RedHat Linux goes commerce

von Aron Vrtala (Ausgabe 04/1, März 2004)

 

Die bereits Mitte letzten Jahres von RedHat angekündigte Auflösung der Standard-Linux-Softwareserie wurde nun endgültig vollzogen: "RedHat Linux" gibt es offiziell nicht mehr. Ab Ende April 2004 werden für RedHat Linux 9 keine Updates und keine Security Patches mehr bereitgestellt. Der Support für die älteren Versionen 7.x und 8.0 lief bereits mit Ende letzten Jahres aus. Für die Nachfolge hat RedHat seine Produktserie in zwei Linien gespalten:

  • Kommerziellen Support, kontinuierliche Updates, Bug- und Security-Fixes wird es hinkünftig nur mehr für die kostenpflichtige RedHat Enterprise Linux (RHEL)-Serie geben. Diese auf Unternehmenskunden abzielende Distribution gründet auf einer einheitlichen Code-Basis, was die Stabilität und Sicherheit verbessert sowie die Pflege vereinfacht. Lizenzpflichtige Enterprise-Versionen gibt es - je nach Umfang des Einsatzes - für Workstations, kleinere Server sowie für große Serverbetreiber. Eine Enterprise Linux AS Academic Edition kann um $ 50,- über den ZID erworben werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Peter Karlsreiter (eMail: peter.karlsreiter@univie.ac.at, Tel.: 4277-14131).

  • Für die Weiterentwicklung der bisherigen Linux-Distribution hat RedHat die Quellen der Version 9 dem nicht kommerziellen Projekt Fedora übertragen. Das dort entwickelte freie Fedora Core Linux soll als Entwicklungsfeld für neue Linux- und Open Source-Technologien dienen. Fedora Core 1 ist seit November allgemein verfügbar, dessen Nachfolger, Fedora Core 2, bereits in der Testphase. Im Unterschied zu den Enterprise-Versionen kann es bei der Konfiguration eines Softwarepakets unter Fedora Core durchaus zu kleineren Fehlern im Rahmen eines Upgrades kommen. Größere Probleme gab es jedoch bisher nicht.

Fedora Core's tägliches Softwareupgrade mittels YUM

Bei Verwendung von YUM (Yellowdog Updater Modified) können Sie die tägliche Update-Funktion von Fedora Core mit den Befehlen chkconfig yum on und /etc/init.d/yum start aktivieren. Da der Zentrale Informatikdienst der Universität Wien auf seinem FTP-Server einen Mirror der Fedora Core-Software hält, sollten Sie in der Datei /etc/yum.conf in der Rubrik [base] den baseurl auf den Wert

baseurl=ftp://ftp.univie.ac.at/systems/linux/fedora/$releasever/$basearch/os

setzen. Analog sollte er in der Rubrik [updates-released] auf den Wert

baseurl=ftp://ftp.univie.ac.at/systems/linux/fedora/updates/$releasever/$basearch

eingestellt werden. Dies erspart Ihnen unnötige Fehlschläge bei den Updates Ihres Betriebssystems.