Windows XP (eXPerience)

von Peter Wienerroither (Ausgabe 02/1, März 2002)

 

experience:

I s 1. Erfahrung f: a) (Lebens)Praxis f: by (od. from) experience aus Erfahrung; in my experience nach meiner Erfahrung, b) Fachkenntnis, Sachkenntnis f; Routine f. 2. Erlebnis n.

II v/t 3. erfahren: a) kennen lernen, b) erleben, c) Schmerzen, Verluste etc erleiden, etwas durchmachen, Vergnügen etc empfinden

(© Langenscheidt)

 

Das neue Microsoft-Betriebssystem Windows XP ist nun in zwei Varianten endlich verfügbar: Home Edition für Heimanwender und Professional Edition für Arbeitsplatzrechner (zusätzlich soll im Laufe des Jahres auch eine Server-Version auf Basis von Windows XP erscheinen). Die wichtigste technische Neuerung des neuen Systems ist die schon seit einigen Windows-Generationen angekündigte Zusammenführung von Windows NT/2000, das die Grundlage für XP bildet, und den DOS-basierten Versionen Windows 95/98/ME. Infolgedessen hat MS-DOS als Betriebssystem-Unterbau nun endgültig ausgedient; um den Umstieg zu erleichtern, wurde jedoch der Kompatibilitätsmodus für ältere Software weiter verbessert.

Features

Windows XP bietet im Gegensatz zu Windows 95/98/ME solides Multitasking und echten Speicherschutz - z.B. sind die Systemdateien jetzt vor dem Überschreiben durch Anwendungsprogramme geschützt. Weiters wurde die Systemwiederherstellung verbessert, die Anzahl der notwendigen Neustarts nach Softwareinstallationen und Systemumstellungen reduziert und die gleichzeitige Verwendung von mehreren DLL-Versionen ermöglicht. Außerdem kann bei Rechnern, die von mehreren Personen verwendet werden, der Benutzerwechsel nun auch ohne vorheriges Beenden der Anwendungsprogramme durchgeführt werden.

Im Hinblick auf die neuerworbenen Netzwerkfähigkeiten von Windows XP sind vor allem die Remote-Unterstützung (d.h. der Rechner kann auch von außen über das Netzwerk benutzt werden), die integrierte Firewall und das automatische Update über Internet erwähnenswert. Im Multimedia-Bereich bietet das neue Betriebssystem einen integrierten CD-Brenner, einen neuen Mediaplayer für Videos und Musik (CDs, MP3 usw.), Miniaturansichten von Dateien, Bildern und Diashows (siehe Abb. 1), einen Scan- und Fotoassistenten sowie Software für den Videoschnitt.

Darüber hinaus hat Windows XP eine neu gestaltete, bunte, verspielt wirkende Benutzeroberfläche aufzuweisen (wer sich damit nicht anfreunden kann, hat die Möglichkeit, auf die Classic-Oberfläche umzuschalten), wobei hier der bisherige, dateiorientierte Ansatz durch ein eher aufgabenorientiertes Konzept abgelöst wurde. Beispielsweise ist es nun möglich, am linken Bildschirmrand eine sogenannte Task-Leiste anzeigen zu lassen, in der verschiedene Weiterverarbeitungsmöglichkeiten für das jeweilige Dokument ausgewählt werden können (z.B. Als eMail versenden; siehe Abb. 1). In weiterer Folge stehen für viele Arbeitsabläufe Assistenten zur Verfügung, die den Benutzer sicher ans Ziel geleiten sollen.

Voraussetzungen

Die Hardware-Anforderungen sind natürlich wieder gestiegen: Microsoft empfiehlt mindestens einen 300 MHz-Prozessor, 128 MB RAM, 1,5 GB freien Festplattenspeicher und ein CD-ROM- oder DVD-Laufwerk. Erfahrungsgemäß muß die Rechnerausstattung aber deutlich über diesen Empfehlungen liegen, wenn man mit dem neuen Betriebssystem vernünftig arbeiten will.

Abgesehen davon ist der Umstieg auf Windows XP wieder einmal mit einer neuen Treibertechnologie verbunden, was unweigerlich zu Problemen führt, wenn man ältere oder "exotische" Hardware verwendet. Falls Sie also mit dem Gedanken spielen, auf Windows XP aufzurüsten, sollten Sie vorher sicherstellen, daß für Ihre Systemkomponenten alle erforderlichen Treiber verfügbar sind.

Lizenzen

Wie erwähnt, gibt es zwei Varianten von Windows XP: Die Home Edition bietet eine eingeschränkte Funktionalität (hauptsächlich im Netzwerkbereich, sie unterstützt aber z.B. auch nur eine CPU) und wird voraussichtlich nicht über den ZID erhältlich sein. Im Rahmen der Standardsoftware steht somit zur Zeit nur die Professional Edition zur Verfügung, die in etwa den bisherigen Workstation-Versionen von Windows entspricht. Diese ist in deutsch oder englisch erhältlich; für die englische Version gibt es als Zusatzprodukt auch ein Multi-Language-Pack, mit dem man Windows XP in 13 verschiedenen Sprachen betreiben kann (das gilt allerdings nur für das Betriebssystem - für Anwendungsprogramme wie z.B. MS-Office benötigt man gegebenenfalls eigene Multi-Language-Packs, die dann aber meistens über noch mehr Sprachen verfügen).

Die Professional Edition von Windows XP kann von Instituten und Dienststellen der Universität Wien um 21 Euro pro Lizenz beim Zentralen Informatikdienst bezogen werden. Nähere Informationen zur Bestellung und die erforderlichen Formulare finden Sie unter www.univie.ac.at/ZID/standardsoftware/. Die berüchtigte Online-Registrierung bei Microsoft ist bei diesen Lizenzen übrigens nicht erforderlich: Es genügt die Eingabe eines vom ZID bereitgestellten Product Key.