Telefonumstellung
Die Zeit danach

von Peter Rastl (Ausgabe 02/1, März 2002)

 

Die Erneuerung des Telefonsystems der Universität Wien, über die im Comment vier Jahre lang laufend berichtet wurde (zuletzt im Comment 01/1), ist nun endgültig beendet: Am 5. Dezember 2001 fand die Schlußabnahme mit der Firma Ericsson1) statt. Obwohl die eigentlichen Umstellungsarbeiten in den Institutsgebäuden bereits Ende 2000 abgeschlossen waren, mußten noch ein ganzes Jahr lang diverse Nacharbeiten, Fehlerbehebungen, Software-Upgrades und Systemoptimierungen vorgenommen werden, ehe eine Schlußabnahme möglich war. Die Zeit blieb währenddessen natürlich nicht stehen, und parallel zu den Abschlußarbeiten waren auch Betrieb, Wartung und die laufende Weiterentwicklung des Telefonsystems durchzuführen - seien es nun Übersiedlungen von Universitätsinstituten an neue Standorte oder technische Verbesserungen und Erweiterungen der Telefon-Infrastruktur.

Alle diese Tätigkeiten bringen uns immer hart an die Grenze unserer personellen Ressourcen. Es hat leider Tradition, dem ZID die Betreuung wichtiger infrastruktureller Bereiche zu übertragen, ohne ihm dafür auch ausreichende Personalkapazitäten zuzuweisen. Würden wir nicht seit Jahren im Rahmen der universitären Teilrechtsfähigkeit zusätzliche Erträge erwirtschaften, aus denen wir zusätzliche Angestellte am ZID finanzieren können, hätten wir schon längst unsere Services einschränken müssen. Auch im Bereich der Telefonie können wir der Zukunft seit kurzem wieder zuversichtlich entgegensehen: Es ist uns gelungen, Paul Parcalaboiu, der seit 1997 als Telefontechniker der Firma Schrack unsere Telefonumstellung geleitet hat, zum Wechsel an die Uni Wien zu bewegen (siehe Personalnachrichten). Mit seiner großen Erfahrung und seiner profunden Systemkenntnis wird er sich als Referatsleiter unseres Telefonie-Teams bestmöglich um den Betrieb der Telefon-Infrastruktur kümmern.

Änderungen & Störungen

Die laufende Betreuung des Telefonsystems ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die eine entsprechende Betriebsorganisation erfordert. Allein im vergangenen Jahr (also nach Abschluß der eigentlichen Umstellungsarbeiten) wurden an die 4000 Konfigurationsänderungen bzw. Störungsbehebungen durchgeführt - das sind im Schnitt etwa 20 pro Arbeitstag! Damit der Überblick nicht verlorengeht, sind wir auf eine elektronische Auftragsverwaltung angewiesen:

  • Anträge auf Errichtung, Änderung oder Verlegung einer Nebenstelle müssen über eine Webmaske gestellt werden, die unter www.univie.ac.at/ZID/telefonwebmaske/ zu finden ist (Mailbox-UserID und Paßwort erforderlich).
  • Alle Störungsmeldungen senden Sie bitte per eMail an telefon@univie.ac.at.

Wir bemühen uns - meist auch erfolgreich - um eine möglichst kurzfristige Bearbeitung aller Anträge und Störungsmeldungen, bitten jedoch um Verständnis dafür, daß wir nicht jedes Problem augenblicklich vor Ort beheben können und auch ausschließlich Änderungswünsche berücksichtigen können, die uns über die Webmaske bekanntgegeben werden. Aktuelle Informationen zum Telefonsystem (z.B. Hinweise auf bekannte Probleme) finden Sie unter www.univie.ac.at/ZID/festnetz/.

Gebühren

Mit Jahresbeginn 2002 ist nicht nur die Umstellung der Telefongebühren-Abrechnung auf Euro erfolgt, sondern auch die Gebührenverantwortung an die Institute delegiert worden: Die Telefongebühren werden nun nicht mehr für die gesamte Universität zentral vom ZID bezahlt, sondern sind aus den Budgets der jeweiligen Institute bzw. Dienststellen zu finanzieren. Die Dotationen der Institute wurden zu diesem Zweck entsprechend aufgestockt, und die monatlichen Gesprächsgebühren werden nun - quasi im Lastschriftverfahren - in der Quästur automatisch vom Institutskonto abgebucht. Nur die Grundgebühren und sonstigen Fixkosten des Telefonsystems werden für die gesamte Universität weiterhin direkt vom ZID bezahlt.

Dies hat ein vermehrtes Kostenbewußtsein nach sich gezogen, und die Institute haben für etliche allgemein zugängliche Telefonapparate, deren Benützung nicht kontrolliert werden kann, die Berechtigungen von Standard (d.h. österreichweit) auf Halbamtlich ändern lassen, sodaß man dort nur kostenlose universitätsinterne Gespräche aufbauen kann. Bisher gab es eine unerwünschte Umgehungsmöglichkeit solcher eingeschränkten Berechtigungen: Jeder Benutzer konnte sich durch einen Anruf in der Telefonzentrale jedes beliebige (kostenpflichtige) externe Gespräch herstellen lassen. Eine Authentifizierung des Anrufers und eine Kostenzuteilung durch das Vermittlungspersonal ist dabei jedoch nicht möglich, sodaß dieses angewiesen werden mußte, überhaupt keine abgehenden Gespräche für Universitätsmitarbeiter mehr aufzubauen. Die Telefonzentrale vermittelt also nur noch ankommende Gespräche - alle abgehenden Gespräche müssen von den Benutzern selbst hergestellt werden, allenfalls unter Zuhilfenahme des eigenen Institutssekretariats.

Der ZID ist bestrebt, ständig alle Kostenvorteile des Telekom-Markts zu beobachten und für die Universität zu nutzen. Eine Kostenoptimierung für den gesamten Bundesbereich erfolgt durch die Bundesbeschaffungs GmbH, die mit den Telekom-Betreibern jeweils Sonderkonditionen verhandelt, an denen auch die Universität teilhat. In diesem Rahmen nimmt die Uni Wien derzeit die Services der Telekom Austria in Anspruch. Verschiedentlich wird die Frage gestellt, ob man durch die individuelle Wahl eines alternativen Telekom-Providers nicht Telefonkosten einsparen könnte - immerhin suggeriert die allgegenwärtige Werbung dieser Provider ein gewaltiges Einsparungspotential. Dies ist jedoch nicht möglich: Die Telefonversorgung der Universität kann nur über eine einheitliche Infrastruktur erfolgen, und die Kosten können den Instituten nur einheitlich in Rechnung gestellt werden.

Mit einigen "verwandten" Institutionen (AKH Wien, TU Wien, WU Wien und neuerdings auch mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) bestehen Querverbindungen zwischen den Telefonsystemen - d.h. Anrufe aus der Uni Wien werden automatisch über diese internen Verbindungen statt über das öffentliche Telefonnetz geschaltet und verursachen daher keine Gesprächsgebühren. Der Zugang zu den vier österreichischen Mobilfunknetzen wird seit Ende 2001 ebenfalls nicht mehr über das öffentliche Telefonnetz, sondern über preiswertere Direktverbindungen hergestellt (nur bei Überlastung der Direktverbindungen wird weiterhin eine Verbindung zu den Mobilfunknetzen über die Telekom Austria benutzt). Seit Jahresbeginn 2002 werden den Instituten - für alle Standorte einheitlich - folgende Tarife vom ZID in Rechnung gestellt:

Amtsleitung Telekom Austria

 

€ 0,042 pro Tarifimpuls2)

A1 über DirectLink

 

€ 0,033 pro 30 Sekunden

max.mobil über Mobilrouter

 

€ 0,036 pro 30  Sekunden

One über Mobilrouter

 

€ 0,036 pro 30 Sekunden

TeleRing über Mobilrouter

 

€ 0,027 pro 30 Sekunden

Eine weitere Tarifsenkung im Laufe des heurigen Jahres scheint möglich.

Schulungen

Da an der Universität naturgemäß laufend neue Mitarbeiter aufgenommen werden und andere ausscheiden, ist nicht nur eine tägliche Aktualisierung des Online-Telefonverzeichnisses, sondern auch eine regelmäßige Ausbildungsaktivität erforderlich. Auf Anregung der Personalvertretung veranstaltet der ZID künftig einmal pro Semester eine kostenlose Schulung für Universitätsmitarbeiter, bei der die Bedienung des Systems und die vielfältigen Funktionen der Telefonapparate - jenseits vom simplen Anrufen und Angerufen-Werden - vorgestellt werden. Die nächste solche Veranstaltung findet am

12. April 2002 um 12.30 Uhr
im Hörsaal III des Neuen Institutsgebäudes

(1010 Wien, Universitätsstraße 7, Erdgeschoß)

statt. Der Vortrag dauert ca. 2 Stunden; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mit der Verantwortung für das Telefonsystem der Universität Wien hat der ZID in den letzten Jahren eine umfangreiche zusätzliche Aufgabe übernommen. Wir sind durchaus stolz darauf, die Umstellung auf das neue System dank des professionellen Einsatzes aller Projektmitarbeiter ziemlich reibungslos bewältigt zu haben. Für Ruhepausen ist allerdings keine Gelegenheit: Die Umstellungsarbeiten mögen zwar erfolgreich abgeschlossen sein, doch die Arbeiten zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Telefonsystems haben längst begonnen.

 

1) Genaugenommen wurde die Abnahme nicht mit der Ericsson Austria AG durchgeführt (dem ursprünglichen Auftragnehmer des Projekts), sondern mit der Schrack BusinessCom AG, die diesen Unternehmensbereich von der Ericsson Austria AG per 30. 6. 2001 mit sämtlichen Vertragsverhältnissen übernommen hat. Seit 1. 1. 2002 führt unser Vertragspartner überdies den neuen Namen Kapsch BusinessCom AG, da die Kapsch AG Mehrheitseigentümer der Schrack BusinessCom AG ist. Das Telefonsystem an der Universität Wien heißt allerdings nach wie vor Ericsson MD110.

2) In der Regionalzone fällt zur Geschäftszeit alle 72 Sekunden ein Tarifimpuls an.