Mailbox-Service
Siehe, ich mache auch hier alles neu ...

von Peter Marksteiner (Ausgabe 04/1, März 2004)

 

Wie im Comment 03/2 berichtet, wurde im August 2003 erfolgreich die zweite große Umstellung des Unet-Service für Studierende durchgeführt (die erste war die Einführung von DCE/DFS im Jahr 1998). Das Mailbox-Service für Uni-MitarbeiterInnen blieb hingegen trotz zahlreicher Ausbauten und Erweiterungen1) seit seinen Anfängen im Jahr 1994 im Wesentlichen unverändert: Nach wie vor ist ein einziger Server, der so genannte "Mailbox-Rechner", für fast alle Funktionen - eMail, WWW, Login, Fileservice - zuständig. Ein solches Konzept ist heute nicht mehr zeitgemäß; daher wird der Mailbox-Rechner demnächst durch mehrere Server ersetzt werden, die jeweils eine dieser Funktionen anbieten. Das hat folgende Vorteile:

  • Höhere Betriebssicherheit und Stabilität: Mailserver und Webserver unterliegen unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen. Die Server sollten daher physisch getrennt sein, damit nicht z.B. bei Überlastung des Webservers - durch DoS-Attacken, fehlerhafte Skripts usw. - die Mail-Services beeinträchtigt werden.

  • Bessere Skalierbarkeit: Ein verteiltes System kann einfacher dem Bedarf angepaßt werden, indem einzelne Komponenten erweitert oder auf mehrere Server verteilt werden (schon jetzt wird der Mailbox-Rechner von etwa 10 weiteren Servern unterstützt, die z.B. als Spam-Filter oder Virenscanner dienen).

  • Das derzeit als Zusatzdienst angebotene File-Service (Zugriff aus dem Uni-Datennetz auf eigene bzw. freigegebene Daten am Mailbox-Rechner mittels Netzwerklaufwerk verbinden) wird in Zukunft ein integraler Bestandteil des Mailbox-Service sein. Durch die Anschaffung eines eigenen Fileservers wird auch wesentlich mehr Plattenplatz als bisher zur Verfügung stehen.

  • Ein Login in den öffentlichen PC-Räumen wird dann auch mit Mailbox-UserIDs möglich sein.

Nachdem sich die für das Unet-Service gewählte Lösung mit Samba als verteiltem Filesystem sehr gut bewährt hat, wird dasselbe Konzept mit minimalen Änderungen auch für das Mailbox-Service eingesetzt werden.2) Anstelle des derzeitigen Hostnamens MAILBOX.UNIVIE.AC.AT werden dann Service-Namen treten:

  • MAIL.UNIVIE.AC.AT zum Versenden von eMail-Nachrichten,

  • IMAP.UNIVIE.AC.AT bzw. POP.UNIVIE.AC.AT zum Empfangen von eMail,

  • LOGIN.UNIVIE.AC.AT für interaktives Arbeiten (Login mittels SSH oder Telnet; Datentransfer mittels SCP, SFTP oder FTP).

  • Die persönlichen Homepages von Uni-MitarbeiterInnen, die derzeit die Adresse <http://mailbox.univie.ac.at/Vorname.Nachname/> haben, werden dann unter <http://homepage.univie.ac.at/Vorname.Nachname/> zu finden sein. Die bisherigen Adressen werden mit Hilfe entsprechender Weiterleitungen aber nach wie vor funktionieren.

Die Mailbox-Umstellung wird wahrscheinlich in den Osterferien stattfinden (ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest) und eine relativ kurze Betriebsunterbrechung bewirken, d.h. nur wenige Stunden in der Nacht oder am Wochenende. Außer den oben erwähnten Namensänderungen wird von der Umstellung vermutlich nicht viel zu bemerken sein - im Wesentlichen sollte danach alles so funktionieren wie bisher. Details über kleinere Änderungen (z.B. eMail-Weiterleitung nur mehr über Webmaske und nicht mehr über .forward-Datei) werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.

 

1) siehe z.B. die Artikel 4th Time Around: Ein neuer Mailbox-Rechner im Comment 01/2 oder Reform des Mailbox-Service im Comment 99/2.

2) Eine Einbindung des Mailbox-Service in DCE/DFS war bereits 1998 geplant, wurde damals aber wegen verschiedener Probleme mit DCE/DFS nicht durchgeführt.