch einen einfachen Mausklick den ZID-Webspace verlassen oder durch Klick mit der rechten Maustaste die verlinkte Seite in einem neuen Fenster öffnen möchten.

Implementiert wurden weiters

  • ein Bereich für aktuelle Meldungen, der auf jeder Seite des ZIDweb aufscheint und in dem wichtige Nachrichten des Zentralen Informatikdienstes zu finden sind - beispielsweise Informationen über geplante Betriebsunterbrechungen oder Viruswarnungen;

  • eine Sitemap (ein Inhaltsverzeichnis der Website);

  • eine komfortable Suchfunktion, die mit Hilfe der Google-Suche für Institute die ZID-Website und die Comment-Website nach dem gewünschten Begriff durchforstet;
  • ein Glossar, welches die Bedeutung einer Abkürzung einblendet, wenn der Mauszeiger über das hervorgehobene Wort bewegt wird (siehe Abb. 1);

  • eine optimierte Druckerausgabe, die unter anderem dafür sorgt, dass nur der eigentliche Inhalt der Seite - ohne Kopfbereich und Navigation - an den Drucker geschickt wird.

Technische Umsetzung

Auch wenn der neue Webauftritt des ZID auf den ersten Blick relativ schlicht erscheint, verbirgt sich einiges an Technik dahinter. Um angesichts des umfangreichen Informationsangebots ein einheitliches Design aller Seiten gewährleisten zu können, wurde auf modernste Webdesign-Technologie gesetzt: Durch die Verwendung von Cascading Style Sheets (CSS) ist es möglich, alle Formatierungsoptionen der Website wie Textdarstellung, Position bestimmter Elemente usw. in einem so genannten Style Sheet zu definieren, das mit den einzelnen HTML-Dokumenten verknüpft ist. Änderungen im Design wirken sich somit automatisch auf alle Seiten aus und müssen nicht in jeder Datei händisch angepasst werden. Bei der Entwicklung und Optimierung des Style Sheet wurde vor allem auf eine möglichst einheitliche Darstellung unter diversen Hardware-Plattformen (inklusive PDAs und Handys) und Betriebssystemen (Windows, Macintosh, Linux, ...) in Verbindung mit verschiedenen Webbrowsern (Internet Explorer, Mozilla, Safari, Lynx, …) geachtet. Voraussetzung dafür ist jedoch ein "sauberer" - d.h. syntaktisch korrekter - HTML-Code nach einem geeigneten Standard. Für das neue ZIDweb wurde daher der Quellcode aller vorhandenen Seiten auf XHMTL 1.0 Strict umgeschrieben und mit Hilfe des W3C Markup Validation Service überprüft, was einen der arbeitsaufwendigsten Teilbereiche des Projekts darstellte.

Ein einfach zu bedienendes, webbasiertes Content Management System (CMS), das genau auf die Bedürfnisse des ZID abgestimmt ist, ermöglicht eine "halbdynamische" Erstellung und Verwaltung der Seiten: Im CMS selbst werden nur der Titel, der eigentliche Inhalt sowie der Speicherort der jeweiligen Seite (= Position in der Navigation bzw. Kurz-URL) bearbeitet und das Ergebnis in einer Datenbank gesichert. Alle fixen Elemente (Kopf- und Fußzeile, Navigation) werden anschließend automatisch hinzugefügt. Dadurch können die Seiten von der/dem jeweiligen Seitenverantwortlichen komfortabel aktualisiert werden; "globale" Aktivitäten wie Änderungen des Designs oder der Navigation bleiben jedoch der Webredaktion vorbehalten. In Kombination mit stark komprimierten Bildern ermöglicht diese Vorgangsweise zudem sehr kurze Ladezeiten, sodass die Informationen auch mittels Modem oder Handy rasch abrufbar sind.

Auch die diversen Webformulare des ZID wurden überarbeitet: Obwohl sie schon bisher tadellos funktionierten, waren einerseits jeweils separate Eingabemasken für Unet- und Mailbox-BenutzerInnen in Verwendung; andererseits war im Quellcode der Formulare häufig eine bunte Mischung aus Perl-Code, SQL-Statements, HTML und CSS zu finden. Um auch in diesen Fällen zu erreichen, dass Texte und Layout - unabhängig vom dahinterliegenden Skript - von der Webredaktion bearbeitet und an das neue Design angepasst werden können, wurden Funktionalität und Darstellung der Masken mittels so genannter Templates klar getrennt. Die bisherige Unterscheidung in Unet- und Mailbox-Formulare entfällt; stattdessen ist nun im Kopfbereich der Seite ersichtlich, für welche Benutzergruppen (Unet, Mailbox, Med-Uni) das jeweilige Formular gültig ist. Ein Großteil aller ZID-Webmasken - Unet-Anmeldung, Unet-Adressbuch, Passwort ändern, PNS-Login, Handy-Anmeldung usw. - wurde bereits adaptiert und im Zuge dessen auch gleich auf Mehrsprachigkeit vorbereitet. Als "Nebenwirkung" der Umstellung entstanden auch einige neue Funktionen wie das via Hotlink erreichbare Formular Account-Info (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Beispiel für eine Webmaske im neuen ZIDweb (Account-Info) (GIF, 31 KB)

 

Wie bereits angedeutet, ist das Webangebot des ZID noch nicht vollständig umgestellt – einige Bereiche (z.B. Standardsoftware, Backup-Service) müssen erst integriert werden, und auch etliche Webmasken fehlen noch. In nächster Zeit sollten sich jedoch die Lücken nach und nach schließen. Kommentare, Anregungen und Fehlermeldungen werden unter der eMail-Adresse webmaster.zid@univie.ac.at gerne entgegengenommen.

Last but not least ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben, den neuen Webauftritt des ZID zu realisieren - ganz besonders den fleißigen Testlesern und den Systemadministratoren für die tatkräftige Unterstützung.