Personalnachrichten

von Peter Rastl (Ausgabe 03/2, Oktober 2003)

 

Seit der letzten Comment-Ausgabe ist der MitarbeiterInnenstand der Abteilung Universitätsverwaltung des ZID gewaltig gewachsen: Infolge des Zusammenbruchs der Karlsruher Firma GINIT, unseres Software-Partners im UNIVIS-Projekt, mußte die Pflege und Weiterentwicklung des für die Universitätsverwaltung eingesetzten Softwaresystems i3v-Education unverzüglich von der Universität Wien selbst übernommen werden. Glücklicherweise ist es uns gelungen, in kürzester Zeit ein kompetentes Softwareentwicklungs-Team unter der Referatsleitung von Mark Guttenbrunner, der bereits im Comment 03/1 vorgestellt wurde, am Zentralen Informatikdienst aufzubauen: Zwei ehemalige Mitarbeiter von GINIT, Hartmut Eich und Markus Koller, wechselten als Angestellte an die Universität Wien und brachten entscheidendes Insider-Wissen und wertvolle Entwicklererfahrung über die Struktur und Funktionsweise von i3v-Education mit. Wolfgang Cutura, Stephan Hordynski und Robert Schöller, die von verschiedenen Wiener Softwarefirmen an die Uni Wien wechselten, ergänzen und vervollständigen das Entwicklerteam mit ihren jeweiligen Fachkenntnissen. Mit der erfolgreichen Behebung mehrerer kritischer Systemfehler hat die neue Mannschaft ihre erste Bewährungsprobe bereits glänzend bestanden. Wir wünschen allen Mitgliedern unseres neuen Entwicklerteams auch künftig viel Erfolg, Kreativität und Spannkraft bei der Bewältigung ihrer umfangreichen Aufgaben.

Die Leiterin des Referats UNIVIS-Betrieb, Susanne Böck, hat - quasi als Nebenwirkung der mehrjährigen intensiven Zusammenarbeit mit der Firma GINIT - auch private Beziehungen nach Karlsruhe geknüpft und im Juni 2003 ihre Anstellung an der Uni Wien endgültig aufgegeben. Ihr Ausscheiden aus dem Zentralen Informatikdienst reißt eine erhebliche Lücke; wir wünschen ihr aber von ganzem Herzen alles Gute für ihren künftigen Lebensweg und danken ihr für ihren engagierten und kompetenten Einsatz in all den Jahren am ZID.

Das Ausscheiden von Susanne Böck und der Aufbau des Softwareentwicklungs-Teams haben Anlaß zu einer Umstrukturierung der Abteilung Universitätsverwaltung gegeben: Das neue Referat Softwareentwicklung & Produktion umfaßt nun auch die Agenden des UNIVIS-Betriebs, zu dessen Unterstützung Michaela Pröll im Juni 2003 eine Halbbeschäftigung am ZID angetreten hat. Die zweite Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt sie weiterhin am Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik, wo sie das fakultätseigene Informationssystem ISWI betreut. Unter der Leitung von Eva Kößlbacher, die ebenfalls bereits im Comment 03/1 vorgestellt wurde, steht das neue Referat Projekt- und Changemanagement & Public Relations, in welches mit Juni 2003 Karin Redl aufgenommen wurde. Wir heißen die neuen Mitarbeiterinnen am ZID herzlich willkommen!

Welche Auswirkungen die mit dem UG 2002 beschlossene Umwandlung der Medizinischen Fakultät der Uni Wien in eine eigenständige Medizinische Universität auf den ZID hat, wird in diesem Comment an anderer Stelle ausführlich berichtet. Als Starthilfe für den künftigen "Med-ZID", der seine eigene Universitätsverwaltung im IT-Bereich gleichermaßen mit i3v-Education zu unterstützen hat, wurde das erforderliche Betreuungspersonal vorläufig (solange die in Gründung befindliche Medizinische Universität Wien ihre Mitarbeiter noch nicht selbst unter Vertrag nehmen kann) am Zentralen Informatikdienst der Uni Wien angestellt: Georg Anzenberger, Christian Beisser, Dietmar Hellmich und Albert Mikovits arbeiten seit April bzw. Juni 2003 gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung Universitätsverwaltung an der Implementierung des Universitätsverwaltungssystems für die Med-Uni. Martin Freunschlag, der bereits im Jänner 2002 in das UNIVIS-Betriebsreferat eingetreten ist, wechselt als neuer Leiter des UNIVIS-Teams an die künftige Medizinische Universität Wien.

Eine effiziente Zusammenarbeit der "alten" und neuen MitarbeiterInnen der Abteilung Universitätsverwaltung kann nur gelingen, wenn alle Personen am selben Standort untergebracht sind und der Informationsfluß auch am Gang oder in der Kaffeeküche stattfindet. Der bisherige Standort in der Garnisongasse 7 bot für die stark angewachsene Abteilung nicht genügend Platz und konnte auch nicht erweitert werden. Um den dringend nötigen Aufbau des Softwareentwicklungs-Teams nicht zu verzögern, mietete der ZID daher im Rahmen der universitären Teilrechtsfähigkeit kurzerhand größere Büroräumlichkeiten im Gebäude Universitätsstraße 11. Der Mietvertrag wurde Anfang März 2003 abgeschlossen, und bereits vier Wochen später - nach der Installation der EDV-Verkabelung und des Telefonsystems sowie der Renovierung und Möblierung der Räumlichkeiten - konnte die gesamte Abteilung Universitätsverwaltung des ZID in die neuen Räume übersiedeln. Daß dies alles so rasch und erfolgreich gelungen ist, verdanken wir dem großen Engagement aller Beteiligten und der Möglichkeit, im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit ohne bürokratische Auflagen und institutionelle Entscheidungsprozesse tätig zu werden.

Aber auch außerhalb der Abteilung Universitätsverwaltung gab es personelle Zuwächse am ZID: Im März 2003 traten Alexander Berndl und Martin Riesing ihren Dienst im Service- und Beratungszentrum an, seit Mai 2003 ergänzt Marcel Grünauer das Team der Internet-Domainverwaltung, und seit August 2003 unterstützen Stefan Alexe und Birgit Zens den Zentralen Informatikdienst bei einer seiner neuen Aufgaben, dem Einsatz der Neuen Medien in der universitären Lehre. Allen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschen wir viel Freude und Erfolg bei ihren jeweiligen Tätigkeiten.

 

Erwin Halpern

Die vergangenen Monate brachten aber nicht nur Wachstum und Erfolg, sondern auch einen schweren Schicksalsschlag: Unser langjähriger und in weiten Kreisen der Universität beliebter Mitarbeiter Erwin Halpern hat sich am 25. März 2003 das Leben genommen. Was die Ursachen oder Gründe gewesen sein mögen, die ihn zu dieser Verzweiflungstat verleitet haben, wissen wir nicht. Auch seine Familie - er hinterläßt eine Gattin und einen fünfzehnjährigen Sohn - und seine engsten Freunde können über die Motive seines Freitods nur spekulieren. Im vergangenen Jahr konnte er seinen Dienst am ZID infolge eines mehrmonatigen Krankenstandes nur sporadisch ausüben und blieb auch danach gegenüber allen KollegInnen in bezug auf seine persönlichen Probleme völlig verschlossen.

Erwin Halpern kam vor 32 Jahren, im Jänner 1971, damals gerade neunzehnjährig, als Operator an das seinerzeitige Institut für Statistik, dem Vorläufer des Universitätsrechenzentrums. Er hatte ein geradezu unstillbares Interesse an allem, was mit Computern zu tun hatte, und beeindruckte Vorgesetzte und Kollegen mit seiner Fähigkeit, in kürzester Zeit schwierige technische Probleme zu lösen. In der Folge wurde er zum Programmierer bzw. zum Systemprogrammierer befördert und war einer der ersten am Rechenzentrum, der sich mit der damals noch fremden neuen Welt der Datenfernverarbeitung anfreunden konnte. Mit der Inbetriebnahme des Großrechners IBM 3083 am EDV-Zentrum der Universität Wien übernahm Erwin Halpern im Jahr 1987 die Leitung eines eigenen Referats Datenfernverarbeitung, wurde zum Experten in der SNA-Welt, dem allumfassenden IBM-Standard der Telekommunikation, und betreute mit dem EARN-Knoten AWIUNI11 den ersten Anschluß der Universität Wien an ein internationales Datennetz. Erwin Halpern trug auch entscheidend dazu bei, daß das EDV-Zentrum der Uni Wien Anfang der neunziger Jahre seine Rolle als Geburtsstätte des Internet in Österreich spielen konnte, und leistete an zahlreichen Universitäten in den Staaten Mittel- und Osteuropas "Entwicklungshilfe" beim Aufbau der dortigen Datennetze. Als das EDV-Zentrum 1997 daranging, das gesamte Telefonsystem der Uni Wien zu erneuern, war die technische Stütze dieses Projekts wiederum Erwin Halpern, der in kürzester Zeit mit allen Komponenten des neuen Systems vertraut war und die zahlreich auftretenden Probleme lösen konnte. Nach Abschluß des Telefonieprojekts im Jahr 2002 ersuchte Erwin Halpern um eine weniger streßbeladene Tätigkeit am ZID und stellte sein umfangreiches technisches Wissen im Service- und Beratungszentrum zur Verfügung. Wir ahnten nicht, daß sich da seine Katastrophe wohl schon anbahnte. Wir wollen Erwin Halpern, der sein ganzes Berufsleben gemeinsam mit uns verbracht hat, in Dankbarkeit ein ehrendes Angedenken bewahren.