Neues von der Spam-Front

von Alexander Talos (Ausgabe 03/2, Oktober 2003)

 

Der im Comment 03/1 beschriebene Spam-Filter der Uni Wien hat sich bewährt: Das Ziel, bereits in der Grundkonfiguration trotz guter Erkennungsrate möglichst keine False Positives zu produzieren, wurde offenbar erreicht - zumindest sind bei uns keine entsprechenden Beschwerden eingegangen. Kurz nach Drucklegung des letzten Comment haben die SpammerInnen allerdings technisch aufgerüstet: Mittlerweile werden in großem Stil Privat-PCs zum Spam-Versand mißbraucht. Möglich wird das durch Trojaner, die typischerweise in den Mailwürmern und sonstigen Viren der jüngeren Zeit "versteckt" wurden. Damit können die SpammerInnen den Mailversand auf eine schier endlose Anzahl von Rechnern aufteilen, was fatale Auswirkungen auf Spam-Filter hat:

  • Blacklisting sowie Sperren aufgrund der Serveradresse werden undurchführbar und sinnlos.
  • Die Absender-PCs fallen nicht mehr als Massenversender auf - an die Server des ZID schickt ein solcher Rechner gerade mal ein bis drei Spam-Nachrichten.

Unerfreuliche Nachrichten gibt es auch von der Gesetzesfront: Mit dem neuen österreichischen Telekommunikationsgesetz wurde die bisher geltende, vorbildliche Rechtslage verwässert. Konsumenten im Sinne des Konsumentenschutzgesetzes sind vor unverlangter Mail nur mehr bedingt geschützt. Alle anderen (Gewerbetreibende, Firmen, ÄrztInnen, ...) brauchen vor der Zusendung von Spam gar nicht mehr gefragt zu werden - nur eine Möglichkeit, den Müll wieder abzubestellen, muß vorhanden sein.