ADSL für Universitätsangehörige

von Herbert Stappler (Ausgabe 02/1, März 2002)

 

Kurz vor Redaktionsschluß dieser Comment-Ausgabe gelang es dem Zentralen Informatikdienst, mit der Telekom Austria einen Vertrag über die Nutzung von ADSL durch Angehörige der Universität Wien (Studierende und Mitarbeiter) abzuschließen. Dabei ist allerdings noch eine ganze Reihe von organisatorischen und technischen Details zu klären, sodaß im folgenden Artikel nur die wichtigsten Eckpunkte dieser Kooperation veröffentlicht werden können. Aktuelle Informationen und alle technischen Voraussetzungen werden unter www.univie.ac.at/ZID/internetzugang publiziert.

Was ist ADSL?

Die Abkürzung ADSL steht für Asymmetric Digital Subscriber Line. Diese Technik ermöglicht es, über normale Telefonleitungen (Kupferkabel) viel höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten als mit herkömmlichen Modems oder ISDN zu erreichen. Es handelt sich dabei um eine permanente Standverbindung (Digital Subscriber Line): Man kann rund um die Uhr mit dem Internet verbunden sein, lästige Anwahlvorgänge entfallen. Bei fast allen ADSL-Varianten ist die Datenübertragungsrate vom Internet zum Kunden (Download) deutlich größer als in die umgekehrte Richtung (Upload), daher der Begriff "asymmetrisch". Die Telefonkommunikation wird bei ADSL nicht beeinflußt - man kann also gleichzeitig telefonieren und die Datenverbindung ins Internet nutzen. Voraussetzung ist ein herkömmlicher Telefonanschluß der Telekom Austria; zusätzlich muß ein ADSL-Modem an die Telefonsteckdose angeschlossen und mit dem Rechner verbunden werden.

Warum uniADSL?

Der ZID bietet allen Universitätsangehörigen bereits seit Jahren Internetzugang über Wählleitungen an. Derartige Dienste - auch ADSL - kann jeder Benutzer aber auch über diverse Internet Service Provider beziehen. Für den Zentralen Informatikdienst ist es nur dann sinnvoll, solche Services zu betreiben, wenn es für die Universitätsangehörigen deutliche Vorteile bringt. Bei ADSL ist dies vor allem in zwei Punkten der Fall:

Die Telekom Austria verlangt für jeden ADSL-Anschluß ein monatliches Grundentgelt, das der Benutzer bezahlen muß. Der Zentrale Informatikdienst trägt alle weiteren bei ihm anfallenden Kosten selbst. Die Entgelte für die Benutzer liegen daher deutlich unter denen kommerzieller Angebote. Dafür müssen universitäre ADSL-Benutzer aber mit gewissen Einschränkungen leben: Es gibt nur eine bestimmte Art von ADSL-Anschluß, während man am Markt unter einer Reihe von Varianten wählen kann. Weiters muß man mit der Betreuungsinfrastruktur des ZID das Auslangen finden, der derzeit keine Störungsannahme bzw. Beratung am Wochenende oder in den Nachtstunden bieten kann.

Üblicherweise wird bei ADSL für Privatkunden eine Beschränkung des Download-Volumens vereinbart (ADSL-Dienste ohne jede Limitation sind wesentlich teurer): Ab Überschreiten einer bestimmten Grenze - oft 1 Gigabyte pro Monat - muß ein weiteres Entgelt pro zusätzlich übertragenem Megabyte entrichtet werden. Beim ADSL-Dienst des ZID (uniADSL) gilt hingegen das Fair Use-Prinzip, und es werden neben dem monatlichen Grundentgelt keine Zusatzentgelte eingehoben. Fair Use bedeutet, daß auf ein gewisses Gleichgewicht unter den Benutzern Wert gelegt wird und eine exzessive Ausnutzung der Verbindung vermieden werden soll. Ein zeitweiliges Überschreiten des Datentransfervolumens ist zulässig; nur Benutzer, deren Übertragungsvolumen permanent deutlich über dem Durchschnitt liegt, werden zunächst über diesen Umstand informiert und zu einer Änderung ihres Verhaltens aufgefordert. Wer ständig große Datenmengen überträgt, wird einen der wesentlich teureren kommerziellen Dienste, die keine Beschränkungen aufweisen, in Anspruch nehmen müssen (siehe Kasten Bitte bedenken).

uniADSL: Die Fakten

  • Nutzungsberechtigt sind alle Angehörigen der Universität Wien (Studierende, Mitarbeiter, Drittmittelangestellte, Lehrbeauftragte usw.), die über eine Unet- oder Mailbox-UserID verfügen.
  • Für die Herstellung eines ADSL-Anschlusses ist ein herkömmlicher Fernsprechanschluß der Telekom Austria erforderlich (funktioniert nicht mit ISDN-Anschluß!).
  • Der Zugang ist derzeit nur aus Wien, Niederösterreich und Burgenland möglich, sofern ein ADSL-Anschluß technisch herstellbar ist.
  • Die Datenübertragungsraten des ADSL-Anschlusses betragen 512 Kbit/s (Download) und 64 Kbit/s (Upload).
  • Es ist ein einmaliges Entgelt von 43,52 Euro (inkl. USt) zu entrichten; die monatlichen Kosten betragen 26,08 Euro inkl. USt.1) Ein Telefonanschluß mit mindestens Standard- oder TikTak-Tarif ist Voraussetzung (Benutzer mit Minimumtarif werden automatisch auf Standardtarif umgestellt). Das Inkasso erfolgt mit der Telefonrechnung.
  • Das ADSL-Modem und die erforderliche Software werden vom Kunden selbst installiert. Der Anschluß des ADSL-Modems an den PC erfolgt über USB.
  • Anmeldung, Beratung und Störungsannahme werden vom ZID der Universität Wien durchgeführt.

Die Betriebsaufnahme ist für das Sommersemester 2002 geplant. Nähere Einzelheiten finden Sie unter www.univie.ac.at/ZID/internetzugang.

 

1) Im Comment 02/1 sind als monatliche Kosten 26,07 Euro angegeben. Dieser Betrag wurde jedoch nach Drucklegung der Zeitschrift auf 26,08 Euro inkl. USt korrigiert.