GPRS für Uni-Diensthandys

von Harald Michl (Ausgabe 01/3, Oktober 2001)

 

GPRS (General Packet Radio Service) ist ein relativ neues Service der heimischen Mobilfunkanbieter. Es basiert auf der Bündelung mehrerer GSM-Kanäle, die für den Datentransport parallel verwendet werden können. Abhängig von den verfügbaren Kanälen (Netzauslastung) und dem verwendeten Endgerät erreicht man auf diese Weise mit dem Handy eine Datenübertragungsrate von derzeit bis zu 40 Kbit/s, was in etwa der Geschwindigkeit einer Modem-Wählleitungsverbindung entspricht.

Unterschied der Datendienste GSM und GPRS

Bei der Einwahl via GSM und A1-DirektLink beim Einwahlknoten der Uni Wien (Tel.: 90 14333) wird eine direkte Verbindung zum Datennetz der Universität Wien hergestellt. Der Benutzer erhält eine IP-Adresse der Uni Wien, verwendet ihre Nameserver und Services und validiert sich auch dort. Diese Art der Verbindung ist erst nach Überschreiten der drei Gratisstunden pro Monat kostenpflichtig und wird dann mit öS 0,90 pro Minute verrechnet. GSM-Handys haben eine Datenübertragungsrate von 9600 bit/s.

Bei der Einwahl via GPRS erfolgt die Benutzer-Validierung (siehe Konfigurationsanleitung) bei der Mobilkom, die auch Provider für die IP-Anbindung ist - d.h. der Benutzer erhält eine IP-Adresse der Mobilkom, verwendet deren Nameserver usw. Leider besteht ausschließlich die Möglichkeit, die Mobilkom als Provider zu wählen, womit die Vorteile von A1 NetWork (Einwahlknoten innerhalb der Uni und die damit verbundenen drei Stunden pro Monat Gratis-Verbindung via DirectLink) entfallen: GPRS ist ab der ersten Sekunde kostenpflichtig.

Wir haben dieses Service im Rahmen des A1 NetWork-Vertrags für Diensthandys der Universität Wien mit einem Motorola Timeport 260 als Endgerät getestet. Grundsätzlich ist dieser Dienst nur mit Handys verwendbar, die für GPRS ausgestattet sind.

GPRS freischalten

Im Gegensatz zu den Standard-A1-Verträgen wird GPRS für A1 NetWork-Kunden wie die Uni Wien nicht automatisch ermöglicht, sondern die Freischaltung muß für jede Rufnummer einzeln beantragt werden (mittels eMail-Nachricht an HANDY@UNIVIE.AC.AT).

GPRS in Betrieb nehmen

Das Motorola T260 verhält sich dem Rechner gegenüber wie ein 33600 Baud-Standardmodem. Spezielle Modemtreiber (wie z.B. für die Nokia-Handys) sind demnach zwar nicht erforderlich, jedoch durchaus erhältlich. Die Mobilkom bietet auf ihren Webseiten Anleitungen im PDF-Format zur GPRS-Installation des Motorola T260 für PCs mit diversen Windows-Varianten (98, ME, NT, 2000), für PDAs unter PalmOS und für WAP-fähige Handys. Benutzer eines Psion-Organizers finden eine entsprechende Installationsanleitung unter dem URL http://members.chello.at/fwwrfl/file/gprs.htm.

Das Motorola T260 verfügt über eine Infrarot-Schnittstelle zur Kommunikation mit Rechnern sowie über ein serielles Datenkabel, das im Lieferumfang enthalten ist. Beide Anschlußarten haben bei uns auf Anhieb funktioniert. Auch der Verbindungsaufbau zum Einwahlknoten der Mobilkom funktioniert prompt und dauert - im Gegensatz zur Einwahl via GSM - nur wenige Sekunden.

Tuning

Das T260 benutzt standardmäßig zwei GSM-Zeitschlitze gleichzeitig für die Datenübertragung. Da andere Modelle (z.B. Sagem) inzwischen drei verwenden, hat Motorola insofern nachgezogen, als man bei der Motorola-Serviceniederlassung den dritten Zeitschlitz freischalten lassen kann:

Center Nachrichtentechnische Anlagen
1230 Wien, Heizwerkstraße 6a
Tel.: 43 1 61041 0

Diese Aktion dauert ungefähr fünf Minuten (dabei gehen aber alle Speicherinhalte des Telefons verloren). Mit einem solcherart ausgestatteten Telefon sind Datenübertragungsraten bis zu 40 Kbit/s möglich, sofern die drei Zeitschlitze bei der eingebuchten Sendestation verfügbar sind.

Kosten

  • 20.00 - 06.00 Uhr sowie Sa, So und Feiertage:
    öS 0,50 inkl. USt pro Minute

  • 06.00 - 20.00 Uhr an Werktagen:
    öS 1,00 inkl. USt pro Minute

  • ab dem 50. MB pro Monat:
    öS 6,00 inkl. USt pro MB (zusätzlich)

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