WWWörterbücher, die Zweite

von Vera Potuzak (Ausgabe 02/1, März 2002)

 

Um an die bewährte Tradition der Fortsetzungsgeschichten im Comment anzuknüpfen, erhält nun auch der Artikel WorldWideWörterbücher (siehe Comment 01/2) einen zweiten Teil. Der eigentliche Auslöser war meine Faszination von einem neuen Online-Wörterbuch namens linguaDict, die mich dazu trieb, das WWW aufs neue bezüglich Nachschlagewerken zu durchsuchen. Die Ausbeute ist zwar leider nicht so umfangreich wie anfänglich gehofft, aber durchaus einen Bericht wert:

linguaDict ...

Vor einigen Monaten brachte das Sprachtechnologieunternehmen linguatec unter http://www.linguadict.de/ das laut eigenen Angaben größte Deutsch-Englische Wörterbuch ins Netz (zwei Millionen einzelne Begriffe mit zusätzlichen Beispielphrasen und Redewendungen) - und wenn man linguaDict testet, ist man versucht, seinen Betreibern dies auch zu glauben.

Sucht man z.B. nach dem deutschen Begriff blau, so hat man die Möglichkeit, das Ergebnis inklusive passender Stichworte anzeigen zu lassen. Bei blau ergibt sich eine ziemlich lange Liste (blue, black, boozed, livid, stoned, ..., blauer Dunst - hot air, Fahrt ins Blaue - mystery tour), an deren Ende auch Sätze wie

Herr Apex erhielt keinen Blauen Brief
Mr Apex has not received a warning

Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen
We got off cheaply

aufscheinen. Wenn man mit dem Begriff black als Übersetzung von blau nichts anfangen kann, ist es ratsam, black anzuklicken, um an weitere Informationen zu gelangen. In diesem speziellen Fall erscheint als Resultat allerdings wieder nur ein Verweis auf das deutsche blau. Des Rätsels Lösung erhält man, indem man linguaDict auch nach Redewendungen suchen läßt:

ein blaues Auge (haben)
to have a black eye

Ein zusätzliches Service, das bereits einige Betreiber von Online-Wörterbüchern anbieten, ist auch bei linguaDict verfügbar: Benutzer, die ein Wort oder eine Redewendung vermissen, können dies online der Redaktion melden. Ich muß ehrlicherweise zugeben, daß mir nichts gefehlt hat, und daß linguaDict in meinen Augen mit Abstand das umfassendste und benutzerfreundlichste Online-Wörterbuch darstellt.

... und andere

Unter http://www.dictionary24.com/dictionary/index.htm findet man Übersetzungsmöglichkeiten zwischen den Sprachen Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Spanisch, wobei bei allen Sprachkombinationen außer Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch und Spanisch-Englisch/Englisch-Spanisch auf andere Wörterbücher verwiesen wird. Das Deutsch-Englisch(und vice versa)-Wörterbuch ist direkt an http://dict.tu-chemnitz.de/ gekoppelt, das ich bereits im ersten Comment-Artikel zu diesem Thema lobend erwähnt habe; für die anderen ist mein Wortschatz zu karg, sie machen jedoch - falls verfügbar - einen brauchbaren Eindruck.

Unter http://www.dictionary24.com/dictionary/index.htm hat man auch die Möglichkeit, einen Text von 25 Worten bzw. Webseiten im bestehenden Kontext übersetzen lassen (siehe Abb. 1). Die Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu genießen und nur als grobe Orientierung bei Texten in einer völlig unbekannten Sprache verwendbar.

Unter http://www.tranexp.com:2000/intellisearch.shtml (auch InterTran genannt) kann man einen Begriff mittels der gängigsten Suchmaschinen ausforschen lassen: Eine nette Idee, deren Resultate allerdings dem Vergleich mit dem ebenfalls auf dieser Webseite verfügbaren Wörterbuch nicht standhalten können - abgesehen davon, daß dieses Unterfangen meist mit einer Fehlermeldung scheitert.

Der Link translate in three perfectly easy steps führt zu einer Seite, auf der man einen Begriff aus und in 27 verschiedene Sprachen übersetzen lassen kann (dies ist auch mit fortlaufendem Text oder Webseiten möglich; meine Meinung über solche eher aussichtslosen Versuche entnehmen Sie bitte dem vorangegangenen Absatz und der Abbildung).

Die Ergebnisse der Übersetzungen in jene Sprachen, derer ich mächtig bin, haben mich davon überzeugt, ein durchaus brauchbares Wörterbuch vor mir zu haben, das aber qualitativ mit den zuvor erwähnten nicht mithalten kann - nicht zuletzt auch deshalb, weil der Server leider nicht immer verfügbar ist.